Was hat Greenspam mit Dollar zu tun?

Quelle Vorlage: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Alan_Greenspan,_IMF_116greenspan2lg.jpgUSA: Wie, Sie kennen den Begriff nicht? Der hat sogar einen Vornamen und ist in einer dezenten Abwandlung nach seinem Erfinder – Alan Greenspan – benannt. Ihnen ist der Zusammenhang immer noch nicht klar? Dann denken sie doch mal an den Greenback, jenes Lösch-Papier mit welchem man seit der Finanzkrise den Brand von Banken und toxischen Wertpapieren bekämpft und deshalb damit in Massen die Finanzmärkte geflutet werden. Ok, das klingt ein wenig so als wolle man mit Wasser eine Flutkatastrophe beheben. Korrekt, nur noch viel schlimmer.

Aus dem Internet wissen wir, dass man bestimmte Dinge mit Spam bekämpfen kann. Beispielsweise das Funktionieren von Servern, wenn diese einem mal lästig werden. Dann gibt es solange Spam auf die Platte, bis sich diese mehr oder minder freiwillig gedungen vom Netz verabschieden. Offensichtlich ging der Erfindergeist im Finanzbereich denselben Weg. Wenn man also genügend Wertpapiere in Brand gesetzt hat und diese der finalen Vernichtung bedenklich nahe sind, dann überschwemmt man die in Not geratenen Inhaber dieser Schätzchen mit Dollars und deshalb darf man hier zutreffend von Greenspam reden.

Jetzt hatte man im ersten Moment vermutet, nachdem der Erfinder desselben in Rente gegangen ist, dass diese Form der Brandbekämpfung mit ihm in der Versenkung verschwunden sei. Dem ist aber nicht so, denn auch seinem Nachfolger – Ben Bad Bankie – fiel nichts Besseres ein als auf diese zweifelhafte Methode zurückzugreifen, um die armen geschundenen Banken mit ihren Giftmüllpapierdeponien vor dem so oder so stattfindenden Zusammenbruch noch eine Weile zu verschonen. Dabei hätte jeder Pennäler auch ihm das Misslingen vorhersagen können. Aber die Architekten von Luftschlössern sind nicht an die konventionelle Physik gebunden, es muss nur schön aussehen und irgend jemanden geben der die Rechnungen bezahlt. In dieser Epoche wurde mit vorwärtsgerichtetem Blick auf die Banken die Weisheit kreiert: „too big to fail“, was mit einem Blick in den Rückspiegel für den einzelnen Menschen bedeutet: „too small to be rescued“.

Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:United_States_one_dollar_bill,_obverse.jpgDas fatale an dieser Greenspam-Aktion ist, dass sie möglicherweise entscheidend lebensverlängernd gewirkt hätte, sofern man die Konsumenten damit überflutete. Der hätte nichts anderes damit gemacht als sich schöne Sachen dafür zu kaufen und dass hätte Produktion und Handel in Schwung gehalten. Jetzt stapeln die Banken die verkohlte Kohle, um ihre Bilanzen zu justieren und suchen sich durch neuere Spekulationen noch mehr Speck anzufressen, um sich damit vom Bösen freizumachen, was zwar auch absehbar in die Hose gehen muss, aber wir haben so etwas Zeit gewonnen, bis das papierne Wolkenkuckucksheim ächzend unter den kollabierenden Greenback-Massen zerbröckelt.

Entgegen dieser banalen Erkenntnisse haben unsere Politiker in Europa es nicht unterlassen den „american way to die“ nachzuahmen. Denn was der große Bruder vormacht, dass muss immer und bedingungslos richtig sein, jedenfalls wenn man annimmt, dass die Erziehung korrekt verlaufen ist. Und so feiern auch wir in der EU unseren Greenspam, halt nur in einer anderen Farbe. Vielleicht, wenn alles vorbei ist, hätte dieses Wort mitsamt seinem Erfinder noch einen Ehrenplatz in der Liste der UN-Wörter verdient. Ob sich der gute alte Alan je hätte träumen lassen einmal so in die Geschichte einzugehen? Siehe auch: EZB wird zur Bürger- und Direktbank!

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Über WiKa

Die verkommene Wahrheit unserer Zeit ist so relativ und dehnbar wie das Geschrei der Massen-Medien selbst. Erst der schräge Blick durch die Blindenbrille, in stockfinsterer Vollmondnacht, eröffnet darüber hinaus völlig ungeahnte Perspektiven. Überzeichnung ist dabei nicht zwangsläufig eine Technik der Vertuschung, vielmehr ist es die Provokation gezielter Schmerzen, die stets dazu geeignet sind die trügerische Ruhe zugunsten eigener oder andersartiger Gedanken zu stören.

Kommentare

Was hat Greenspam mit Dollar zu tun? — 2 Kommentare

  1. was Sie hier schon vor Jahren geschrieben haben. Nicht nur, dass Sie die Bildung anzweifeln, ist sehr wichtig und vor allem richtig, schließlich sind unserer Lehrer mittlerweile, die, die am wenigsten gebildet sind, sondern vor allem interessant ist der Gedanke zur Umkehrung der Richtung der Geldmaschine von den Spekulanten, Fabrikanten, Bankern, Politikern etc. zu den Bürgern hin. Wahrscheinlich hätte das tatsächlich besser gewirkt.

    Diesen Gedankengang pflegt nun auch das Council of Foreign Affairs, dessen Bericht ich Ihnen sowie Ihren Lesern nicht vorenthalten möchte: http://www.foreignaffairs.com/articles/141847/mark-blyth-and-eric-lonergan/print-less-but-transfer-more

    PS: Der einzige Wehrmutstropfen auch an dieser Sache, den ich nicht unterschlagen möchte, ist, dass dies dem Ressourcenverbrauch – in für die Erde unverträglicher Art und Weise – Vorschub geleistet hätte, was die andere Vorgehensweise, die langfristig als noch schädlicher einzustufen ist, in gar keinem Fall rechtfertigt.

    PPS: Nur der ist klug und für seine Cleverness zu würdigen, der die, nein, nicht Einkommensschere, sondern: Raubschere endgültig zu verschließen weiß und so für weniger Ressourcenverbrauch sowie Produktion zu sorgen imstande ist, dass das Gesamtleben auf dieser Erde überhaupt noch einmal Sinn für alle Lebewesen zurückbringen kann. Vermutlich wird dies nur durch Versorgungsverstaatlichung möglich sein. Das wirtschaftliche Vorantreiben durch Gier hat sein Unwesen längst weltvernetzt und das Gemeinwesen gar kriegerisch verwirkt, was zu einem Umkehrpunkt führen muss, weil Privat sich nicht ums Gemeinwohl kümmern kann und vor allem nicht will, weshalb die Wirtschaft an einem Höchstpunkt angelangt ist. Wer die alten Thesen nur zu vertreten weiß, weil’s im Köpfchen nicht anders reicht, hier spreche ich vor allem VWL-Professoren an, die in ihren Sinnlostheorien die Lehre vom Geld vergessen haben zu unterrichten und besonders zu erforschen, der hat eben NICHTS begriffen; und wenn er tausend Unterrichtstitel an den besten Unis hält.

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