Nackich & knackich: Junge Weiber

Grüß Gott schön und herzlich willkommen zu diesem Artikel. Wo sind die nackichen & knackichen Weiber? Die Wahrheit ist, daß es hier keine zu sehen gibt. Wäre es anders, würde ich für den Playboy schreiben. Haben Sie die Seite „Playboy“ aufgerufen? – Na also. Beschweren Sie sich nicht. Ich habe Sie mit der Schlagzeile drangekriegt. Das ist die Wahrheit. Womit ich dann auch beim Thema wäre. Lesen Sie einfach weiter.

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Nackich & knackich: Junge Weiber
„Nackich & knackich: Junge Weiber!“ – Screenshot Facebook

Die Wahrheit

In Deutschland gäbe es sehr viel weniger Probleme, wenn sich alle darüber klar wären, was Wahrheit ist: Ein Synonym für „Realität“. Es gibt genau eine. Ob die jemand erkennt oder nicht, ändert daran gar nichts. Es ist ja auch nicht immer gleich schwierig. In den sozialen Medien habe ich eine hervorragende Grafik gefunden, die das deutsche Kardinalproblem bestens illustriert. Das deutsche Kardinalproblem ist beschrieben im 1. Axiom der Sozialpsychologie.

Es lautet: „Jeder Mensch konstruiert sich seine eigene Realität“. Beim Axiom als solchem handelt es sich um einen Satz, der nicht in der Theorie bewiesen werden soll, sondern beweislos vorausgesetzt wird. Wenn ein Axiom falsch ist und wenn darauf dennoch eine ganze „Wissenschaft“ wie die Sozialpsychologie beruht, dann ist die ganze Fakultät auf Sand gebaut. Natürlich kann man ein Kreuzfahrtschiff in der Sahara bauen und dort auch den Stapellauf machen. Mangels Wasser würde es nur nicht schwimmen. Man hätte es einfach in den Sand gesetzt.

Nackich & knackich: Junge Weiber
„Realitäten“ – Screenshot Facebook

Damit wird den Deutschen und dem „Wertewestler“ allgemein seit mindestens einem halben Jahrhundert das Gehirn gewaschen. Zu sehen sind in der Grafik angeblich drei „Wahrheiten“. Wahr ist freilich, daß es sich um die eine Realität und drei verschiedene Interpretationen oder Wahrnehmungen der einen Realität („eigenkonstruierte Realitäten“) handelt. Die Dinge sind, wie sie sind. Die Frage lautet: „Wie sind sie?“ Der Informationsgehalt von: „Für mich sieht es so aus“, tendiert gegen Null.

Sie wissen hinterher, wie es jemandem vorkommt. Das wollten Sie aber nicht wissen. Sie wollten wissen, wie es ist. Aber zugegeben: Schön demokratisch ist das schon, wenn Sie wissen, wie es den Leuten vorkommt. Das ist sogar dann schön demokratisch, wenn Ihnen vollkommen klar ist, über den Konsum welcher Medien genau sie sich ihre je eigene Realität konstruiert haben – oder besser noch: haben konstruieren lassen – und was demzufolge unter „Meinungsfreiheit“ zu verstehen ist.

Wem dient übrigens der hochwohllöbliche „Kompromiss“? – Der Sache, um die es geht? Oder denjenigen, die sich mit der Sache beschäftigen (müssen)? Im sommerlichen Freibad: Machen wir das Sprungbecken vor dem 10-Meter-Turm ganz voll mit Wasser oder lassen wir es dieses Jahr leer und sperren den Sprungturm? – Kompromiss: Wir machen es halbvoll und öffnen den Zugang zum Sprungturm in der einen Woche nur noch von Montag bis Mittwoch, in der nächsten von Donnerstag bis Sonntag.  Das ist ein Kompromiss. Der wiederum ist, bildlich gesprochen, das Messer im Rücken der einen Realität.

Es gibt allerdings Kompromisse die man schließen kann. „Ich will fahren!“ – „Nein, ich will fahren!“. Kompromiss: „Du fährst hin und ich fahre zurück“. Aber einen grundsätzlich demokratischen Wert hat der Kompromiss nicht. Das ist die eine Wahrheit zum Kompromiss. „Demokraten müssen kompromissbereit sein“, ist ein zivilreligöses Glaubensbekenntnis. Es käme auf die jeweilige Problemstellung an, nicht darauf, ob es Demokraten sind, die sich damit beschäftigen.

