Die Wiederauferstehung der „entarteten Kunst“ – oder die Kunstbanausen auf dem Vormarsch

Die Wiederauferstehung der „entarteten Kunst“ – oder die Kunstbanausen auf dem VormarschHeute überlegte ich etwas ratlos, woher ich am Sonntag ein Thema erhalte, über das ich mich auslassen oder aufregen kann. Da kam mir eines von Ansage.org geflogen, das typisch ist für Kunstbanausentum und dem Barbarentum nationalsozialistischer oder fundamentalistischer Provenienz nahe zu kommen scheint. Theo-Paul Löwengrub hat diese erschreckende Tendenz aufgegriffen, die an der Uni Flensburg zu beobachten ist:

  • Entartete Kunst in Flensburg: Regenbogenkrieg gegen die Weiblichkeit“

Beim dortigen Titelbild handelt sich um die geistigen Vorbilder von Taliban und Regenbogen-Wokisten: Bilderstürmer im deutschen Bauernkrieg. In welchem Jahrhundert und in welcher Erkenntnisphase der Menschheit leben wir eigentlich? Deshalb will ich für die nicht Informierten oder diejenigen, die Kunst als Ausdruck der herrschenden Normen oder als Manifestation von Biederkeit verstehen, auf Wikipedia verweisen. Hier wird die Kunstgeschichte der Venusfigurinen aufgezeichnet, die ein Alter von bis zu 40.000 Jahren aufweisen und in Europa und Afrika gefunden wurden. Das bekannteste Artefakt ist die sog. Venus von Willendorf aus Österreich, die es auf ein Alter von ca. 30.000 Jahren bringt:

  • Venusfigurinen

„Als Venusfigurinen werden kleine Statuetten weiblicher Körper bezeichnet, die in archäologischen Siedlungen des Jungpaläolithikums gefunden wurden. Heute wird von Archäologen meist die Bezeichnung „Frauenstatuetten“ bevorzugt. Diese jungpaläolithischen Kleinkunstwerke stammen vorwiegend aus dem jüngeren Gravettien Eurasiens (in Niederösterreich und Mähren auch als Pavlovien bezeichnet) oder aus dem mittleren bis jüngeren Magdalénien (in Mittel- und Westeuropa). Die Mehrzahl der Figurinen ist zwischen 28.000 Jahren (24.000 14C-Jahre) und 12.000 Jahren alt. Die Venus vom Hohlefels und die Venus vom Galgenberg stammen aus dem Aurignacien und sind mindestens 35.000 Jahre alt.[1] Während der Späteiszeit waren sie über das gesamte damals eisfreie Europa verbreitet. Neben einer Fülle von Gravierungen in Felsgestein und Schiefer – z. B. in Gönnersdorf bei Neuwied – kennen wir heute über 130 Plastiken, die u. a. in Russland (sowohl in europäischen als auch sibirischen und asiatischen Regionen),[2] Ungarn, der Tschechoslowakei, in Österreich, Italien, Deutschland und Frankreich entdeckt wurden. In der Regel werden sie einerseits als Fruchtbarkeitssymbole gedeutet, andererseits auch als die Darstellung einer Göttin.“

Die menschliche Tradition, weibliche Personen künstlerisch so darzustellen, daß sie eindeutig als Mutter- und Fruchtbarkeits-Symbole angesehen werden können, ist uralt. Dies ist auch auf das Zeitalter zurückzuführen, als nicht das Patriarchat sondern das Matriarchat in den Gesellschaften Priorität besaß. Als oberste Göttin wurde eine Muttergottheit verehrt, die für die damaligen Menschen allererste Bedeutung besaß. In diesem Zusammenhang muß ich nochmals zum besseren Verständnis Wikipedia bemühen:

  • Muttergöttin

„Muttergöttin und Große Mutter sind in Archäologie und Religionsgeschichte Bezeichnungen für historisch belegte oder hypothetische Erdgöttinnen in ur- und frühgeschichtlichen Kulturen. Sie wurden als Lebensspenderin (Fruchtbarkeitsgöttin) oder auch als Mutter von Göttern oder als beides verehrt. Ihre Darstellung findet sich entweder in frühen schriftlichen Zeugnissen oder in Kunstwerken wie etwa antiken Wandmalereien oder Venusfigurinen.

