Unter falscher Flagge, Heute von gestern und Angela verboten

Nach langer Zeit der Abwe­sen­heit will ich den heuti­gen Tag mal wieder dazu nutzen mich beim Leser gehoben­em Niveaus gründlich einzuschleimen. Ja ich bin es wirk­lich, Pit­ti­platsch der Freche, nicht die bil­lige Face­book-Kopie, die dieser windi­ge Merkelfan dort betreibt, der den Zusam­men­bruch seines rosaroten Welt­bildes ein­fach nicht ertra­gen kann. Und weil das so ist, lasst uns mal wieder über die flat­ter­haften Hin­ter- und Abgründe deutsch­er Medi­en­ar­beit quatschen. Es lohnt sich immer noch, platschquatsch …

Heute-Journal von Gestern

Apro­pos Schleimen, das war wohl auch das Mot­to des son­ntäglichen Heute-Jour­nals, dass in ger­adezu erstk­las­siger jour­nal­is­tis­ch­er Arbeit die Explo­sion ein­er chi­ne­sis­chen Fab­rik mit ein­er Het­zkam­pagne über die DDR ver­bun­den hat. Ein Wun­der dass sie die olle DDR nicht auch noch beschuldigt haben, an der Explo­sion der Feuer­w­erks­fab­rik vom nieder­ländis­chem Enschede im Jahr 2000 schuld zu sein oder es als Spät­folge der Sozial­is­tis­chen Wirtschaft auszugeben (um die ange­blich west­deutsche Über­legen­heit der Wirtschaft deut­lich her­vorzuheben). Natür­lich hat man die Chi­ne­sis­che Berichter­stat­tung kri­tisiert — das ist beim CDU-treuen Genossen des Haupt­stadt­stu­dio schon eine liebe Gewohn­heit, ins­beson­dere wenn es gegen die soge­nan­nte Schurken­staat­en geht. Mag sein, dass die Chi­ne­sen an der Berichter­stat­tung gedreht haben, aber das läuft hier genau­so oder hat irgendw­er was über die gifti­gen Chemikalien in Enschede gehört? Nein?

Unter falscher Flagge, Heute von gestern und Angela verboten Grundwasserspeicher Nordeuropa durch Fracking in Gefahr
Darstel­lung der Grund­wasser­si­t­u­a­tion Nordeu­ropa

Hat denn irgendw­er schon erwäh­nt, das das Frack­ing in Ost­deutsch­land direkt am größten Wasser­spe­ich­er Nordeu­ropas den gesamten Wasser­haushalt der Nordeu­ropäis­chen Tiefebene verän­dern wird? Dabei spielt es noch nicht ein­mal eine Rolle, ob er mit Chemikalien vergiftet oder durch das Aufreißen der Lehm­schicht der Spe­ich­er entwässert wird. Das Ergeb­nis ist das gle­iche — Dürre und Wüste.

Sich­er hat man Euch auch darüber nicht informiert, denn die weiße Weste Deutsch­lands wäre längst zu ein­er faulig stink­enden Masse verkom­men, würde man sich damit beschäfti­gen, was man der Bevölkerung an Infor­ma­tio­nen voren­thält. Und so wird der Tag kom­men an dem unsere Kinder sagen wer­den: “Diese Wüste war vor hun­dert Jahren der grün­ste Teil von Europa”. Aber wie immer ist es dann zu spät. Hoch leben unsere Fre­unde aus Kana­da und Eng­land und unsere ach so lieben Brüder aus NRW und Bay­ern. Aber diese unbe­deu­tende Kleinigkeit ist dem Heute-Jour­nal kein­er­lei Erwäh­nung wert. Stattdessen schal­tet man beim Heute-Jour­nal in den Het­z­modus.

