Euro-Bonds, Wunderwaffe oder Kopfschuss für die 0017er Staaten

EUR-OPA: Liebe Kinder, wir müssen heute mal wieder über ein ganz ernstes Thema reden, nämlich über die Euro-Bonds. Nein nein, das sind nicht die vielen 007-James der europäischen Geheimdienste, hier geht es um das ganz große Geld und noch viel gefährlichere Waffen, die das Zeugs dazu haben ganze „Kontonente“ (ist die Weiterentwicklung der Kontinente durch die Banken) zu ruinieren. Es geht dabei um Monstersummen an Euros die unsere Politiker bewegen um uns ein friedliches Europa bei den Banken zu kaufen. Da werden nun ganz große Geschütze aufgefahren und wir wollen mal ein wenig beleuchten womit und wohin da geschossen werden soll. Natürlich rechnen wir dabei auch wieder ein wenig, weil es das Hirn trainiert und nur Sachen die man richtig berechnen kann wird man am Ende auch verstehen.

Was sind nun Bonds und Euro-Bonds?

Also, bislang war es so, dass jeder Staat von den 0017 Euro Teilnehmern seine Staatsfinanzen selber hoheitlich regelte und auch entsprechende Kredite in Form von Euro-Staatsanleihen aufnahm, sprich Schuldscheine verkaufte. Die nannten sich dann griechische, spanische oder auch deutsche Staatsanleihen. Jetzt sind aber die Schweine (PIGS) durch den europäischen Vorgarten gebrettert und haben am Finanzmarkt eine arge Verwüstung hinterlassen, die dazu führte dass die Banken den PIGS die Gelder nicht mehr so günstig wie bisher überlassen wollten. Bedauerlicherweise sind diese Staaten eh schon so gut wie pleite. Deshalb haben ganz schlaue Köpfe darauf hingewiesen dass es sich diese Länder eigentlich gar nicht leisten können so horrende Zinsen zahlen zu sollen und da war die Not gleich noch viel größer. Nun haben die Banken auch noch ihre Rating Agenturen beauftragt die entsprechenden Länder soweit runter zu raten dass man an diesen potentiellen Leichen erst richtig gut Geld verdienen kann. Das haben die Rate-Agenturen auch weisungsgemäß gemacht und jetzt sind diese Länder völlig im Arsch und müssen besonders hohe Zinsen zahlen weil sie gar kein Geld haben.

Was soll sich zur bisherigen Situation ändern?

Weil es natürlich auch noch solvente Staaten unter den 17 gibt, haben die Banken sich gedacht, wenn die schon eins auf Familie mimen wollen, dann sollen doch die übrigen Familienmitglieder mal in die Tasche fassen und für die PIGS bezahlen. Dann könnte man das Geld für diese Länder wieder billiger hergeben. Anfangs hat man den Banken einfach nur Rettungspakete vor die Füße geworfen damit die das Maul halten, aber die haben immer noch bessere Ideen gehabt wie man an das Geld der Leute herankommt die noch welches haben. Der letzte Schrei ist jetzt folgender: die Familie der 0017er soll gemeinschaftliche Staatsanleihen unter dem Label „Euro-Bonds“ ausgeben. Da haftet dann jeder für jeden und der Bank tut es dann auch nicht mehr so weh wenn mal ein Familienmitglied zwischendurch ohnmächtig wird oder gar verstirbt, weil doch der Rest der Sippe dann die Zeche zahlt. Sprich, von den bisherigen Länder-bezogenen Staatsanleihen will man zu einem einheitlichen Format gelangen welches die EZB verwalten soll und alle Euro Teilnehmer kriegen dann ihre Kontingente über diesen Topf aus Brüssel zugewiesen. Natürlich müssen sie dafür auch ein wenig Haushaltshoheit an die Kommissare abgeben, dieses Prunkstück nennt sich dann Wirtschaftsregierung mit Sitz in Brüssel. Letzteres macht aber nix, weil die nicht gewählt werden müssen und deshalb ganz unabhängig sind. Das hat zwar nichts mehr mit Demokratie zu tun, aber die Banken stört das nicht, es müssen nur zuverlässig und pünktlich die Zinsen abgedrückt werden … solange ist alles gut.

Wo liegen die Vor- und Nachteile, was ist mit den Kosten?

Der größte Vorteil dürfte zunächst darin liegen dass so nahezu alle Banken gerettet werden können, diese keine Zahlungsausfälle mehr befürchten müssen und weil alle Steuerzahler dieser 17 Staaten jetzt gesamtschuldnerisch (jeder für jeden) für die Erfüllung aller Verpflichtungen gegenüber den Banken haften. Als größte soziale Gemeinschaftsaufgabe von gut 500 Millionen Menschen ist dies ein völlig neuartiges Projekt, welches in der Geschichte dieser Erde beispiellos ist. Aber die Banken bedanken sich fein artig – wenn auch etwas nörgelig – weil sie sicher gerne noch etwas mehr verdient hätten für die harte Arbeit die sie Tag ein Tag aus leisten, um die Menschen von ihrem Geld zu befreien.

