Moderne Kriegsführung

Schauplatz des Geschehens<br><small>Quelle: http://kamelopedia.net/images/e/ee/Futterplatz.jpg</small>

Stockholm: Das Kriegsforschungsinstitut „iFuckY“ veröffentlichte in der letzten Woche eine Studie zur zeitgemäßen Kriegsführung. In der Analyse wurden die Konflikte der letzte 20 Jahre untersucht. Das Ergebnis ist verblüffend. Folgt man den Einlassungen der Wissenschaftler, so müsste sich der Krieg in Kürze dramatisch wandeln, um den neuen Anforderungen unserer modern(d)en Gesellschaft gerecht zu werden. Die Kernannahme unterstellt dabei die mediale Integrität und Akzeptanz der ausgewerteten Kriege. Hier die Kurzfassung des Berichtes nach thematischen Schwerpunkten:

Erster Kritikpunkt ist der Wandel in der Berichterstattung. So gibt es in den letzten Jahren nur noch sogenannten „saubere Kriege“, was dem Grunde nach nicht in Ordnung ist, schließlich würden alle beteiligten Staatsbürger hohe Steuerlasten in Kauf nehmen und hätten daher auch ein Anrecht darauf, ausgedehnte Blutbäder präsentiert zu bekommen. Es könne nicht angehen, dass auf den Schlachtfeldern Milliardenbeträge verschossen würden und das heimische Fußvolk derart billig abgespeist werde. Hierauf hatte der Bund der Steuerzahler allerdings auch schon mehrfach hingewiesen. Ferner sei diese Praxis zu ändern um Heranwachsende realistisch in die Thematik einzuführen, zukünftig sollte ja eine Mehrzahl von Ihnen auch mal auf diesen Schlachtfeldern verheizt werden, was aber ohne entsprechende mediale Einweisung nicht die erforderliche  Gewaltbereitschaft erzeugen kann und damit als unfair zu klassifizieren ist.

Im zweiten Hauptblock wird die Industrialisierung / Automatisierung des Krieges beklagt. Es hat sich offenbar der Trend durchgesetzt, mit immer mehr Automation das Töten dramatisch zu rationalisieren, um die sogenannte „Kill-Rate“ pro 10.000$ Einsatz merklich zu steigern. Dies läuft der guten alten Handwerkstradition, der händischen Schädelspalterei zuwider. Im Sinne der Soldaten und aller übrigen Beteiligten muss dem Handwerk mehr Beachtung geschenkt werden. So verkommt der Krieg zu einer reinen Massenschlachtung, bei der das Gefühl einer persönlichen Auseinandersetzung gänzlich verloren geht. Letztlich sind die Automaten noch nicht soweit, dem humanoiden Gegner beim Töten entsprechendes Gefühl entgegenzubringen, was die Angelegenheit unzumutbar kaltherzig macht.

Im dritten Part wird beklagt, dass dem Wandel des Begriffes „Krieg“ zu wenig Rechnung getragen werde. So ist es nach den Beobachtungen des Instituts nicht korrekt von Krieg im eigentlichen Sinne zu sprechen. Besserer Sprachgebrauch wäre es von Notwehr zu sprechen, wenn beispielsweise ein Land wie Amerika im Irak oder in Afghanistan einfalle, weil dort ja lediglich ein legitimes Selbstverteidigungsrecht wahrgenommen werden muss. Die Verteidiger dieser Länder hingegen sollten korrekt als Aggressoren bezeichnet werden, weil sie sich mit Waffengewalt einem legitimen Notwehranspruch des vermeintlich angegriffenen Angreifers, also der bei ihnen einfallenden Nation widersetzen würden. Für den Laien mag des jetzt im ersten Moment kompliziert klingen, ist aber für die begleitende mediale Verarbeitung solcher Ereignisse von schlachtentscheidender Bedeutung, da man die Massen in der Heimat nur noch für eine Verteidigung, nicht aber für selbstsüchtige Kriege gewinnen kann. Letztlich macht dieser kleine Unterschied auch das Sterben menschlicher, weil die notwehrberechtigten Soldaten ganz klar wissen, dass sie für einen guten Zweck sterben und eben nicht für einen elenden Krieg; dann ist das alles weniger qualvoll.

