Eilige Drei Könige in Klausur – Ergebnis: Ein neues Volk

Unterallersau: Kaum Erwähnung fand ein neuerliches „Kipfel-Treffen“ unserer All-Mächtigen zu Berlin. Der Hintergrund ist erschreckend und die Konsequenzen kaum fassbar. Die drei Akteure in dieser geheimen Kommandosache waren keine geringeren als Christian Wulff, Angela Merkel und Philipp Rösler, also die wichtigsten Schießbudenfiguren der deutschen „Prollitik“. Eindeutige wie vorhersehbare Problemstellung des konspirativen Treffens im entlegenen bayerischen Unterallersau: „Das Volk hat uns nicht mehr lieb“, die Umfragewerte sind selten grottig und über die Schuldigen kann nur spekuliert werden. Der Presse wird eindeutig eine Mitschuld an dem Debakel eingeräumt. Selbst präsidiale Reglementierungsversuche dazu seinen bis dato ohne Erfolg geblieben. Dies deute auf eine entsetzliche Schieflage und und ein nahezu unbeherrschbares Jahr 2012 hin, wobei es doch kaum erst begonnen habe. Welche Optionen lagen auf dem Tisch und mit welchen Konsequenzen müssen wir rechnen?

Dem Vernehmen nach machte der Wulff, als erster Mann im Staate, den Auftakt bei dem eiligen Gejammer, der sternsingend wehklagte von der Presse auch der letzten Stütze des deutschen Volkes beraubt worden zu sein. Der Auftritt des schwer angeschossenen Wulffs in der Runde muss markerschütternd gewesen sein. Darauf lässt zumindest seine Forderung schließen. Nach seiner Ansicht schreie derlei Fehlverhalten und Frevel der Presse förmlich nach rigiden Maßnahmen. In seiner echten „Leidenschaft“, begründet aus den amtlichen Leiden die zu erleiden er sich verpflichtete, plädierte Wulff sodann für eine Erlösung des Volkes und eine uneingeschränkte Pressefreiheit. Er wolle nicht ruhen bevor nicht das geschundene Land völlig frei von jeglicher drückenden Presse sei.

Einen noch erheblich weinerlicheren Ton fand das „Phippchen“, der Protagonist aus dem FDP-Märchen „Ein Rösl(erl)ein ist entsprungen“. Wenn nur noch zwei Prozent der Bevölkerung für die FDP wären, dann sei dies kein Zustand, es müsse dringend was geändert werden. Es könne und dürfe nicht angehen, dass der liberale Gedanke in Deutschland keine Zukunft mehr haben solle. Er werde jetzt alle seine Kräfte darauf verwenden die ultimative Wahlfreiheit zu propagieren und durchzusetzen, solange die FDP noch in der Regierungsverantwortung sei. Dies bedeute, dass Wahlen generell noch vor Ende der aktuellen Legislatur verboten werden müssten und der jetzige Zustand manifestiert sei. Dies sei auch unter den Gesichtspunkten der Sparsamkeit geboten, wir müssen uns einfach die Wahlen sparen, die Wahlfreiheit sei alternativlos und unverzichtbar.

Merkel stimmte nur widerwillig in den Chor ein, denn ihre belanglose Weihnachtsansprache hatte keinen negativen Widerhall gefunden, wurde also so gut wie gar nicht wahrgenommen. Daraus leitete sie ab, dass man den Rest eigentlich mit ein wenig Kohl’schem Sitzfleisch schon plattsitzen könne. Sie verwarf die Ideen der Kollegen, weil derlei Maßnahmen zu auffällig wären. Ihr sei aber aufgefallen, dass die Bürger aktuell stets renitenter würden, was ein ungutes Zeichen sei. Da die Michel dieser Nation aber kaum irgendwo Fürsprecher hätten, wäre es die einfachste und geschickteste Sache sich über Nacht ein neues Volk zu erwählen. Diese Anregung habe sie großen Brecht’schen Traktaten entnehmen können und halte diese Vorgehensweise demgemäß für angemessen und lehrbuchkonform, solange sich das Volk nicht konstruktiv in ihrem Sinne an der Regentschaft durch eisernes Maulhalten beteilige bliebe einfach keine andere Wahl. Es bedürfe keines Volkes welches immer nur mürrisch oder gar widerspenstig auf dringend gebotene Veränderungen reagiere. Dies sei eindeutig ein Zeichen des Undanks und gehöre sich nicht für gut Untertanen.

Wie immer in solch kleinen Runden kommt man schnell zu einer einheitlichen Meinung. So endete denn auch dieses Treffen mit einem freundschaftlichen und von Merkel geprägten Abschiedsgruß, den wir natürlich im Wortlaut wiedergeben wollen: „Basta“. Das Ergebnis der Klausur war demnach unzweideutig und die „Eiligen Drei Könige“ wollten sofort ausziehen um ein Volk ausfindig zu machen welches ihre Heilsbotschaft zu akzeptieren im Stande sei, den hellen Stern ihrer guten Politik erkenne und fügsam ist. Die etwas schwierigere Aufgabe, das nicht austauschbare Staatsgebiet von dem alten und überflüssigen Volk zu säubern, hat man sich fürs nächste Treffen schon auf die Agenda geschrieben. Dies sollte aber mit der Schwarz-Gelben Mehrheit und einem freundlichen Grüßaugust als Unterzeichner der nötigen Gesetze in Bellevue kein großartiges Problem darstellen. Damit dürfte 2012 für eben diese „Drei Eiligen“ gerade noch mal gerettet sein.

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