Unter falscher Flagge, Heute von gestern und Angela verboten Ihr könnt alles wählen alles Banane alle aprteien kommt immer groko rausAm Schön­sten war natür­lich die krampfhafte Über­leitung der Mod­er­a­torin, wo das CDU-Parteienkollek­tiv der Bun­desre­pub­lik ihr Staats­fernsehn mal wieder dazu benutzte, die beset­zte DDR so richtig madig zu machen. Es reicht eben nicht sie zu begraben, Leichen­schän­derei ist hierzu­lande ein Kava­liers­de­likt. Und das angesichts ein­er erneuten Ver­längerung von Merkels Roll­stuhldik­tatur, die wie Damok­les und sein  Teflon­schw­ert dro­hend über Deutsch­land schwebt. Doch um sich in den eige­nen Lügen endgültig zu ver­fransen, quak­te das Heute Jour­nal absur­der­weise auch noch aus­giebig über Presse­frei­heit, die sie ja in der Ukraine-Berichter­stat­tung und der NSA-Spi­onage (um nur einige Punk­te zu nen­nen) so glänzend ver­hin­dert hat.

Unter falscher Flagge, Heute von gestern und Angela verboten Heart and Soul of Gold Herz und Seele des Geldes currencies Draghi Lagarde Juncker Euro Dollar Money qpress fakeworld EZB Zentralbank Geldschwindel Betrueger DesTroykaDem aufmerk­samen Hör­er wird auf diese Weise einget­richtert, dass eine chi­ne­sis­che Fab­rik­ex­plo­sion 2015 was mit ost­deutschen Fernse­hen vor 30 Jahren zu tun hat. Ist ja auch nahe­liegend, oder? Natür­lich kann man so einiges an den Haaren her­bei ziehen, aber das Heute-Jour­nal erre­icht darin eine Meis­ter­schaft, die ihres Gle­ichen sucht.

Eine der vie­len medi­en­tech­nis­chen Kniffe, die das Staats­fernse­hen samt Ein­heit­s­presse in den let­zten 25 Jahren immer wieder weit­er erforscht und aus­getestet hat. Es wird schon seinen Grund haben, warum die am meis­ten geförderte Forschung sich damit beschäftigt, wie man men­schlich­es Denken manip­uliert. Sind wir doch mal ehrlich, dass hier ist das Paradies der Lügn­er.  Ehrlichkeit find­et man eher bei einem Straßendieb als in den Chefe­ta­gen von Unternehmen, Behör­den und Parteien.

Dumm nur, dass unsere Leser ein geistiges Aufk­lärungsniveau erre­icht haben, in dem sie ein­fach nicht mehr doof genug sind zu glauben, dass die Grün­dung des zweit­en deutschen Staates der Aus­rot­tung seines Volkes diente. Und ich weiß das, denn ich habe über­lebt! Doch wie tief der Hass auf den Ost­block die Men­schen West­deutsch­lands und Wes­teu­ropas geistig vergiftet hat, zeigt sich auch an dem zweit­en False Flag-Aufreger der Woche.

Prominentes Gerangel um inszenierte Pressefreiheit

Ein beson­ders per­fides Beispiel wie das Volk manip­uliert und ver­schaukelt wird, haben wir let­zte Woche erlebt, aber nicht jed­er hat es begrif­f­en. Ach wie hat doch die Net­zge­meinde auf den bösen Gen­er­al­bun­de­san­walt Har­ald Range geschimpft, der gegen die schein­bar aufk­lärerisch wirk­enden Blog­ger von Netzpolitik.org wegen Lan­desver­rat ermit­telte. Also Leute, die sich als dig­i­tale Bürg­er­rechtler und Open­Source-Kul­tur beze­ich­nen. Klingt großar­tig. Da wurde gle­ich mal eine Peti­tion ver­fasst und die ganze Net­zge­meinde sol­i­darisierte sich mit diesem Angriff auf die Presse­frei­heit.

Keine Frage, Presse­frei­heit muss vertei­digt wer­den, ins­beson­dere wenn sie von Leuten kommt, die tat­säch­lich die dig­i­tale Mei­n­ungs­frei­heit vertei­di­gen. Ich bin voll dabei, wenn sie hier einen Blog­ger zum Lan­desver­räter stem­peln, nur weil er Schweinereien der Regierung gegen das Volk aufdeckt. Doch halt, wie hält es Netzpolitik.org eigentlich selb­st mit der Presse­frei­heit? Die beschä­mende Wahrheit: gar nicht. Presse­frei­heit nehmen sie zwar für sich in Anspruch, aber sich selb­st daran zu hal­ten gehört nicht zu ihren Tugen­den.

