Volk nicht für die von ihm ausgehende Gewalt gerüstet

BRDigung: Demokratie ist ein kompliziertes Gebilde in dessen Verlauf, sprich deren (Aus)Übung, sich zuweilen die Bürger gegenseitig verprügeln müssen. Dies entspricht offensichtlich einer überlieferten Tradition, deren Ursprung heute niemand mehr bis ins Detail nachvollziehen kann und nennt sich etwas abstrakt „Staatsgewalt“ die dem Vernehmen nach vom Volke ausgehen soll. In den allermeisten Fällen geschieht dies auf Anweisung der (Volks)Vertreter oder hochrangiger Staatsdiener, die selbst regelmäßig solchen Veranstaltungen fernbleiben und deshalb rein gar keine Ahnung haben was da wirklich abgeht. Dies nimmt die Gewerkschaft der Protestierer (GdP) zum Anlass, in einem schrillen Appell, jetzt eine verbesserte Ausrüstung und Bewaffnung auch für den Rest der Veranstaltung, sprich für die Demonstranten, zu fordern.

Es kann nicht angehen, dass in einer Demokratie einseitig eine geringe Anzahl der Bürger (also eine Minderheit) mit schweren Schutzwesten, Helmen, Schlagstöcken, Reizgasen, Wasserwerfern, Schusswaffen, feinster Technik und schwerem Gerät ausgerüstet wird, dafür auch teilweise noch ein Salär erhält, während man die weit größere Zahl der Bürger mehr oder minder ungeschützt bei der Umsetzung der Demokratie auf die Straße schickt und dann im Regen stehen lässt.

Damit setzt man diesen Teil der Menschen (des Staates) überproportionalen Gefahren aus, wie beispielsweise vermeidbaren Verletzungsrisiken für Leib und Leben, während der erstgenannte Teil des Volkes die Gewalt unter verbesserten Bedingungen (aus)üben kann (siehe Beweisfoto, Alle auf Einen). Von Fairness wollen wir in diesem Zusammenhang gar nicht erst reden.

Hätte dieser Mann über eine anständige Schutzausrüstung verfügt, dann ist ein Verhältnis 5 gegen 1 zwar immer noch unfair, aber der anschließende Krankenhausaufenthalt wäre vermeidbar gewesen. So etwas ist zutiefst undemokratisch und nicht akzeptabel. Hier erinnerte der Vorsitzende der Gewerkschaft, Georg Budenzauber, daran, dass alle Gewalt vom Volke ausgeht.

Dies ist bereits im Grundgesetz verankert, aber nach aktueller Faktenlage der größte Hohn den man überhaupt in ein solches Regelwerk schreiben konnte. Es ist amtsbekannt, dass über alle Epochen hinweg die Gewalt stets von der Herrschaft ausging (ob Monarchie oder Diktatur) und eben nicht vom Volke. Also ist das Grundgesetz, Artikel 20, eine reine Irreführung der gutwilligen und missbrauchten Menschen im Lande, was insgesamt schon mehr als bedauerlich, aber letztlich nun mal demokratische Tugend und Pflicht ist.

In jedem Falle aber muss bei jedweder Anwendung von Gewalt auf die Verhältnismäßigkeit der Mittel geachtet werden und dabei kommen die Demonstranten nachweislich immer zu kurz, denn ihnen wird regelmäßig entsprechendes Hilfsgerät und Schutzausrüstung vorenthalten oder gar von uniformierter Seite unter Androhung, nicht selten auch unter Anwendung von noch mehr Gewalt, einfach entwendet.

Die „Nichtausstattung“ der Bürger mit adäquaten Hilfsmitteln zur Durchsetzung ihrer verbrieften Rechte ist ein unverzeihlicher Verstoß gegen das Gleichheitsgebot, der Unversehrtheit, des Rechts auf freie Meinungsäußerung usw., hierzu die Empfehlung gleich die Batterie der Artikel 1-5 des Grundgesetzes zu studieren. (weiteres Beweisfoto, erzwungener Luftmangel für mehr Demokratie)

Was ist zu tun

Will man auch weiterhin darauf bestehen, dass alle Gewalt vom Volke ausgehen soll, obgleich dieses meistens gar keinen Bock darauf hat, es geht auch ungern zu Kriegen und muss dann meist noch genötigt werden, dann sind entscheidende Verbesserungen für das gewaltbereite Volk dringend geboten. Hier kann die GdP nicht außen vor stehen und prescht nun mit einer ersten eigenen Kollektion vor, die künftig den Demonstranten mehr Schutz bieten kann.

