Babys für die Müllverbrennungsanlage, neues aus dem B‑Reich des menschlichen Mülls

Schöne neue Welt: Offen­bar sind wir noch nicht wirk­lich am Ende der „men­schlichen Fah­nen­stange“ ange­langt, da geht noch was. Die neuste, ger­adezu „bren­nende“ Erken­nt­nis zum The­ma kommt aus dem britis­chen Kön­i­gre­ich, dem ohne­hin seit der Kolo­nialzeit ein recht merk­würdi­ger Umgang mit Men­schen­leben nachge­sagt wird. Rund 15.500 tot­ge­borene Babys, Föten und fötale Über­reste fan­den ihren let­zten Weg in Mül­lver­bren­nungsan­la­gen und kon­nten so dieser zutief­st abgrundtiefen men­schlichen Gesellschaft let­zt­ma­lig ein winzig­stes Maß an Wärme spenden. Herzzer­reißend — nicht wahr?!

Babys für die Müllverbrennungsanlage, neues aus dem B-Reich des menschlichen Mülls Foetus 11 Woche totgeburt abtreibung selektion aussortiert ausschuss menschenmuell embryoNun wis­sen wir, dass auch hierzu­lande die Anzahl von Feuerbestat­tun­gen als Alter­na­tive zur Erdbestat­tung stetig steigt. Die Urnenbestat­tung erfreut sich auch deshalb immer größer­er Beliebtheit, da sie deut­lich kosten- und umweltscho­nen­der ist. Bei den in Großbri­tan­nien ange­sproch­enen Vorgän­gen han­delte es sich allerd­ings nicht um Feuerbestat­tun­gen im eigentlichen Sinne, son­dern schlicht um die pietät­lose „Entsorgung“ der besagten Tot­ge­burten und Föten mit­tels „Mül­lver­bren­nungsan­la­gen“. Mal ehrlich, sieht das da rechts oben nach (Sonder)Müll aus? Die Dekla­ra­tion dieser Körper(chen) als „klin­is­ch­er Abfall“ machte es aber möglich. So kon­nten viele von den „nicht gewe­se­nen Knirpsen“ gar bei kranken­hau­seige­nen, der Wärmeerzeu­gung dienen­den Mül­lver­bren­nungsan­la­gen ihre let­zte Ruhe find­en. Diese tolle neuzeitliche Erfind­ung, zur Ver­w­er­tung auch der let­zten Reste, rang­iert in Großbri­tan­nien unter dem wohlk­lin­gen­den Label: „Waste-to-Ener­gy“. Wir ken­nen es hierzu­lande unter ähn­lich „grü­nen“ Begrif­f­en.

Wer jet­zt noch der vorau­seilen­den guten Hoff­nung erliegt, bei dieser Darstel­lung könne es sich nur wieder um den typ­is­chen, tief­schwarzen britis­chen Humor han­deln, der verken­nt die harte Real­ität. Ver­tiefend­es Zeug­nis boden­los­er men­schlich­er Pietät­losigkeit, Per­ver­sität, fehlen­der Empathie und Respek­t­losigkeit gegenüber den Anfän­gen des men­schlichen Lebens, liefert der englis­che Orig­i­nal­bericht[The Tele­graph], bei verbessert­er sta­tis­tis­ch­er Auswer­tung der Vorkomm­nisse, auf die wir hier verzicht­en.

Inter­es­san­ter ist die Tat­sache, dass der­lei Vorkomm­nisse zwar (noch) skan­dalös sind, aber trotz­dem möglich waren und vielle­icht weit­er­hin möglich sein wer­den. Ist es bei uns eigentlich anders? Unab­hängig von den Ursachen, ob natür­liche Tot­ge­burten oder gewollte Abtrei­bun­gen, offen­bart es das erschreck­ende Maß „un-men­schlich­er“ Abgründe zu denen wir nach­weis­lich immer noch fähig sind. Nach derzeit­igem Stand der Erken­nt­nis wird sich der zu entsor­gende „Prä-Men­sch-Müll­haufen“ sog­ar noch drastisch ver­größern. Durch die genauere Analyse des Erbguts der Unge­bore­nen lässt sich heute recht genau bes­tim­men, ob es sich nach der Geburt um brauch- oder unbrauch­bares „Men­schen­ma­te­r­i­al“ han­deln wird. Ist es unbrauch­bar, oder nicht nach den Vorstel­lun­gen der Erzeuger, kann es fix noch inner­halb der geset­zlich vorge­se­henen Fris­ten gezielt getötet und „art­gerecht“ entsorgt wer­den, auch ohne die aus­drück­liche Zus­tim­mung der Erzeuger.

Die Men­schheit bringt es in jed­er Hin­sicht zu Spitzen­leis­tun­gen und so sollte uns die Wiederkehr der Euthanasie durch die Hin­tertür nicht son­der­lich ver­wun­dern. Genau genom­men ist sie längst wieder präsent. Wozu also jet­zt noch den Schein waren? Müssen wir uns nur noch offiziell zu dem beken­nen, was man ger­ade in Großbri­tan­nien als Skan­dal aufgedeckt hat, sich des „Abfalls Men­sch“ sin­nvoll und preis­gün­stig entledigt hat?

