Kapitalismus, Neoliberalismus, Selbstverantwortung

In vielen Medienbeiträgen – speziell von linken Protagonisten – werden geradezu notorisch oder ahnungslos ständig die Begriffe Kapitalismus und Neoliberalismus verwechselt. Die dahinterstehende Blauäugigkeit und Naivität ist wirklich bemerkenswert. Es wird höchste Zeit, daß einmal mit diesem Mißverständnis aufgeräumt wird. Wir sollten endlich registrieren, daß sich die Zeiten seit dem Aufkommen des traditionellen Kapitalismus mit Aufkommen der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert gewandelt haben. Wir leben auch nicht mehr in einer 2-Klassen-Gesellschaft mit der Einteilung in Arbeiter- und Arbeitgeberklasse.

Gleichzeitig wird katzenjammerisch beklagt, daß der Kapitalismus die Schuld an allen Ungerechtigkeiten in der Welt trage und sogar tödlich sei. Dabei befanden wir uns sogar eine zeitlang in der Periode der sogenannten Sozialen Marktwirtwirtschaft. Also in einer Situation in der die gesellschaftliche Umverteilung sich noch in erträglichen Grenzen bewegte. Der Kapitalismus hatte in der Vergangenheit nicht ausschließlich nur negative Auswirkungen. Was wir jetzt, d. h. bereits seit ein paar Jahrzehnten zunehmend erleben, das ist die Seuche des Neoliberalismus, der die Nachfolge des alten Kapitalismus angetreten hat. Merkel hat versucht, diesen systembedingten Mißstand als marktkompatible Demokratie schönzureden.

Kapitalismus, Neoliberalismus, Selbstverantwortung

Der Neoliberalismus ist neueren Datums

Der Neoliberalismus wurde in den 1970er Jahren geprägt von den Chicago Boys und Friedrich August von Hayek und politisch erstmals umgesetzt von Ronald Reagan und Margaret Thatcher. Seitdem hat er er sich weltweit durchgesetzt und ein Ausmaß an Einfluß erreicht, den der Kommunismus in seinen besten Tagen nicht besaß. Als Folge dieser Ideologie wurden wirtschaftliche Prozesse propagiert und in die Welt gesetzt wie „Freie Marktwirtschaft“, „Marktradikalismus“ oder „Markt-Fundamentalismus“. Sie beherrschen nicht nur Ökonomie und Markt sondern bestimmen auch die Gesellschaft und damit das Verhalten der Menschen untereinander. Somit beeinflussen also auch wesentlich die Sozialisation und Psyche des Individuums. Marx lag zumindest mit seiner Theorie der Fremdbestimmung richtig, die man teilweise noch auf die heutige Zeit übertragen kann.

Kapitalismus, Neoliberalismus, SelbstverantwortungDie Verfechter des Neoliberalismus reden allzeit von den Prinzipien des freien Marktes, die allen Beteiligten das optimale Wohl erbringen würden. Dabei übersehen sie geflissentlich, daß sie selbst die größten Heuchler und Prinzipienbrecher sind. Besonders dann, wenn sie den Staat um Subventionen anflehen oder besser gleich erpressen. Wenn Banken oder Konzerne, meist wegen Selbstverschulden und Managementversagen, mit Abermilliarden aus Steuergeldern gefüttert werden, dann handelt es sich um das genaue Gegenteil von Marktwirtschaft und um reale Wettbewerbsverzerrung. Wer vorzugsweise die Kosten sozialisieren und die Gewinne privatisieren will, der muß von einem starken Staat in seine Schranken verwiesen werden, wenn er seine Gewissenlosigkeit selbst nicht bemerkt. Die Verteufelung von staatlicher Planwirtschaft ist stets präsent. Aber da, wo er den Freigeistern der Marktwirtschaft in den Kram paßt, da nehmen sie ihn skrupellos in Anspruch.