Die Herrschaft möge das Ansinnen der Gewerkschaft bitte ernst nehmen, schließlich geht es um den Schutz von Leib und Leben ihrer Schutzbefohlenen. Auch bezüglich der bereitzustellenden Finanzmittel für derlei Volksausrüstung, muss diese absoluten Vorrang haben vor jeder anderen Sinnlosigkeit die außerhalb des Geltungsbereiches des Grundgesetzes mit Steuermitteln finanziert wird. Die im folgenden präsentierten Modelle werden entscheidende Linderung für die Not des Volkes bei der Umsetzung des Grundgesetzes bringen.

Wer jetzt noch Details zu den Bildern begutachten möchte, dem sei eine hier eingebaute technische Funktion ans Herz gelegt. Mit Doppelklick eines der Bilder, öffnet sich eine Galerie in der man dann die Details dieser Protestmode viel genauer betrachten kann. Damit erschließt sich die folgende Erläuterung dem Betrachter auch viel intensiver. Nun aber zu den Details … wir erläutern:

So sollte der Demonstrant mustergültig ausgerüstet sein

Hier nun zunächst unsere beiden Favoriten: Links eine optimale Ausrüstung für turbulenteste Demos, nahezu auf alles eingerichtet was beim Kampf um die Rechte von Bedeutung sein kann, von schweren Hieben bis hin zu Gasattacken der gesetzlichen Friedensstifter kann der Demonstrant in dieser Ausrüstung wirklich alles überstehen und sich im Zweifel auch mit gleichwertigen Mitteln zum Wohle der Demokratie am Demonstrationsrecht beteiligen. Mit seinem Zusatzgerät kann er „friedensstiftende Substanzen“, auch aus einer relativ gesicherten Entfernung, der anderen Meinungspartei bei einer jeden Veranstaltung überhelfen. Er sollte sich aber auch in dieser Variante nicht unbedingt auf Schlagstocklänge dem Brandherd des Geschehens nähern. Bei der kurzärmeligen Variante seines Freiheitskampf-Anzugs kann aber die Opposition auch aus der Entfernung noch sehr gut sein Muskelspiel beobachten, ein wesentliches Element bei der psychologischen Kriegsführung auf dem Meinungsschlachtfeld.

Rechts eine fast gleichwertige Ausrüstung, die allerdings bei intensiveren Tränengasattacken keinen Schutz zu bieten vermag, dafür kann man hier in der ebenso elitären Prügeldisziplin mit dem Schild gut Punkte für die Demokratie sammeln. Generell sollte ein Helmpflicht für alle Teilnehmer solcher Veranstaltungen gelten, zumal bekannt ist, dass gerade schwerwiegende Kopfverletzungen eines der Hauptübel sind wenn die Gegensätze aufeinander prallen. Auch das edle Schwarz dieser eher international anmutenden Montur lässt sich als zeitlos schön und nachttauglich bezeichnen.

Für weniger Hightech-Verwöhnte, hier das nächste Modell, nicht ganz zeitgemäß, aber als Billigvariante, mit formschönen Knüppel und belastbarem Schutzschild dennoch eine attraktive Variante zur Teilnahme an jeder halbwegs normalen Demo, die nicht nennenswert über eine Prügelei hinausgeht. Auch das attraktive Grün, der Bekleidung der uniformierten Volksaufpasser nachempfunden, sollte man durchaus schon als Meinungsäußerung im ökologischen Sinne verstehen können, wenngleich der Stil der Klamotten eben etwas provinziell anmutet, aber Understatement kommt auch heutzutage noch gut an. Weil nicht all zu viel Luxus dabei ist könnte dieser Stil absolut massentauglich sein.