Netzpolitik_org schmeisst RT raus
Netzpolitik.org, © Screen­shot von RTdeutsch.de

Und darüber sollte doch Chefredak­teur Markus Beckedahl als Mit­glied im Medi­en­rat der Medi­en­anstalt Berlin-Bran­den­burg (auch so ein CDU-Parteikollek­tiv-Wes­si­club mit einem im West­en angekommen­em Quoten-Ossi der Linken) und ein­er der Ini­tia­toren der “Gesellschaft­skon­ferenz” bei re:publica und noch so ein Dutzend weit­er­er Clubs Bescheid wis­sen. Doch weit gefehlt. Und so brüstet sich hier ein — die lokale Medi­en­anstalt beauf­sichti­gen­des Mit­glied — die Jour­nal­is­ten von Rus­sia Today raus­geschmis­sen zu haben. Na bra­vo Markus Beckedahl, du bist schon so ein richtig toller Mär­tyr­er der Presse­frei­heit Hecht.

Was ist das? Vorurteil, Ras­sis­mus oder steckt mehr dahin­ter? Es scheint, dass man dem bösem Russensender ein Gespräch ver­weigert, obwohl dieser winzige Sender die Ein­heit­s­presse der Sys­temme­di­en in Deutsch­land mit sein­er Mei­n­ung eher bere­ichert als bee­in­flusst. Was für Infor­ma­tio­nen ver­bre­it­et eigentlich Netzpolitik.org? Lasst uns ein biss­chen bud­deln, was hier eigentlich wirk­lich los ist.

Da stellt sich mir zuerst die Frage, wieso sich Jus­tizmin­is­ter Heiko Maas (SPD) und infolge dessen Innen­min­is­ter Thomas de Maiz­ière (CDU), Ver­fas­sungss­chutz-Präsi­dent Hans-Georg Maaßen (BfV), die Vor­sitzende des Bun­destags-Recht­sauss­chuss­es Renate Künast (Grüne) und sog­ar das Merkel höch­st­per­sön­lich für die Ein­stel­lung der Ermit­tlun­gen gegen Netzpolitik.org engagieren? Soviel Polit­promi­nenz für einen Blog? Na was für eine Show. Klar ist, dass sich die Grü­nen gle­ich mal megamäßig für ihren Parteigrü­nen auf­plus­tern. Aber was für ein Inter­esse hat die Merkel-Clique daran?

Rück­blick: Netzpolitik.org war ins Visi­er der Bun­de­san­waltschaft ger­at­en, nach­dem die Gruppe ver­trauliche Ver­fas­sungss­chutz-Doku­mente im Inter­net veröf­fentlicht und Ver­fas­sungss­chutz-Präsi­dent Hans-Georg Maaßen (BfV) höchst per­sön­lich deswe­gen Anzeige erstat­tet hat­te. Fassen wir mal zusam­men: Ein popeliger 08/15 Blog kommt in den Besitz “ver­traulich­er Ver­fas­sungss­chutz-Doku­mente” und wird von dessen Urhe­ber — dem Ver­fas­sungss­chutz (Ver­fas­sungss­chutz-Präsi­dent Hans-Georg Maaßen, BfV) angezeigt. Später vertei­digt genau der gle­iche Typ die ange­bliche Presse­frei­heit? Also wenn ich mir die Pro­tokolle des NSA-Unter­suchungsauss­chuss­es anschaue, frag ich mich natür­lich, ob der Blog nicht direkt vom Inlands­ge­heim­di­enst gefüt­tert wurde, um so eine Art Minige­gen­pol zur Nichter­mit­tlung in Sachen NSA vorzus­pie­len, eben eine Auf­führung in Sachen ver­meintlich­er Presse­frei­heit.