Jetzt dürfen wir mal wieder rechnen, das ist auch ganz spannend, denn es gibt tatsächlich richtige Gewinner in dieser Geschichte. Nehmen wir mal die vier Problemländer Griechenland, Portugal, Irland, Spanien: Die haben zusammen etwas mehr als 1 Billion Schulden und weil sie so mies sind müssten sie dafür rund 7 Prozent Zins oder mehr zahlen, also rund 75 Milliarden Euro. Die restlichen Staaten haben rund 6 Billionen Schulden, die sie aufgrund ihrer guten Bonität locker für 3 Prozent Zins einkauften, also rund 180 Milliarden Zins pro Jahr dafür zahlen, alle zusammen müssten dann rund 255 Milliarden Zinsen an die Banken abdrücken.

Welche Staaten (Quelle: Wikipedia, Stand 2009)

Schulden
in Mrd.

Zinssatz
in %

Zins in
Mrd. Euro/a

€-Staaten ohne PIGS

5.998,70

3,00

179,96

Portugal, Irland, Griechenland,
Spanien – (PIGS)

1.063,70

7,00

74,46

Summe Zinsen bisher

254,42

Alle 17 €-Staaten
nach Euro-Bonds

7.062,40

5,00

353,12

Jetzt macht die Bank eine feine Mischkalkulation und sagt, wenn ihr alle zusammen, gute wie schlechte Familienmitglieder, jetzt Euro-Bonds haben wollt, dann machen wir euch das für 5 Prozent Zins über alles. Und schwups, jetzt zahlt man für zusammen 7 Billionen Schulden pro Jahr 353 Milliarden an Zinsen. Der Gewinner ist: zunächst natürlich die Banken, die tun sich jetzt für das gleiche Geschäft halt rund 100 Milliarden Euro pro Jahr mehr ins Säckel, weil doch das Risiko ach so groß ist und alle haften. Allein die Verwaltung ist mörderisch, dafür müssen wenigstens 5 Personen zusätzlich eingestellt werden (die 10.000 Entlassungen bei den Banken wegen anderer Vereinfachungen und schlechter Aktienkurse spielen hier jetzt gar keine Rolle). Und die zweiten Gewinner sind: Die PIGS natürlich, weil die die Kohle jetzt billiger kriegen. Ok, weil es unsozial wäre soll man über Verlierer nicht reden, die könnt ihr euch jetzt selbst errechnen, wer da die 100 Milliarden zusätzlich berippeln muss.

Das schönste an diesem Geschäft ist natürlich, wir wollen es nicht unerwähnt lassen: all das Geld was da benötigt wird, schenkt grundsätzlich die EZB den Banken für 0-1,5 Prozent Leitzins, damit die selbiges frisch geschöpftes Geld für die erwähnten 5% an die Staaten verleihen kann. Ihr fragt jetzt nach dem Sinn dieser Aktion? Warum die EZB den Staaten die Kohle nicht direkt zu 0,00 Prozent zur Verfügung stellt, wenn sie das Geld schon frisch erfindet? Das geht nicht, weil die Banken dann keine Zinsen mehr bekämen und die reichen Leute, denen die Banken gehören, daran verarmen könnten. Sicher sind auch ein paar Sparer darunter und andere Anleger, aber Du und ich sind da nicht nennenswert vertreten. So etwas ist im Kapitalismus auch nicht wirklich vorgesehen. Wichtig ist nur, dass ihr für dieses erfundene Geld fleißig arbeitet damit die Geldberge weiterhin schön wachsen und gedeihen. Jetzt seht ihr auch wie wichtig die Banken sind und weshalb ohne die rein gar nichts läuft, denn wer will schon Landschaften ohne Geldberge haben, sähe dann ja aus wie Wüste.

Wie wird die Geschichte enden?

Weil nun das Geld auf der einen Seite und die Schulden auf der anderen immer mehr werden – es geht halt nicht anders – weil die Banken sich das so ausgedacht haben und es deshalb kapitalistisches Gesetz ist, wird es wie folgt kommen. Die Euro-Bonds sollen den Finanz-Supergau noch ein wenig weiter hinauszögern, um das Maximum an Zinsen aus den Leuten aller Staaten rausquetschen zu können bevor die alle absehbar wie Dominosteinchen umfallen. Dieser Tag wird dann sein, wenn alle Arbeitskraft der Euro-Bonds-Staaten-Menschen nicht mehr ausreichen wird den Zinsdienst für das erfundene Geld bedienen zu können. Das interessiert allerdings das Geld nicht, es muss strikt nach Plan und pünktlich bedient mit reichlich Zinsen gefüttert werden, sonst bekommt man sein AAA Prädikat nicht und muss dann noch mehr zahlen wenn man kein Geld hat, wie oben bereits erwähnt.

