big-ben-clock-5 vor to 12 Turmuhr

Big Bang: Bislang ist uns die Insel eher wegen Big Ben geläufig, wenn wir aber ein wenig genauer hinsehen, dann ist auch der Big Bang nicht sonderlich weit weg. Ist es doch eher 5 nach als vor 12 und uns werden alltäglich die Statistiken zur Verschuldung der Staaten in der EU und der Welt unter die Nase gerieben. Trotz allen (geheuchelten) Kampfgeistes unserer Politiker kennen diese Werte aber nur den Trend nach oben, weiter steigend, was den Kenner der Materie auch nicht weiter verwundert, denn so ist das System angelegt. Nun ist Großbritannien nicht in der Eurozone, aber die Probleme dort sind noch erheblich massiver als wir uns dies zur Zeit vorstellen.

Die beigefügte Statistik ist bereits aus dem letzten Monat des Jahres 2011. Inzwischen dürfte es eher schlimmer als besser geworden sein. Allein die Staatsverschuldung ist ja nur eine Komponente des Dilemmas. Zutreffender ist es eine Gesamtschau zum Thema Schulden durchzuführen und diese einmal nach Nationen und ihren Spitzenreitern abzuleuchten. Zum erweiterten Blick gehören demzufolge auch die privaten Schulden der Haushalte, der Banken-Sektor wie auch sonstige Firmen und Institutionen, wie in der Grafik dargestellt.

Nach dieser Studie ist belegt, dass Großbritannien das Land mit den höchsten Schulden der Welt ist (Unangefochtener Weltmeister). Rechnet man also die zuvor erwähnten Schulden nach Sparten zusammen so ergibt sich eine Summe in Höhe von fast 1000% des Bruttoinlandsprodukts. Möglicherweise ist dieser Punkt heute bereits überschritten, uns fehlt neueres Zahlenmaterial. Der Datendienst Haver Analytics (hier beim „Business Insider“ gefunden) hat demnach in einer repräsentativen Studie errechnet, dass Großbritannien das am höchsten verschuldete Land der Welt ist. Na, sind das beruhigende Nachrichten? In diesem Segment tauchen wir noch nicht einmal in der Grafik auf, rangieren da noch irgendwo völlig abgeschlagen unter ferner liefen.

Verschuldung Staat Banken Privat sonstige 2011

Das Kernübel des Landes ist seine aufgeblähte Finanzindustrie, die gerade aktuell wieder mit Händen und Füßen gegen die EU in Sachen Steueroasen verteidigt wird. Sollte, was auf Dauer unausweichlich ist, dieser Sektor nennenswerten Schaden leiden, dann dürfen wir mal spekulieren wer dafür einspringen muss. Richtig geraten, der Staat, sprich die Steuerzahler. Es kommt dann also „nur“ zu einer Verschiebung der Positionen innerhalb der Grafik, wie wir dies in allen anderen Ländern, im Zuge der Bankenrettung, über die letzten Jahre auch schon feststellen durften. Die fragwürdige Entspannung kommt erst mit dem Zusammenbruch des Geld-Systems.

Unter diesem Aspekt verblassen sogar noch einige andere Schuldenkönige, die derzeit sehr ins Gerede gekommen sind, die aber ausschließlich nach dem Schuldenstand des Staates qualifiziert werden. Sollte also die britische Regierung im Falle einer Schieflage für den Finanzsektor einspringen müssen, wie dies beispielsweise von Island gefordert wurde oder in Irland auch tatsächlich der Fall war, würde dies den Staatshaushalt im Handumdrehen aushebeln.

Natürlich wirft dies noch ein Schlaglicht auf andere Nationen, die bislang wegen der geringen Staatsverschuldungsquote als vermeintlich solide Staaten gehandelt werden, wie beispielsweise Schweden, Norwegen oder gar die Schweiz. Diese Länder haben zwar relativ geringe Staatsschulden, dafür aber beträchtliche Schulden im Finanzsektor aufzuweisen. Demnach ist ein ausgeglichener Staatshaushalt noch lange kein Indikator dafür, was letztlich an realen Risiken auf den Schultern der Steuerzahler lastet.

Großbritannien hat ein weiteres Problem zu bewältigen. Ein Handelsdefizit welches immer größer wird und sich derzeit ebenfalls auf einem Rekordniveau befindet. Auch an dieser Front ist keine Entspannung zu erwarten. Der Alarmsignale gibt es also viele, nur werden wir immer mit allem möglichen an Informationen gefüttert, nur die wesentlichen Teile muss man sich allzeit selber irgendwo mühsam zusammensuchen. Scheint irgendwie Bestandsteil des großen Plans zur Verwirrung zu sein.

Weltmeister Großbritannien: 1000 Prozent Verschuldung zum BIP
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