Mord Afrika: Ist das alles peinlich. Hatte sich doch der gute und redliche Westen darauf eingestellt Nordafrika und den gesamten arabischen Raum via Wahl der Banane, mit demokratischen Früchten ins globale Lager der Gutmenschen zu überführen, reiht sich jetzt eine Pleite an die Nächste. Scheitert jetzt die Revolution an der Nacktheit? In Ägypten geht nun die Studentin Alia Magda al-Mahdi hin, schafft nackte Tatsachen und droht damit den Frühling zum heißen Sommer eskalieren zu lassen (siehe Bildbeweis, aus Persönlichkeitsschutzgründen haben wir alles für Ägypten nicht-revolutionäre ein wenig unkenntlich gemacht. Die BILD hat im Gegensatz dazu die revolutionären Elemente unkenntlich gemacht). Immerhin ist der Akt noch so heiß, dass die Revolution, der arabische Frühling daran verdorren könnte. Hätte zwar nicht für den Playboy gereicht, aber durchaus für schrillen Aufruhr der Sittenwächter im eigenen und soeben vom Diktator liberierten Land. Entsprechende Reaktionen bis hin zu einer Anzeige dieser vermeintlichen Unmoral sind die Folge. Der freigiebigen Dame drohen jetzt narbenträchtige Verschönerungen ihres Äußeren durch die Peitsche, dies im Sinne der Scharia zur Heilung ihres Geistes.

Wo lag der Fehler? Die derzeit in amerikanischer Ausbildung befindliche und sehr zaghaft gezündete Kairoer Sexbombe war hoffnungslos unterdimensioniert. Die Sprengkraft reichte nicht aus alle Moralapostel und Sittenwächter auf einen Streich vor Schreck erigieren zu lassen. Offenbar haben die Planer das Szenario völlig verkannt und die zweite, weit gefährlichere Option, aus zu großer Vorsicht unterlassen. Eine Mega-Sexbombe vom Kaliber einer Marilyn Monroe oder Brigitte Bardot hätte möglicherweise gleich alles bis nach Saudi-Arabien platt gemacht. Dies aber offensichtlich nicht im Sinne der Amerikaner. Nun aber sei die Wirkung des Überraschungsangriffs hoffnungslos verpufft und man müsse sich wohl doch beschämt zurückziehen, mit all den negativen Folgen die sich derzeit abzeichnen.

Diesen Reizen nicht schlagartig erlegen, kommen nun auch noch die Menschen scharenweise dahergelaufen und schreien vermehrt nach Allah, wollen wieder die Scharia und Gott mehr in ihrer Mitte sehen. Dabei hatte der Westen schon längst den rechten Gott Mammon auch für diese Länder parat, nur jetzt fehlt es am nötigen Glaubensbekenntnis … was für eine Schmach. Auch in den Nachbarländern läuft es nicht besser. Unter dem Einsatz größer westlicher Gewalt wurde Libyen von allen Gaddafis gesäubert und wie dankt es das Land dem Westen? Ebenfalls mit dem Ruf nach der Scharia. In Tunesien und Algerien sind die Tendenzen nicht klarer, aber auch dort droht eine Hinwendung zu einer nicht vom Westen gesponserten Gottheit.

Grund und Alarm genug für die UN den „Arabischen Frühling“ nunmehr für beendet zu erklären und schnellstens vergessen zu machen. Jetzt sucht man schon wieder händeringend nach geeigneten Despoten die man installieren könnte, um dort doch lieber zu der guten alten Ordnung zurückzukehren. Das Experiment Demokratie nach westlichem Strickmuster in der arabischen Welt scheint damit schlicht gescheitert zu sein. Offenbar sind die Menschen dort noch nicht reif für die Segnungen des/der „Guten“, für die Weltpolizei und materialistischen Schockwellenreiter. Die Waffenlieferung in diese Regionen brauchen aber sichere Hände. Da kann man es nicht riskieren dass religiöse Fanatiker diese womöglich zum Sturm auf die westlichen Bastionen missbrauchen. Angeblich nimmt der UNSicherheitsrat schon wieder klammheimlich Bewerbungen von Diktatoren entgegen, die sich bereit erklären weiterhin mit harter Hand die besagte alte Ordnung wieder herzustellen. In keinem Falle will man dort weiter teures Wasser auf die Gewächse des arabischen Frühlings gießen. Die sich daraus ergebenden Wucherungen passen so gar nicht zu den Vorstellungen der einstigen Förderer dieses Keimwettbewerbs.

UN erwägt arabischen Frühling für gescheitert zu erklären
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