So ihr Lieben, das was ihr hier jetzt auf dieser Seite gelernt habt, das schaffen unsere Politiker ihr ganzes Leben nicht zu lernen, oder sie wollen es halt nicht. Und jetzt habt ihr auch verstanden warum diese Waffe so gefährlich ist. Man muss damit gar nicht so genau zielen, man trifft immer und deshalb können die Banken richtig stolz auf diese Neuentwicklung sein. Sie können bedenkenlos alle Mitgliedsstaaten des Euro mit dieser Wunderwaffe ausstatten, denn sie haben die absolute Gewissheit, sofern einer damit auf sie zielt, dann trifft der garantiert immer den Richtigen. Deshalb sind die auch völlig furchtlos wenn damit mal einer zum Ballern bei denen vorbeikommt.

Zum Abschluss ein wenig Balsam für die Seele und für das gute Gefühl.

Ihr müsst euch jetzt nur vorstellen – es ist ja der Traum von einem Europa – dass wir alle eine ganz große Familie sind. Egal ob einer viel oder wenig arbeiten kann, ob er strukturelle Defizite hat oder nur schlechte Ausgangsvoraussetzungen … jetzt sind wir alle gleich … dank der Banken und der Euro-Bonds. Und wenn euer Nachbar mal seine Kredite nicht zahlen kann; macht doch nix, dafür seid ihr ja da. Auf gut Deutsch: die Leute in Europa waren noch nie sozialer als heute. Deshalb kommen sie auch mit sinkenden Löhnen gut zurecht, retten die Banken und erfreuen sich daran wenn es den ganz Wenigen, denen die Banken gehören, richtig gut geht. So stellen wir uns den aufgeklärten Europäer vor, ein echter Weltenbürger von Format. Und wer von euch hätte gedacht dass der Sozialismus ein weiteres Mal ausgerechnet von Banken erfunden werden sollte? Clevere Kerlchen nicht wahr!

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Euro-Bonds, Wunderwaffe oder Kopfschuss für die 0017er Staaten
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Kommentare

Euro-Bonds, Wunderwaffe oder Kopfschuss für die 0017er Staaten — 26 Kommentare

  1. Danke! Super erklärt! Tolle Seite!
    …ich habe erst in den letzten zwei Tagen, von Spiegel-online aus über zig Links, Seiten wie diese gefunden…wenn man diese ganzen Artikel und Videos etc. verarbeitet hat…obwohl ich gerade bei Ihren Artikeln auch sehr oft gelacht habe…am Ende ist mir richtig schlecht, Schei…, das ist so desillusionierend.
    Jeden Tag die Leute da draußen, Familie, Freunde, Kollegen…ich wollte von dem gelesenen erzählen, erklären…
    die schauen einen an als wollten sie sagen:”he? du interessierst dich für sowas? Das ist doch alles nur verarsche…Gaddafi?Lybien? Krieg wegen Wasser? Ja, Ja…”
    Wenn ich Eines richtig hasse, dann betrogen und verarscht, ja versklavt zu werden…es bleibt nur eine Frage:
    WAS KANN MAN GEGEN DAS ALLES TUN?

    • Danke für die Blumen … und bei allem Pessimismus den man da so an den Tag legen könnte, besser dem Bauch folgen, der fühlt die Wahrheiten förmlich. Die Mainstream-Medien werden nicht dafür bezahlt uns die Wahrheit zu sagen, sondern nur dafür uns etwas zu erzählen was wir dafür halten sollen. Und tatsächlich, den Mut sollte man nicht fahren lassen, wichtiger ist doch selbst noch ein wenig klaren Blick zu behalten … und genau dafür schreibe ich hier gerne und halt lieber in unterhaltsamer, plastischer Form, damit die Menschen auch Freude beim Lesen haben.

    • Wenn man sich sachlich vergegenwärtigt, in welchem Umfang sich dieses Land in den letzten Jahren negativ verändert hat, hilft Satire wie diese, auch Pispers, Schmickler u.v.a., zunächst bei der Verarbeitung. Ohne das besteht die große gefahr in die völlige Frustration abzugleiten. Im Ergebnis stellt sich jetzt die Frage, was kann man tun, besteht überhaupt eine realistische Chance die Dinge positiv zu ändern. Der Klärung dieser Frage widme ich mich zur Zeit, es fällt nicht leicht eine Antwort, einen möglichen Weg zu finden.