Die Idee der Muttergöttin basiert auf der Vorstellung einer weiblichen Gottheit, die Macht über den Boden und seine Bewohner (menschliche, tierische, pflanzliche, aber auch ggf. deren innewohnende Geister) hat. Sie ist zuständig für die Fruchtbarkeit der Pflanzen, häufig auch der Tiere und damit entscheidend für das Wohlergehen der Menschen. Muttergöttinnen sind in erster Linie für Pflanzerkulturen belegt, bei denen die Erde als Ursprung der Pflanzen von zentraler ökonomischer und religiöser Bedeutung war.“

Ich erinnere mich an die Zeit Anfang der 60er Jahre, als ich in einem von Patres geleiteten katholischen Internat untergebracht war. Der Präses des Internats war stockkonservativ eingestellt und kontrollierte – sprich zensierte – die Post der Schüler. Einem Mitschüler wurde ein Lexikon geschickt, in dem Abbildungen von nackten Brüsten von eingeborenen Afrikanerinnen abgebildet waren. Der gottesfürchtige Mann übermalte diese Bilder mit einem schwarzen Filzstift. Und ich dachte, daß wir diesen Zeiten endgültig entronnen seien.

  • Verständnis von Kunst und Normalität

Die Wiederauferstehung der „entarteten Kunst“ – oder die Kunstbanausen auf dem VormarschGanz im Gegenteil scheinen die gesellschaftlichen und politischen Kräfte zu erstarken, die sich übertriebene Wokeness auf die Fahnen geschrieben haben, die zur Bevormundung und Intoleranz der Gewohnheiten der Mehrheit des Volkes ausarten. „Normalität“ ist zum Schimpfwort geworden – die Überbewertung von Minderheiten und deren Attitüden erlangen Vorrang. Spießertum ist nicht nur mehr in den reaktionären Bürgerkreisen verbreitet sondern zunehmend in links-grün-ideologischen Bildungskreisen.

Auf das Verständnis von Kunst bezogen heißt das nichts Anderes, daß künstlerische Arbeiten, seien sie musikalischer, schriftlicher Art oder der darstellenden Kunst zugehörig, zunehmend unter den Beschuß von Ideologen geraten, die an Engstirnigkeit, Borniertheit, Ignoranz und Verblendung leiden. Natürlich kann man auch über Kunst streiten. Kunst ist eben Geschmackssache und kein absoluter Wert an sich. Ein wenig Toleranz und Imaginationsfähigkeit wäre allerdings bei der Beurteilung von Kunst angebracht.

Vor allem sollte man das, was die Menschheit seit Jahrtausenden als Kunst hervorgebracht hat, nicht einfach einem naiven Zeitgeist opfern. Das gleiche gilt für zeitgenössische künstlerische Werke, die sich an die alten Vorbilder anlehnen. Wenn ich daher die Drahtzieher an der Uni Flensburg als Kunstbanausen bezeichne, so sollten sie diese Einschätzung noch als Kompliment auffassen. Wenn ich sie mit Barbaren, wie den Taliban oder dem IS vergleichen würde, die unersetzliche Kunstwerke der Antike einfach dem Boden gleichmachten, den Nazis, die Bücher verbrannten oder den Bilderstürmern aus der Reformation, dann wäre das vielleicht angebrachter.

  • Verständnis der Natur des weiblichen Wesens

Was die Vorstellung von „Frau“ als weibliches Wesen und die Natur der Weiblichkeit angeht, so hat es den Anschein, als ob links-grün-faschistoide Kreise Gott ins Handwerk pfuschen und die Gesetze der Natur umschreiben wollen. Die Frau ist nun mal aufgrund ihrer körperlichen Gegebenheiten als Gebärerin und Mutter vorgesehen, die für den Fortbestand der Menschheit die Basis bildet. Auch ist es unbestritten, daß die weibliche Mentalität sich von der männlichen unterscheidet. Gegen Gleichberechtigung der Frau und Emanzipation ist nichts einzuwenden, solange diese nicht auf den Kopf gestellt wird, sodaß Mann und Frau gleichgerichet werden sollen. Eine Frau bleibt von ihrer Natur immer eine Frau – da nutzen auch keine Verrenkungen etwas. Dieses Grundverständnis sollte auch bei der Betrachtung von Kunst Berücksichtigung finden.

