Hier ein Osama Double bei der Arbeit…<br /><small>Quelle: https://secure.wikimedia.org/wikipedia/commons/wiki/File:Carnaval_Tarazona2.JPG</small>

ArmeErika: Das war zuviel und auch zu peinlich. Gut 10 Jahre lang mussten die Geheimdienste Osama bin Laden künstlich am Leben halten – wenigstens virtuell – damit der Krieg gegen den Terror keinen Schaden litt. Inzwischen ist dieser Krieg soweit fortgeschritten und hat sich durch Nachahmer und Trittbrettfahrer schon ein klein wenig verselbständigt, dass man das teure und anfällige Gespinst von Osama nun endlich sterben lassen konnte. Da Obama ja nach Auskunft anderer Stellen bereits vor rund zehn Jahren das Zeitliche gesegnet hat – damals allerdings ohne Genehmigung der USA, die ihn noch für die Kriegspropaganda benötigten – musste man nun irgendwie aus Gründen der Glaubwürdigkeit und der erforderlichen Einsparungen im amerikanischen Haushalt dieses Schauspiel endgültig, dramatisch und unerwartet zu einem Abschluss bringen … wie eine Soap die abgesetzt wird. Unklar bleibt zur Stunde, ob man also nur Osama’s Leiche getötet hat (und wo sie solange überdauern konnte), oder ob man extra ein Double gekillt hat, damit es etwas authentischer wirkt. Damit kann nun endlich diese Abteilung des Geheimdienstes geschlossen werden, die bislang mit der Produktion der Osama’schen Lebenszeichen vollauf beschäftigt war. Unser Mitgefühl gilt nunmehr dem zwangsweise durch ein amerikanisches Sonderkommando abgelebten Double des Osama, sofern es überhaupt eine frische Leiche gegeben hat. Damit etwaige Kritiker und helle Köpfe weniger Angriffspunkte wegen der fortgesetzten Ungereimtheiten rund um den hausgemachten Terror der Geheimdienste haben, musste alles recht schnell gehen und natürlich wie schon 9/11 selbst, auch ohne eine zünftige Beweissicherung, die allenthalben weitere Analytiker auf den Plan gerufen hätte, zumal es weder einen Haftbefehl, noch eine Anklage gegen Osama gab. Somit konnte man nur im Wege des UN-Rechts diesen Akt der Gerechtigkeit vollziehen. Klar war aber zu jeder Zeit: „Er ist schuld“.

Erstaunlich schnell musste dann auch die Beisetzung auf hoher See vonstatten gehen, ganz ohne Zeugen und geladene Gäste und offenbar auch mit einer noch nicht erkalteten Leiche. Einzig ein paar fleischliche Reste sollen für Gentests sichergestellt worden sein. Bestimmt wäre sein Freund und Weggefährte – George W. Bush – auch gerne zu seiner letzten Ehrung angereist, aber eine islamische Bestattung duldet nun mal keinen Aufschub … was für eine Erleichterung für die Geheimdienstler. Stattdessen nahmen nur einige ausgewählte aber nicht namentlich genannte Stellvertreter der Gründerväter von Al Qaida an der Zeremonie teil, ausnahmslos Leute aus den amerikanischen Geheimdiensten die diese Vereinigung damals zur Bekämpfung der russischen Besatzer in Afghanistan gegründet hatten und Osama den Vorsitz überließen. Bedauerlicherweise zogen die Russen dann aus eigenem Entschluss aus Afghanistan ab und diese bestens organisierte Einheit brauchte nunmehr ein neues Betätigungsfeld. Und mit gut organisiertem Terror ließen sich so in der Folge die Bürgerrechte weltweit drastisch einschränken und man kommt damit einer terrorgestützten „Eine Welt Regierung“ unaufhaltsam näher. Soll also niemand behaupten Al Qaida hätte nicht großartige Verdienste vorzuweisen.