Abschließend wird seitens der Verfasser noch ein ergänzender Vorschlag für den Fall gemacht, dass die Kassen zu knapp werden, aber dennoch Entscheidungen mit Gewalt herbeigeführt werden müssen. Sie verdeutlichten ein solches Szenario am Beispiel des Irakkrieges. Wäre damals schon die Weltwirtschaftskrise ausgebrochen gewesen und es hätte sich eine Mittelknappheit abgezeichnet, so wäre es auch möglich gewesen die beiden Kontrahenten, in diesem Fall George W. Bush und Saddam Hussein auf neutralem Boden gegeneinander antreten zu lassen (Colloseum Rom beispielsweise). Hier hätte es dann zwar nur einen Toten gegeben, aber der Sieger hätte einfach die besiegte Nation eingesackt und so wäre die ganze Show recht preisgünstig abgelaufen. Überlegenswert sei auch die generelle Umstellung der Konfliktlösung auf das skizzierte Minimalkonzept. Einige Psychologen des Instituts zeigten sich hier aber skeptisch und wiesen auf die Schwachstellen des Konzeptes hin, wonach die Feigheit der Kriegsentscheider ausschlaggebend sei, die eher einige Millionen Soldaten und Zivilisten über die Klinge springen lassen würden, als sich selbst irgendeiner Gefahr auszusetzen. Die Frage einiger Pressevertreter danach, ob es sich denn möglicherweise bei jenen um falsche Führer handeln könne, wenn man einen so eleganten Weg nicht beschreiten wolle, wurde von dem Kollegium nicht beantwortet.

Im Ergebnis bleibt also festzuhalten, dass sich die künftigen Notwehrsituationen generell in Richtung humanitärer Hilfsaktionen verlagern, wie die Bundesrepublik Deutschland dies schon eindrucksvoll in Afghanistan durchexerziert. Dies schließt mit ein, dass man anstandslos zu Spenden dafür aufrufen kann, sofern es eben richtig deklariert wurde. Das Sterben in den Auseinandersetzungen wird ohnehin immer nebensächlicher, weil man erkannt hat, dass das Menschenmaterial (fachlich korrekt Humankapital) seit Jahrzehnten im Überfluss vorhanden ist und so üppig nachwächst, dass die Regierungen sich ernstlich überlegen müssen, ob sie wirklich noch teuerstes Hightech-Gerät ins Feld schicken wollen.

Sofern dieser Bericht von den Regierungen korrekt verstanden wird, könnte das Kriegshandwerk wieder richtig goldenen Boden mit „Touch and Feel“ erlangen und teure technische Ressourcen blieben verschont. Eine erste praktische Umsetzung dieser Forschungsergebnisse wird nach Auskunft der US-Army unter dem Codenamen „Blut für Öl“ durchgetestet. Man gab sich da sehr zuversichtlich und schickte sogleich einige 10.000 Soldaten mehr in die Golfregion. Auch die kommerzielle Umsetzung im Rahmen eines Unterhaltungsformats wie beispielsweise US Army sucht den „Shooting Star“ sei damit in greifbare Nähe gerückt.

Moderne Kriegsführung
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Kommentare

Moderne Kriegsführung — 18 Kommentare

  1. Kriegsforschungsinstitut „iFuckY gibts es nicht, jedenfall nicht durch google zu finden…. es gibt ein SIPRI — http://www.sipri.org Institut in stockholm

    bitte link posten zu iFuckY … wenn ich das hier nicht als Hoax behandeln soll….

    • Unbedingt einmal die Seite Intro(vertiert) aufrufen und einige weitere Artikel studieren. Sie sind hier in einer Parallelwelt gelandet, die die Dinge so beschreibt wie sie sind und nur die Schönfärbereien weglässt. Klartext, wie man so schön sagt. Das besagte Institut „iFuckY“ erklärt sich anders und passiert tagtäglich in unserer Gesellschaft, nur leider hat es keine Heimat, außer in eben diesem Artikel.

  2. Typisches Geblubber selbsternannter, wehrdienstverweigerder Romantik- Kommunisten, die gern mehr wären als überflüssige Kröpfe am Rande unserer Gesellschaft.
    Wenn ihr euch nicht bei jeder Gelegenheit über derart stümperhaftes Geschreibsel selbst als Diskussionsteilnehmer disqualifizieren würdet, könnte man fast in Betracht ziehen, euren Standpunkt anzuhören. So bleibt man lieber beim Ignorieren.