      Zu den Kindern – völlig korrekt die Dinge bisweilen auch in kindlicher Verständlichkeit aufzubereiten. Viele von ihnen sind bereits heute die Leidtragenden div. Fehlentwicklungen und dieser Zustand wird langfristig anhalten wenn die Eltern/Älteren nix dagegen unternehmen auch und gerade im Sinne der Kinder.

  2. …und genau diese plastische und verständliche Form wandelt das Bauchgefühl, das wohl sehr viele Menschen haben, zur Gewissheit. Diese wiederum, muß einem dann den Alltag sowas von vermiesen, dass man es am Ende nicht mehr aushält und … herauskommt…weiß noch nicht was…
    is vielleicht n krasser Vergleich, aber das Gefühl ist wohl in etwa so, als wenn jemand 1939 n Bauchgefühl hat, das die Sache mit den Juden irgendwie unfair ist, und dann eines Tages begreift, was da wirklich passiert…und dann Morgens weiter wie immer auf Arbeit geht…
    Optimismus! Unbedingt!, ich bin ja bei der göttlichen Lotterie wenigstens noch dem “Zahlvieh” zugelost, und nicht ganz unten als “Schlachtvieh” gelandet…
    Das wirklich positive ist im Moment nur, dass ich sehe, da draußen gibt es noch intelligentes Leben, und viel mehr als ich gedacht habe! Danke!

  3. Zu diesen Beitrag habe ich Frau Vallenthin direkt angeschrieben:

    Hallo,

    ständig muss ich in irgenwelchen Veröffentlichungen und Klagen lesen, dass es besonders bei der Menschenwürde ausschließlich auf die Kinder ankommt.

    Solche Kampagnen sind einfach nur noch tendenziös und einseitig, denn Menschenwürde ist nicht einteilbar, darauf habe ich auch immer wieder bei uns im FIWUS hingewiesen. Wer sich auf dieses Niveau begibt, braucht sich nicht zu wundern, wenn nichts erreicht wird.

    Auch wenn ich kein Jurist bin, sondern nur ein kleiner Schreiber und dadurch auch Kritiker der Sozialgesetzgebung, so hoffe ich doch immer noch, dass in ganz bestimmten Situationen das Hirn eingeschaltet wird.

    Mit freundlichen Grüßen

  4. Ebenfalls Danke!! Das drucke ich mir für meine Mutter aus – dann wird sie es hoffentlich mal begreifen, dass ihr DEKA Geldmarktfond in Luxemburg höchst gefährdet ist.


  5. T:

    lol. Noch nicht mal einen gewichteten Durchschnitt ausrechnen können…

    Da haben Sie etwas nicht verstanden? Es geht im Beispiel eben NICHT um (errechnete) Durchschnittswerte, sondern um EINEN Zinsatz für EINE Sorte Anleihe. Die 5% sind ja fiktiv angenommen….die Banken würden vermutlich nicht einen “korrekt” “finanzmathematisch” ermittelten Satz ansetzen, sondern diesen eher nach maximalen Gewinn ausrichten – ermittelt bei paar Flaschen gutem Wein in illustrer Runde. Als offizielle, von der Politik akzeptierte Begründung würden sie die “Finanzmärkte” vorschieben, welche eben z.B. auf den Wert 5,349% gekommen sind….

    • Der war ja auch nicht errechnet, sondern gefühlt so zwischen 3 und 7 Prozent (mit geschlossenen Augen kommt man da bei 5 raus) *g* … sie machen mir mit ihrer Darstellung jetzt aber richtig Angst … sollte es also noch schlimmer kommen :)

  6. super erklärt.
    Aber warum kann jemand,d er die Zusammenhänge der Wirtschaft verstanden hat, und auch noch gut erklären kann, kein Deutsch und schreibt den einfachen bestimmten Artikel am laufenden Meter mit zwei “s”?

    • Und warum hängst du dich jetzt daran auf? Es geht hier darum, den Menschen die perverse Funktionsweise unseres Finanzsystems aufzuzeigen. Auch wenn der Beitrag jegliche Klein- oder Großschreibung nicht beachten würde, kommt es wohl darauf nicht an!
      oder überfordert es deinen intellekt sätze ohne komma groß- und kleinschreibung inhaltlich zu fassen?
      „Durch das schnelle Eintreffen des Krankenwagens im Hospital, konnte der Junge gerettet werden“
      „Danke Ihr habt dem Jungen das Leben gerettet, aber warum seid ihr über rote Ampeln gefahren?“

      Also bitte, dass ist ja der Gipfel der Kleinkariertheit, als hätte man sonst keine Sorgen…
      Irgendwie kommst du mir wie eine verbitterte Deutschlehrerin vor, die ihr Leben lang für die Einhaltung der deutschen Rechtschreibung „gekämpft“ hat, lol.