Der religiöse Charakter

Zwangsläufig hat die Religion des Neoliberalismus mächtig destruktive Folgen auf die Natur und die menschliche Gemeinschaft bewirkt. Schließlich handelt es sich um ein unnatürliches unreguliertes Zwangssystem, bei dem wie bei einer Einbahnstraße nur Kosteneinsparung und Profit als oberstes Prinzip einkalkuliert sind. Der Mensch kommt dabei zu kurz und wird nur allenthalben als Mittel zum Zweck mißbraucht. Zumeist wird er durch die strategische Erzeugung künstlicher und nicht lebensnotwendiger Bedürfnisse zu einem hemmungs- und sinnlosen Konsum verführt. Die zerstörerischen Folgewirkungen sind krebsartiges Wirtschaftswachstum, Ausbeutung von Natur und Mensch und die Schaffung von Egomanie. Angereichert mit Gier, Rücksichtslosigkeit, serviler Anpassung, eines Verlustes von Zivilcourage, geistige Unbeweglichkeit, Bequemlichkeit, Oberflächlichkeit, Dummheit und vieler ähnlicher Verhaltensweisen mehr.

Kapitalismus, Neoliberalismus, SelbstverantwortungEs gerät in Vergessenheit oder das Bewußtsein ist gar nicht vorhanden, daß es letzten Endes nicht Kapitalismus oder Neoliberalismus sind, denen die Schuld sowie die Verantwortung für die daraus entstehenden Miseren zuzuschreiben sind. Genau genommen sind auch nicht nur die Akteure in der Wirtschaft, also die Kapitaleigner, die Banken und die Konzerne der Buhmann, dem man alles in die Schuhe schieben kann. Sie tun lediglich das, was ihr Job ist: Geld verdienen. Wenn der Staat nicht regulierend einschreitet, dann ist das Gebaren der ökonomischen Kräfte moralisch zwar bedenklich, aber das passiert alles ganz legal. Was nicht heißt, daß diese Konsorten etwa vor kriminellem Handeln zurückschrecken, um ihre Ziele zu verwirklichen.

Die eigene Mitschuld an den Verhältnissen

Deshalb reicht es nicht, nur das Roß zu nennen – auch der Reiter angesprochen werden, denn er bestimmt die Richtung. Wir müssen ganz konkret die Politiker zitieren. Einschließlich der Helfershelfer aus Medien und Wissenschaft, die der Politik speichelleckerisch und unterwürfig Beistand leisten. Sie sind für ihre Kompetenzlosigkeit, Ideenlosigkeit, Korruption, ihres Eigennutzes, ihres Machtstrebens und ihrer lobbyistischen Einlassungen anzuklagen. Und dafür, daß sie nicht eingeschritten sind sondern sich der neoliberalen Deregulierung untergeordnet und damit dem üblen Treiben der Wirtschaft Vorschub geleistet haben. Nicht zuletzt können wir, die Bürger und Konsumenten, uns nicht aus der Veranwortung entlassen, denn schließlich haben wir es zugelassen, daß wir durch falsches Wahlverhalten, fehlenden Widerstand und kritiklosen schädlichen Überkonsum in diese destruktiven Abläufe hineingeschlittert sind.

Die Ausrede gilt nicht, daß wir vergewaltigt und manipuliert wurden. Dem Menschen ist immer noch der freie Wille gegeben, damit er aus Selbsterkenntnis heraus sein Schicksal selbst gestalten kann. Die weiter oben erwähnten Auswüchse des Neoliberalismus wären nicht möglich gewesen, wenn wir uns ernsthaft dagegen gewehrt hätten. Wenn wir uns zu jeder Gelegenheit die Frage „cui bono?“ gestellt hätten – also „wem nutzt und wem schadet es?“, und zusätzlich etwas Mut zum Widerstand aufgebracht hätten, dann befänden wir uns nicht dieser mißlichen Lage. Aber noch ist Polen nicht verloren – und wir haben noch die Chance zur Besserung, jedenfalls theoretisch.