  3. @ ySuck Selbst wenn oberflächliche und verallgemeinernde Selbstherrlichkeit in eloquenter Verpackung dargereicht wird, bleibt sie das, was sie ist: Symptom kognitiver Dissonanz.
    Zumindest sei es Ihnen hoch angerechnet, dass Sie sich eigenständig des Ignorantentums überführt haben. Erkenntnis ist immer der erste Schritt zur Weiterentwicklung, für die ich Ihnen viel Erfolg wünsche. Gruß tally-ho

  4. Also dass ein Institut, das iFuckY, also beinahe I fuck U heißt, ein Fake sein soll, das überrascht mich ja nun!

    Um so bemerkenswerter finde ich es, dass dieses offensichtliche Fake – wohl dank der enthaltenen Wahrheit – sofort den Beißreflex von Kriegsbeführwortern/gewinnlern auszulösen scheint!

  5. @Tally-ho

    Ich nehme an, sie sprechen von sich selbst, wenn sie von

    Selbst wenn oberflächliche und verallgemeinernde Selbstherrlichkeit in eloquenter Verpackung dargereicht wird, bleibt sie das, was sie ist: Symptom kognitiver Dissonanz.

    sprechen?

    Aber nun gut, wenn Leute wie Wolfs Chance schon glauben, hier würden “Kriegsgewinnler” posten, dann weiß ich ja wo ich bin. Nutzt noch schön die Zeit, bis ihr wieder zur Gruppentherapie müsst.

  6. Auf der Webseite von iFuckY findet sich eine weitere Studie, welche die Ausdehnung des Kriegsbegriffs auf Kommentare im Internet analysiert und im logischen Schluss ausdruecklich befuerwortet. In diesem Sinne:

    1 humortechnisch Herausgeforderter
    1 Krieger
    2 Rattenschwaenze
    0 Beitraege

    Keine schlechte Bilanz fuer nur 8 Kommentare.

  7. …man sollte auch mal darauf hinweisen, dass diese talibanesichen Kämpfer stets aus Hinterhalten agieren, was doch so gar nicht dem Soldatenhandwert entspricht. Die sich selbstverteidigenden Angreifer dürfen schon erwarten, dass diese Kämpfer sich militärisch sauber 1) als Kämpfer kenntlich, 2) ohne sich zu verstecken, 3) schon gar nicht hinter Zivilisten, in Reih und Glied aufstellen, um so die Verteidiger anzugreifen. Das wäre soldatisch ernstzunehmendes, sauberes Vorgehen.
    Die Kenntlichmachung ist weitgehend erreicht, zu erkennen sind diese Kämpfer an staubbraunem Kaftan und Badelatschen. Würden diese Kämpfer sich nun ordnungsgemäss auf den Schlachtfelde einfinden, so könnten sie ordnungsgemäss und -dank besserer Waffen- gefahrlos für den Verteidiger niedergemetzelt werden.
    Es ist daher in unserem Interesse, diesen Angreifern eine ordentliche militärische Ausbildung zukommen zu lassen.

    • Ja doch, wenn ich mich recht entsinne, dann bildet ja auch die Bundeswehr dort die Taliban dahingehend aus. Nur diese edlen Kämpfer werden bei uns in den Medien dann immer nur als Überläufer tituliert, wenn mal wieder einer von ihnen im Kollegenkreis umherballerte. Aber sie haben recht, da ist noch eine Menge zu tun. :)

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  9. Pingback: Quatsch-Press » US Army sucht den „Shooting Star“

  10. Pingback: [ NACHHALTIG! } Ökologische Kriegsführung! | DoC GermaniCus

  11. @emma diehl ===> pfui
    ja ,es ist eine schweinerei, sich hinter irgend etwas zu verstecken.
    so tun das auch die kriegstreibenden kriegsminister, fehlen immer heutzutage in den vordersten reihen.
    oder aber auch diese lumpen von drohnen – steuernden cyberkriminellen, (die sind ja so etwas von miltärisch sauber), und, kriegstreibende kriegsminister an die front! damit solch ein pack auch endlich mal abgemetzelt wird.

  12. Pingback: Familiengerechte Teilzeitkriege und Kinder bei der Bundeswehr « krisenfrei

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