Aber ok, Gen­er­al­bun­de­san­walt Har­ald Range leit­et also pflicht­be­wusst eine Ermit­tlung ein, das kommt (irgend­wie) an die große Glocke und kurz darauf meldet sich die ganze Polit­clique entrüstet zu Wort. Prompt schickt man den abgesägten Gen­er­al­bun­de­san­walt in (fürstliche) Rente … 1:0 im Spiel Poli­tik vs. Jus­tiz und als Trostpflaster dür­fen wir noch wis­sen, dass der Range näch­stes Jahr ohne­hin renten­reif gewe­sen wäre. Got­t­lob hat man also halb­wegs auf die Kosten­neu­tral­ität dieser PR-Aktion geachtet.

Dass Range dem Vertei­di­gungsmin­is­ter Maas sog­ar poli­tis­che Ein­flussnahme auf die Jus­tiz vorge­wor­fen hat, geht in dem all­ge­meinem Auf­schrei im Netz natür­lich auch unter. Und nicht nur das Volk ist entrüstet. Dies­mal sind sog­ar die Medi­en punk­t­ge­nau entrüstet. Also ich finde die Bespitzelung und Ver­fol­gung von Blog­gern generell unmöglich, aber wer hat eigentlich diesen Auf­schrei ins Rollen gebracht? Wer hat da gle­ich eine Peti­tion ver­fasst? Wer hat die Medi­en informiert? Das alles macht mich ganz wirr im Kopf!

Natür­lich stellt sich hier dem Otto-Nor­mal­bürg­er die Frage, warum die Gen­er­al­bun­de­san­waltschaft eigentlich nicht gegen die massen­hafte Schnüf­felei von NSA mit tatkräftiger Unter­stützung des BND ermit­telt? Es scheint als halte die Poli­tik­er-Clique (mar­tialisch unter­stützt durch ihre Sys­tem­presse) selb­st schützend die Hand über diese Blog­ger. Dieser elitäre Teflon-Club kriegt ange­blich nicht mal eine Lebens­mit­te­lam­pel hin, doch plöt­zlich biegen sie Geset­ze ganz nach Bedarf und sägen Ver­fas­sungss­chützer ab? Sehr merk(el)würdig.

Aber ok, analysieren wir mal weit­er. Was für eine Poli­tik ver­tritt Netzpolitik.org eigentlich? Sie fahren in der Berichter­stat­tung zur Ukraine die gle­iche Schiene wie die Ein­heit­s­presse und ist qua­si das Sprachrohr der Grü­nen, die sich im All­ge­meinen eifrig daran beteili­gen, über­all im Osten ihre Importwes­sis zu platzieren.

Deren grüne Demokratie reicht von der legal­isierten heimis­chen Hanf­plan­tage bis zur Legal­isierung des Men­schen­han­dels, deren Opfer Asy­lanten von Schleusern Unternehmern auf wider­wär­tig­ste kreativste Weise bis nach Europa geschleust wer­den, um hier als kün­ftige Bil­li­gar­beitssklaven CDU Wäh­ler dem Staat zu ewigem Dank verpflichtet zu sein. Kein Wun­der, dass im Freis­taat Sach­sen 17-jährige Mädels um die Ecke gebracht wer­den, schließlich wird der männlichem Homo Kon­sumen­sis schon von klein auf dazu erzo­gen, dass er not­geil den erzeugten Grundbedürfnis­sen (neudeutsch Kick) nachzu­laufen hat, um als halb­wegs nor­maler Deutsch­er zu gel­ten. Da muss man schon früh mit dem Üben anfan­gen.

Bei dieser gesellschaftlichen Leis­tung kann ich mir leb­haft vorstellen, wie Deutsch­lands grüne Zukun­ft “á la Beckedahl” aussieht: Das fett gefüt­terte Kon­sumenten­volk Europas im Dro­gen­rausch, Frei­heit für Pädophilie, Pros­ti­tu­tion, Pho­bie, Frei­han­del, Men­schen­han­del, Nazisym­bo­l­ik und Geschichts­fälschung — das alles unter dem Label Demokratie glück­lich im 52. Bun­desstaat EUSA vere­int. Als einziges Hob­by ab und zu ne Hasch­par­ty vor einem Cas­tor­trans­port und die übliche Krim­i­nal­isierung von Tabak­genuss, Ossis und Osteu­ropäern (mit Aus­nahme jen­er Neon­azis, die ger­ade von der Nato aufgerüstet wer­den). Super!

