Vatikan zieht um nach Niger

Der neue Peters-Dom in Niger, noch ungeweißeltVatikanstadt: Die Ankündigung gleicht einer kongregalen Revolution. Nicht im Traume hätte jemals wer daran gedacht, dass sich der Vatikan überhaupt einmal bewegen könne, geschweige denn umzuziehen. Ungesicherte Quellen sprechen sogar offen darüber dass auch die Kirche einem Sparzwang erlegen sei. Die Spekulationen indes ufern aus, ob es die Angst vor Vertreibung ist oder gar eine drohende Apokalypse. Der Sprecher des Vatikan dementierte und ließ durchblicken, dass der Umzug von der „Höchsten Einsicht“ inspiriert sei. Der Stellvertreter Gottes auf Erden persönlich habe diesen Umzug nunmehr angeordnet. Wie auch immer – hier zunächst einige Details zu dieser göttlichen Fügung und was dies zu bedeuten hat.

Demnach ist Niger das auserwählte Land und der gesamte Vatikan soll dort sein neues Domizil bekommen. Dieses Land gilt als eines der ärmsten auf diesem Planeten, was die Symbolkraft dieser Handlung unterstreichen dürfte. Der Umzug selbst soll über einen Zeitraum von 3 Jahren minutiös vorbereitet werden und dann innerhalb weniger Monate komplett realisiert werden. Bezüglich der Logistik habe man sich bereits mit Italien und dem Niger verständigt. Besonders erfreulich sei, dass der Niger dem Vatikan eine 10 mal größere Fläche zur Verfügung stellt, als dies in dem beengten Rom in Italien derzeit der Fall ist. Damit wäre das neue autonome Staatsgebiet im Herzen Nigers untergebracht und in jeder Hinsicht absolut zukunfts- und ausbaufähig. Rechts im Bild der etwas weniger prunkvolle neue Peters-Dom (mit Outdoor Andachtsmöglichkeit – muss alles noch mal geweißt werden) und links im Hintergrund, halb verd(r)eckt, die neue Residenz des Papstes „Kastle Sand Golfo“.

Viele Ungläubige aber auch Mitarbeiter des Vatikan quittierten diese Ankündigung zunächst mit dem spontanen Ausruf: „Ach du heilige Schei…e“, letztere haben aber inzwischen von weiterer Kritik abgesehen, um das ambitionierte Projekt nicht zu gefährden und keinesfalls eine Exkommunizierung zu riskieren. Der Heilige Stuhl indes schob in einer eiligst verteilten Grußbotschaft an seine Schäfchen ein ganzes Bündel an Argumenten nach, die diesem Entschluss zugrunde liegen. Und wie nicht anders zu erwarten, sind es sehr ausgewogene und gute Argumente die wir auszugsweise hier wiedergeben dürfen.

