Regierung fordert Protest

ProTest ist gut … aber nur zertifiziert und genehmigtBerlin: Die Meldung erscheint im ersten Moment ungewöhnlich, hat aber ganz offensichtlich einen wohl durchdachten Hintergrund. Die Regierung zeigt sich überaus beglückt und will dem konstruktiven Protest zu mehr Geltung verhelfen. Wie der Regierungssprecher erklärte, könne dies ein neues deutsches Markenzeichen werden, allerdings seien dazu einige kleine Modifikationen notwendig, die man jetzt seitens der Regierung in die Wege leiten wolle. Die Regierung habe erkannt, dass man vermehrt auf Protest setzen müsse und wolle diesen nunmehr zusammen mit dem Familien- und Bildungsministerium den richtigen „Drive“ verleihen, entsprechend positiv besetzen und eine sachgerechte Kampagne dazu anfahren. Dadurch sollte es in Zukunft möglich sein mehr Bürger als bisher auf „Linie“ zu bringen, für Demokratie und lebenslanges Lärmen Lernen zu begeistern, den Wildwuchs von Randalierern und Gewalttätern in den Griff zu bekommen und letztlich so die Meinungsfreiheit zu schützen. Gerade die Meinungsfreiheit habe jüngst bedenklich gelitten, denn nur noch bedauerlich wenige Menschen in unserer Replik seien nachweislich frei von jeglicher Meinung und dieser Tatsache wäre größter Anlass zur Sorge.

Grundgedanke dieser überraschenden Initiative sei die Verbesserung der Bildung. Pisa, Stuttgart 21 und der Widerstand gegen die nützliche Atomindustrie hätten eindeutig gezeigt, dass es nicht langt nur blindwütig zu demonstrieren und randalierend auf den Straßen umherzuziehen, um dem allfälligen Protest gerecht zu werden. Das Wissen und die Gesinnung der Jugend müsse vermehrt überprüft werden, um eine anständige und zukunftsfähige Produktiv-Gesellschaft im Sinne der Regierung zu gestalten. Daher sei „ProTest®“ unerlässlich und müsse eindeutig verschärft werden. Bisher seien derlei Prüfungen offenkundig viel zu lax und unzureichend gehandhabt worden, was stets zu unkontrollierten und gefährlichen Meinungsäußerungen innerhalb der Bevölkerung geführt habe, was sich aber mit anständigem Protest und einer ausreichenden Förderung von Tests künftig ändern lassen sollte.

ProTest® ist mithin eine deutliche Ansage an die subversiven und ungebildeten Kräfte der Gesellschaft, die sich vermehrt der erwähnten Wissens- und Gesinnungsprüfung unterziehen sollten, damit auch sie die Tests bestehen und eine Chance in unserer Gesellschaft bekämen. Die Regierung werde sich, um den Missbrauch von ProTest® zu verhindern diesen als Markenzeichen schützen lassen und erbarmungslos gegen alle unautorisierten Protestler vorgehen. So werde es zukünftig nicht mehr erlaubt sein unter Verwendung dieses Begriffes auf den Straßen umherzutänzeln, Transparente zu schwenken oder gar zu regierungskritischen Aktionen aufzurufen. Nur von der Administration zugelassene Organisationen und Behörden sollen demnach ProTest® veranstalten und durchführen dürfen. Dies, um sicherzustellen, dass die Qualitätsanforderungen im Rahmen dieser Tests auch gehalten werden. Um dem Markenzeichen gerecht zu werden, dürfe es keinesfalls Ausmaße annehmen, wie diese derzeit fälschlich von den Franzosen unter diesem Begriff abgeliefert würden. Die französische Lebensart sei noch nie gesund für den deutschen Michel gewesen und die Regierung distanziere sich deutlich von dem Missbrauch dieses Begriffes im Nachbarland. Alle anderen Formen von Protest oder vergleichbaren Handlungen wären demnach zukünftig illegal und sollten gemäß StGB geahndet werden. Wer sich nach dieser neuen Richtlinie zertifizieren lassen möchte (um den Status „Musterbürger“ in seinen neuen elektronischen Personal-Ausweis eingetragen zu bekommen), kann sich unter ProTest@Bundesregierung.de bereits heute registrieren lassen. Zuständig ist das MfS (Ministerium für Staatsbildung) und die Zertifizierung erfolgt in der ziemlich rechts dargestellten Form. Im günstigsten Falle sollte darüber binnen 18 Jahren nach Antragstellung (und umfänglichen Tests) entschieden sein. Ein positiver Bescheid sollte den Prozess abschließen, welcher den Antragssteller hernach grundsätzlich berechtigt an weiteren ProTest®-Veranstaltungen teilnehmen zu dürfen.