Kein Wun­der dass sich die Polit­clique ger­adezu rührend um diese “Bürg­er­rechtler” küm­mert, schließlich arbeit­en sie doch mit an jen­er Insel der Glück­seli­gen, die uns in zahlre­ichen SiFi-Fil­men vorge­führt wird. (Lei­der spie­len wir darin die Rolle der elen­den Bevölkerung)

Düstere Zukunftsvision nach einem Krieg, Scenenbild des Crowdfunding-Kurzfilmprojekts Phönix-9, (c) bei den Autoren vorgestellt auf polygamiaAber natür­lich braucht auch so ein Kuck­uck­sei lupen­rein­er Bürg­er­rechtler in der alter­na­tiv­en Blog­ger-Szene eine Art von Rev­oluzzer-Ref­erenz, um sich glaub­würdig als Vor­gauck­ler Wort­führer zu etablieren. Es wirkt doch ziem­lich überzeu­gend, wenn man aus­gerech­net jene anzeigt, die eh schon Mit­glied im eigen­em Club sind und die müssen natür­lich auch aus­ge­suchte “Geheimquellen” haben.

Zugle­ich stellt sich aus­gerech­net die Parte­iclique um Merkel & Co hin, um als “Vertei­di­ger der Presse­frei­heit” mal eben das eigene Gesetz so zu biegen, wie man es ger­ade braucht. Damit poliert man gle­ich noch sein Image auf. Also aus­gerech­net jene, die seit 25 Jahren US-Kon­trolle ein­schließlich Massenbeschnüf­felung vor dem Volk ver­heim­lichen und unsere Bürg­er­rechte immer weit­er ein­schränken? Da frag ich mich doch was die Polit­clique so motiviert? Hat sie je einen echt­en Bürg­er­rechtler beschützt?

Bei soviel Falsch-Flaggen hab ich große Lust, meine Liste jen­er, denen man kein Wort glauben sollte, um die entsprechen­den Namen zu erweit­ern. Und RTdeutsch sei ans Herz gelegt, sich die Leute vorher anzuschauen. Ins­beson­dere dann, wenn sie so mächtige Schutzen­gel haben.

Deutsches Anglerlatein

Unter falscher Flagge, Heute von gestern und Angela verboten Angela verboten Merkel CDU Partei Politik Mutti PersonenkultWie tief der Hass auf Ossis, Osteu­ropäer und Russen eigentlich in der Bevölkerung West­deutsch­lands ver­ankert ist, (meine Leser natür­lich ausgenom­men) zeigt sich auch auf andere ganz banale Weise, so zum Beispiel in der Welt des Sports. Während in Zeitun­gen von dem skan­dalösem Aus­maß des sys­tem­a­tis­chem Dop­ings in der inter­na­tionalen (also auch deutschen) Leich­tal­tethik bericht­en, über­schlägt sich Chris­t­ian Keller — ehe­ma­liger Schwimm­star der Deutschen Mannschaft — und sein ZDF Mod­er­a­tor bei der Schwimm-WM in Kasan, Rus­s­land ger­adezu. Bei jedem Auftritt von Chi­ne­sen und Russen wird der Fernse­hzuschauer umfassend über chinesisch/russische Dop­ingfälle aufgek­lärt.

Beson­ders auf eine Per­son hat­ten sie es abge­se­hen, Juli­ja Andrejew­na Jefi­mowa, eine sym­pa­this­che Brustschwim­merin aus Grozny. Warum? Die Dame erfreut sich eines beson­deren Fans. Putin per­sön­lich besuchte die Schwimm-WM, um die Weltk­lasse-Schwim­merin anzufeuern. Offen­sichtlich Grund genug das Mädel möglichst schlecht ausse­hen zu lassen.

