US Army sucht den „Shooting Star“

US Army sucht den „Shooting Star“West Kill Point: Nach­dem die Wik­iLeaks ein­fach nicht zu stop­pen sind, geht die US Army nun auf Druck der Regierung in die Offen­sive und will das Debakel medi­al zum eige­nen Vorteil drehen. Als Vor­bild dürfte hier DSDS 2012 aus deutschen Lan­den Pate ges­tanden haben. Dem­nach hat die Führung der Truppe beschlossen zur Hebung der Moral und aus Grün­den ein­er verbesserten Öffentlichkeit­sar­beit in regelmäßi­gen Abstän­den den „Shoot­ing Star“ der Truppe zu küren (rechts im Bild wird die Ver­lei­hung des Awards bere­its geprobt. Im späteren Orig­i­nal sollen allerd­ings aus Grün­den der kul­turellen Integrität die Tänz­erin­nen nach mus­lim­is­chem Vor­bild durch 72 Jungfrauen erset­zt wer­den).

Es sei ein­fach bedauer­lich wie wenig das Mords­geschäft der Army in der eige­nen Heimat derzeit gewürdigt werde. Daher wolle man ein­vernehm­lich mit Wik­iLeaks ver­mehrt Bild­ma­te­r­i­al und Film­se­quen­zen bere­it­stellen anhand der­er die zukün­fti­gen Preisträger der Truppe ermit­telt wer­den kön­nen, bis­lang galt dies nur armeein­tern. Man könne sich aber jet­zt vorstellen in näch­ster Zukun­ft die Action-Clips im Wege der Direk­tüber­tra­gung für eine bessere Beteili­gung beim „Vot­ing“ life zu über­tra­gen. Auch eine Online­beteili­gung beim „Tar­get­ing“ sei nicht aus­geschlossen. Viel wichtiger sei derzeit die Erar­beitung der Kri­te­rien, die für die spätere Ermit­tlung der „Shoot­ing Stars“ maßgebend sein sollen. Dazu wurde eine erste Mil­itär-Richtlin­ie ver­ab­schiedet, die gröblich regelt wie die „Kämpfer gegen das Böse“ zu den begehrten Punk­ten kom­men kön­nen.

Die gefährliche Variante

Generell sind dabei zwei Kat­e­gorien zu unter­schei­den. Die wichtigere Kat­e­gorie sei derzeit noch die „Mann zu Mann Liq­ui­dierung“, bei welch­er der Sol­dat mehr oder min­der auf Tuch­füh­lung zu seinem Geg­n­er sein muss, also zum Greifen nah. Hier gibt es die höch­sten Wer­tun­gen. Erlegt der Sol­dat einen Feind in Uni­form aus näch­ster Nähe, dann gibt es einen ganzen Punkt. Ohne Uni­form, aber durch die Vorge­set­zten als Feind (an)erkannten Kom­bat­tan­ten gibt es dann ca. 0,75 Punk­te pro erfol­gre­ichem Absch(l)uss. Erwis­cht der Baller­mann Frauen, Kinder und Alte, kann er nur mit max­i­mal 10% Kol­lat­er­alschaden­bonus als Punk­tzahl für einen erfol­gre­ichen Kill rech­nen. Hier muss er ggf. schon ganze Dör­fer oder Men­schenansamm­lun­gen aus­radieren um sein Punk­tekon­to halb­wegs zu befüllen, aber auch dass ist nicht aus­geschlossen. Meist ergeben solche „Mass-Killings“ aber einen Rüf­fel durch die Armeeführung, da das einge­set­zte Kriegs­ma­te­r­i­al nicht ein­fach so ver­ballert wer­den kann, dafür ist es zu teuer und bei Übertrei­bung dro­ht gar ein Punk­te­abzug. Absolutes Tabu und mit Minus­punk­ten behaftet ist soge­nan­ntes „Friend­ly Fire“, bei dem man ein­fach auf Kol­le­gen oder Ver­bün­dete hält. Dies wird als unmoralis­che Sachbeschädi­gung gew­ertet und je nach Erfolg, gemäß dem­sel­ben Modus ver­preist, nur eben neg­a­tiv.

Die kindgerechte Ballerspielvariante

Die weniger gefährliche Vari­ante wird nach den gle­ichen Spiel­regeln gespielt, nur auf größere Dis­tanz. So kön­nen Hub­schrauber- und Drohnen­piloten für die zuvor beschriebe­nen Absch(l)üsse max­i­mal 50% der Punk­te beanspruchen, weil sie kein so hohes Risiko einge­hen, daher auch kurz „Dis­tant Kill“ in den Spiel­regeln genan­nt. Aber auch der Zus­pruch unter den Sol­dat­en in den USA ist über­wälti­gend, die vom heimis­chen PC auf der Mil­itär­ba­sis die Drohnen steuern und fleißig um Punk­te mit­feuern. Um hier nicht ins Hin­tertr­e­f­fen zu ger­at­en machen sie oft­mals Dop­pelschicht­en, stets bemüht den Anschluss bei der Ballerei nicht zu ver­lieren und mit den Punk­ten der Fron­tkämpfer gle­ichziehen zu kön­nen.