Die rechts gezeigte Schutzausrüstung darf im Regelfall nicht zum Einsatz kommen, wir zeigen diese vorerst außer Konkurrenz, erlauben uns aber schon den dezenten Hinweis auf eine mögliche Verwendung. Dies mit Blick auf die höchste Disziplin der Bürgerwehr, wenn es ums echte Schlachten und Notschlachten geht, es also bitter ernst wird und die Bürger sonst der Sauereien nicht mehr Herr werden. Jeder aufrechte Kämpfer für die Demokratie weiß, wenn sich jemand in dieser Montur zeigt, dann fließt Blut, der Schutzgrad spielt keine Rolle mehr, da geht es nur noch um die Sache und der einzige Zweck der Ausrüstung, der hier noch zählt, ist die Schürze, damit das Blut locker und geschmeidig (ab)fließen kann und einem nicht auch noch die Klamotten versaut. Das mitgeführte Werkzeug ist nur noch sachlich und zweckdienlich, keinerlei Schnickschnack mehr.

So, damit sind die gröbsten Dinge abgehandelt, aber trotzdem müssen wir einige weitere Themen in diesem Zusammenhang noch kurz anschneiden, da sie naturgemäß maßgeblichen Einfluss auf die eingangs genannten Rechte haben und im Zweifel schlachtentscheidend sein können.

Demonstrationsrecht / Demonstrationspflicht

Zur weiteren Verteilung der Lasten, die sich aus der vom Volk ausgehenden Gewalt ergeben, ist auch zu überlegen ob das Demonstrationsrecht zu einer Demonstrationspflicht umzubauen ist. Es kann einfach nicht angehen, dass sich in einem demokratischen Land immer nur die gleichen Leute gegenseitig verprügeln müssen. Hier darf zurecht mehr Verantwortung vom Bürger eingefordert werden, er muss einfach hingehen wenn es darum geht seine Gewalt zu verteidigen. Feigheit hat auch in einer Demokratie nichts zu suchen und aufrechte Demokraten müssen nun mal dafür einstehen, dies selbstverständlich kollektiv, wie auch im sinnvollen Wechsel, so dass alle demonstrationsfähigen Bürger hier nach ihren Kräften gleichmäßig belastet und gefordert werden.

Einsatz der Bundeswehr im Innern

Natürlich kann man auch über eine Intensivierung dieser Demokratiespiele nachdenken und die Fetischisten unter ihnen plädieren ja schon seit ewigen Zeiten dafür, auch die Trachtengruppe „Bundeswehr“ an diesem Spektakel teilhaben zu lassen. Diese bewaffnete Interessenvertretung der Deutschen ist allerdings seit Abschaffung der Wehrpflicht sehr in Verruf geraten, weil sie seither überwiegend als „gewerblich“ eingestuft wird. Dies ist nicht mit den ethischen Grundsätzen der übrigen Hobbydemokraten kompatibel und kann weitere Ungleichheiten befördern. Da erscheint es tatsächlich ratsam diese Truppe weiterhin am Hindukusch zu belassen, um dort mit schwerstem Gerät die noch erheblich rudimentärere Demokratie herbei zu schießen und die unserige gleichsam schon weit vor der Heimatfront zu verteidigen. Mit ein wenig gutem Willen können wir selbst dies noch nach dem verbrieften Demonstrationsrecht durchgehen lassen, auch wenn es sich überwiegend um reine Machtdemonstrationen handelt.

Vermummungsverbot für Uniformierte oder Vermummungsgebot für alle

Immer wieder sieht man voll vermummte, in schwarz gekleidete, bestens ausgerüstete Gewalttäter mit „Polizei“-Aufnähern, wie diese auf die schutzlosen Menschen eindreschen, die sich nicht einmal einen blechernen Demo-Sticker leisten können. Es ist den „Getroffenen“ oftmals nicht vergönnt das freundliche Antlitz desjenigen zu sehen der da wie von allen guten Geistern verlassen, natürlich im Namen der Demokratie, auf sie eindrischt. Da kommen „Touch & Feel“ erheblich zu kurz und es erscheint gerade deshalb auch übergebührlich gewalttätig. Könnten sich Prügler und Verprügelte offener in die Augen sehen, kann man davon ausgehen, dass das Thema insgesamt menschlicher wird. Deshalb wird auch hier eine Gleichbehandlung gefordert, bestens alle ohne Vermummung, denn kein Staat sollte etwas zu verbergen haben und schon gar nicht seine fiesen Beamten.