Ein schöner Kompromiss, mal ganz nackich

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Schöner Kompromiss: „Victorinox: Das Messer“ – Screenshot Facebook

„Victorinox“ ist der Name des Herstellers einer Berühmtheit, dem Schweizer Offiziersmesser. Dieses Schweizer Offiziersmesser wurde im Lauf der Jahre zum „Multitool“ weiterentwickelt. Von der Nagelfeile über eine kleine Schere, eine Lupe, einen Zahnstocher bis hin zu einer Nähnadel lassen sich jede Menge nützlicher Werkzeuge aus dem Schweizer Offiziersmesser herausklappen. Das ist der eine Sachverhalt. Ein anderer Sachverhalt ist, daß die Messerstechereien im öffentlichen Raum überhand nehmen – und mit ihnen die Existenz von temporären „Waffenverbotszonen“ in den Innenstädten. Was ist also ein schöner Kompromiss? Der Geschäftsführer von „Victorinox“, Carl Eisener, weiß es.

Nun sind Messerstechereien im öffentlichen Raum nicht das einzige Problem, das sich mit einem schönen Kompromiss wenigstens insofern lösen ließe, als daß man ein „Zeichen setzt“. Zeichensetzen ist überhaupt das cleverste. Für denjenigen, der eines setzt, auf jeden Fall. Besser eines setzen, als sich eines setzen zu lassen. Schon befindet sich der Zeichensetzer nämlich am Hofe der Gerechten – und diejenigen, die sich ein Zeichen setzen lassen müssen, in den Niederungen der Läuterungsbedürftigkeit.

Um analog zu den Messerstechereien über das Weglassen der Klingen im Schweizer Offiziersmesser ein „Zeichen des guten Willens“ im „Kampf“ gegen Raserei und Unfalltod zu setzen, könnte man als Kompromissalternative zu Geschwindkeitsbegrenzung und Radarkontrolle die Autos auch ohne Räder ausliefern. Dadurch wäre man mit dem  Automobil mindestens so mobil, wie man mit dem klingenlosen Schweizer Offiziersmesser ein Messer hätte.

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Schöner Kompromiss gegen Raserei und Unfalltod: Keine Räder mehr – Screenshot B.Z.

Endlose Debatten in der Zeit

Mord und Totschlag finden statt während die Zeit vergeht. Parallel dazu erklären Hinz & Kunz, was jeweils „Wahrheit“ sein soll. Dabei erklären sie die ganze Zeit nur, was ihnen gefiele, wenn es denn wahr wäre. Was sie den Adressaten ihrer Rede zumuten, interessiert sie dabei weniger. Die neuesten Unverschämtheiten:

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Wien 1938 / US-Universität 2024 – Screenshot Facebook

Die Behauptung, man könne die Blockade einer Wiener Universität im Jahr 1938 durch SA-Leute, die jüdische Studenten und Professoren am Betreten des Gebäudes hindern wollen, gleichsetzen mit den Protesten an US-Universitäten gegen die israelische Politik im Jahr 2024, weil es in beiden Fällen gegen „die Juden“ ginge, ist nicht nur brunzblöde, sondern auch noch von beispielloser Infamie. Erstens: Die Studenten in den USA protestieren gegen einen Völkermord. Zweitens: Die SA-Männer damals haben einen Völkermord vorbereitet. Großer Unterschied! Drittens: An den Protesten in den USA beteiligen sich viele Juden. Sie protestieren nicht gegen Juden, sondern gegen ultrarechte Hardcore-Zionisten.

Die Infamie an dem Ganzen ist, daß einem hier etwas als Realität angedreht werden soll, das keine ist, und nur, weil sich die Ersteller des oben gezeigten Bildes selbst äußerst unwohl fühlen in ihrer Rolle als Verteidiger und Rechtfertiger eines Völkermordes an Leuten, die sie selbst ohnehin noch nie leiden konnten, den Palästinensern nämlich. Eine Entität namens „die Juden“ reicht ihnen – ausgerechnet! – gerade noch zur Entlastung ihres eigenen schlechten Gewissens – und das wiederum in der unverschämten Annahme, alle anderen seien zu blöde, um zu durchschauen, welche Absicht sie bei der Erstellung des oben gezeigten Memes tatsächlich getrieben hat.

