Das Leben einmal ganz anders entdecken

Ich habe diese Nacht eine Dokumentation bei ARTE des österreichischen Filmemachers Erwin Wagenhofer gesehen. Die hat mich total beeindruckt. Es geht um unsere eingefahrenen Lebenseinstellungen und Verhaltensweisen. Verhaltensmuster, die uns von unserem politischen und wirtschaftlichen System, unter unserer bereitwilligen Beteiligung, aufgedrückt werden. Das Leben einmal ganz anders entdeckenSoweit man diese Ideologie und Lebensweise ernsthaft hinterfragt, gelangt man zu ganz anderen Perspektiven, die eine lebenswertere Zukunft möglich erscheinen lassen.

Daher empfehle ich dringend, sich diese Doku trotz ihrer Länge von 115 Minuten vorzunehmen. Sie verläuft ruhig aber intensiv – verbunden mit beeindruckenden Bildern, inspirierender Musik und vielsagenden Worten von relevanten Menschen. Der Doku-Film propagiert weder Technologiefeindlichkeit noch utopistische alternative Lebensweisen. Es geht um nichts Geringeres als um die Zukunft der Menschen, die es nach wie vor selbst in der Hand haben, diese im Interesse des Gemeinsinns und im Einklang mit der Natur zu gestalten. Er propagiert das Motto

„Ich kann die Welt nicht ändern, aber ich kann mich selbst ändern.“

Niemand behauptet, daß dieser Anspruch einfach wäre. Wenn man den Lebenssinn und das ureigentliche Bestreben des Menschen auf einen Nenner bringen will, dann ist das mit einem einzigen Wort auszudrücken: GLÜCK – immaterielles Glück. Also ist all unser Denken und Handeln, wenn es auch vom herrschenden System noch so deformiert wird, darauf ausgerichtet, langlebige Glücksgefühle zu erreichen. Nichts ist jedoch so flüchtig wie Glück und kann gut instrumentalisiert werden.

Sucht oder Suche nach Glück?

Das Glück und die Erfüllung liegen sicherlich nicht im Reichtum und der Verwirklichung aller technologischen Träume. Dinge, die uns ohne eigenes Zutun, Mühe und Verzicht die Lösung aller Probleme suggerieren. Das eigentliche Problem ist unser Denken und die dahinterstehende neoliberale Wirtschaftsreligion, die unser gesamtes menschliches Verhalten auf Effizienz, Konkurrenz und Profitstreben reduziert. Es wird uns suggeriert, daß Wohlbefinden, unser Seelenheil und unser Glück nur von materiellem Erfolg und der Anreicherung von technischen Spielereien abhängt. Doch das erzeugt lediglich kurzfristige Bedürfnisse, die nach der Erfüllung schnell verblassen und lediglich eine weitere Gier nach noch mehr neuen Begehrlichkeiten erzeugt. Eben ein unersättliches Suchtverhältnis.

Die Doku veranschaulicht an konkreten menschlichen Beispielen, daß Menschen ihr Schicksal selbst bestimmen können. Daß sie individuell und solidarisch gesehen einen nachhaltigen Prozeß einleiten können, der allen dient und niemandem schadet. Die Grundbedingung dafür jedoch ist die Erkenntnis, daß gerade wir verwöhnten Menschen aus den reichen westlichen Ländern unsere ohnehin künstlich produzierten Scheinbedürfnisse herunterschrauben müssen. Auch in diesem Fall gibt es eine zutreffende Binsenweisheit:

Das Leben einmal ganz anders entdeckenWeniger ist mehr!

Es gibt wissenschaftliche Erkenntnisse, die von der nicht zu widerlegenden Wirkungsweise der Natur hergeleitet sind, die uns effektive und umsetzbare technische Möglichkeiten zeigen, wie wir auf menschlicher Ebene und bei der praktischen Umsetzung der Naturgesetze optimal reagieren können. Dabei schädigen wir keine Menschen oder die Natur. Wir verursachen keine Folgekosten oder Mängel. Es ist völlig irrsinnig, daß dieses Konzept bisher nicht eine Verpflichtung darstellt?

Ausleben des Konsumismus als der Weisheit letzter Schluss?

Wir sollten unser gesamtes Lebens- und Wirtschaftssystem ausschließlich auf eine Kreislaufwirtschaft umstellen. So ist schwierig und einfach zugleich – es erfordert nur ein Umdenken. Dieser schmerzliche Prozeß fällt nicht nur den Profiteuren des weltweiten Establishments schwer sondern auch den gehirngewaschenen und manipulierten Bürgern.