Beste Option – Streichung der Gewalt aus dem Grundgesetz

Gut, wenn dann nach unzähligen blauen Flecken, gebrochenen Knochen und diversen anderen Lädierungen beide Seiten der Gewaltdarsteller die Schnauze gestrichen voll haben, dann sollten wir doch ernsthaft mal eine gemeinsame friedliche Demo ansetzen, um endlich diesen unseligen Gewalt-Passus gänzlich aus dem Grundgesetz zu tilgen. Die Spektakel dieser Art sind an sich einer aufgeklärten Menschheit gar nicht würdig. Und wenn keiner eine Gewalt verbrieft bekommt, dann müssen wir künftig auch derlei Unsinn nicht mehr als Demokratie zelebrieren.
Bildnachweise:
Fünf auf einen | Wikimedia Commons | Autor: Vanis | CC-SA 3.0
Atemnot | Indmedia | CC-BY 3.0
Beste Ausrüstung | Wikimedia | Autor: Ggia | CC-SA 3.0
Dark Style | Wikimedia Commons | Public Domain
Billigausführung | Wikimedia Commons | Autor: Rockfang | CC-SA 2.0
Schlachter | Wikimedia Commons | Autor: RomanHild | CC-SA 3.0

Volk nicht für die von ihm ausgehende Gewalt gerüstet
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Die verkommene Wahrheit unserer Zeit ist so relativ und dehnbar wie das Geschrei der Massen-Medien selbst. Erst der schräge Blick durch die Blindenbrille, in stockfinsterer Vollmondnacht, eröffnet darüber hinaus völlig ungeahnte Perspektiven. Überzeichnung ist dabei nicht zwangsläufig eine Technik der Vertuschung, vielmehr ist es die Provokation gezielter Schmerzen, die stets dazu geeignet sind die trügerische Ruhe zugunsten eigener oder andersartiger Gedanken zu stören.

Kommentare

Volk nicht für die von ihm ausgehende Gewalt gerüstet — 8 Kommentare

  1. Ich habe es vor Jahren schon mal im Heise-forum geschrieben, Twister hatte es aufgenommen, ein paar mal wurde es wohl auch gemacht:
    nicht aufrüsten, sondern aufstylen. Soll heißen: im besten Sonntagsgewand oder besser im feinen Zwirn (einfach einmal einen maßschneidern lassen) erscheinen. Dazu die Haare striegeln, schön rasieren, Hände pflegen usw. Also im schönsten Businesslook erscheinen. Damit wird der Polizei das klare Feindbild entzogen, sie wissen dann nicht mehr, wer da eigentlich vor ihnen steht, ihre Vorgesetzten sehen genauso aus, Banker, Politiker, schlicht Machtmenschen ebenfalls. Auf diese kann man nicht so einfach dreinschlagen. Vor allem hätte dies auch eine Signalwirkung auf die normalen nichtdemonstrierenden Bürger, die sich auf die Demos mit den ganzen Chaoten (aka schwarzer Block) nicht trauen, weil sie sich davor fürchten (müssen), verprügelt zu werden.
    Also: das nächste Mal einfach im Businesslook erscheinen (oder im Hosenanzug für die Damen oder auch das schwarze Kleine) und schauen, was passiert.

    • Gut beobachtet
      Der schwarze Block kriegt Geld von der Polizei, damit er randaliert.
      Das sind praxisnahe Übungen für die staatlichen Schlägertrupps.
      Wie soll man sich sonst auf Volksaufstände vorbereiten.
      Nur so kann ein Fischer Außenminister werden.
      Und ein Terroristen-Verteidiger Innenminister.

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