Mögliche Lösungsansätze

Kommen wir zu den Lösungsansätzen. Die unbedingte Voraussetzung zum Gelingen einer grundsätzlichen Wandlung ist politischer Wille und Bereitschaft zur Systemveränderung. Oder – eine Nummer kleiner – zur alltäglichen Gewohnheitsveränderung. Nur an den Symptomen herumzukratzen, bringt keinen Fortschritt sondern im Gegenteil noch mehr Rückschritt. Manche würden eine solche Umkehr als Revolution, als Erschaffung eines wahren Sozialismus oder Kommunismus bezeichnen. Ist das so? Ginge es nicht ganz profan um einen Integrationsprozeß von Natur, Ökologie, Wirtschaft und persönlichen Bedürfnissen, der Rücksicht nimmt auf alle Beteiligten?

Anders ausgedrückt handelt es sich um die konsequente Bemühung, möglichst einer Mehrheit der Bürger, durch menschliche Solidarität und Konsens zusammen an einem Strick zu ziehen. Die erklärte Absicht wäre es, mit einer ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft, persönlichen Verzicht und Reduktion sowie Einsatz von neuesten Technologien auf dem Gebiet von umweltneutraler Energieerzeugung und anderen Produktions- oder Dienstleistungsabläufen eine lebenswerte Zukunft zu schaffen, die uns nicht den Boden unter den Füßen entzieht. Dabei wäre es grundlegend falsch zu denken, wir würden mittels durchdachten und vernünftigen Konsum an Wohlstand verlieren. Ganz im Gegenteil wäre der Lohn ein Mehr an Lebensqualität, weil eine Win-win-Situation entsteht, von der alle Seiten profitierten. Mit Einsicht und Tatkraft können wir sofort mit diesem Projekt beginnen und der Politik signalisieren, daß wir ein Weiterso nicht mehr akzeptieren. Wann ist nochmal Wahltag?

Kapitalismus, Neoliberalismus, Selbstverantwortung
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Wir experimentieren. Man kann sich diesen Artikel auch vorlesen lassen. Leider klingt die Dame in Deutsch etwas holperig und unbeholfen. Wer damit klarkommen kann, der mag sich gerne eine Vorlesung geben lassen!
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Über Peter A. Weber 34 Artikel
Rebellischer Alter, der der Konformität den Kampf angesagt hat. Keltische Identität bezüglich Kultur, Musik, Philosophie und Mentatlität. Meine Abneigungen: Nationalismus, Rassismus, Fremdenhaß, Ideologien und Fundamentalismus jeglicher Art. Ich lege Wert auf unabhängiges Denken und Schreiben.

15 Kommentare

  1. Wer sich ernsthaft mit der Materie beschäftigen möchte, alleine schon damit es nicht ständig zu der Vermengung der Begriffe und bedingt dadurch zu Falschaussagen kommt, sollte sich bitte mit den folgenden Artikeln beschäftigen und diese durcharbeiten: (wir haben dafür viele Wochen investiert!).

    Das kapitalistische Manifest. Was Kapitalisten, Kommunisten und Andere endlich begreifen sollten!

    Dies ist der erste Artikel in einer Reihe weiterer, welche jeweils Module eines später erscheinenden Gesamtwerkes darstellen, daß sich um die Zusammenführung einzelner “Puzzleteile” zu einem großen Ganzen bemüht. Dabei geht es insbesondere um die Analyse multifaktorieller Ursachen, welche die seit vielen Jahren festzustellende zunehmende Vermögensungleichheit herbeiführen.

    https://kritisches-netzwerk.de/forum/das-kapitalistische-manifest-was-kapitalisten-kommunisten-und-andere-endlich-begreifen-sollten

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    Kapitalismus und Neoliberalismus – ein wesensmäßiger Vergleich:

    Turbokapitalismus, Hyperkapitalismus, Raubtierkapitalismus, Killerkapitalismus, Schnappfischkapitalismus etc. – alles letztlich verwirrende und nicht zielführende Versuche, das zu beschreiben, was längst einen Namen hat: Neoliberalismus* – bzw. Marktradikalismus. *Gemeint sind hier stets die Ausprägungen nach chicagoer (Milton Friedman) oder österreichischer (Mises, Hayek) Schule – nicht der Ordoliberalismus!

