Death Valley: Derzeit kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, was in dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten so alles geht. Sicher ist so etwas im Mainstream nicht einmal eine Randnotiz wert, geht ja nur um ein paar Milliarden Dollar Beschaffung. Wer Lust hat die Meldungen in den USA zu studieren: erste Quelle – Rightsidenews mit weiteren interessanten Details und zweite Quelle – Businessinsider. Aber der Gegenstand dieser erwähnten Beschaffung lohnt einen vertieften Blick. Warum das? Erstens gilt es zu betrachten wer diese Munition gekauft hat. Näheres dazu führen wir unten bei der Verwendung noch etwas genauer aus. Zweitens reden wir über 450 Million Schuss besonderer Munition, in Worten: Vierhundertfünfzigmillionen, die dafür gepriesen wird dass sie eine enorme Mann-stoppende Wirkung hat (übersetzt: extrem tödlich) und damit alles andere als normale Munition ist. Im Fachjargon auch Hohlspitzgeschoss genannt (englisch: Hollow Point Bullets). Warum zum Teufel braucht man derartige Mengen von dem Zeugs und warum tun es hier die herkömmlichen Vollmantelgeschosse nicht mehr. Die weiteren 200 Millionen normalen Geschosse aus dieser Bestellung, gemäß erster Quelle wollen wir gar nicht weiter vertiefen.

Die Besonderheiten dieser Munition

Versuchen wir es mal auf Deutsch. Vollmantelgeschosse sausen in den Körper rein und je nach Durchschlagskraft bleiben sie entweder einfach stecken oder fliegen durch das getroffene Objekt hindurch. Die Vorläufer der hier in Rede stehenden Spezialmunition nannte man auch Dumm-Dumm Geschosse. Die waren ziemlich pervers und wurden deshalb auch verboten. Die flogen vorne in einen Körper hinein und nahmen dann gleich die ganze rückwärtige Seite des getroffenen Körpers mit. Das hat dann immer eine Riesensauerei gemacht die keiner mehr aufwischen wollte.

Pfiffige Erfinder haben dann diese besagte Spezialmunition entwickelt, die macht nicht so eine Sauerei, die fliegt in den Körper rein, pilzt dort schön artig auf, zerreißt dabei alle umliegenden Innereien, aber Geschoß nebst der fein zerschossenen Innereien bleiben an Ort und Stelle. So kann der Getroffene ebenso schnell an den innerlichen Verletzungen verrecken, macht aber eben nicht mehr diese schlimme Sauerei und es gibt am Ende auch mehr von dem Menschen zu beerdigen weil die zerfetzten Innereien drinnen bleiben und eben nicht auf der gegenüberliegenden Seite unkontrolliert entfleuchen.

Das nennen wir dann bei gleicher Tödlichkeit, im Vergleich zu den Dumm-Dumm Geschossen, „human“ und können deshalb auch solche Munition grundsätzlich erlauben. Jäger verwenden die auch gerne für den schnellen Tod ihrer Beute. Der Hersteller ATK preist seine wunderliche Munition mit den Worten „optimum penetration for terminal performance“, dem kann man nichts mehr hinzufügen. Wir sehen einmal mehr wie sich Fortschritt bezahlt macht, allein um unappetitliche Situationen zu vermeiden. Hierzu gibt es dann noch ein Forschungsspezialgebiet, nennt sich „Wundballistik“ und wir haben die Ehre hier eine Originalpassage aus der Wikipedia präsentieren zu können.

Wundballistik – Erwünschte Wirkungen

Im Bereich des Militärs gilt: Die Schussverletzungen sollen so schwer sein, dass die getroffene Person nicht mehr in der Lage ist, weiterzukämpfen beziehungsweise ihren Auftrag zu erfüllen. Hierbei spricht man im Allgemeinen von Kampfunfähigkeit. Dabei kann es von Vorteil sein, dass der Gegner “nur” schwer verletzt statt getötet wird, weil dann weitere Soldaten mit dessen sanitätsdienstlicher Versorgung gebunden sind und nicht mehr unmittelbar am Kampfgeschehen teilnehmen können.