  • Zuvorderst sei es ein innigliches Anliegen der Kirche die Rückkehr zur Wiege der Menschheit zu zelebrieren. Nach Jahrzehnten intensiver Forschungsarbeit ist ja zweifelsfrei belegt, dass die Wiege der Menschheit in Afrika zu finden ist. Man möchte mit diesem Ortswechsel diesen Aspekt bei der Rückkehr zu den Wurzeln der Menschheit innerhalb der Kirche gebührlich würdigen und weiterhin den Menschen als Vorbild dienen. Einer Einwendung folgend, dass das neue Staatsgebiet doch mehr oder weniger am „Arsch der Welt“ liege, wurde dem Einwender beschieden, dass es das Vorhaben sogar aus biologischer Sicht untermauere, denn es sei heute dank der Wissenschaft völlig unbestritten, dass auch die Geburtseinrichtungen des Lebens nur einen Fingerbreit davon entfernt lägen – jedenfalls würde man damit dem Ursprung deutlich näher sein als in Rom. Abgesehen davon wolle man von Herzen gerne in Niger vertreten sein, um nicht zu sagen erheblich „inNiger“. Auch habe man erkannt dass man die schwarzen Schäfchen nicht einfach so links liegen lassen könne.
  • Hauptgrund für den Ortswechsel sei allerdings eine innere Reinigung und Läuterung, weil man die Bibelstelle nicht (mehr) finden könne woraus hervorgehe, dass das göttliche Bodenpersonal in Pomp und Gloria leben solle, wie dies bis heute offenbar irrtümlich über gut 2.000 Jahre praktiziert werde. Dieser gravierende Umstand sei bei allen Bibelfälschungen bislang unberücksichtigt geblieben. Neuerliche Fälschungen zur nachträglichen Rechtfertigung wären zu augenfällig und so müsse man jetzt im Büßerhemd den Rückzug antreten. Jesus, der kaum mehr als ein Hemd hatte, dürfte auch heute unter den Hartz IV Beziehern noch ein Bettler sein und in Deutschland hätte er möglicherweise nicht einmal Hartz IV bekommen, weil ihm aufgrund seiner Lebensweise der Nachweis eines Wohnsitzes nur schwer geglückt wäre. Die Kirche müsse jetzt, um eine glaubwürdige Vertretung der zunehmend veredelten verelendenden Menschheit sein zu können, anfangen deren Schicksal zu teilen, um als Gleiche unter Gleichen die geistige Führung nicht zu verlieren, sondern diese stattdessen ernsthaft und aufrecht (er)halten und übernehmen wollen. Man könne sich auch nicht von dem Verdacht freisprechen über den langen, erwähnten Zeitraum möglicherweise einem falschen Gott gedient zu haben, hier sei es an der Zeit dem Mammon abzuschwören, das goldene Kalb zu schlachten und sich auf den wahren „Einen Gott“ zu besinnen.
  • Auch solle es ein biblisches Revival werden. Wie schon Moses, gedenkt auch Papa Ratzinger dort für seine Mannen Manna vom Himmel regnen zu lassen, damit das wüste Umfeld ausschließlich der inneren Einkehr dienen kann ohne es für triviale menschliche Bedürfnisse missbrauchen zu müssen. Die wenig vorhandenen Reize der Landschaft sollten den Reifungsprozess der Mitarbeiter und Pilger fördern. Derzeit verhandelt der aus Deutschland stammende Papst noch mit der Zensursula von der Leyen-Bibliothek, ob er als kleine Gründungsgabe Deutschlands die 7 Millionen Hartzies mitnehmen darf. Dies wurde ihm offenbar schon von der Kanzlerin zugesichert, sofern das Gesundheitsministerium den Nährwert der ersten Manna-Proben für ausreichend befindet. Offenbar ist die gesamte christlich geprägte Regierungfraktion von diesem Gedanken sehr begeistert. Ansonsten sei ja auch die Kirche nach den ganzen Missbrauchsfällen der letzten Jahre ziemlich geläutert, dass man keine Angst um diese Schutzbefohlenen mehr haben müsse und diese Bedürftigen gerne dem Papst als Grundstock für sein neues Imperium überlasse.
  • Selbstverständlich stehen bei so einem Umzug auch Kostengesichtspunkte zur Debatte. Anstatt das schöne Geld in Rom des Winters zu verheizen, benötigt es in dem neuen warmen und gelobten Land nicht der Geldverbrennung um es mollig zu haben. Gott und die Natur haben hier schon vorgesorgt. Ein ganzjähriger Glaubensbetrieb ohne übertriebenes Einheizen ist im Niger auf natürlichem Wege gewährleistet. Für den absoluten Notfall hat das Nachbarland Nigeria schon entsprechende Heizölhilfen zugesagt. Das Vermögen der Kirche wolle man allerdings noch nicht verschenken, vielleicht gehe ja diese Expedition schief, aber solange und vorerst wolle man es dem Ackermann überlassen, der könne darauf aufpassen, dass der eisernen Reserve nix passiert und sei es im Zweifel als Beihilfe zu verstehen, wenn Ackermann stellvertretend für den Mammon dem Jesus seinen Euro-Cent zurückzahlen muss.
  • Ebenso bedeutsam ist nach Ansicht des Vatikan dass viel mehr Gläubige so Zugang zur Kirche bekommen. Leute denen für gewöhnlich die Reise nach Vatikanstadt heute nie möglich sein wird, sei es aus Gründen mangelnder Finanzen oder eines nicht erteilten Visums, können so ihrem Schöpfer ein Stück näher kommen. Für alle Afrikaner könne dieses Ziel jetzt auch zu Fuß erreichbar sein. Die wohlhabenden Gläubigen hingegen werden schon Mittel und Wege finden Gottes Stellvertreter in seinem neuen Domizil aufzusuchen.

Lobende Erwähnung durch den Vatikan fand am Rande die Übernahme der kompletten Umzugskosten durch eine Immobiliengesellschaft des Herrn Berlusconi, die im Gegenzug das vormalige Staatsgebiet des Vatikan übernehmen wird. Dem Vernehmen nach hält Berlusconi persönlich den Umzug für eine teuflisch gute Idee und eine wahre Erlösung. Darüber hinaus hinterbleibt auf dem Petersplatz der „Pappst“ (siehe Abbildung links), der bislang als „Stellvertreter-Stellvertreter“ herhalten musste, wann immer dem Amtsinhaber ein göttlicher Blitzschlag drohte. Er soll die hiesigen Schäfchen dauerhaft ermahnen und auch weiterhin zur Buße und zum festen Glauben antreiben. Der „Pappst“ wird bedingt durch den jetzt verbesserten Lebenswandel des Papstes in der neuen Heimat nicht mehr benötigt.

Ob indes diese fast 2.000 Jahre zu spät kommende Läuterung des Stellvertreters Gottes auf Erden das Ruder der Arche nochmals herumzureißen vermag, weiß wohl nur sein Dienstherr. In jedem Falle ist dies aber das richtige Signal an die Herde, sofern es dort noch gehört werden will. Und endlich haben all jene Seelen Ruh die den Vatikan nebst Papst und das ganze Brimborium ringsherum schon immer in die Wüste schicken wollten. Sie können jetzt glauben dass alles gut wird.

Vatikan zieht um nach Niger
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Die verkommene Wahrheit unserer Zeit ist so relativ und dehnbar wie das Geschrei der Massen-Medien selbst. Erst der schräge Blick durch die Blindenbrille, in stockfinsterer Vollmondnacht, eröffnet darüber hinaus völlig ungeahnte Perspektiven. Überzeichnung ist dabei nicht zwangsläufig eine Technik der Vertuschung, vielmehr ist es die Provokation gezielter Schmerzen, die stets dazu geeignet sind die trügerische Ruhe zugunsten eigener oder andersartiger Gedanken zu stören.

1 Kommentar

  1. Der Vatikan hat die Völker über Jahrhunderte geistig unterdrückt und irregeführt und auch finanziell ausgebeutet. Der Beitrag ist sehr lustig gemacht. Lob.

    Ich hoffe, dass das Gedankengut der Bibel bald verschwindet, denn das gründet sich ja der Vatikan und ihre religöse Ideologie.

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