Bella Donner Italia: Jetzt hat der Monti es aber richtig vor. Offenbar geht die Auseinandersetzung zwischen der alteingesessenen Mafia und der neuen technokratischen Regierungsmafia jetzt in die Vollen. Ausbaden müssen es wie immer die Italiener in der breiten Masse. Der neuste Coup der Regierung – auch wenn man es im ersten Moment für einen verspäteten Aprilscherz halten möchte: Kein Bargeld mehr oberhalb der 50 Euro-Marke für einen Bezahlvorgang. Damit gedenkt die Monti Regierungsmafia endgültig die illegalen Pfründe der traditionellen Mafia an sich reißen zu können. Ganz schön scharfsinnig dieser Junge, denn die ganzen gebunkerten Scheine oberhalb dieser Größe kann man dann vermutlich nur noch bei der Bank oder der Polizei abgeben … und schwups haben wir auch die Personalien der großen Scheinträger.

Damit wird in Italien ab 2013 genau genommen jeder Geldschein ab 100 Euro illegal, da es keinen Sinn macht solche zu besitzen, wenn der maximale Rechnungsbetrag den man mit Bargeld bezahlen kann nur mehr 50 Euro ist. Wer Probleme mit dieser Meldung hat, sich deshalb noch ein wenig die Augen reibt ob der neuen Freiheiten die sich die italienische Regierung jetzt genehmigt, der sei zunächst hierhin verwiesen: das Wirtschaftsblatt in Österreich, aus dem Artikel ist nicht wirklich erkenntlich dass es sich um einen üblen Scherz handeln sollte, die meinen es ernst und beziehen sich dabei wiederum auf die italienische Tageszeitung “La Repubblica” vom Donnerstag, die den Beschluss der Regierung dazu verkündet. Damit soll der Bargeldumlauf in Italien stark reduziert werden.. Für unsere Medien mal wieder kein Thema, könnte doch so etwas die Bevölkerung hierzulande unnötig aufwiegeln? Natürlich, die Resteuropäer sind selbstverständlich alle viel ehrlicher und die italienischen Probleme mit dem Geld sind ja hinlänglich bekannt. Man könnte meinen, südlich der Alpen gäbe es nur noch die Mafia.

Nun gut, genug gelästert, jetzt folgt noch die obligate und offizielle Weisheit, wonach ja niemand, der nichts zu verbergen hat, sich auch in die Unterhose sehen lassen kann. Dies alles, damit man den Einen unter Hundert erkennt der böse ist. Alle dürfen also ihre Freiheit aufgeben, um die paar richtig Kriminellen dingfest zu machen. Nix mehr mit Barzahlung im Puff, in der Kneipe, bei obszönen Gegenständen, dem namenlosen Einkaufen von Gegenständen die man nicht jedermann offenbaren möchte oder beim Essengehen mit der Geliebten. Jetzt wird alles fein säuberlich und akribisch notiert und festgehalten, natürlich nur wegen der Bekämpfung der Illegalität, aber so hat dann die nationale Ehrlichkeit ihren Preis und den Menschen werden damit unzählige Entscheidungen abgenommen.

Aber sehen wir noch kurz auf die Vorteile für die EZB und den italienischen Staat. Ein weiteres ansehnliches Sparpotential ergibt sich aus den dann nicht mehr benötigten Geldscheinen oberhalb der 50 Euro. Die müssen weder erneuert noch gedruckt werden, das spart. Man könnte allerdings heute schon Wetten darauf abschließen, dass bis zur Einführung dieser neuen Barzahlungsgrenze, jetzt Mitte des kommenden Jahres, noch irre Mengen der großen Scheine in Italien ans Licht drängen und dafür die 50er eher zu Rarität werden. Der Fachmann weiß warum, denn jetzt sind alle schwarzen Kassen in Panik und müssen auf kleinere Einheiten umwechseln. Das ist Stress pur und auch Transport und Lagerkapazitäten der alten Mafia könnten damit überfordert sein, worauf die neue Regierungsmafia doch wohl auch setzt.

Die wenige Berichterstattung hierzulande, zu dieser doch an sich recht einschneidenden Maßnahme im sonnigen Italien kann eigentlich nur einen Grund haben. Man beäugt den Testballon Italien sorgsam, spart sich die offizielle Kritik und wenn es hier dann eng wird, dann setzt man es noch etwas perfekter um. Wegen der deutschen Gründlichkeit sollte man dann allerdings mit einem Verbot aller Geldscheine rechnen und die Barzahlungsgrenze in Deutschland könnte dann unter die 5 Euro fallen.

Auch hier gilt natürlich, alles nur zum Schutz und zum Wohle des Bürgers, gegen die Kriminalität. Die oberste Liga der Kriminalität bekommen wir damit allerdings auch nicht zu fassen, weil die ab Bundestag (vgl. nationale Parlamente) aufwärts, über Brüssel, eben für solche Gesetze sorgt. Hier sei nochmals an den ESM erinnert, eine scheinbar legale kriminelle Vereinigung die noch weniger Auskunftsbereitschaft zeigt als die Mafia in Italien, dafür auch mit keinem Rechtsmittel dieser Welt zu belangen ist. Davon träumt die alte Mafia bis heute.

Also warten wir schon einmal gespannt, bis auch hier das Finanzministerium unter Schäuble uns die Vorzüge der bargeldlosen Zahlung vertiefend offeriert, gleichzeitig die Gefahren beschwört die es in dieser unsicheren Welt bedeutet wenn man mit Bargeld in der Tasche angetroffen wird. Und wenn alle erst einmal die Kreditkarte unter der Haut haben, an der rechten Hand, einen Chip darin, dann haben wir wieder biblische Zustände, denn genau diese Situation wurde bereits in der Offenbarung (Johannes) vorhergesagt. Niemand mehr wird kaufen oder verkaufen können, wenn er nicht das Mal des Tieres trägt. Allen Gläubigen zum Troste, dann ist das Ende sehr nah.

Eine weitere Situation, die man sich bestens bildlich vorstellen kann. Sie stehen an der Kasse im Supermarkt. Vor Ihnen ein Penner, der seine Flasche Wein bargeldlos bezahlen möchte (muss). Jetzt kramt dieser in seinen Tüten und wirft der Kassiererin 5 rechte Hände hin, mit dem Kommentar: „Eine wird schon passen“. Sie sehen also, die Welt wird bedeutend sicherer wenn sie ihr Geld erst einmal unter der Haut tragen. Insoweit auf ein gutes Gelingen bei den bargeldlosen Geschäften.

Geldkrieg in Italien, Bargeldverbot über 50 Euro ab 2013
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