Im Bereich der Jagd gilt: Die entstehenden Schussverletzungen sollen das Tier möglichst auf der Stelle töten und bewegungsunfähig machen (Blattschuss), um einerseits dem Tier unnötige Qualen zu ersparen und andererseits zu verhindern, dass das getroffene Tier noch flüchten kann. Des Weiteren sollte ein sicherer Ausschuss gewährleistet sein, um ein geflüchtetes Tier anhand seiner Schweißfährte schnell wiederzufinden. Dennoch sollte das Geschoss so wenig wie möglich Schaden am Gewebe verursachen, um den Wert des Felles und des Fleisches nicht zu mindern. Quelle: Originaltext Auszug aus Wikipedia • Wundballistik

Schlussfolterung und Anmerkung des Autors die jetzt nicht ausbleiben kann: Menschen muss man also mittels Schussverletzungen foltern, quälen und/oder „nur“ schwer verletzen, weil dies zweckdienlicher ist als ein Blattschuss und man größeren strukturellen Schaden damit anrichten kann. Man beachte: hier geht es nicht um Menschenleben sondern um höhere Ideale, das macht doch den Krieg und jedweden Schusswaffengebrauch gegen Menschen gleich wieder viel sympathischer, nicht wahr. Und wenn dann tatsächlich Menschen im Krieg getötet werden dann ist dies offenbar der bedauerliche Fehlschlag der besagten Strategie, weil Krüppel einfach hilfreicher und erwünschter gewesen wären als „Blattgeschossene“. Humanes Töten hingegen ist nur fürs Vieh unverzichtbar damit dieses nicht leidet und viel wichtiger noch, es keinerlei Werteinbußen an der „Sache“ verursacht. Ausdrücklichen Dank für diese überaus zielführende und sachliche Lehrmeinung an die Wikipedianer.

Betrachtungen zur möglichen Verwendung dieser Massen an Munition

Zur Vertiefung der Gedankengänge rechts noch einmal ein aufgepilztes Geschoss dieser Art in Großaufnahme und Idealform. Ist es nicht ein Herz-zerreißendes Bild, sofern richtig getroffen? Das ganze ist so absurd, dass es dafür wenigstens ebenso absurde Erklärungen geben muss. Die Homeland Security ist keine kämpfende Truppe im eigentlichen Sinne, kann aber im Falle von Notständen, Angriffen auf die USA oder auch bei Aufständen zu jeglichem bewaffneten Einsatz herangezogen werden. Sie unterscheidet sich vom Militär insoweit deutlich, als dass ihr Einsatzgebiet auf US-Territorium begrenzt ist. Nebenher hat diese Truppe noch die Grenzen zu sichern. Um ein wenig mit der Statistik zu beginnen, die genannte Anzahl dieser Spezialmunition macht also 1,5 Schuss pro Amerikaner aus, von Säugling bis zum Greis, wohlwissend dass bereits ein Schuss für „terminal performance“ ausreicht. Gut, da sich die Amerikaner ja nicht vollständig selber ausradieren wollen, muss ja die Verwendung doch eine andere sein.

Haben sie bei der bisherigen Lektüre gut aufgepasst? Das Militär selbst verwendet überwiegend Vollmantelgeschosse, genau wegen der erwähnten Ideale, um eben nicht zu töten sondern schwer zu verletzen. Hier geht es nur noch um tödliche Munition! Zielsicher, schnell, effektiv töten, ein Schuss … Blattschuss … aus. Und wenn sie sich dann noch die erste zitierte Quelle ansehen, dann gibt es dort noch Trainigssoftware die das Schießen auf passive Ziele vermitteln soll, die ebenso geordert wurde. Klingeling? Passive Ziele und tödliche Munition? Dazu passt eigentlich nur ein Begriff: Erschießungskommando, aber wahrscheinlich hat der Autor jetzt gerade finsterste Wahnvorstellungen bei diesem Thema entwickelt, bestimmt sollen damit nur ballistische Eigenschaften von Wattebällchen erkundet werden. Aber gut, was kann da jetzt passieren und welche Optionen für die Verwendung dieser Geschosse sollten wir mal überdenken?