  • Zitate:

„Die rasend schnell wachsende woke Wahn-Geschichte ist um ein weiteres bizarres Kapitel reicher: Die Universität Flensburg hielt es für nötig, die seit 67 Jahren (!) im Foyer ausgestellte Skulptur „Primavera“ des Künstlers Fritz During zu entfernen und durch ein potthässliches, neoverkitschtes Fragezeichen in den Regenbogen-Farben der LGBTQ-Bewegung zu ersetzen. Der Grund, der dafür angegeben wurde, passt perfekt zum Wahnsinn dieser Zeit: Die Gleichstellungsbeauftragte Martina Spirgatis behauptete, ein Teil des „hohen Frauenanteil unter den Studierenden als auch den Lehrkräften“ fühle sich beim Anblick der Skulptur angeblich „unwohl“. Die Statue stehe für ein „überholtes Bild der Weiblichkeit und legt nahe, Weiblichkeit auf Fruchtbarkeit und Gebärfähigkeit zu reduzieren“, faselte sie. Das sei in einer Universität, an der „Frauen ausdrücklich als intellektuelle Persönlichkeiten adressiert“ werden, „nicht angemessen“ und habe gar nichts mit Wissenschaft zu tun.

Die Pressesprecherin der Universität, Kathrin Fischer, plapperte diesen woken Verbalmüll in fast identischer Stereotypie nach und räsonierte, die Statue stehe für ein “überholtes Bild der Weiblichkeit”, die die Frau auf ihre “Fruchtbarkeit und Gebärfähigkeit reduziert”. Deshalb habe der Ausschuss eineinhalb Jahre (!) über die Gefühlsäußerungen der Frauen diskutiert, bevor der Beschluss zur Entfernung der Skulptur gefällt wurde. Die „Primavera“ wurde nun vorläufig beim Gebäudemanager untergestellt, bis über ihr weiteres Schicksal entschieden ist. Es wäre nicht verwunderlich, wenn sie gleich ganz zerstört würde, damit niemandem mehr der Anblick einer gebärenden Frau zugemutet wird.“

Referenzen:
https://ansage.org/entartete-kunst-in-flensburg-regenbogenkrieg-gegen-die-weiblichkeit/
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Venusfigurinen
https://de.wikipedia.org/wiki/Mutterg%C3%B6ttin

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Über Peter A. Weber 166 Artikel
Rebellischer Alter, der der Konformität den Kampf angesagt hat. Keltische Identität bezüglich Kultur, Musik, Philosophie und Mentatlität. Meine Abneigungen: Nationalismus, Rassismus, Fremdenhaß, Ideologien und Fundamentalismus jeglicher Art. Ich lege Wert auf unabhängiges Denken und Schreiben.

7 Kommentare

  1. Venusfigurinen, Wachstums- und Fruchtbarkeitsgöttinen — hmm, war da nicht was!? Also aktuell, nicht vor 30000 Jahren. Ja, genau, Muttis Snake-dance! Mutti, das war doch die, welche mit ihren Händen immer gern das Rautenzeichen machte. Übersetzt: Mutti machte alles fruchtbar, das ganze Land, war Mutti doch Landesmutti, und Raute ist nun einmal urälteste Vulvasymbolik, Fruchtbarkeitssymbolik, ist Wachstum-Wachstum-Wachstum!