Wenn überhaupt Gleichsetzung, dann die: Die Ersteller des oben gezeigten Memes aus dem Jahr 2024 sind es, die so ticken wie die SA-Leute auf dem Bild von 1938. Die haben sich damals nämlich ebenfalls geweigert, zu differenzieren. Von wegen „die Juden“. Der Gipfel der Infamie ist, daß ausgerechnet Leute, die solche Memes in den sozialen Netzwerken verbreiten, sich auch noch erdreisten, jeden, der ihnen widerspricht, als „Antisemiten“ zu titulieren, um sich selbst auf den „Thron des richtigen Bewußtseins“ zu setzen.  Wie dämlich sie dabei selbst aussehen, ist auf dem nächsten Bild zu betrachten.

Der Thron des richtigen Bewußtseins

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Hoch sitzen in Kopenhagen – Screenshot Facebook

„Kopenhagen stellt öffentliche Sitzbänke auf, die dem prognostizierten Wasserstand des Jahres 2100 gerecht werden.“, heißt es in dieser Meldung. Zwar wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach am Wasserstand nichts dramatisches ändern in den kommenden 76 Jahren, aber abgesehen davon: Die meisten derer, die heute, im Jahr 2024, umständlich auf eine solche Sitzbank klettern, dürften auch im Jahr 2100 gar nicht mehr leben. Und die Alten und Gebrechlichen mit ihren Gehstöcken und den Rollatoren, die heute eine Sitzbank gut gebrauchen könnten, werden sie kaum benutzen können.

Eine gute Bezeichnung für diese Kopenhagener Sitzbänke wäre also zum Beispiel „Thron der eingebildeten Hochmoral“. Oder „Donnerbalken des pessimistischen Gegenwarts-Klugscheißers“, der seinen Pessimismus mit einer pädagogisch wertvollen Tugend verwechselt. An seinem Wesen soll die Welt genesen. Typen, die solche „Sitzbänke“ bauen und aufstellen, sollte man wohl so lange links und rechts maulschellieren, bis ihnen wieder einfällt, daß es klügere Leute als sie selbst gibt. Diese „Sitzbänke“ sind nichts weiter als ein besonders unverschämter Fall von „Zeichensetzen“.

Das ist schon deswegen so, weil selbst dann, wenn der Wasserstand bis zum Jahr 2100 tatsächlich im heute insinuierten Maße gestiegen sein würde, niemand mehr trockenen Fußes die Sitzbank erreichen könnte. Sie stünde vollkommen sinnlos mitten in einem überfluteten Gebiet. Das heißt: Man könnte heute auch eine ganz normale Parkbank aufstellen, anstatt seinen jüngeren Zeitgenossen mit der eigenen, pessimistischen Haltungs- Klugscheißerei den letzten Nerv zu rauben und den älteren eine brauchbare Parkbank, um sich auszuruhen. Wenn Sie übrigens nach einer passenden Titulierung für die beiden Figuren suchen sollten, die hier auf dem „hohen Thron des richtigen Bewußtseins“ abgelichtet sind: Wie wäre es mit „Dressierte Affen“?

Die Schönheit des Kreises

Der geschulte Rhetoriker sagt am Ende seiner Rede gern: „Und hier schließt sich der Kreis“. Seine Zuhörer denken dann: „Ah, wie schön. Der Kreis. Er schließt sich.“ Kurz darauf sind alle „rundum zufrieden“. Hier schließt sich auch der Kreis. Also „Wahrheit“: Genau eine. Kein Plural, keine „Wahrheiten“. Stattdessen: Tausenderlei Darstellungen von Sachverhalten, die entlang der einen Wahrheit entweder wahr sind oder eben nicht. Es ist nicht immer gleich schwierig, herauszufinden, was wahr ist. Bisweilen ist es allerdings unmöglich. Es ist schon bezeichnend für die „wertewestliche“ Epoche, in der wir leben, daß ein wahrer Vierwörtersatz immer seltener zu hören ist: „Ich weiß es nicht.“ Eine „Meinung“ haben trotzdem alle.

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Über Max Erdinger 8 Artikel
Max Erdinger schrieb seit 2016 als freier Autor und Kolumnist täglich für "Journalistenwatch" und "Ansage". Er begreift sich als einen konservativen Freigeist, der sich nicht auf bestimmte "Narrative" festlegen läßt. Wichtig ist nicht, wer etwas sagt, sondern was jemand sagt.

