USA siecht auf ganzer Linie und bleibt damit AAA

Hey you are AAA AmericaMoney Tuba: Grandios! Nach monatelangem zähen Kampf um die Existenz der Nation gelang nun offenbar der grandiose Durchbruch. Demnach bleibt den USA das „AAA“ erhalten und die breite Mehrheit der Amerikaner ist dabei zu siechen. Man könnte diesen historischen Kompromiss zwischen den Republikanern und den Demokraten natürlich auch schlecht reden, würde aber die Sachlage nicht treffen, denn die drei Rate-Agenturen sind sich absolut einig, dass nur der jetzt beschlossene schmerzliche Schritt das Ansehen der Nation und des großen Geldes aufrecht erhalten kann. Wir wollen kurz die Eckdaten zusammenfassen und einen Ausblick wagen, in welchem Umfang Amerika dadurch gewinnt.

Man geht derzeit von einer Anhebung der Schulden-Obergrenze um 2,1 Billionen Dollar aus, die eine weitere Diskussion vor den nächsten Präsidentschaftswahlen in 2012 unterbinden soll. Damit liegt hernach das neue Limit bei rund 16,4 Billionen Dollar. Demgegenüber sollen in zehn Jahren 2,4 Billionen Dollar bei den Ausgaben gekürzt werden, also pro Jahr rund 240 Milliarden Dollar. Davon ausgehend, dass die aus der Erhöhung der Obergrenze resultierenden zusätzlichen Zinsen rund 1 Billion Dollar über denselben Zeitraum betragen werden, muss vermutlich das Kürzungsvolumen um diese 1 Billion erhöht werden, sofern es einen soliden Anstrich bekommen sollte. Von einer Tilgung der Schuldenlast darf nach 60 jähriger US-Haushaltserfahrung nicht ausgegangen werden, eher wird man nach der Wahl in 2012 über die nächste Erhöhung der Schulden-Obergrenze nachdenken. Aber nach Adam Riese sollte jetzt für rund 1,5 Jahre Ruhe an dieser Front herrschen, sofern nicht die Steuereinnahmen angesichts einer strangulierten Wirtschaft ausbleiben oder gerade noch ein Krieg begonnen werden muss. Aber soviel Realismus braucht nach diesem Erfolg zunächst nicht zur Schau gestellt werden.

Wer sind nun die Gewinner und die Verlierer in diesem Spiel? Klar, in Amerika gibt es immer nur Gewinner, wir kennen das Land nicht anders, dafür lieben wir es. Zunächst hat sich damit die Finanzindustrie eine weitere Billion Zinsen auf erfundenes Geld gesichert, welches sie sich vermutlich zu 0,00 Prozent bei der FED abholen kann, um es dann dem Staat für rund 4 Prozent zu verleihen. Also ein ganz klarer Sieg nach Punkten, den die Finanzindustrie mit einer kleinen weiteren Feierstunde verbinden kann, denn dadurch wird der Anteil der über Steuern zu erbringender Zinsen und damit dieser Part am US-Haushalt weiter deutlich zu Gunsten der Geldindustrie ausgebaut. So etwas schafft Vertrauen an den „Märkten“. Damit landet das Geld in kompetenten und guten Händen und muss nicht mehr für Sozialleistungen oder Gesundheitsweisen veruntreut werden. Die Wunschvorstellung der Finanzindustrie ist es aber die 100% Marke der Steuereinnahmen zu knacken und auf Dauer diese Position auf die eigenen Konten umbuchen zu können. Im Zweifel stellt man dafür gerne noch weiteres erfundenes Geld zur Verfügung, nur muss sich eben die Regierung so wie jetzt, auch entsprechend verpflichten. Dafür sind ja auch die Volksvertreter da. Die Tea-Party begrüßt diese Entwicklung von Herzen, allein aus Sorge vor den zuvor geschilderten Veruntreuungsmöglichkeiten. Aus zutiefst religiös- moralischen Gründen ist man beispielsweise bei der Tea-Party der Überzeugung, dass man einem Hungernden seine restlichen Lebensmittel fortnehmen sollte, damit dieser wieder in Bewegung kommt und sich seinen Unterhalt selbst beschafft.