      Ich finde eine korrekte Rechtschreibung, Kommasetzung und Absätze auch gut. Es kann durchaus zum besseren Verständnis beitragen. Es erfordert aber sicherlich viel Zeit und Wissen, solch einen Beitrag zu schreiben. Und ihn mehrmals auf die ihnen so wichtig erscheinenden Rechtschreibung zu prüfen, ist wohl eher Zeitverschwendung.

      Ich bin dieses „lern erstmal die deutsche Rechtschreibung“ einfach nur leid. Solange dahinter etwas sinnvolles steckt und nicht nur inhaltsloses Gebrabbel, ist es doch in Ordnung!

      Naja wenigstens findest du ja den Beitrag ja inhaltlich „super erklärt“.

      • Ganz einfach.
        Beherrschung der eigenen Muttersprache ist ein Ausweis.
        Warum sollte man jemandem trauen, dem die eigene Kultur keinen Pfifferling wert ist?
        Gesundes Misstrauen wird meistens belohnt.

  7. Pingback: DAX: Intraday-Ansichten [846900] - Seite 9128 - Aktienboard

  8. Nur weil man ein paar Rechtschreibfehler macht, bedeutet das doch noch lange nicht, dass einem die eigene Kultur nichts wert ist.

    “Gesundes Misstrauen wird meistens belohnt”
    ->Kann ich mehr als unterschreiben. Nur ist das ein wenig hart bezüglich Rechtschreibfehlern.

    Ich kann es ja nachvollziehen, wenn die Rechtschreibung so mies ist, dass man den Text inhaltlich nicht mehr verstehen kann aber in diesem Fall…

    Jedem seine Meinung, ist ja größtenteils immer noch in Deutschland so, dass man seine Meinung sagen darf (gottseidank).

    • Hallo Rod,

      ganz lieben Dank für die redliche Unterstützung … ich muss zugeben, dass Kommasetzung und ein paar andere Kleinigkeiten nicht mein Fachgebiet sind, ich dazu auch durch die Rechtschreibreform immer noch ein wenig verwirrt bin (alt und neu), liegt am Alter. Bin insoweit froh wenn sich die Leute auf die Inhalte konzentrieren und (angestrengte) Freude daran haben … denn dafür schreibe ich.

      Und richtig ist auch, dass es hier keine Lektoren gibt, die eben genau diese Dinge korrigieren, die sich beim Schreiben halt einfach so einschleichen. Generelles Problem, wenn man selber geschrieben hat, fallen einem die Fehler meist nicht auf, man überliest sie schlicht. Fehler erkenne ich meist auch nur bei fremden Texten. Vielleicht findet sich ja irgendwann mal jemand der/die Lust hat hier den Lektor zu machen … *g*.

      Und an lan5 gerichtet … scheint mir tatsächlich die Verknüpfung von Beherrschung der Muttersprache … Akzeptanz der eigenen Kultur und daraus resultierendes Misstrauen ein wenig hoch gegriffen zu sein, lasse dies aber im Rahmen der erst jüngst von mir erläuterten Verschärfung der Meinungsfreiheit mal so stehen. Tröstlich war halt, dass der Inhalt gewürdigt wurde, deshalb fällt es mir gar nicht schwer eigene Fehler einzugestehen.

      Danke nochmals für die Schützenhilfe und wünsche allen Lesern (natürlich auch lan5) an dieser Stelle einfach reichlich Vergnügen und Denkanstöße, dann sollte alles gut werden. :)

  9. Hi Wika.
    Habe deine Kommentare auf Spon gelesen, aber wahrscheinlich nicht alle.
    Kapitalismus ist ein Witz und auf Zusammenbruch programmiert, weil man vom geliehen Geld keine Zinsen bezahlen kann. Dadurch kann man namlich das geliehene Geld nicht mehr zurueckbezahlen. Nur eine Chance bleibt: Das fehlende Geld von einem anderen abluchsen. Derjenige hat dann naturlich noch mehr schwierigkeiten.
    Irgendwann im naechsten Jahr knallt es.
    Am besten zieht ihr alle finanzen raus und verwaltet sie selber. Pensionen, Riester, egal was. Zieht es raus und verwaltet es selber. Ansonsten ist das Geld bald weg.