11 Kommentare

  1. Warum so abstrakt, wie wärs mit einem konkreten Beispiel, z.b. die ältere Schimpansen Dame hat offensichtlich vitiligo am Kopf/Mund/Ohr sowie an der brustwartze, übrigens dieses Foto hat seltenheitswert—es gibt unter Google keine vergleichbaren Bilder!? Nun zur Wahrheit, vitiligo wird als autoimmunerkrankungen gehandelt um das Leid der Patienten nicht noch zusätzlich mit einer möglichen ansteckungsgefahr zu vergrößern, dabei gibt es tatsächlich Studien die einen Virus als Ursache für die immunreaktion nicht ausschließen, d.h. das experimentieren mit Viren/Impfungen insbesondere zur Krebsbehandlung wird damit infrage gestellt, denn autoimmunerkrankungen muss man nun wahrlich nicht noch zusätzlich unters Volk bringen oder etwa doch

  2. „In Deutschland gäbe es sehr viel weniger Probleme, wenn sich alle darüber klar wären, was Wahrheit ist: Ein Synonym für „Realität“.“

    Ganz so einfach ist es nicht, wie es in Platons Höhlengleichnis bereits geschildert wird. Auch der Philosoph Nick Bostrom ist sich da nicht ganz so sicher und hält es für möglich, dass wir uns in einer Simulation befinden. Simulacron-3 ist ein Roman von Daniel F. Galouye aus dem Jahr 1964, erstmals verfilmt 1973 mit dem Zweiteiler Welt am Draht.

    Fazit: Nichts ist unmöglich – und was ich nicht weiß, glaube ich auch nicht, zu wissen ->

    https://info-allerlei.de/welt-am-draht.php

      • Richtig: wir kennen nicht alle Fakten auf der Welt.
        Alles werden wir kaum jemals ergründen, aber wir sollten uns um weitere Erkenntnisse bemühen und sie zu unserem Nutzen anzuwenden.

        Was aber zumindest ich ablehne ist, dass uns Wissensverweigerer und vorsätzliche Wissens-Falschanwender (Schulschwänzer, Studienabbrecher, Faulpelze, Kriminelle, Politiker, Propheten, professionelle Lügner, Journalisten …) nur aus Eigennutz erzählen, wie die Welt aus ihrer Sicht funktioniert.

  3. Also, die evolutionsbiologen/biopsychologen haben unser Gehirn/denke schon gut analysiert und viel Materie/biochemie/Physik vorgefunden, deshalb handelt es sich bei der simulation sicherlich um eine fehlwahrnehmungen bzw. wunschvorstellung analog zum Glauben an eine überirdische vaterfigur/Gott

    • Um eine einfache „Verschwörungstheorie“ handelt es sich bei der Simulationshypothese nicht. Hochrangige „Wissenschaftler“ aller Art, sind sich ihrer „Wissenschaft“ nicht (mehr) so ganz sicher und nehmen die Hypothese der Simulation der ernst.

  4. Diese westliche Gesellschaft kann in Anbetracht ihrer Dekadenz und der völligen Abwesenheit von Werten bald einpacken. Und wenn sie nicht endlich die Zeichen der Zeit erkennt, dann hat sie ihren Untergang auch redlich verdient.

  5. Natürlich haben sie auch mich ‚hinter die Fichte‘ gelockt. Welcher Mann kann schon beim Anblick schöner Brüste widerstehen?! Seis´s drum….
    Hätte ich mitbekommen, das es philosophische, nicht bewiesene, Abhandlungen sind, die mir dargebracht werden/ würden, den Artikel hätte ich nicht gelesen.
    Bisher habe ich wenig auf Philosophen gegeben, ausser ein paar verblichene Griechen. Da wurde sogar von Platons Äusserungen ein Synonym weiter bzw. eingeführt (unwirklich(/)irreal).
    So sehe ich die Philosophen ebenfalls – grundsätzlich.
    Es gibt eine der wenigen Ausnahmen, das ist Oswald Spengler. Der hat sich trotz/ mit seiner Philosophie um die Heimat, im Besonderen, bemüht.
    https://staatenlos.info/images/generalloesung/image009.jpg
    Er hat die Lüge damals schon erkannt. Bei ihm hatte die Philosophie noch einen Inhalt. Gruß Karl

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