    Die zu beantwortenden Fragen lauten:

    Was haben Neoliberalismus und Kapitalismus miteinander gemein?

    Ist Neoliberalismus tatsächlich eine extreme Steigerungsform oder eine Variante des Kapitalismus, wie allenthalben angenommen wird?

    Wäre dem tatsächlich so, dann dürften nur quantitative Unterschiede zu verzeichnen sein – wesentliche qualitative Unterschiede könnte es somit nicht geben. Ist dem tatsächlich so?

    https://kritisches-netzwerk.de/forum/kapitalismus-und-neoliberalismus-ein-wesensmaessiger-vergleich

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    Neoliberalismus Wiki

    Warum sollte sich jeder über das Thema Neoliberalismus informieren, welches die allermeisten noch nie wahrgenommen haben und selbst diejenigen, die diesen Begriff schon mal realisierten, sich dessen Problematik nicht bewußt sind? Weil Neoliberalismus bzw. dessen Auswirkungen alle betrifft – angefangen vom Kind bis hin zum Rentner und zwar klar negativ – es ließe sich sogar zurecht sagen: in Gesellschafts-zerstörender Weise. Neoliberalismus ist DAS Problem unserer Zeit! Nach der Lektüre dieses Artikels wird der geneigte Leser diese Sichtweise hoffentlich nachvollziehen können.

    Wer wissen möchte, warum so vieles in Sachen Wirtschafts- und Sozialpolitik in Deutschland und den EU-Ländern (wie auch den USA) schief läuft und wer sich fragt, worin die Ursachen liegen, der dürfte hier fündig werden. Diese Analyse dürfte für Kapitalisten wie auch Kapitalismus-Kritiker gleichermaßen erhellend sein. Sie ist eine Einführung und Einstieg für diejenigen, die mit dem Begriff “Neoliberalismus” wenig bis nichts anfangen können.

    https://neoliberalismus.fandom.com/de/wiki/Neoliberalismus

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    Ursprünge des autoritären Neoliberalismus im Roten Wien

    Wenn die Freiheit des Marktes mehr wiegt als das Wohlergehen der Massen, dann ist ein Hauptziel des radikalen Wirtschaftsliberalismus verwirklicht. Genau dies war eine Kernforderung der ‘Österreichischen Schule der Nationalökonomie’ (ÖSN) und ihrer wichtigsten Vertreter Ludwig Mises und Friedrich von Hayek – und zwar bereits im Österreich der 1920er-Jahre. Da sich neoliberale PolitikerInnen der Gegenwart häufig auf diese Tradition berufen, ist ein Blick auf die Ideengeschichte auch für die Analyse wirtschafts- und sozialpolitischer Gegenwartsentwicklung relevant.

    Ursprünge der Österreichischen Schule der Nationalökonomie

    Die ‘Österreichische Schule der Nationalökonomie’ (ÖSN) entstand bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Mit ihr sind zunächst Namen wie Carl Menger oder Eugen Böhm-Bawerk verbunden. Oft wird ihr Beitrag zur Etablierung der Ökonomie hervorgehoben. Auch die erste einflussreiche Diskussion der ‘subjektiven Werttheorie’ [heute namentlich die Grenznutzenschule, vorklassische Vorläufer: Knappheitstheorie (John Law, John Locke, Nutzentheorie (Bernardo Davanzati (1529–1606), Nicholas Barbon, Ferdinando Galiani; ergä. H.S.] gilt als ihr Verdienst. Lange Zeit interessierten sich jedoch nur spezialisierte WissenschaftshistorikerInnen für die ÖSN.