    Kulturhistorisch, so Erich Neumann in seinem «Die Große Mutter», war in alten Darstellungen häufig die Schlange symbolisches Begleittier von Fruchtbarkeitsgöttinnen. Aha, daher also der Snake-dance. Und tatsächlich, Muttis Körperlichkeit war/ist über alle Maßen verräterisch, fruchtbarkeitsgöttinnenhaft. Erste und letzte Minute des Vids: Snake-dance.

    https://youtu.be/uwkJu5NVpc4

  2. Wenn der Mensch (Neusprech: die Menschin) spinnt, gibt er (sie) ein Zeichen. Wenn sich diese Zeichen als Menetekel an Universitäten zeigen, ist das ein Beweis, daß dort lauter Blödstudierte gezüchtet wurden/werden? Unigebildet ergibt somit eingebildet. Für mehr Bildung benötigt es aber leider einer Vielfalt, sonst ist es wieder eine Einfalt. Vielfalt heißt aber nicht, daß aus zwei Dingen (Geschlechtern) ein Füllhorn an gar nicht vorhandenen Replikationsmöglichkeiten erfunden werden muß. Wenn die Natur so etwas gewollt hätte, wäre dies bei jeder Art nachvollziehbar. Daß bei der Vervielfältigung Fehler passieren, ist Fakt aber nicht die Regel, und bis jetzt immer das Ende der Linie. Wenn ein Fahrzeug die Straße verläßt und einen Abhang hinabstürzt, kommt auch niemand auf die Idee, an dieser Stelle eine Nebenstraße zu errichten.
    Erkennbar ist, daß immer mehr keine ausreichend vielfältige Bildung erfahren und das nicht einmal zum Abschluß gebracht haben. Sie sind in ihrer eigenen Einbildung gefangen geblieben. Es wird jedoch gefährlich, wenn diese Klasse/Kaste versucht, andere mit ihrer Einfältigkeit zu missionieren. Dies ist bereits mehrfach in der Vergangenheit schief gelaufen und hat oft zur Katastrophe geführt. Es wäre wünschenswert, wenn das diesmal nicht so weit kommt.

  3. Wir haben zunehmend eine verweiblichung der Männer und gleichzeitig eine vermännlichung des ursprünglich zarten geschlechts zu verzeichnen, das äußert sich nicht nur in Körperbau/hormonspiegel und Gestik sondern insbesondere in der denke und im machtanspruch, siehe die minderjährigen Mädchen die ihre Mitschülerin feige/brutal Ermordeten, wer Brutalität säht/verohung wird Morde/Hass ernten

  4. Flensburg: Beate Uhse , Kraftfahrzeugbundesamt , Bier , Meer ,Schiffahrt, aber eine Universität ? Noch NIE etwas davon gehört und ich glaube sehr zu recht. Macht den Laden zu.
    Das merkt gar keiner !

  5. Und wieder schlägt eine Woke „Gleichstellungsbeauftragte“ viel Schaum. Mit hergeholten Behauptungen wird hier ein Kleinstbildersturm veranstaltet. Was mich aber am meisten entsetzt ist, das aus der gesamten UNI kein Wiederspruch zu hören ist. Das zeigt einmal mehr, wie weit die woke Indoktrination schon fortgeschritten ist. Wie vehement Wahrheiten verleugnet werden.
    Das ist aber typisch für ein überholtes System im Niedergang. Das haben einige kluge Köpfe schon vor Jahren vorher gesagt.

    Lassen wir uns überraschen wie weit der „Spaß“ noch gehen wird !

  6. Wenn’s doch Mode würde zu verblöden!
    Denn in dieser Hinsicht sind sie groß.
    Wenn’s doch Mode würde, diesen Kröten
    jede Öffnung einzeln zuzulöten!
    Denn dann wären wir sie endlich los.
    Erich Kästner

  7. Wozu die von allen Parteien/Religionen insbesondere CDU/AfD angestrebte Verpartnerung/ehe/Liebe ?

    Kann man Liebe faken, warum verfällt man sofort in die Opfer-rolle, bei nicht erwiderter Liebe und gibt dem vermeintlich angehimmelten die Schuld für die verletzten Gefühle, worin besteht hier der evolutionsbedingte Vorteil: das Unterbewusstsein versucht uns vor solchen Fehlentscheidungen/liebesgefühlen zu bewahren, indem wir alle unerreichbaren attraktiven genverbreiter als beziehungsunfähige narzissten diskriminieren, deshalb ist die dauerliebe/Partnerschaft/ehe usw. eine Illusion, die lediglich der Profitmaximierungs-Gesellschaft durch die Abhängigkeit/Verantwortung/Versklavung usw. dient

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