David Cameron englischer Premierminister will ueber EU Austritt abstimmen lassen

Long Don: Cameron hätte natürlich auch von Deutschland lernen können, wo es rein gar nicht erlaubt ist über solch existenzielle Fragen das Volk abzustimmen zu lassen. Aber irgendetwas scheint ihn dennoch genötigt zu haben diese Perspektive für seine Wähler, die Briten, zu eröffnen. Demnach darf man vermuten, dass es sich wie immer in diesen Kreisen, um einen gelungenen Gag im Rahmen von Wahlversprechern handelt, die gerne unter das Volk gebracht werden, wenn man es erneut über Teufel oder Beelzebub abstimmen lassen möchte. Die Ankündigung selbst ist aber so bemerkenswert, dass man doch einige Gedanken daran verschwenden darf.

Demnach gedenkt David Cameron die Briten nach den Parlamentswahlen im kommenden Jahr, in 2015, über einen weiteren Verbleib in der EU abstimmen zu lassen. Diese Information verbreitet der Focus an dieser Stelle als kurze und knappe Mitteilung. Die skizzierte Absicht geht aus einer Grundsatzrede des Premierministers hervor. Dies ergibt sich aus vorab veröffentlichten Auszügen aus seiner für heute geplanten Grundsatzrede zur EU wie es heißt. Das Referendum soll auch erst nach einer Neuverhandlung der britischen Verträge zur EU-Mitgliedschaft stattfinden. Seine diesbezügliche Rede ist schon seit geraumer Zeit überfällig, er hat sie kriegsbedingt (wegen Mali) verschoben.

Versprechung und Verschiebung

Es leuchtet ein, dass man dem Esel die Mohrrübe besser nur vorhält, sie aber keinesfalls freiwillig an diesen verfüttert, dann wäre sie ja verbraucht. Soviel zur initialen Logik dieser Geschichte. Vorgeschoben wird die Neuverhandlung des britischen Vertrages mit der Europäischen Union, was ebenso ein Traum vieler anderer (Esel) Völker Europas ist, die aber nicht die Freiheit besitzen dies fordern zu dürfen. Dies muss aber auch nicht der reale Grund dafür sein erst 2015 die Bevölkerung darüber befinden lassen zu wollen.

Wichtiger dürfte der Hinweis auf die 2014 anstehenden Parlamentswahlen in England sein, da kann es nur gut sein, wenn man ein Bonbon für die Zeit danach in der Tasche behält, worauf eben die Wähler scharf sind. Denn würde er zeitnah über den Verbleib der Engländer in der EU abstimmen lassen, dann dürfte die Katastrophe schon vor dem besagten Datum eintreten, oder sogar noch vor seiner geplanten Wiederwahl zum Premier. Gefühlt ist derzeit in England eine Mehrheit dafür, sich weiter von der EU zu isolieren, also auszutreten, denn man muss heutzutage nicht jeden Wahnsinn mitmachen wenn man nicht dazu gezwungen wird. Ergo ist der beabsichtigte Zeitpunkt eher nur als wahltaktisches Manöver zu bewerten.

Austritt wohl nicht realistisch

Bleiben wir einmal bösartig in unserer Betrachtung. Selbst wenn sich die Engländer, in diesem Falle die Bürger, Vorteile von ihrer weiteren Eigenständigkeit versprächen, was sollte die Regierung motivieren dem nachzukommen. Die eigentlichen Ausbeutungsstrukturen der einzelnen Nationen werden auf ganz anderen Ebenen festgelegt und logischerweise auch nicht kommuniziert. Und da gilt ein vereintes Europa als der schmackhaftere Happen.

Dann gibt es einen weiteren Grund der die englische Regierung abschrecken dürfte am Ende überhaupt einen Austritt zu wagen. Nach derzeitiger Einschätzung werden soziale Unruhen in den kommenden Jahren in Europa beachtlich zunehmen. Dies kann durchaus dramatische Dimensionen annehmen. Da kann es dann auch zu kriegsähnlichen Zuständen in England führen, wenn dort der Mob auf die Barrikaden geht weil ihm das Futter ausgeht.

Und in einem solchen Falle ist es immer gut noch auf andere Nationen und Regierungen aus der Union zurückgreifen zu können, die im Rahmen europäischer Amtshilfe dann das eigene Volk zusammenschießen können, weil sich eben dieses eher widerwillig auf Geheiß der Regierung gegen sich selbst wenden würde. Möchte also Cameron alle Machtoptionen in der Hand behalten, darf er auch die europäische Keule gegenüber seinem eigenen Volk nicht gänzlich aus der Hand legen.

Cameron hat seine Rechnung ohne die „City of London” gemacht

Kenner der Materie wissen was dies bedeutet. Die City of London ist ein Staat im Staate in England oder besser gesagt die eigentliche Macht nicht nur in England sondern im Commonwealth. Der Geldadel, der ursächlich die Welt regiert, im Internet kann man unter diesem Stichwort gut fündig werden. Hier wird es von höchstem Interesse sein, zwar nicht dem Euro anzugehören, wohl aber der Europäischen Union. Dies aus einem ganz banalen Grund. Man kann nicht wirklich gegen den Euro spekulieren, wenn man selber Teil davon ist, dann geht die Rechnung nicht auf.

Um aber weiterhin entsprechenden Einfluss auf Entscheidungen in Europa ausüben zu können, ist es an dieser Stelle notwendig das politische System beeinflussen zu können. Dafür wiederum muss man Mitglied in diesem Verein sein, sonst steht man außen vor. Genau aus besagten Gründen wird man dem englischen Volk nicht wirklich eine Wahl lassen. Es ist nur im Moment politisch listig-opportun ihm einmal mehr diese Mohrrübe hinzuhalten, allein um es ruhig zu stellen. Das werden übrigens beide politischen Lager in England wissen, nur hat Cameron dieses Gemüse wohl jetzt für sich in Anspruch genommen.

Darüber hinaus darf er darauf spekulieren, dass sich das ganze Thema Europäische Union bis 2015 auch so schon gänzlich von alleine erledigt haben könnte. Nämlich genau in dem Fall, wenn das EU Konstrukt aufgrund des implodierenden Euro ohnehin in sich zusammenfällt. Dieses Schicksal ist nicht abwegig, denn das Geldsystem muss, gemäß mathematischer Gesetzmäßigkeit, alsbald wieder in sich zusammenkrachen. Dies ist den Experten auch keine Neuigkeit, denn exponentielles Wachstum der Geldmengen funktioniert einfach nicht auf Dauer und es kommt periodisch zu diesen Ausfallerscheinungen.

So betrügt David Cameron sein eigenes Volk, Abstimmung über EU-Verbleib erst 2015
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