    In den letzten Jahren änderte sich diese Sicht allerdings grundlegend: Die kritische historische Forschung zum Neoliberalismus macht immer deutlicher, dass nicht – wie meist angenommen – das Jahr 1947 und die Gründung der legendären ‘Mont Pèlerin Gesellschaft’ (MPS) als Geburtsmoment des Neoliberalismus gelten muss, sondern Wien in den 1920er-Jahren.

    https://kritisches-netzwerk.de/forum/urspruenge-des-autoritaeren-neoliberalismus-im-roten-wien

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    Überwachungskapitalismus: Wie der Mensch zur Ressource wird

    Vorbemerkung: In diesem Artikel geht es weder um Kritik am Kapitalismus, noch um ein weiteres Ungetüm kreativer wie unsinniger, nicht zielführender Wortschöpfung (Raubtierkapitalismus, Turbokapitalismus etc.), der einer fehlgeleiteten, fehlinterpretierten oder missverständlich reißerischen Bezeichnung zugrunde liegt. Der Autor möchte auf eine Vorgehensweise aufmerksam machen, die sich innerhalb unseres kapitalistischen Systems diese zunutze macht und die Grenzen zwischen Ökonomie, liberaler Freiheit, Monopolstellung und Macht verschwinden lässt!

    https://kritisches-netzwerk.de/forum/ueberwachungskapitalismus-wie-der-mensch-zur-ressource-wird

  2. Super, Putin hat Biden ins Gleis gesetzt, der macht nur noch Männchen und fährt in die befohlene Richtung!!
    Mit Blick auf China heben die USA die Sanktionen gegen Nordstream 2 auf.
    DER DS STEHT STRAMM!!
    Die nächste gute Nachricht: EINE ENTITÄT DES SATANS HAT BEI SEINEM OBERSTEN DIENSTHERRN DEN RÜCKTRITT EINGEREICHT!!

  3. Kapitalismus endet gesetzmäßig durch Selbstaußerkraftsetzung seiner einstig vorherrschenden, dominierenden Wirkprinzipien der Mehrwerterzielung innerhalb von Konkurrenzkampf. Jene Außerkraftsetzung wird begründet / ist folgerichtige K8nsequenz der gesamtgesellschaftlichen Digitalisierung. Ist Abschaffung der “Arbeiterklasse”. Das beschreibt Egon W Kreutzer, begnadetster Ökonom nach Marx: “Was, bitte, ist D>gitalisierung. (Ein Blick in den Abgrund)” im Dezember 2019 in diesem Artikel.

  4. Es werden uns ständig Märchen erzählt. Z.B. über Arm und Reich und Scheren. über Epidemien von Grippen in fernen Ländern, über Klimaprophezeihungen (vorzugsweise von Schulschwänzern, Studienabbrechern und Anderer die sich zur Politikerberatung eignen) in der Zukunft usw… sowie viele andere ganz schlimme Dinge und Ideologien. Und wie uns Politiker durch Umverteilung unserer Steuern “helfen” und die Welt retten.

    Nur die zugrunde liegenden Tatsachen und Naturgesetze sehen ganz anders aus.
    Das sind für Politiker dann böse Tatsachen die sie ignorieren,
    weil sie sich ja für die Guten halten, aus Überzeugung.

    Leider (für “gute” Politiker) brauchen die Menschen weder Ideologien, noch Prohezeihungen, noch Politiker, selbst keine “Guten” oder gar blinde Weltretter.

    Das Spannungsfeld zwischen bösen Tatsachen und guten Politikern wird durch Letztere garantiert nicht gelöst werden.
    Das musste immer der Bürger machen, auch jetzt.
    Anders geht es nicht. (oder?)
    Dazu braucht er Werkzeuge bzw. Waffen (, was auch nur Werkzeuge sind).
    Waffen im militärischen Sinn scheiden aus.
    Da sorgten Politiker vor (mit Waffengesetzen, Bodyguards, gepanzerten Limousinen…)
    Aber es gibt andere “Waffen”: Wahrheiten, Informationen, Naturgesetze …
    Eben die natürlichen Feinde “guter” Politiker und ihrer “guten”, hörigen Mitläufer.