Eine weit­ere wesentliche Unter­schei­dung bei der Bew­er­tung wird wie fol­gt vorgenom­men. „KIA“ ist hier die Königsklasse, was nicht mehr bedeutet als „Killed in Action“. „KIB“ dage­gen kann nur mit 50% bew­ertet wer­den, es ste­ht für „Killed in Bed“ und ist eine ver­gle­ich­sweise ein­fache Übung, die zumeist nur dazu dient die High­tech-Sys­teme auf ord­nungs­gemäße Funk­tion hin zu prüfen.

Selb­stver­ständlich wer­den die kollek­tiv erballerten Punk­te auch für Oba­mas Frieden­sno­bel­preis nachträglich angerech­net. Die Auswer­tung erfol­gt nach dem „Body Count“-Verfahren, dies hat sich inzwis­chen bewährt und wird gröblich auch von Wik­iLeaks akzep­tiert, zumal die Dif­feren­zierung nach uni­formiert, ter­ror­is­tisch und ziv­il neb­st weit­er­er umstands­be­zo­gen­er Kat­e­gorisierung schon recht gut funk­tion­iert.

Sch(l)ussbetrachtung

Den Deutschen sind diese Szenar­ien längst als „Moorhuhn-Schießen“ bekan­nt, weshalb die Amerikan­er für ihre Helden ver­ständlicher­weise eigene Marken prä­gen möcht­en. In Afghanistan läuft der Wet­tbe­werb unter den Code­na­men „Afghani-Hunt“ oder auch „Tal­iban-Shoot­ing“, an dem die Deutschen bis zu einem gewis­sen Grade vor­bere­i­t­end beteiligt sind. Ein intern­er Stre­it um die Punk­tev­erteilung für eine Tan­klaster­bom­bardierung über­schat­tet dort bis heute das Ver­hält­nis der Alli­ierten zueinan­der.

Im Irak wird das Pro­gramm angere­ichert durch uran­haltige Muni­tion die man dort gerne ver­wen­det hat, an der auch heute noch die Geg­n­er krepieren und sog­ar die neuge­bor­nen Auf­ständis­chen bere­its gehand­i­capt zur Welt kom­men. Dadurch gibt es auch hier mas­sig Prob­leme bei der Bew­er­tung. Damit dies nicht zum offe­nen Stre­it führt will die USA im Irak eine neue Hil­f­sor­gan­i­sa­tion instal­lieren — „Amne­sie Inter­na­tion­al“ — die sich dort um das kollek­tive Vergessen vor Ort bemühen soll. Die Punk­te hat man in diesem Kon­flikt ohne­hin schon längst abgeschrieben, sodass uns Shoot­ing Stars aus dieser Baller­re­gion kaum mehr präsen­tiert wer­den dürften.

Als hoff­nungsvoll­ste neue Schau­plätze für dieses illus­tre Gesellschaftsspiel gel­ten inzwis­chen Jemen und Soma­lia. Damit rud­ert die US Army einen Schritt zurück und macht es ihren Jungs gle­ich eine Num­mer schw­er­er das Punk­tekon­to zu befüllen, weil es hier kaum Einser gibt, also uni­formierte Ziele die einen ganzen Punkt brin­gen. Dies macht aber aus Sicht der Regierung das Baller­spiel ins­ge­samt etwas preiswert­er, was man angesichts der knap­pen Kassen auch würdi­gen sollte. Wie man mit Pak­istan erleben musste, kosten die uni­formierten Ziele ein­fach zuviel. Dort streik­te die Regierung für eine Weile nach­dem die USA einige pak­istanis­che Uni­formierte an der Gren­ze nie­der­mähte, bis die USA nach diesen Vor­fällen die Zuwen­dun­gen an Pak­istan deut­lich erhöht­en und damit die Spiel­block­ade aufheben kon­nten. Was unter­dessen in Soma­lia und Jemen für Preise pro „Tar­get“ für das Baller­spiel mit den jew­eili­gen Regierun­gen aus­ge­han­delt wur­den ist und bleibt zunächst Staats­ge­heim­nis. Die US Army indes frohlockt bei den neuen „Loca­tions“ und teilt ihren Baller­män­nern mit, dass dort die Ziele noch etwas schwärz­er seien und sich so gut gegen jeden hellen Hin­ter­grund abset­zten, was die Ziel­ge­nauigkeit verbessern sollte und auch sehbe­hin­derten Killern zum Vorteil gere­ichen kön­nte. Auch über neueres Spiel­gerät welch­es dort exper­i­mentell die „Kill­rate“ verbessern könne, schwieg man sich aus – medi­ales Mil­itärge­heim­nis!