Gleichsam dürfte es jetzt mit dem offiziellen Tod des Osama ein gerichtliches Nachspiel in den USA geben. Die Familie des zwangsweise Abgelebten konnte bislang keine Ansprüche stellen, da sie ja bisher von seinem natürlichen Tod vor gut 10 Jahren ausgehen musste. Nachdem nun allerdings die amerikanische Regierung endlich seinen Tod auf ein eigenes Mordkommando zurückführt und sich mit diesem Kopfschuss brüstet, dies darüber hinaus ohne Rechtsgrund, dürfte wohl alsbald bald eine Klage wegen Schadenersatz dort anhängig werden und die Erleichterung bei den Hinterbliebenen groß sein. Die Schar seiner Kinder und Enkel ist groß und der Dank nach einer üppigen Entschädigung für diese rechtswidrige Mords-Aktion dann sicherlich noch um ein vielfaches größer. Es sei denn die USA bleiben dem UN-Recht treu, dann gibt’s nix für die Kids.

Insgeheim setzen aber die Verantwortlichen darauf den erlahmten Terror durch diese spektakuläre Aktion wieder ein wenig zu beflügeln. Die vermeintlichen Terroristen waren in der letzten Zeit nicht mehr agil genug um den Krieg gegen den Terror in der bisherigen Dimension weiter zu rechtfertigen. Auch das Publikum war der blanken Bedrohungen müde, man will Taten in der Glotze sehen. Man hofft also durch diese Ram-Botschaft einige Durchgeknallte dahingehend zu motivieren, dass wieder ein paar Bomben aus Rache für dieses Theaterstück hochgehen, damit man den einzig boomenden Wirtschaftszweig der USA nicht sang und klanglos aufgeben muss. Die Mahner und Warner sind heute schon wieder medial am Predigen. Wenn die Rechnung also aufgeht, wird es jetzt einen weiteren Hype in Sachen Terror geben. Andere Betätigungen als die des Weltpolizisten scheinen derzeit für die USA auch nicht in Sicht zu sein, weil sie in fast allen anderen Wirtschaftsbereichen bereits weltweit abgehängt worden sind.

Jetzt müssen wir uns nur noch daran gewöhnen, dass Mord und Totschlag was ganz normales sind, wenigstens dann wenn es demokratische Regierungen mit ihren Todesschwadronen in anderen Ländern ausführen (irgendwann sicherlich auch Daheim). Vor Jahrzehnten hätte man diesen Wertewandel der Demokratien nicht im Geringsten erahnen mögen, aber eine gute Demokratie scheint sich nicht durch ihr Rechtssystem, sondern durch ihre Flexibilität in solchen Kleinigkeiten auszuzeichnen. Asymmetrische Kriegsführung macht es möglich. Dem kleinen Mann, der sich nur mal eben auf diese Weise seiner bösartigen Nachbarschaft entledigen will, wird dieses Privileg auch weiterhin verwehrt bleiben. Es sei denn er kennt einen bei einem Sonderkommando, der dann mal eben seinen terrorverdächtigen Nachbarn liquidieren lässt. Man muss also nur Beziehungen haben und wie zu Blockwarts Zeiten die richtigen Namen auf die Liste befördert bekommen, schon rückt der Tod dramatisch näher. Natürlich alles nur zum Schutz unserer Freiheit, der Demokratie und des Friedens. Letztlich sollten wir nicht vergessen, alleine in Deutschland gibt es knapp 83 Mio. Schläfer, ein Volk welches nahezu alles verpennt und wehe dem es erwacht, dann ist dem Terror kaum noch Herr zu werden. Dies ist die schlimmste Vorstellung unserer Herrschaft und die bereitet ihnen schlaflose Nächte.

Und wenn sie nun dieser Tage zu den anstehenden Dankes-Feierlichkeiten zu Osama’s Tod pilgern, dann vergessen sie jene Transparente nicht, mit denen sie sich auch bei unserer Herrschaft für die verbesserte Sicherheitslage im Lande bedanken, für die intensivierte Überwachung ihres Zahlungsverkehrs, des elektronischen Ausweises, der Nacktscanner, der Vorratsdatenspeicherung, der Internet und Telefonüberwachung und der Vorbeugehaft … und viele kleinere Details zur verbesserten Sicherheit mehr, denn all dieses haben wir natürlich … na sie wissen schon wem zu verdanken.

USA töten Osama bin Laden’s Leiche
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