  • Alien sind im Anmarsch, vermutlich zu Abermillionen – dies ist wohl die plausibelste Möglichkeit, denn selbst die Geheimdienste können kaum abschätzen welche Massen an Alien Amerika befallen könnten, da lohnt es natürlich auf Nummer Sicher zu gehen, sofern man unterstellt dass die mit dieser Munition auch tatsächlich zur Strecke zu bringen sind, auch für den Fall dass die in friedlicher Absicht kommen. Hier gilt das nationale Motto: Erst schießen dann fragen. Und ja, wir kennen diese tückische Bedrohungslage aus jedem anständigen SiFi-Film.
  • Grenzsicherung gen Süden – gut wir kennen diese Probleme ja auch, uns nimmt allerdings das Mittelmeer einen Großteil dieser Abwehr-Arbeit ab. Diesen Vorteil haben die Amerikaner an ihrer Südflanke nicht. Das könnte also durch vermehrte Munitionsansammlung kompensiert werden. Vielleicht wissen die Geheimdienste schon mehr, wir haben keine aktuellen Erkenntnisse hinsichtlich einer Erstürmung der USA von Südamerika aus.
  • China will Amerika mit Gewalt übernehmen – dies ist ein kalkulierbareres Risiko, wissen wir doch in etwas wie viele Chinesen es gibt und unterstellen, dass die nie mehr als rund ein Drittel ihrer Bevölkerung als Botschafter nach Amerika entsenden würden, dann könnte die Rechnung in etwa aufgehen. Aber auch hierfür gibt es aktuell keinerlei verwertbare Hinweise, dass irgendwer solche Absichten hegt. Größere anreisende Massen der bösen Art könnte man aber schon im Vorfeld im Pazifik versenken und sich so die teure Munition sparen.
  • Ballerspiele und Übungsschießen – dafür spricht natürlich der ausgeprägte Hang der Amerikaner zu Ballermännern. Aber dazu bräuchte man doch nicht so teure, extra totmachende Spezialmunition, dass wäre auch erheblich preisgünstiger zu haben. Geht es doch beim Ballern und Übungsschießen nur um die Schulung der Treffsicherheit und nicht darum den Sandkasten gekonnt aufzumischen. Wie dem auch sei, hier bleiben Zweifel.
  • Bürgerkrieg und Aufstandsbekämpfung – hier schrillen dann so ziemlich alle Alarmglocken. Über die Jahre verschärfte Notstandsgesetzgebung, NDAA, FEMA-Camps, wachsende Unruhe in der Bevölkerung, gepaart mit zunehmender Verelendung der Massen … das riecht nach Tod und Teufel. Die bald anstehende Umklassifizierung der Occupy-Bewegung in Terroristen und Staatsfeinde lässt jetzt schon Ziele erkennen. Und wie könnte man einen randalierenden Mob besser zur endgültigen Ruhe betten als eben mit einem Blattschuss, schließlich ist das kein Krieg. Das Durchsieben der Personen ist da eher unzweckmäßig. Gut rechnen wir mal nach. Es ist dennoch in den USA üblich auf einen Probanden immer ein volles Sechser-Magazin zu entleeren, ist einfach Tradition, weil die panischen Schützen meist den Abzug nicht mehr loslassen wenn sie schon mal am Drücker sind. Nach dieser Rechnung reicht es dann für rund 75 Millionen Gesetzesbrecher und Bösewichte, also ein Viertel der US-Bevölkerung. Bei etwas sparsameren Umgang mit der Munition könnte im Falle eines reinen Bürgerkrieges die eine Hälfte auch die andere umbringen, sofern man sich an eine gleichwertige Mannschaftsaufstellung hält und zwei Mannschaften zu je 150 Millionen bildet.

Nun wissen wir zwar immer noch nicht wofür diese Munition tatsächlich gedacht ist, außer um damit gezielt zu töten, denn aus Spaß wird sich die niemand auf Halde legen. Nur gut dass man es auf diese Anzahl begrenzt hat, denn gerade beim letzteren Szenario (in Verbindung mit einigen Fehlschüssen), ist dann wenigstens noch sichergestellt dass ein paar Amerikaner überleben werden. Und vermutlich geht es auch nur um diese Wenigen, was natürlich jetzt absolute Spekulation ist. Trotzdem darf man den Amerikanern aufgrund einer solch gewaltigen Order des Zivilschutzes ein gehöriges Maß an Angst, Wahnsinn und/oder Paranoia bescheinigen, sofern nicht ein anderer böser Plan dahintersteckt, für den bislang noch niemand eine plausible Verschwörungstheorie entwickelt hat. Allein diese Abermilliarden Dollar Munitionsbeschaffung im Sandkasten versenken zu wollen ist nicht glaubwürdig.

450 Mio. Spezial-Totmacher für US Homeland Security
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