Die ersten „Shoot­ing Stars“ sollen dem­nach in 2011 proklamiert wer­den. Dies muss man sich so vorstellen wie bei uns die Sache mit den Schützenköni­gen, viel Musik, Umzug und Tam­tam. Diese Elite darf dann jew­eils ein Jahr lang immer mit Oba­ma (Präsi­den­ten­darsteller) auf Reisen gehen, wann immer er als Vor­tragsred­ner zu seinem Frieden­sno­bel­preis gefragt ist. Die Shoot­ing Stars wür­den als soge­nan­nte „Peace Mak­er“ den Präsi­den­ten esko­rtieren, sollen aber auch in der eige­nen Bevölkerung als Vertreter des „amer­i­can way to die“ eine höhere Wertschätzung erfahren.

Men­schen­rechtler die sich weltweit über diese Form des Rum­mels und Mor­dens bit­ter­lich beschw­erten, die uni­versellen Men­schen­rechte ein­forderten und der­lei Kriegs­führung als bar­barisch geißel­ten, wur­den kurz­er­hand des Platzes ver­wiesen, mit dem Hin­weis dass im Krieg andere Regeln gel­ten. Auch seien die Men­schen­rechte seit Guan­tanamo fak­tisch abgeschafft und die aktuell gelebte Demokratie bedürfe ihres Geplärrs nicht. Da man sich noch über Jahrzehnte, wenn nicht gar ewig im Krieg befind­en werde, sei es gegen den Ter­ror oder die eigene Bevölkerung, wür­den sich der­lei Bedenken völ­lig erübri­gen. Abge­se­hen davon gin­ge es hier nicht um Men­schen son­dern um Feinde, was die ver­meintlichen Gut­men­schen bitte endlich zur Ken­nt­nis nehmen möcht­en. Schließlich werde auch ihr Wohl­stand gesichert.

Gle­ich­wohl set­ze man mit dieser neuar­ti­gen und spielerischen Trans­parenz auf eine ver­mehrte frei­willige Zus­tim­mung in der Bevölkerung. Sollte sich diese nicht mit­tel­fristig aus freien Stück­en ein­stellen, trotz dieser enor­men PR-Aufwen­dun­gen oder gar offen dage­gen ange­gan­gen wer­den, gelte nach wie vor das über­aus demokratis­che Präsi­den­ten­wort von George W. Bush: „Wer nicht für uns ist, der ist gegen uns“. Bess­er könne auch die jet­zige Regierung diesen Umstand nicht for­mulieren. In diesem Falle sei es eine reine Form­sache die Zwei­fler und Geg­n­er der Demokratie per Dekret auf die andere Seite zu befördern, näm­lich ins Visi­er der kün­fti­gen „Shoot­ing Stars“. Insoweit möge sich bitte jed­er sehr genau über­legen was er in diesem Zusam­men­hang von sich gibt und fordert, denn solche Aus­sagen kämen einem Dolch­stoß gegenüber der eige­nen Truppe gle­ich und seien abso­lut geeignet als Mei­n­ung­ster­ror­is­mus gewürdigt zu wer­den, was eben­falls eine abzuwehrende Bedro­hung der Demokratie darstelle. Viel wichtiger und für die Ökonomie bedeut­samer sei die Erken­nt­nis, dass es sich bei den soge­nan­nten „Tar­gets“ (ugs. Humankap­i­tal) um einen nachwach­senden Rohstoff han­dele, den man möglichst gewinnbrin­gend ver­mark­ten müsse. Alles andere sei pathetis­ches Gefasel und würde der amerikanis­chen Gesellschaft­sor­d­nung nicht gerecht.

US Army sucht den „Shoot­ing Star“
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5 Kommentare

  1. Am besten ist: “Schließlich werde auch ihr Wohl­stand gesichert”. Hab mich sehr gefreut. Bei der Ein­leitung dacht ich noch das wär Ernst. Guter Text, mehr davon.
    Wieviel Punk­te zählen eigentlich ver­prügelte Demon­stran­ten?

  2. Mhhh…Demonstranten, sind ja Zivis die aber als Feinde erkan­nt wur­den das würde dann 0.75 Punk­te machen, Steinew­er­fer geben bes­timmt extra vielle­icht 0.875 und die 10% Kol­lat­er­alschaden­bonus nicht vergessen 😉
    Super Artikel, lei­der wie soll auch anders sein, mit jed­er Menge Wahrheit darin.


  3. Ste­fan:

    Sor­ry, aber hast du ne Quelle dafür?

    Manche Leute schnallen es ein­fach nicht… naja wie auch bei Dauerbeschal­lung am heimis­chen “Sch­land sucht den SUPER schlag den Star” Verblö­dungsTV hehe

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