Nochmal, es handelt sich um eine gefährliche neoliberale Ideologie und ein aus Erfahrung widerlegtes Dogma, daß Wachstum, Gewinnstreben, Leistungsdenken sowie das Niederkonkurrieren die menschliche Gesellschaft und Evolution fördern würde. Eine perversere und destruktivere Strategie hat es selten gegeben!

Zitat:

But Beautiful – Nichts existiert unabhängig

„Alles wird gut? So einfach macht es sich der Filmemacher Erwin Wagenhofer nicht. Das Leben einmal ganz anders entdeckenIn seinem Dokumentarfilm fragt er, wie ein gutes und gelungenes Leben aussehen könnte, und zeigt Menschen, die neue Wege beschreiten. Alle glauben an ihre Kraft, die Welt ein Stück besser machen zu können.

Das gemeinsame Ziel: eine zukunftsfähige Welt. Er begegnet Frauen ohne Schulbildung, die Solaranlagen bauen, einem Förster im verschneiten Salzburger Land, der die gesündesten Häuser der Welt entwickelt, einem Schweizer Ehepaar, das auf La Palma ein Ödland in ein Paradies verwandeln will, oder der Schwester des Dalai Lama. Ein junges Jazztrio, ein etablierter Pianist und eine kolumbianische Sängerin vermitteln den Klang der Schönheit. Alle glauben an ihre Kraft, die Welt ein Stück besser machen zu können. Entstanden ist ein Film über Perspektiven ohne Angst, über Verbundenheit und ein großes gemeinsames Ziel: eine zukunftsfähige Welt. Alles wird gut? Alles kann gut werden!“

Quelle: https://www.arte.tv/de/videos/066287-000-A/but-beautiful/

Das Leben einmal ganz anders entdecken
7 Stimmen, 5.00 durchschnittliche Bewertung (99% Ergebnis)
Qpress direkt folgen auf: Telegram | VK.com | Pinterest | Tumblr | MeWe
Wir experimentieren. Man kann sich diesen Artikel auch vorlesen lassen. Leider klingt die Dame in Deutsch etwas holperig und unbeholfen. Wer damit klarkommen kann, der mag sich gerne eine Vorlesung geben lassen!
Für alle Zeit total kostenlos … Unser Newsletter für neue Artikel. Es geht ganz einfach: eintragen, Bestätigungsmail kommt postwendend (bei großen Mailprovidern ggf. SPAM-Ordner prüfen), Bestätigungslink klicken, alles erledigt. Kann jederzeit abbestellt werden. Jede Mail enthält enstprechende Links dazu. Nur zu, trau Dich … :-)
Über Peter A. Weber 115 Artikel
Rebellischer Alter, der der Konformität den Kampf angesagt hat. Keltische Identität bezüglich Kultur, Musik, Philosophie und Mentatlität. Meine Abneigungen: Nationalismus, Rassismus, Fremdenhaß, Ideologien und Fundamentalismus jeglicher Art. Ich lege Wert auf unabhängiges Denken und Schreiben.

4 Kommentare

  1. „Ich habe diese Nacht eine Dokumentation bei ARTE des österreichischen Filmemachers Erwin Wagenhöfer gesehen. Die hat mich total beeindruckt.“
    Ging mir genauso. Leider konnte man den Film nirgendwo kostenfrei runterladen um ihn zu sichern.

    „Ausleben des Konsumismus als der Weisheit letzter Schluss?“ Der Weisheit letzter Schluss ist zu finden unter https://deweles.de und https://opium-des-volkes.blogspot.com

    PS: Er heißt übrigens Wagenhofer.

  2. Werter Herr Kahrs, ich bin seit langem stiller Mitleser ihrer amüsant-scharfen Beiträge ohne das ein fader Beigeschmack, trotz dessen Pikantheit zurückbleibt. Ihren Hinweis werde ich mir morgenfrüh zu Gemüte führen und danke für den aktuellen Beitrag, dessen Essenz meine vollste Zustimmung bekommt. Ein sonniger Gruss aus Portugal ist Ihnen gewiss.

  3. Ich speichere mir solche Filme auch gerne ab. Habe eine Möglichkeit gefunden, dieses Video herunterladen zu können. Zumindest wäre es eine Möglichkeit.
    https://www.chip.de/downloads/MediathekView_34031575.html
    Arte habe ich dort auch irgendwo gefunden, aber ich habe noch nicht gerafft, WIE man damit nun Videos herunterladen kann….vielleicht kuckt ihr mal? Und verratet mir dann das Geheimnis. *seufz*

Kommentare sind deaktiviert.