    Jetzt zu einem anderen Thema. Was man tun kann:
    Was ist einfach. Es muss ein anderes System her. Aber das Wie ist die Frage. Und von Wem. Hier die so gut wie einzige moeglichkeit, um Gefahren wie Massenangst/panik, Anarkie und anderes zu entgehen.
    Ein Systemwechsel muss gewaehrleisten, das es fuer ALLE besser wird, die Probleme von der schwaechsten Seite angegangen wird, das jetzige System ueberlebt solange es fuer den Systemwechsel notwendig ist und das wir die Gesetze einhalten. Es muss eigentlich nur einen ‘Keim’ geben der Wachsen kann. Mit Hilfe aller. Hier ein paar klare Vorraussetzungen:
    -Keiner wird durch die Erkenntniss eines falschen Systemes bestraft. (Das verhindert Anarki im gesetzlichen und gesellschaftlichen Bereich und letztendlich ist kein lebender Mensch fuer das kapitalistische System verantwortlich. Keiner von uns hat es erscheffen.)
    -Jeder, der sich ins neue System begibt, darf keine Einbussen erfahren. (Ansonsten waere es ja eine Bestrafung.)
    -Das neue System kann nur mit Zusammenarbeit mit dem alten System etabliert werden. (Auch hier gibt es sonst Anarkie-Zustaende.)
    -Es muss Gesetzlich sein. (Ansonsten vor dem Gericht anfechtbar.)
    -Es muss die ‘richtigen’ Probleme loesen.

    Jetzt zum Model, wie das gehen kann.
    1.) Man errichtet eine Religion. Und zwar die Atheistische Religion. Diese Religion raeumt einen eventuellen Gott ein aber unter zweifel. Es kann sein oder nicht. (Dadurch wird diese Religion zu einem ueberlieger fuer alle anderen Religionen und kann auch nichtglaeubige beinhalten.)
    Diese Religion ist antikapitalistisch und die Gesellschaft dieser Religion benutzt keinen Kapitalismus. (Kapitalismus muss IMMER etwas fur die dafuer arbeitenden Menschen abwerfen und kann nur aus dem zur Verfuegung gestellten Geld bezahlt werden, welches durch Gebuehr oder Zins realisiert wird. Dieses aber wird immer die Geldmasse, welche vorher geliehen wurde, aushoehlen, da diese Geldmasse verringert wird durch Gebuehr/Zins-zahlung. Fortlaufend ist man weniger und weniger in der Lage seine eigentliche Schuld zu bezahlen und ertrinkt in Zinsforderungen. Die eigentliche Schuld besteht solange, wie es das Geld selber gibt.)
    2.) Diese Religion wird von der Politik unterstuetzt.
    3.) Die Arbeitskraft dieser Menschen MUSS sich am jetztigen System orientieren.
    Das wars. Und jetzt erklaere ich die Tricks bei dieser Konstellation.
    Beim Uebergang vom alten zum neuen System muss ein Mensch erstmal entkapitalisiert werden. Schulden sind aber in der Regel immer bei Banken. Da ein Mensch in unserer Zeit viele Werte in seinem Leben hat wie Wohnung, Auto und anderes, kommt da ein gewisser Geldbetrag zusammen. Dieses Geld geht fast alles an eine Bank. Dies wirkt wie ein Bankrettungspaket und stuetzt den Kapitalismus. Der Staat entkapitalisiert den Mensch also bei einer Bank. Die Unkosten fuer den Staat werden durch verringerte Ausgaben ausgeglichen.
    Anmerkung: Menschen, denen es gut geht, werden keinen Gedanken an einen solchen Wechsel tragen. Es sind die Menschen, die es am schlechtesten haben, die so etwas fuer sich in Frage stellen. Diese Menschen beziehen in der Regel Hilfe vom Staat. Dies kann sich der Staat bei einer entkapitalisierung sparen und faehrt das ausgegebene Geld innerhalb einer sehr kurzen Jahresanzahl wieder ein. Dies sichert die Bonitaet bei den RA’s und den Haushalt.
    Nach einer gewissen Jahresanzahl ergibt dies einen stetigen Plus beim Staat.
    Die neue Gesellschaft ist Ressourcenorientiert und arbeitet auf Selbststaendigkeit hin. Somit ist das erste Ziel klar. Die Erichtung einer Infrastruktur zur Essensversorgung und der Instandhaltung von Wohnungen und Einrichtungen.
    Dabei sollte man auch Zukunftsorientiert denken.
    Unser jetziges System zeigt, das wir viel Arbeitskraft einfach nicht bezahlen koennen, obwohl diese benoetigt wird. Alles verfaellt und die Arbeitslosen koennen nichts tun. Dazu die Ueberbuerokratisierung.
    Die neue Gesellschaft, mit der Anforderung gleicher Arbeitsstundenanzahl, wird sehr schnell eine Gesunde Gesellschaftsform mit gepflegten ‘Inventar’ erreichen und danach ueberschuessige Arbeitskraft im alten System ablagern. Dies hilft der Industrie und wird mit der Zeit die Anforderung an die gesamtarbeitszahl verringern. Also Win-Win.
    Unter diesen Umstaenden koennen beide Systeme Seite an Seite leben und das neue System das alte abloesen, im Takt mit, wie das alte System dazu bereit ist.