Sie wurde 2012 Olympiasiegerin in Lon­don und 2013 Welt­meis­terin in Barcelona. Kurz darauf wurde bei ihr eine ver­botene Dop­ing­sub­stanz fest­gestellt. 16 Monate wurde sie dafür vom Schwim­mver­band Fina ges­per­rt und der Sieg in Bacelona aberkan­nt. Aus diesem Grunde wurde sie gle­ich mal als “Inter­view” getarnt vom deutschen Mod­er­a­tor zur Rede gestellt. Dum­mer­weise lächelte die als Dop­ing-Sün­derin betitelte ein­fach in die Kam­era. Damit kon­nte der ZDF-Mod­er­a­tor natür­lich nichts anfan­gen, aber hart­näck­ig bohrte er weit­er.

Schließlich nervte er lange genug, bis sich die Schwim­merin zu ein­er Bemerkung hin­reißen ließ und äußerte «Ich ver­gle­iche das mit Aut­o­fahren. Wenn man zu schnell ist, bekommt man ein Tick­et und bezahlt»

Nun hat­te er einen Satz, den man so richtig madig machen kon­nte und so platzierte man sel­bi­gen als Beweis des rus­sis­chen Dop­ing­sumpfes in allen deutschen Medi­en. Lei­der ver­gaß der Mod­er­a­tor zu erwäh­nen, dass sie:

  • wenige Wochen vor der Welt­meis­ter­schaft in die USA reiste, um dort bis zur WM Barcelona mit einem Amerikan­er zu trainieren und
  • dass sie die Dop­ing­sub­stanz in der USA als Diät-Mit­tel zu sich nahm mit der Auskun­ft, es bein­halte kein­er­lei Dop­ing­sub­stanzen.

Auch das war den Mod­er­a­toren natür­lich keine Erwäh­nung wert. Stattdessen zog er nun lang und bre­it über die Schwächen des Schwim­mver­band Fina her. Offen­sichtlich war die Auskun­ft zum Inhalt dieses Diät­mit­tels eine Lüge. Ob die Amerikan­er ihr das untergeschoben haben? Man weiß es nicht, aber heutzu­tage ist Fair­ness eine Sel­tenheit im Sport und über­haupt. Fakt ist, sie trat nach 16 Monat­en wieder an und gewann.

Doch wie das mit schlecht­en Ver­lier­ern so ist, hielt man sich in Deutsch­land nicht mit bösen Bemerkun­gen zurück. Und so titelt die SVZ am 5. August erfreut “Rus­s­lands Dop­ing-Sün­derin Jefi­mowa feiert WM-Sieg: Eiszeit im Beck­en”. Hat­ten sie Eis­bären gesichtet? Also ich hab mir die Liveüber­tra­gung angeschaut — kein Eis weit und bre­it.

Da bekom­men doch Sätze wie: “Die Leich­tath­letik ist eine ver­lo­gene Szene” von Anti-Dop­ing-Experte Wern­er Franke gle­ich eine ganz andere Wer­tigkeit. Das Ver­trauen in den Spitzen­sport hat der 74-jährige Moleku­lar­biologe näm­lich schon vor Jahren ver­loren und ist sich sich­er: “Viele Ath­leten ver­danken ihren Erfolg uner­laubten Mit­teln.”

Das bestätigt auch eine Studie der Welt-Anti-Dop­ing-Agen­tur (Wada), die 2011 in Auf­trag gegebe­nen wurde. Ergeb­nis: 29 Prozent der Leich­tath­leten, die bei der WM 2011 starteten, gaben an in den zwölf Monat­en gedopt zu haben. Doch nur ganze 2 Prozent fie­len in der Dop­ing­probe auf. Der Leich­tath­letik-Weltver­band IAAF block­iert seit Wochen die Veröf­fentlichung ein­er Studie, die doku­men­tiert, wie weit ver­bre­it­et Dop­ing bei Spitzenath­leten ist.