Warum aber hat jetzt die ganze Nation gewonnen? Ganz einfach, wir wissen um die Fettleibigkeit der Amerikaner und auch um die Überversorgung im Gesundheitswesen auf Staatskosten. Dadurch, dass die Einnahmen jetzt mehr in Richtung Zinsdienst und Geldindustrie umgeschichtet werden müssen, können die Menschen endlich etwas konsequenter auf Diät gehalten werden. Dafür ist es auch notwendig die „Foodstamps“ ein wenig magerer ausfallen zu lassen, dient also eindeutig der Volksgesundheit. Dies trifft auch auf den Gesundheitssektor im weiteren Sinne zu. Weniger Arztbesuche machen gesünder. Dies lässt sich allein schon anhand deutscher Statistiken beweisen. Wenn sich keiner mehr den Arzt leisten kann geht auch keiner mehr hin. Statistisch gesehen sind dann alle Menschen viel gesünder. Viel Glück Amerika!

Weiteres großes Glück haben alle Amerikaner bei den Einsparungen im Bereich der Infrastruktur. Sofern man nämlich an Brennpunkten weitere 20 Jahre zuwartet, dann bekommt die Nation die Möglichkeit diese Schwachstellen idealer Weise mit neuster Technik auszurüsten. Dies heute zu tun wäre reine Verschwendung und Geldverbrennung, weil die Technik mit Sicherheit in zwei Jahrzehnten veraltet wäre. Ähnlich verhält es sich auch bei den Einsparungen im Bildungsbereich. Zu (ein)gebildete Menschen sind für das System gefährlich, also schon wieder gewonnen. Nur Geheimdienste und Militär müssen weiterhin mit mehr Geld versorgt werden, um die innere wie auch die weltweite Sicherheit zu gewährleisten. Dies selbstverständlich auch um einen möglichen Putsch zu unterbinden, denn man sollte bewaffnete und unterbezahlte Kräfte nicht unterschätzen, wie man in zahlreichen Ländern auf dieser Erde exemplarisch erfahren kann.

Wie man sieht, könnte sich Deutschland hiervon noch eine große Scheibe abschneiden. Betrachten sie nur diesen Menschen auf dem Bild – diesen aufrechten Patrioten – mit welcher Leidenschaft und mit welchem Selbstverständnis er für sein Triple A Homeland eintritt und dem Weckruf von „Uncle Sam“ zur Rettung der Nation folgt. Im Gegensatz zur „Upper Class“ fürchtet dieser Mann auch keine Steuererhöhungen. Ein wahrer Held. Immer mehr Leute schließen sich in den USA seinem Vorbild an, manche zwar ein wenig notgedrungen, aber sie tun es, halt wahre Patrioten.

USA siecht auf ganzer Linie und bleibt damit AAA
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Kommentare

USA siecht auf ganzer Linie und bleibt damit AAA — 5 Kommentare

  1. Hi, ein sehr ausführlicher Beitrag wie ich finde über die Verschuldung der USA. Ich persöhnlich hoffe mal. das es die USA schafft ansonsten kann man nicht absehen in was für eine Finanzkrise die Welt hinein steuert.

  2. Ich denke, dass der einzige Vorteil des Schuldenkompromisses in der USA ist, dass Amerika nicht zahlungsunfähig wird. Dieser Kompromiss ist meiner Ansicht nach keine Lösung für die Schuldenkrise der Vereinigten Staaten. Man wird einfach warten, bis wieder die neu verabredete Schuldenhöchstgrenze von über 16 Billionen Dollar erreicht wird. USA müsste genaue Sparmaßnahmen einsetzen, um den großen Schuldenberg zu reduzieren, und nicht einfach die Schuldenobergrenze steigern. Wen jemandem das Thema interessiert, auf dieser Webpräsenz findet ihr neuere Fakten zu diesem Thema.

  3. Aber Hallo!, höre ich da Kritik an Gods own country?? In Europa sparen die Staaten und werden dafür noch von den Ratingagenturen abgestraft, in den USA anders rum, das verstehe wer will. Das dieses Land nur noch ein total verrohtes und unsoziales Land ist, das erkennt man am Umgang mit krebskranken Ground Zero Arbeitern. Erbärmlich, die normalen Menschen haben jede Bedeutung im System verloren, es zählt nur noch die Finanzelite.
    Aber, denkt dran:”Um einen Menschen zu lieben muss man wissen WAS! ihn unterdrückt!”
    So fuck the system!
    http://tuisto.wordpress.com/2011/08/02/krebskranker-ground-zero-arbeiter-erhalt-null-dollar-entschadigung/

  4. Nach diesem Artikel müssten die reichen Amerikaner geradezu die Tea-Party people dazu nötigen die Steuern zu erhöhen…oder haben die noch nie vom Trickle-Up/Flow-Over/Go-Under Prinzip gehört??
    Welcher Hedgefund soll den noch Renditen abwerfen wenn das GDP unter die Staatschulden-Zinsen sinkt? Soll der Hedgefund dann etwas selber die Steuern bezahlen und ein Nullsummenspiel machen?

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