Bürokratieabbau in der Endphase

Ideales Abbaugebiert<br><small>Bildquelle: http://kamelopedia.net/index.php/Datei:Alte_Akten_deWP.jpg<small>Berlin: Deutschland ist weltberühmt für seine Bürokratie, wenngleich es auch Staaten gibt, die sich diesbezüglich nicht hinter dem deutschen Vorbild verstecken müssen. Da der deutsche Kreationismus á la „Made in Germany“ ebenso berühmt wie berüchtigt ist, wundert es auch niemanden, dass die Deutschen inzwischen den Bürokratieabbau als weiteres Geschäftsfeld entdeckt haben und sich nunmehr redlich mühen diesen zu normieren. Damit keimt die Hoffnung auf, sich mittels dieser Idee aus der Krise zu wirtschaften, die neben den Finanzmärkten langsam aber sicher auch die Volksseele der Deutschen ergriffen hat. Wie immer, will man auch in diesem bereich die weltweite Vorreiterrolle nicht aufs Spiel setzen und arbeitet mit deutscher Gründlichkeit an der Umsetzung des schon seit Jahren im Gespräch befindlichen Themas.

Wie auf recht bürokratischem Wege zu erfahren war, werden derzeit in ausgedehnten Arbeitsgruppen Konzept und Technik überprüft, welche sich für den Abbau von Bürokratie eignen sollen. Ein dutzend weiterer Arbeitsgruppen ist noch damit beschäftigt die Lagerstätten der Rohbürokratie ausfindig zu machen, zu kartografieren und für eine zeitgemäße Ausbeutung vorzubereiten. Ein nächstes Team erarbeitet seit 12 Jahren die Lizenzbedingungen für die Abbaurechte, während das Finalisierungsteam gerade Bürokratietests durchführt um die Qualitäten der Rohbürokratie genau bestimmen zu können.

In diesem Zusammenhang gilt es diversen Besonderheiten Rechnung zu tragen. An manchen Stellen verbietet sich der Bürokratieabbau, weil sich dort Beamtenbrutstätten befinden oder unter Artenschutz gestellte ausgemusterte Enten des öffentlichen Dienstes ihr Dasein fristen. Noch schwieriger gestaltet sich der Abbau in gehobenen Regionen. Einerseits sind die Zuwegungen extrem schwierig und jegliche Form von Abbau gilt an diesen Stellen als kaum finanzierbar und damit von vornherein als unwirtschaftlich. Auch ist die Bürokratie hier erheblich zäher als in den Niederungen. Ein erster Test musste unversehens abgebrochen werden. Nachdem man eine Vorschrift zur maximalen Aktenstapelhöhe testweise abgeschafft hatte. So kam ein Beamter unter einem Aktenberg zu liegen und verstarb noch vor der Mittagspause. Die Karteileiche konnte erst nach dreitägigen Bergungsarbeiten geborgen werden. Die Vorschrift zur Aktenstapelhöhe wurde postwendend wiederhergestellt. Gelobt wurden ausdrücklich die bereist zusätzlich geschaffen Stellen in diesem Sachgebiet, weil dadurch sichergestellt sei, dass auch weiterhin mit Hochdruck an dem Thema gearbeitet werden könne. Dessen ungeachtet klagt aber die neu eingerichtete Bürokratieabbaubehörde immer noch über akuten Personalmangel.

Fazit: Parteiübergreifend ist man sich im Bundestag einig, nach einem weiteren erfolgreich verlaufenen Test in einer 500 Seelen Gemeinde mit einem Bürgermeister und einer Schreibkraft, zunächst das Konzept in all seinen Facetten, Gestaltungsmöglichkeiten und Vorschriften für den Bürokratieabbau zu vermarkten und zu exportieren. Dies unter dem Gesichtspunkt einer schnellen Einnahmeverbesserung für die öffentliche Hand. Der heimische Bürokratieabbau sei noch nicht soweit gediehen um diesen großflächig anlaufen lassen zu können, da die Erschließungsverfahren derzeit noch diverse bürokratische Hürden zu überwinden hätten. Der Zustand wird von Experten mit der Schwebebahntechnik verglichen, die auch schneller den Weg in den Export fand, als in heimische Gefilde. Allen möglichen Widerständen zum Trotz zeigten sich die Verantwortlichen überaus optimistisch hier ein zukünftiges Vollbeschäftigungsprogramm vor Augen zu haben.

Bürokratieabbau in der Endphase
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