Regierung fordert Protest
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Die verkommene Wahrheit unserer Zeit ist so relativ und dehnbar wie das Geschrei der Massen-Medien selbst. Erst der schräge Blick durch die Blindenbrille, in stockfinsterer Vollmondnacht, eröffnet darüber hinaus völlig ungeahnte Perspektiven. Überzeichnung ist dabei nicht zwangsläufig eine Technik der Vertuschung, vielmehr ist es die Provokation gezielter Schmerzen, die stets dazu geeignet sind die trügerische Ruhe zugunsten eigener oder andersartiger Gedanken zu stören.

1 Kommentar

  1. Wesenstest muss Pflicht werden 😉

    Wesenstest für gefährliche Personen:

    Gefährliche Personen sind Personen, die durch Ihren Berufsstand und/oder ihre Veranlagung eine potentielle Gefährdung der Bevölkerung darstellen.

    Gefährlich Personen sind demzufolge:

    Anlage 1 :

    Beamte und Politiker

    Anlage 2:

    Deren Angehörige, Freunde und Bekannte und alle, die auf Personen der Anlage 1 Einfluss ausüben könnten.

    Anlage 3:

    Beamte-Politikstudenten, sowie alle Personen, die durch Geschwätzigkeit oder Besserwisserei aufgefallen sind.

    Frage:

    Warum kein Wesenstest für alle Personen? Stellt das nicht eine Ungleichbehandlung oben genannter Personenkreise dar?

    Antwort:

    In jüngster Vergangenheit hat sich gezeigt, dass oben genannten Personen, besonders Personen der Anlage 1 eine potentielle Gefährdung darstellen. Durch die in jüngster Vergangenheit vorgekommenen “Verordnungsunfälle”, ausgelöst durch blinden Aktionismus von Personen der Anlage 1, sind bereits breite Bevölkerungsgruppen sowie deren Haustiere zu Schaden gekommen und mussten teilweise tiefe Einschnitte in ihr Privatleben hinnehmen.

    Aus diesem Grund ist es gerechtfertigt oben genannte Personen, als besonders gefährlich einzustufen.

    Personen der Anlage 2 sind potentiell gefährlich, weil sie Einfluss auf Personen der Anlage 1 nehmen könnten, bzw. von diesen beeinflusst werden könnten.

    Von Personen der Anlage 3 ist anzunehmen, dass sie die Beamtenlaufbahn einschlagen und deswegen sind auch sie eine potentielle Gefahr für die Bevölkerung.

    Da Beamte/Politiker die Geschicke des Volkes lenken sollen, sind für Personen, die diese Laufbahn einschlagen folgende Charaktereigenschaften unabdingbar:

    – Hohe Reizschwelle

    – Besonnenes Verhalten auch in Stresssituationen

    – kein Hang zu blindem Aktionismus und Verordnungswut

    Die jüngste Vergangenheit hat gezeigt, dass die amtierenden Volksvertreter diese Eigenschaften oft nicht aufweisen, weswegen breite Bevölkerungsschichte mit Verordnungen überzogen und in ihrem Privatleben stark eingeschränkt wurden.

    Zum Test selbst, es sollen Reizbarkeit und Belastbarkeit der Testpersonen getestet werden, hierfür wird ein 3teiligerer Test vorgeschlagen.

