USA, Berlin: Facebook gilt als überaus fortschrittlich, innovativ, seriös und ist darüber hinaus sehr beliebt. Von diesem Bonus möchte nun auch unsere Regierung Partizipieren und das Regieren damit einfacher machen. Derzeit wird im Innenministerium eine gemeinsame Aktion mit Facebook erarbeitet, die allen Beteiligten das Leben leichter machen soll. Wurde bislang eher unter vorgehaltener Hand darüber verhandelt, sponsert nunmehr die Regierung den rechts gezeigten Clip und wirbt damit öffentlich für mehr Vertrauen und Partnerschaft beim Bürger.

Nachdem das Innenministerium erfolgreich eine Schnittstelle zu Facebook realisieren konnte, steigt die Chance, dass dieses Medium die zentrale Schaltstelle zwischen Bürger und Regierung werden könnte. Der Bundestrojaner 2.0 sei hierbei ohne Probleme und völlig leicht integrierbar gewesen. So soll es zukünftig möglich sein, seine Steuererklärung direkt bei Facebook zu hinterlegen. Die Bots des Finanzministeriums könnten diese dort im Minutentakt auffinden und entsprechend weiterverarbeiten. Möglich macht dies die sogenannte „Persönliche Steueridentifikationsnummer“ (TIN Steuer-ID), die Facebook heute ohne Probleme akzeptiert. Diese Nummer könnte sich auch zur einzigartigen Krankenversicherungsnummer entwickeln oder ganz allegemein zur Bürgernummer fortentwickeln lassen. So ist zu 100 Prozent ausgeschlossen, dass beispielsweise irgendwelche Schmidts, Meiers oder Müllers in der Republik jemals wieder verwechselt werden könnten. Auch die Hinterlegung etwaiger biometrischer Daten für die automatisierte Beantragung und Erstellung von Ausweisdokumenten kann über diesen Dienst sagenhaft vereinfacht werden.

Den größten Vorteil sieht de Misere allerdings in den Kontaktlisten. Sollte es mal Nachfragen zu Einnahmen geben deren Steuerrelevanz nicht sofort geklärt werden könne, sei über einen Check der Querverbindungen meist schon Licht ins Dunkel zu bringen bevor man den Steuerpflichtigen hierzu schriftlich behelligen müsse. Auch lobte er die Vorzüge für die Fälle, dass ein Bürger keine Notfallpläne und Ansprechpartner für Krisenfälle hinterlassen habe, hier könne man ebenso schnell aushelfen und über die gespeicherten Kontaktdaten dem Bürger hilfreich zur Seite stehen. Besonders nach Unfällen, wenn beispielsweise keine Patientenverfügung hinterlassen wurde, kann über diesen Weg ein Voting veranlasst werden, da davon auszugehen sei, dass alle Lieblinge aus der Kontaktliste nur das Beste für ihre Freundschaften wollten. Damit wäre ein solches Voting die ideale Entscheidungsgrundlage für Ärzte und Beamtenapparat, um einen möglichen letzten Willen der potentiellen Dateileiche lebensnah rekonstruieren zu können.

Mit Hochdruck arbeiten Facebook und de Misere inzwischen an dem letzten Bürger-Modul des Portals, welches eine lückenlose Aufzeichnung aller Lebensfunktionen beinhaltet und Livestreams aus dem nahen Umfeld des Users liefern soll. Hier kommt den Beteiligten eine Entwicklung aus dem militärischen Bereich sehr entgegen, sodass bei schlechten Lichtverhältnissen automatisch auf einen Wärmebildmodus umgeschaltet wird. Facebook wie auch das Innenministerium sind sich in der Beurteilung der Sache einig: „Nie werde das Leben für den Bürger einfacher als jetzt”. Das Sorglospaket soll nach dem Willen der Regierung unter der griffigen Bezeichnung „Care24“ in Kürze per Gesetz unters Volk gebracht werden. Dies geht einher mit der geplanten neuen GEZ-Gebühr, die zukünftig pro Haushalt erhoben wird. „Care24“ wird keinen Aufpreis nach sich ziehen, denn mit der Änderung der GEZ Gebühren seien bereits alle Mitglieder des Haushaltes erfasst. Im Rahmen dieser Maßnahmen werden demnächst unter sozialen Gesichtspunkten Kinder und Demente bevorzugt verchipt werden, damit sich bei der Heimkehr von Schule oder Einkauf auch garantiert die richtige Haustür öffnet.

Weiterhin sind alle Unternehmen der Wirtschaft eingeladen diesen Dienst gegen Entgelt zu nutzen, um den Bürger bei der Befriedigung seiner Bedürfnisse zu unterstützen. Dies garantiert dem Bürger auch weiterhin einen umfänglichen kostenlosen Full-Service, der mit der lächerlichen GEZ-Gebühr sonst kaum finanzierbar wäre. Abgeordnete und Mandatsträger sind zunächst aus Sicherheitsgründen von diesem Erleichterungen ausgeschlossen, um etwaigen Übergriffen vorzubeugen die bei rund 82 Millionen Terroristen in Deutschland kaum ausbleiben werden.

Innenminister de Misere und Facebook
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