    Langsam dämmert es selbst den gutesten Politikern, daß dieses Waffenarsenal für sie hochgradig gefährlich ist und sie versuchen es zu beseitigen zu entschärfen. Umso wichtiger ist es für uns dieses Waffenarsenal zu nutzen und auszubauen. Wika macht es durch die Nennung von Umständen und Zusammenhängen. Reitschuster macht es durch seine Unterhaltung mit Idioten, um diese vorzuführen, ich mach es mit der Konstruktion einer Wahlhilfe (deren Konstruktion hoffentlich bald nicht mehr stockt). Andere schaufeln nur “böse” Infos, “böse” Gesetzmäßigkeiten, Aufklärung (Mausfeld/Ganser!) und “böse” Tatsachen. Wie die ganze Liste hier

    “Gute” Politiker haben also viele Gründe beunruhigt zu sein.
    Was Warren Buffet also 2006 sagte (“… wir gewinnen”) darf angezweifelt werden.

  5. “Soziale Marktwirtschaft” ist etwas anderes als Kapitalismus.

    Die soziale Martkwirtschaft hatte staatliche Monopole, Energieunternehmen, Bahn, Post plus Telefon, also Strukturen, die alle benutzen.
    Die Monopole verliehen dem Staat die Macht, den Kapitalismus im Rahmen zu halten und zu kontrollieren. Die Kontrollmacht ist privatisiert worden. Wir erleben seit 30 Jahren eine Privatisierungsorgie. Die Entwicklung von der sozialen Marktwirtschaft zum Neoliberalismus, Corporatismus, Faschismus, Turbo-Kapitalismus, wie immer man das nennen will, kam schleichend.

    Sozialismus ist Verstaatlichung, Faschismus (Kapitalismus, Friedmans freie Märkte) ist die Privatisierung. Faschismus und Kapitalismus sind untrennbar miteinander verbunden.

    Der schmale Grad zwischen sozialisierten Monopolen und dem Rahmen für Privatwirtschaft verläuft in der Mitte zwischen Sozialismus und Kapitalismus. Dieser schmale Grad ist das, was das Grundgesetz vorgibt.

    Die Überfälle auf muslimische Staaten, die Kriege ums Öl, sind die Auswüchse des Kapitalismus. Es geht ums Geld, um Macht, um Ausbeutung, um Unterdrückung, um Kontrolle.

    Heute kann ein junger Fondsmanager mit einem Mausklick einen ganzen Staat in den Bankrott schicken, nur weil er woanders einen Viertelprozentpunkt mehr Zinsen kriegt.

    Ganz Unrecht haben die Linken eben nicht. Das entfesselte Kapital, übrigens entfesselt von einer rotgrünen Regierung durch massive Absenkung der Körperschaftssteuer (Spekulationssteuer), massiver Absenkung des Spitzensteuersatzes, Deregulierung der Börsen und dem Abbau des Rechtssystems, hat den gesamten Staat nach Rechts exzentriert.

    Chile war der Prototyp des neuen, globalen Faschismus. Natürlich wird kein Politiker sagen, die Deregulierung der Börsen sei Faschsimus. Man nennt es dann eben neoliberal.
    Pinochet hatte sich die Chikago-Boys geholt und zu Ministerpräsideten gemacht. Heute kommt der Präsident Chiles direkt aus den Vorstandsetagen einer der drei Chile beherrschenden Konzerne.
    Pinochet war ein Anhänger Mussolinis und des Corporatismus.

    Die USA haben Friedman übernommen, Deutschland unter Kohl, die Briten unter Thatcher.

    In Deutschland nannte man die Einführung des Corporatismus Umstellung von nachfrageorientierter Wirtschaftspolitik auf angebotsorientierte Wirtschaftspolitik.
    Dazu müssen weitreichend Gesetze gelockert werden.
    Jeder Bundesbürger ist statistisch schon zwei Mal im Internet betrogen worden.

    Ich möchte noch anmerken, daß Karl Marx mit seiner Kritik am Kapitalismus “Das Kapital” die politischen Lager definiert hat. Der Kapitalist steht politisch “rechts”. Die CDU galt bis zum Mauerfall als Rechtspartei wegen ihrer Nähe zur Wirtschaft.

