Tod eines Hartz IV Beziehers im Amt
Berlin: Tot aufgefunden wurde gestern ein Hartz IV Bezieher in einem Berliner Arbeitsamt. Aufgrund der Brisanz soll hier auf die genaue Ortsangabe verzichtet werden, um mögliche Ausschreitungen in dem Stadtteil zu unterbinden. Ein Todesfall im Amt ist ja eigentlich nichts Weltbewegendes und eher alltäglich wenn dort mal wieder einer der Wartenden oder des Betreuungspersonals aus den Latschen kippt. Nur in diesem Fall scheint so einiges schiefgegangen zu sein. Es dauerte immerhin gut 6 Wochen bevor man die Leiche im öffentlichen Warteraum des Amtes bemerkte und dies auch nur rein zufällig, weil es den vielen täglichen Besuchern dort mächtig stank, die Beschwerden darüber seit 3 Wochen nicht mehr abreißen wollten und täglich an Intensität zunahmen. Lieber wartete die Kundschaft frierend auf der Straße als den verpesteten Warteraum zu benutzen, so elend war es. Aufgrund der Aktenlage ließ sich jetzt auch der Besuch des betroffenen Hartz IV Beziehers auf die Stunde genau vor 6 Wochen rekonstruieren und somit der Todeszeitpunkt ziemlich genau bestimmen. Die Sachbearbeiterin machte sich damals dazu noch einen Vermerk: „Erstmals nicht zum Termin erschienen“ … und erließ noch am gleichen Tag die erste Mahnung und die Androhung einer Sperrung per Post.
Noch gleichen Tags begann dann der besagte Hartz IV Bezieher, recht leblos aber sehr zielstrebig, sich der Faulheit in der Amtsstube hinzugeben. Und hätte nicht ein pfiffiger Azubi noch am Nachmittag desselben Tages einen herzzerreißenden Scherz verkündet als er sagte, er habe eine vollständig angezogene Schaufensterpuppe zur allgemeinen Erheiterung der Wartenden im Warteraum positioniert, um den täglichen Besuchern das Warten zu versüßen, wäre möglicherweise jemand früher darauf gekommen dass dort etwas faul ist. Aber so konnte die gemeinhin als Schaufensterpuppe deklarierte Leiche gut und gerne 6 Wochen im Amt überdauern ohne das jemand Böses ahnte. Und wäre da nicht am Ende dieser elende Gestank gewesen dann hätte auch einer Mumifizierung des Hartzies an selbiger Stelle nichts im Wege gestanden.
Letztlich zeigte sich die gesamte Belegschaft des Amtes nach Klärung und Abarbeitung des Falles aber hoch erfreut, dass es den Besuchern jetzt nicht mehr so sehr stinken würde wenn sie den Vorladungen folgten. Die erste Amtshandlung am folgenden Tag war die Rückbuchung der nach dem Todeszeitpunkt noch überwiesenen Gelder an den im Amt verstorbenen Hilfsbedürftigen und die zweite Amtshandlung war die vorsorgliche Durchsuchung des Büros einer Kollegin, die seit mehr als 3 Monaten krank und unerreichbar war, ob diese nicht möglicherweise tot über den Akten hinge. Eine Befürchtung die sich gottlob nicht bewahrheitete und sie meldete sich nach Zusendung einer SMS telefonisch in ihrer Dienststelle um von ihren aktuellen Leiden zu berichten. Dass dabei die im Display erscheinende Telefonnummer mit der Länderkennung Spaniens begann fand der Dienststellenleiter weniger aufregend als das Spektakel des Vortages.
Sie können nicht glauben dass dies so in einer öffentlichen Einrichtung passiert ist? Ich auch nicht! Aber vorstellen kann ich es mir bild- und lebhaft und deshalb kann ich es auch so an dieser Stelle schreiben, zumal die erfundene Geschichte sicherlich ein farbenfrohes Schlaglicht auf einige Arbeitsämter bezüglich der gelebten Wertschätzung mit Blick auf die Kundschaft wirft und dies offenbar nicht nur in einer frostigen Jahreszeit. Neben dem Jahrtausendwinter könnte es sich dabei auch um die neue menschliche Eiszeit handeln, der wir uns aktuell gegenüber sehen. Und die Anzahl der Frosttoten aus der Saison 2010/2011 wird uns dies sicher eindrucksvoll bestätigen.











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Also das war selbst mir etwas zu makaber. Wo ist eigendlich das Leichenwasser hingeflossen?