    Aber es muss Politisch initialisiert werden und mit Offenheit. So das keine Angst/Panik entsteht sondern das wir alle endlich damit anfangen, uns eine gute Welt aufzubauen, anstatt sie kaputt zu machen. Ich hoffe, das ihr den Gedanken hinter meiner Idee versteht.

    Guenter

  10. Wenn ich das Wort Religion schon höre, dann setzt es bei mir aus. Was hat den bitteschön Religion mit den Finanzsystemen zu tun?
    Jeder kann jetzt schon glauben oder nicht glauben an was er will. Warum sollte man eine vom Staat auferlegte Religion einführen?

    Und wenn ich lese “Dieses Geld geht fast alles an eine Bank.”, dann setzt es ebenfalls bei mir aus! Dein Vorschlag würde ein totalitäres System schaffen, bei den zu viel Macht an einer Stelle gebündelt wird!

    Ich kann mir nicht Helfen aber mir kommt es vor als würdest du hier Werbung für die Zeitgeistbewegung machen!? Korrigiere mich, falls ich mich irre.

  11. Hallo rod.
    Entschuldige, das ich 2 Themaer benutzt habe, die du nicht magst.
    Ich habe jedoch einen sehr schwerwiegenden Grund dafuer.
    Wir Leben in einer Welt, die Gesetzlich sehr durchdrungen ist.
    Die moeglichkeit, etwas ausserhalb des Kapitalismus zu schaffen ist fast nicht mehr gegeben. Die einzige ‘Kraft’, die es in unserer Gesellschaft gibt und dies vermag, ist letztendlich die Religion. Diese ist Grundrechtsgesichert und kann von keiner Instanz angegriffen werden. Dieses Recht ist sogar groesser als die Pflicht zu einem Bankkonto.
    Ich kenne auch die Problematik, die mit Religion verbunden ist. Deswegen habe ich eine Atheistische Religionsform gewaehlt. Ein Atheist ist per Definition NICHT GLAEUBIG. Er hat normal keine Religion. Aber per Gesetz kann er durchaus eine haben. Denn wir haben Gleichheit gegenueber dem Gesetz. Man kann einem Atheisten nicht eine Religion verweigern, wenn er imstande ist, diese Religion ueberzeugend zu argumentieren und zu verwirklichen. Hinzu kommt ein 2’er sehr wichtiger Vorteil. Eine Atheistische Religion waere ein Ueberlieger ueber andere Religionen in der Form, das jegliche Religion sich dem Atheistischen Grundgedanken anschliessen kann. Die Atheistische Religion zweifelt ja nur an einem Gott, aber schliesst ihn letztendlich nicht aus. Deshalb ist eine Akzeptanz JEGLICHER anderer Religion gewaehrleistet.
    Eigentlich ist es weniger eine Religion als eine Moeglichkeit, aber es kann durchaus eine Ernstgemeinte Atheistische Religion sein. Welches Gericht will sich anmassen, darueber ein Urteil zu faellen?
    Auch meinen Trick verstehsst du nicht.
    Wir leben in einer Zeit, wo der Kapitalismus an einem Punkt angelangt ist, wo die Zinserwartung die des bereitgestellten Geldes uebersteigt. Aus diesem Grunde hat die Kapitalmenge Probleme damit, geeignete Anlegeformen zu finden und deswegen sind die neuartigen Blasen wie CDO’er und aehnliches so Populaer. Wir koennen letztendlich nicht den Keim fuer ein neues System legen und gleichzeitig das alte System einen Bauchklatscher machen lassen.
    Ich kann es auch anders ausdruecken:
    Der Kapitalismus und sein Zusammenbruch orientiert sich IMMER an den Kosten fuer den Kapitalismus selbst. Wir koennen den Kapitalismus zuegeln. Kein Problem. Lass uns sagen, das von den 7 Milliarden Menschen nur 7 Millionen am selbigen Kapitalismus verdienen duerfen. Das entspraeche einem Zins von 0,1% um das zu bezahlen, und es wuerde dementsprechend ca. 1000 Jahre dauern, bis der Zins das bereitgestellte Geld aufgefressen hat. Wenn man keine Blasen produziert und keinen Zinsenzins erlaubt. Aber was machen wir mit den daraus entstehenden Arbeitslosen? Letztendlich verdienen im Augenblick weit mehr als 7 Millionen am Kapitalismus selber! Diese Menschen brauchen auch eine Existensgrundlage.
    Bei meiner Idee entsteht ein gleitender Uebergang.
    Die Menschen trennen sich faktisch vom Kapitalismus. Sie sind nicht mehr fuer die Erwirtschaftung von Zinsen verfuegbar. Aber in meiner Loesung spielt das am Anfang keine Rolle. Denn sie werden Entkapitalisiert. Das bedeutet, das immer noch Geld fliesst. Und zwar in eine Richtung, die nach sehr viel Geld schreit, um nicht unterzugehen. Ins Kapitalismus. Hierdurch erreiche ich eine Zusammenarbeit zwischen Nonkapitalismus und Kapitalismus. Ich gebe sowohl dem Kapitalismus einen Zeitaufschub als auch dem Nonkapitalismus eine gute Startchance. Und keiner wird erstmal Arbeitslos. Oder verliert seine Lebensexistens.