    • Soziale Marktwirtschaft ist nur eine Wortschöpfung. Sie ist eine regulierte Abwandlung des Neoliberalismus. Sie kann die destruktive Folgen abmildern, aber insbesondere die von Merkel propagierte soziale Marktwirtschaft ist letztendlich mit Demokratie nicht kompatibel.

  6. Solange der Herr der Ringe alles Geld per Kredit bereitstellt, ist alles andere eher von untergeordneter Bedeutung.
    Im Grunde geht es lt. G. Edward Griffin ohnehin nur um Individualismus vs Kollektivmus. Und was haben wir seit ewigen Zeiten?

  7. Alle Systeme werden mit dem gleichen “Mittel” angetrieben, darin liegt das eigentliche Problem. Um dem Ganzen Herr zu werden, müsste Deutschland geopolitisch, geldpolitisch und wirtschaftlich unabhängig werden. Bei unserer derzeitigen politischen Grundordnung ist dies nicht zu schaffen. Selbst wenn dies gelänge, würde uns diese “Mafia-Bande” aus Hochfinanz und deren Erfüllungsgehilfen den Krieg erklären. Raus aus dem internationalen Bankensystem, der NATO, der EU etc.?, wir würden wahrscheinlich schon Ersteres nicht überleben.

  8. Zum Wahltag gab es letzte Woche eine (kleine?) Neuigkeit.
    Michael Klonovsky macht richtig traditionellen Wahlkampf für die AfD/Sachsen(?).
    Mit dem Slogan am Bus:

      Alle wollen Ihr Geld,
      ich will, daß Sie es behalten.

    Ob das jetzt rechtsextrem aus der Sicht einer Partei der ehemaligen Mitte ist, sei dahingestellt. Es ist ganz einfach so, daß Politiker unser Geld nicht nur für ihre Gehälter und (inzwischen outgesourcten!) Gemeinschaftsaufgaben brauchen, sondern auch für Aufgaben wie die Rettung der Welt. Das kann aber jeder Einzelne viel besser, dazu braucht man die Kaste der Politiker gar nicht. Die Grünen dürfen natürlich weiter vegane Würstchen essen und das restliche Geld nach Afrika schicken. Soviel Freiheit muß sein. Und bei niedrigeren Steuern gibt es z. B. Altersarmut weiterhin. Aber nur selbstverschuldete Alterarmut, nicht die zusätzlich staatlich verursachte. So wird es auch weiterhin sicher viele -ismus-Probleme in den Augen von Ideologen geben. Aber diese können sich dann genügend Tempotücher kaufen um ihre Tränen zu trocknen. Dazu braucht es dann keine neue Steuer.

  9. Vor nun schon etwa 10 Jahren hatte ich mir Gedanken gemacht und den Aufsatz “WELCHE STAATSWIRTSCHAFT?” hochgeladen (später noch mehrfach nachgebessert). Der Aufsatz kann hier als pdf heruntergeladen werden:
    http://www.directupload.net/file/d/4556/o7qbq9dq_pdf.htm

    Wir brauchen wieder den modernen Merkantilismus – wie es ihn in der (West)BRD, in Skandinavien, in Japan und vielen anderen Ländern noch bis Ende der 1970er Jahre gab.
    Ich erinnere noch den Verfall des Begriffs “Soziale Marktwirtschaft” zu “Marktwirtschaft” und dann zu “Der Markt“.

    Die liberale Behauptung “Die Wirtschaft reguliere sich selbst – der Staat muß sich nur heraushalten” ist Quatsch, da die “Wirtschaft” ein labiles System ist (einem stehenden Pendel vergleichbar) und kein stabiles (einem hängenden Pendel vergleichbar, das sich in der Tat stets wieder von selbst in die Lotrechte bringt).

  10. Einige Wenige Denken in die richtige Richtung, wie das
    ja auch in den Kommentaren hier zu lesen ist.
    Nur leider ist das für die Meisten einfach gestrickten Leute
    zu kompliziert. Sie ziehen es vor, vor den Schlachthaus
    zu warten, bis sich endlich die Tore öffnen.