Tat­säch­lich sind Experten auch der Mei­n­ung, dass Dop­ing im Schwim­men ähn­liche Dimen­sio­nen erre­icht. Und wie inten­siv und sys­tem­a­tisch Sportler in der BRD unter Druck geset­zt wur­den Dop­ing zur Erbringung  von Leis­tun­gen zu nutzen, belegt auch die Studie über Dop­ing zwis­chen 1950 bis 1990. Der Unter­schied zum DDR-Dop­ing ist, dass hier die Sportler selb­st abgeurteilt wer­den, während man das DDR-Dop­ing bequem auf Train­er und Funk­tionäre schieben kon­nte. Und wie Spitzen­sportler hin­gerichtet wer­den sah man am Fall von Jan Ulrich. Dass dieser Aus­nah­meath­let nur der Sieger in einem ganzem Tross von Rad­fahrern war die alle gedopt waren, wurde ihm zum Ver­häng­nis, denn die Meute het­zt den Sieger, nicht den Tross dahin­ter.

Ulrich, der allein kör­per­lich dem Ide­al eines Rad­fahrers entsprach, bekam sog­ar 130.000 Euro Schweigegeld zu seinem Telekom-Ausstieg bezahlt. Er war also dazu ver­dammt alles abzus­tre­it­en, um seinen Fre­un­den im Team nicht auch noch die Kar­riere zu ver­hageln. Doch genau das wurde ihm nun zum Ver­häng­nis. Als mit Arm­strong auch das ital­ienis­che Dro­gen­la­bor auf­flog, dass den ganzen Tross ver­sorgte, trat­en die Sportler die Flucht nach vorn an und bekan­nten sich öffentlich zum Dop­ing. Damit ent­gin­gen sie der medi­alen Hin­rich­tung, die sich zuvor ger­ade an der Auswei­dung Ulrichs abar­beit­ete. Über die Dro­gen­sün­der West­deutsch­lands wird das samtene Tuch des Vergessens aus­ge­bre­it­et … böse sind immer nur die Anderen, also die östlich von den Wes­sis.

Unter falsch­er Flagge, Heute von gestern und Angela ver­boten
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Wir exper­i­men­tieren. Man kann sich diesen Artikel auch vor­lesen lassen. Lei­der klingt die Dame in Deutsch etwas holperig und unbe­holfen. Wer damit klarkom­men kann, der mag sich gerne eine Vor­lesung geben lassen!
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Pittiplatsch
Über Pittiplatsch 21 Artikel
Pittiplatsch kam am 17. Juni 1962 life im DDR-Fernsehn auf die Welt. Mama Trisch weiß noch genau, wie er damals aus dem Pfefferkuchen-Paket für Meister Nadelöhr krabbelte, mit gigantischen Bauchschmerzen, er hatte alle Pfefferkuchen aufgefuttert. Pittiplatsch ist der einzige TV Star der ungestraft die Zunge rausstrecken darf. Seine Aktionen sind gut gemeint und gehen leider regelmässig schief. Er trägt den Indianernamen „Freche Lippe“ und nennt sich selbst "Pitti, der lieeeebe" Quatsch und platsch und quatsch - das ist doch der Pittiplatsch.

2 Kommentare

  1. Was hier aufgeschrieben ist gefällt mir, was mir nicht gefällt, kann dem Autor und manch anderem Zeitgenossen, der seine Mei­n­ung schriftlich zu PC bringt, zur Lek­türe emp­fohlen wer­den:

    http://www.dasdass.de/

    Dann kön­nte ich ein­fach flüs­siger lesen und hätte nicht immer den gedanklichen Füller mit rot­er Farbe im Kopf.

    • Nörgeln ist die kleinkari­erte Art um von den großen Prob­le­men abzu­lenken. Macht die Bun­desregierung ständig.
      Wie wäre es wenn du dich ein­fach bei Wika meldest um die Beiträge Kor­rek­tur zu lesen. So einen kön­nten wir hier gut gebrauchen,
      denn das wir die Weisheit nicht mit gold­nen Löf­feln gefressen haben, lässt sich nicht leug­nen.
      Allerd­ings denke ich der geistige Anstoß des Inhaltes ste­ht weit über flüchtige Rechtschreibfehler, zumal es diese Regeln erst seit rund 100 Jahren gibt.
      Die 2000 Jahre davor kamen wir pri­ma ohne aus.

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