    Teil 1

    Die Testperson wir , am besten am Samstagabend, zu einer Talkshow eingeladen, es sollen möglichst provokante Themen behandelt werden. Die Testperson erhält auf keinen Fall die Möglichkeit sich zu äussern.

    Sollte es ihr doch mal gelingen etwas zu sagen, sollte ihr sofort ins Wort gefallen oder es sollte ignoriert werden.

    Die Testperson darf auf keinen Fall agressiv reagieren, wie zum Beispiel Gesichtsfarbe ändern ( rot werden) schreien oder gar wütend aus dem Studio stampfen.

    Wenn agressives Verhalten wie zum Beispiel Schreien zu beobachten ist, soll die Testperson erneut provoziert werden, z. B. Grimassen schneiden, in den Bauch pieken, um zu testen, ob es bei der verbalen Agression bleibt oder ob die Testperson auch noch handgreiflich wird.

    Danach folgt eine mehrstündige Pause.

    Die Testperson darf nach Hause gehen und schlafen.

    Teil 2

    Mitten in der Nacht, werden dann 3-4 Einbrecher (Typ gewaltbereite Randgruppe) die Wohnung stürmen, die Testperson sollte auf Aufforderung freundlich lächelnd sämtliche Wertgegenstände herausgeben und auch bereitwillig die Geheimnummer der EC-Karte sagen. Übertriebene Ängstlichkeit ist unerwünscht, sollte aber nicht zum Nichtbestehen des Tests führen.

    Erlaubt ist den Einbrechern Kaffe oder Tee, sowie eine kleine Malzeit anzubieten.

    Wenn die Testperson die Polizei ruft, nachdem die Einbrecher gegangen sind, sollte sich das nicht nachteilig auf das Testergebnis auswirken, vorrausgesetzt die Testperson schildert die Vorfälle ruhig und ohne Übertreibungen.

    Jetzt darf die Testperson weiterschlafen.

    Teil 3

    Am besten Sonntagnachmittag. Die Testperson befindet sich auf einem Spaziergang mit nahen Familienangehörigen oder Freund/Freundin.In einer verlassenen Gegend springen plötzlich 3-4 Angreifer (Typ, gewaltbereite soziale Randgruppe) auf die Begleiter der Testperson zu.

    Die Testperson darf auf keinen Fall agressiv reagieren, zum Beispiel Schreien oder gar auf die Angreifer losgehen, auch übertriebene Ängstlichkeit ist unerwünscht.

    Erlaubt ist, ruhig mit den Angreifern sprechen, evtl. Schokolade, Bonbons oder Zigaretten verteilen, oder auch einfach lächelnd weiterzugehen, während Familie/Freunde bereits auf dem Boden liegen.

    Sollte der Test nicht bestanden werden ist wie folgt zu verfahren:

    Personen der Anlage 1

    müssen alle Ämter niederlegen und dürfen in der Öffentlichkeit nicht mehr sprechen oder auf eine andere Art irgendwie aktiv werden oder sich mitteilen. (In schweren Fällen ist über eine lebenslange Sicherheitsverwahrung nachzudenken).

    Um dies sicherzustellen sind diese Personen nur noch geknebelt und an einer 2 Meter langen Kette von einer zuverlässigen Person auszuführen.

    In der Wohnung dürfen diese Personen nur noch sprechen, wenn sichergestellt ist, dass nichts nach aussen dringt. Dieser Nachweis ist von den Personen zu erbringen.

    Personen der Anlage 2,

    die den Test nicht bestehen müssen sofort jeden Kontakt mit den verwandten oder bekannten Personen der Anlage 1 einstellen, da schädliche Einflüsse nicht ausgeschlossen werden können.

    Personen der Anlage 3

    dürfen bei Nichtbestehen des Tests lebenslang keine politischen Ämter übernehmen und auch keine Vorstandstätigkeit in anderen Gremien oder Vereinen.

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  1. Handelsabkommen: Reden hilft | Medienagentur Hubert Pflumm

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