Babys für die Müllverbrennungsanlage, neues aus dem B-Reich des menschlichen Mülls Jiddu_Krishnamurti_indischer_Philosoph_Krishna_Weltlehrer_Zen-Buddhismus_kranke_Gesellschaft_Geisteszustand_qpressEinen wirk­lichen Zielkon­flikt wer­den wir dabei kaum erleben. Wir kom­binieren unsere Ethik- und Moralvorstel­lun­gen ein wenig mit dem mod­ernisierten Ver­ständ­nis zu ein­er neuen, aufgek­lärten Gesellschaft. Wir reden uns ein, dass dies der unweiger­liche Wan­del der Zeit ist. Das neue Welt­bild sozusagen. Stellen dabei die ver­meintliche Selb­st­bes­tim­mung der Men­schen fein säu­ber­lich in den Vorder­grund und proklamieren auf geschick­te Art die neue Frei­heit und Indi­vid­u­al­ität. Dass die Geschmäck­er der Erzeuger in Sachen Nach­wuchs hochgr­a­dig unter­schiedlich sind, ist wed­er eine Neuigkeit noch unnatür­lich. Tra­gen wir darüber hin­aus deren Bequem­lichkeit ein wenig Rech­nung, neb­st dem berechtigten Anspruch der Erzeuger auf unversehrte und makel­lose Kinder, weil doch tech­nisch möglich, sind wir schon fast am Ziel.

Dieses neue Ide­al deckt sich in wun­der­bar­er Weise mit den wirtschaftlichen Inter­essen ein­er zutief­st prof­i­to­ri­en­tierten Gesellschaft, deren ober­ste Maxime der „nutzbare Men­sch“ ist. Die anvisierte großan­gelegte „Nutz­men­schhal­tung“ kaschieren wir gern ein wenig mit den Schlag­worten „Lifestyle“ und „freie Ent­fal­tung“ (bei voller Kon­trolle ver­ste­ht sich, wie im Viehstall mit den RFID-Chips) und schon haben wir die ganzen ange­sagten Ide­ale gekon­nt unter einen Hut gebracht. Das alles ver­schweißen wir sogle­ich zu ein­er ansehn­lichen Sym­biose, die argu­men­ta­tiv durch nichts zu wider­legen ist. Alle Prob­leme scheinen gelöst.

Nur müssen wir jet­zt noch drin­gend ler­nen, uns solch­er Begriffe zu enthal­ten, wie sie im drit­ten Absatz Erwäh­nung fan­den (Achtung, Pietät, Empathie und der­gle­ichen mehr). Dann erst sind wir wahrhaftig in der mod­ern(d)en Gesellschaft angekom­men und kön­nen den tot- bzw. vorge­burtlichen Men­schen­müll weit­er­hin rücksichts‑, bedenken‑, empathie- und scham­los, beson­ders kostengün­stig wie auch ressourcen- und ner­ven­scho­nend „ver­heizen“. So erfüllt auch das „ungelebteste“ Leben noch (s)einen edlen Zweck. Ein wenig entartet zwar, aber wohl begrün­det. Willkom­men in der schö­nen, neuen, glitzern­den Welt der Makel­losigkeit.

Bild­nach­weis: Tot­ge­burt in der 11. Woche | Wiki­me­dia | Autor: Bil­lie Owens | Lizenz: CC-BY-SA 3.0

Babys für die Mül­lver­bren­nungsan­lage, neues aus dem B‑Reich des men­schlichen Mülls
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Über WiKa 2276 Artikel
Die verkommene Wahrheit unserer Zeit ist so relativ und dehnbar wie das Geschrei der Konzern-Massen-Medien daselbst. Erst der schräge Blick durch die Blindenbrille, in stockfinsterer Vollmondnacht, eröffnet darüber hinaus völlig ungeahnte Perspektiven für den Betrachter. Überzeichnung ist dabei nicht zwangsläufig eine Technik der Vertuschung, vielmehr ist es die Provokation gezielter Schmerzen, die stets dazu geeignet sind die trügerische Ruhe zugunsten eigener oder andersartiger Gedanken zu stören. Motto: „Lässt Du denken, oder denkst Du schon?“

4 Kommentare

  1. Tz Tz Tz,

    und ich habe immer gedacht das men­schliche Föten
    kleingemix­ert wer­den und für Cola oder Gesichtscreme
    eine wertvolle Zutat bilden.

    …so kann man sich Irren

  2. Es ist nur das übliche …

    Mark Twain sagte in dieser Rich­tung:
    Der Men­sch ist das einzige Lebe­we­sen das eröten kann, — und das es nötig hat.

    Neben­bei: die Englän­der sind ja ‑aufge­het­zt durch ihre Boule­vard­presse- häu­fig und sehr schnell dabei das Wort “Nazi-Deutsch­land” zu schreien. Es wäre ange­bracht sie in diesem Zusam­men­hang auf ihre eige­nen Euthanasie-Prak­tiken hinzuweisen.

    • @tabascoman

      Nein, es wäre nicht ange­bracht.
      Hier ist es näm­lich nicht viel anders. Und um fast alles aus dem Artikel ste­ht es in Deutsch­land nicht viel bess­er als in Eng­land.

      Neben­bei: das ist ja genau die Masche, die Men­schen aufeinan­der zu het­zen, und die wirk­lichen Prof­i­teure lachen sich eins.
      “Teile und herrsche”

  3. Zu all dem, sub­stan­ti­iert beschriebe­nen Debakel, fällt mir ad hoc nur eine angemessene Reak­tion ein, ent­nom­men aus der poli­tisch kor­rek­ten Sprache — ALTERNATIVLOS. Exakt so würde man es den zerdep­perten Hirn­skästen propagieren um “total­itäre” Zus­tim­mung zu erhal­ten und so gemein­sam am let­zten Ast sägen, dessen Bruch unumkehrbar zur all­ge­meinen Versenkung führt.

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