Sanktionopoly: Amerikanisches Gas für Europa, direkt aus Russland

Sanktionopoly: Amerikanisches Gas für Europa, direkt aus RusslandDenkmalnach: Sanktionen sind ein ganz wichtiges Instrument, um besonders böse Leute oder Nationen nachhaltig zu disziplinieren. Für andere ist es nur ein Spiel. Sehr selten verwenden es böse Leute, um gute Menschen zu malträtieren. Letzteres kann eigentlich gar nicht vorkommen, zumindest dann nicht, wenn der Betrachter der Situation hinreichend genug von der richtigen Seite hirngewaschen ist. In Europa zeigen sich die Deutschen meistens besonders einsichtig, quasi mustergültig und müssen deshalb nicht noch einmal speziell agitiert werden.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass die USA, in totaler Sorge um Europa, versuchen das Pipeline-Projekt Russland Deutschland (Nord Stream 2[Wikipedia]) über die Ostsee zu torpedieren. Die USA sind sich darüber im klaren, dass das russische Gas in Europa verheerende Auswirkungen auf amerikanische Interessen haben kann. Hier gibt es noch mehr dazu zu lesen: Trumps Russland-Bazooka[ZEIT]. Das sehen die Europäer sofort ein und überlegen derzeit fieberhaft, wie sie den USA bei der Durchsetzung der wichtigen Russland-Sanktionen zu Diensten sein können.

Eine etwas kleinere Postille berichtet aktuell darüber, wie russisches Gas zunächst amerikanisiert wird, um dann auf kürzestem Wege, via Tankschiff, direkt aus Russland nach Europa zu gelangen: Americans supply Europe with gas, which they buy in RussiaFort Russ. Aufgrund der gegen Russland verhängten Sanktionen steht langfristig natürlich auch der Gasimport von dort unter US-Kuratel. D.h., besonders die EU muss sich zukünftig bezüglich ihrer Gasversorgung entsprechend Gedanken machen. Schließlich fällt Russland, nach dem Willen der USA, für Europa als Gaslieferant in jeder Hinsicht aus. Auch weiterhin ist es aus US-amerikanischer Sicht extrem wichtig, maximalen Schaden an den Handelsbeziehungen Europas zu Russland zu verursachen. Das stärkt die US-Position ungemein.

Richtig sanktionieren ist die halbe Miete

Aber auch das ist selbstverständlich gar kein Problem, denn für den dreifachen Preis kann man selbstverständlich US-amerikanisches Frackinggas einkaufen. So können zumindest die Sanktionen gegenüber Russland aufrechterhalten werden. Das ist aus Sicht der USA das Wichtigste … weil Putin böse ist und eigene Interessen verfolgt. Eigene Interessen dürfen in der Regel nur die USA oder deren Vasallen mit US-Genehmigung verfolgen. In dem zuvor beschriebenen Fall kauft dann ein amerikanisches Unternehmen, an dem rein zufällig der amerikanische Handelsminister Wilbur Ross mit rund einem Drittel beteiligt ist, das Gas in Russland auf und verschifft es von dort direkt nach Antwerpen. Das ist in jedem Fall erheblich günstiger und sehr viel profitabler, als das Gas tatsächlich erst aus den USA heranzuschaffen.

Sanktionopoly: Amerikanisches Gas für Europa, direkt aus RusslandDamit ist eigentlich allen Parteien schon sehr geholfen. Die Russen können nach wie vor ihr Gas verkaufen und müssen nicht zu arg leiden. Die Europäer halten sich weiterhin strikt an die von den USA verordneten Sanktionen gegen Russland. Und die USA können gemäß dem aktuellen Motto ihres Präsidenten “aMErika First” zuerst einmal monetär tiefgründig partizipieren, damit es ihnen besonders gut geht. So ist der Zweck der Sanktionen in jedem Fall gewährleistet.

Wichtig ist nur, dass sich alle Nationen und Unternehmen an die Russland-Sanktionen halten. Das kann man natürlich von den USA nicht erwarten, weil die etwaige Schäden von ihren Vasallen abwenden müssen und im Zweifel eben auch Profit machen müssen. Wir reden also über die typische WIN WIN WIN Situation. Dass die europäischen KonsumEnten dabei die Verlierer sind, ändert ja nichts an dem geschilderten Erfolg für alle beteiligen Parteien. Was sollten auch Verbraucher mit so irren Sanktionen belastet werden. Das ist doch völlig widersinnig, es reicht wenn sie die Zeche zahlen.

Sanktionopoly: Amerikanisches Gas für Europa, direkt aus Russland
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Die verkommene Wahrheit unserer Zeit ist so relativ und dehnbar wie das Geschrei der Konzern-Massen-Medien daselbst. Erst der schräge Blick durch die Blindenbrille, in stockfinsterer Vollmondnacht, eröffnet darüber hinaus völlig ungeahnte Perspektiven für den Betrachter. Überzeichnung ist dabei nicht zwangsläufig eine Technik der Vertuschung, vielmehr ist es die Provokation gezielter Schmerzen, die stets dazu geeignet sind die trügerische Ruhe zugunsten eigener oder andersartiger Gedanken zu stören. Motto: „Lässt Du noch denken oder denkst Du schon selbst?“

3 Kommentare

  1. Die Ölkrise der 70ger Jahre war für die Amis eine WIN-WIN-WIN-WIN-WIN-WIN Situation.
    Sie machte nicht nur die amerikanischen Ölkonzerne so richtig fett, sondern auch die mit den USA verbündeten Ölscheichs und führte zur Etablierung des Petro-Dollars.
    Ich glaube aber nicht, dass sich dieser geniale Schachzug mit Flüssiggas wiederholen lässt.

  2. LOL! Und das ist auch gut so!

    Nur durch den Umweg über Amerika kann russisches Gas effektiv kontrolliert werden! Ist es vielleicht mit leistungssteigenden Substanzen versetzt? Haben die Russen darin Propaganda-Mythen und Fake News versteckt? Das kann in dunklen Rohren und Pipelines gar nicht kontrolliert werden! Also, ich bin gerne bereit dem amerikanischen Handelsminister einen kleinen Obolus zu zahlen, wenn ich dafür die Gewissheit habe, politisch korrektes Gas nutzen zu können.

    Alles im Niedergang, man
    Markus (https://der-5-minuten-blog.de)

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