  11. Neoliberalismus ist eine weltweite frühe Form des Kapitalismus, quasi der Manchesterkapitalismus für die gesamte Welt, Gewinne kapitalisieren und Verluste sozialisieren gefällt der gemeinen Ausbeuter*Inn, der auch noch ganze Regierung gekauft oder weggeputscht hat zur Ausplünderung des jeweiligen Landes. Leider werden ihre Machenschaften gerade durch Internet und Co. aufgedeckt, dass jetzt ein great reset dringend notwendig ist.
    Das Blöde ist, ihr tolles Ausbeutungssystem kackt gerade dermaßen ab, dass die Schweineschwarte kracht, also ihre finstere Seele. Frau will natürlich die Macht behalten, also müssen die Schulden irgendwie weg, vorzugsweise durch Impfzentren. Dafür werden jetzt auch jede Menge Nebelkerzen wie Klimaerwärmung, und Virenzirkus erfunden und der Internationalsozialismus eingeführt zur Durchsetzung ihrer perfiden Ziele, der Macht*Inn wie sie war. Der Genderhype und die Blacklivesmattersbewegung dienen der Spaltung der Gesellschaft, die sich falls alles raus kommt, sich auf gar keinen Fall einig sein darf, dann rollen Köpfe.
    Angeblich will frau das Chinasystem einführen, aber die gesamte eigene Kohle behalten, so wie sie anderen weggenommen wird. Und noch ein riesiges Verbrechen begehen, bei dem, was frau bereits veranstaltet hat, ist dann wendlermäßig komplett egal. Und weil diese Kaballahist*Innen total symbolverliebt sind, muss dringend ein Armageddon her, mit allem drum und dran. Am Ende wird angeblich alles wieder gut, wie es war, aber die Mutti sagt, es wird nie mehr sein, wie es war. Ich glaube diesmal der Mutti.

  12. “…daß der Kapitalismus die Schuld an allen Ungerechtigkeiten in der Welt trage und sogar tödlich sei.” Mit Verlaub, dem ist so!
    “Dabei befanden wir uns sogar eine zeitlang in der Periode der sogenannten Sozialen Marktwirtwirtschaft.”
    Kapitalismus schließt soziale Marktwirtschaft aus. In den 1950er Jahren war die Vermögensanhäufung und damit die Verschuldung noch nicht so spürbar wie in den späteren Jahren. Die Weichenstellung für die Umverteilung von Fleiß nach Reich war jedoch von Anfang an gegeben.
    “Also in einer Situation in der die gesellschaftliche Umverteilung sich noch in erträglichen Grenzen bewegte. Der Kapitalismus hatte in der Vergangenheit nicht ausschließlich nur negative Auswirkungen.”
    Es macht einen ratlos, wenn Kritiker des Kapitalismus am Kapitalismus gute Seiten finden. Das zeigt, dass eine Vorstellung, wie Ökonomie gestaltet werden sollte, nicht vorhanden ist. Bereits 1953 gab es konkrete Vorstellungen für eine Rechtsrahmenordnung, die getragen wurde von ordoliberalen Vertretern und Freiwirtschaftlern.
    Leider hat bisher eine Auseinandersetzung, was unter Kapitalismus überhaupt zu verstehen ist, nur unzureichend stattgefunden. Was wir brauchen ist Marktwirtschaft ohne Kapitalismus.

    • Nein, was wir brauchen, sind lediglich Bürger die aufwachen und sich selber (ganz wichtig!) sowie die sogenannten Volksvertreter befragen, warum die Steuerlast so hoch ist, daß

      sich Volksvertreter so üppig bedienen können,
      unser Geld über die Grenzen rauswerfen können,
      an Leute verteilen die uns überhaupt nichts nützen und
      es in überbordende Verwaltungen verfüttern.

      Diese Fragen brauchen wir und
      nach den Antworten dazu sollten wir bei der Wahl entscheiden.

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