    Wenn du eine bessere Idee hast, dann denke, du solltest sie hier veroeffentlichen.
    Hauptsache, du beruecksichtigst folgendes:
    Kapitalismus muss aus der zur verfuegung gestellten Kapitalmenge bezahlt werden und hat dementsprechend seinen Nullpunkt/Crash.
    Es darf keine Verringerung fuer uns Menschen entstehen.

    Und beeile dich bitte. Deutsche Staatsanleihen wurden nur zoegernd angenommen. Frankreich wird bald runtergestuft. Der Euro verliert an Investoren. Der globale Finanzmarkt ist am Zusammenbrechen.

    Aber du hast sicher eine Loesung, oder?

    Ich habe mir wirklich Gedanken gemacht, wie man dies loesen kann, und ich bin ein Systemdenker. Ich versuche, ALLES mit einzubeziehen. Aber ich lasse mich gerne ueberaschen. Ueberrascht DU mich? Versuche es!

    • Nur kurz dazwischen … ich fand den Hinweis mit der Religion schon gar nicht so schlecht. Sind wir doch mal ehrlich. Der überwiegende Teil der Menschheit ist tief gläubig, bedauerlicherweise ist es der „Du weißt schon wer …“, der Unaussprechliche … ich machs trotzdem, der Mammon. Auch wenn er nicht in der Form angebetet wird wir wir dies von den Heuchlern aus dem Vatikan kennen, die ihn zwar auch verehren, aber immer was von einem anderen Gott faseln. Ziemlich verlogen.

      Ins Detail geh ich jetzt mal nicht, aber Du hast da schon allerhand gute Ansätze darin. Vielleicht eben nochmals zur Verdeutlichung, man sollte eine vernünftige Leistungsgesellschaft nicht unbedingt mit Kapitalismus verwechseln. Wie aus vielen der Aufsätze hier ja durchblitzt, haben wir eigentlich nur ein ganz winzige Problem, dies ab in einer erheblichen Potenz >>> Kapital * (1+(Zinssatz/100) ^Laufzeit … (ist die Zinseszinsformel) etwas was der menschlichen Arbeitskraft nicht gegeben ist. Das dadurch vorgegebene exponentielle Wachstum der Geldberge … ich sage dazu auch gerne Guthabenkrise. Genau nach dieser Formel kann man dann auch den Crash berechnen, wann einfach gar nix mehr geht. Dies dürfte dann der Fall sein wenn die Mehrheit der Menschen auch hier hungernd auf der Straße steht, weil die erste Priorität halt die Zahlung der Zinsen ist, danach kommenirgendwo die Menschen.

  12. Fantastischer Artikel! Ganz in der Qualität von James Quinn, Jim Willie, Bill Bonner, Gary North u.a.
    Davon brauchen wir soviel wir kriegen können, diese Artikel kann man besonders gut verbreiten.
    Humor ist eine göttliche Kommunikationsmacht. Guter Humor macht glaubwürdig.
    Idioten können das nämlich nicht lernen…

    Rechtsschreibung! Nur in Deutschland.
    Ja, es ist besser, man kann deutsch. Aber es ist noch besser, großzügig darüber hinweg zu sehen.
    Denn wenn die Völkerwanderungen und Bürgerkriege anfangen, ist auf die deutsche Grammatik sowieso geschissen.

  13. Alles sehr gut bis auf den letzten Satz: Das ganze hat nämlich nichts mit Sozialismus zu tun; einem System, in dem die entscheidenden Produktionsmittel vergesellschaftet sind und die Verteilung nach dem Leitungsprinzip geschieht (das ist die Definition).

    • Nun, die Anspielung auf den Sozialismus vielleicht mal anhand dieser Phrase überprüfen: „Die Verbanklichung der Staaten” … unter dem Blickwinkel, dass die Produktionsmittel eben nicht verstaatlicht sondern genau in die andere Richtung umverteilt werden … das alles immer noch unter dem Deckmäntelchen des Sozialstaates, dann sollte der kleine Seitenhieb schon wieder passen … ;)

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