Drohnen über Syrien, Drei-Fronten-Krieg, USA machen Völkerrecht zu Klopapier

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Damn Ass Kiss: Wer hat hierzulande einen korrekten Überblick darüber was tatsächlich in Syrien passiert? Vermutlich niemand so richtig, denn alles was man bei uns dazu erfährt ist recht gut und mundgerecht vorsortiert. Man spricht in diesem Zusammenhang auch gerne von „Embedded Journalism“, als mächtigste Konsequenz aus dem Vietnam-Desaster der Vereinigten Staaten. Da wird dann mit vereinten Kräften nur noch das öffentlich gemacht was die Masse auch tatsächlich hier bei uns erfahren soll. In Syrien wird jetzt vielleicht ein völlig neues und makaberes Kapitel der Geschichte durch die USA aufgeschlagen. Nur Widerstand regt sich seitens der Weltgemeinschaft nicht mehr.

Warum wollen die USA Drohnen über Syrien kreisen lassen

In den letzten Tagen war in den Medien allerhand darüber zu lesen, dass die USA planen jetzt auch über Syrien ihre Drohnen kreisen zu lassen. Sie wollen damit offiziell nicht Jagd auf Assad machen, nein, ihr guter Ruf eilt ihnen davon. Angeblich haben sie dort jetzt viele beliebte Al-Qaidas ausgemacht, eben von der Sorte, an denen sie bevorzugt ihre tödlichen High-Tech Spielzeuge ausprobieren.

Woanders stört dieser Umstand nicht sonderlich, sofern selbige Gotteskrieger der amerikanischen Sache dienen, wie seinerzeit in Libyen. Nur in Syrien gibt es jetzt Streit zwischen den Gerechten und den noch gerechteren Gotteskämpfern und Oppositionellen, sodass sich die USA nun genötigt sehen dort noch mehr Gerechtigkeit walten zu lassen. Sie möchten zunächst die verfeindeten Oppositionellen, worunter eben auch die Al-Qaida Kämpfer sind, ein wenig nach ihren Vorstellungen lichten.

So kommt es zum Drei-Fronten-Krieg

Daraus folgt jetzt, dass die USA gegen einen Teil der dortigen Opposition vorgeht, der ihnen nicht genehm ist. Zum Teil entlasten sie damit natürlich auch die Truppen von Assad, die sich dann eine Bekämpfung dieser Gruppierungen ersparen können, um sich vollends auf die noch gerechteren Gotteskrieger zu konzentrieren, die den USA allerdings wieder sehr genehm sind.

Also korrekt verstanden, kämpfen dann dort drei Parteien für die Gute und gerechte Sache. Assad gegen alle Terroristen, die USA gegen ihre Lieblinge unter den Terroristen und vielleicht, wenn sich die Gelegenheit bietet auch ein wenig gegen Assad und seine Truppen. Die Opposition kämpft dann ganz nach Bedarf gegen sich selbst oder Assad oder auch gegen die USA, sofern die ihnen nun Raketen auf den Pelz schicken.

Das war jetzt in Kurzform bestimmt sehr verständlich ausgedrückt. Eine Partei sollten wir hierbei besser ausblenden. Es handelt sich dabei um die syrische Bevölkerung (den Regeln nach nicht einmal Partei, sondern nur Opfer), die mit keiner der drei Parteien sonderliche Liebschaften pflegt. Die Menschen wollen an sich nur Ruhe haben, aber dies interessiert insbesondere die Terroristen nicht und die USA stört es auch nicht sonderlich. Hier wäre nur Assad zu nennen der irgendwie schon gerne Ruhe hätte. Man kann aber die Menschen am Ende immer gut unter der Sammelposition Kollateralschaden buchen und weiterhin als guten Grund anführen warum man sich veranlasst sieht noch mehr Bomben für den Frieden dort abzuladen.

Was hat das Völkerrecht mit Drohneneinsätzen zu tun

Nach landläufigem Verständnis widerspricht der Einsatz von amerikanischen Drohnen über Syrien (wie auch über Pakistan, dem Sudan, Jemen und vielen anderen Ländern mehr) durch die USA dem internationalen Völkerrecht. Weder Syrien hat den USA den Krieg erklärt, noch umgekehrt. Nach dieser Definition hätten also die Amerikaner, aber auch die ganzen Undercover-Truppen von beliebig vielen Gutmenschen-Staaten dort rein gar nicht verloren.

Nur müssen wir inzwischen lernen, dass dort wo die USA und Freunde tätig werden, nicht mehr das internationale Völkerrecht gilt sondern die Maßstäbe die die Vereinigten Staaten und Vertraute dort anlegen. Da helfen im Zweifel auch auch etwaige Bedenken der UN nichts. UN-Resolutionen sind nachweislich immer nur für schwächere Parteien bindend. Die Starken müssen sich nicht sonderlich daran stören. Sie setzen gerne auch einmal nicht beschlossene UN Sanktionen gegen die Schwächeren durch, das hat inzwischen schon reichlich Tradition.

Wenn man also den völkerrechtlichen Blick in dieser Angelegenheit vertiefen möchte, dann darf man mit Fug und Recht sagen, dass es für die USA inzwischen ein feines Stück Klopapier ist mit dem man sich den blutigen Hintern abputzen kann. Wenn es der USA mal irgendwo nützlich ist, dann verweist man gerne darauf, aber man stört sich auch nicht am Völkerrecht wenn eigene Interessen dessen Lauf vereiteln könnten. Letzteres wird wohl gerade jetzt mit Blick auf Syrien eine interessante Frage werden, bei der man als interessierter Zuschauer diesen Aspekt im Auge halten sollte.

Seltsames Schweigen der Weltgemeinschaft und auch der EU

Dazu passend hört man hier und da einmal zaghafte Kritik, aber ernstzunehmende Rüffel müssen sich die Freunde Syriens wohl kaum vergegenwärtigen. Wenn Kritik erfolgt, dann eher von kleineren machtlosen Staaten, die wird dann nicht einmal zur Kenntnis genommen. Natürlich passieren künftige Ein- und Angriffe in Syrien auch nicht im Namen der Weltgemeinschaft, nein hier geht der Freundeskreis zunehmend eigenständiger auf eigene Faust vor. Im Gegenteil, die UN erweist sich nur als Bremsklotz und kommt ja nicht einmal nach die Bombardements des Freundeskreises zeitnah und korrekt zu legitimieren.

Solange die Allianz der USA, mitsamt der schweigsamen Freunde und Mittäter aus Europa, steht, wird auch offiziell kaum irgendwo Kritik aufkeimen, denn die Einigkeit besteht ja darin, dass man Assad wegputzen möchte. Auch das ist völkerrechtswidrig und damit ein Grund mehr möglichst unterm Tisch zu schießen. Aber die Selbstsicherheit der USA mit der sie hier zur Sache gehen ist ein Schlag ins Gesicht eines jeden Landes welches sich noch ansatzweise zum Völkerrecht bekennt. Nun, diese Länder werden nach solcher Vorbildfunktion aber wohl eher weniger als mehr.

Wenn es geschluckt wird, geht auch mal ein Fehlschuss auf Assad

Denkt man jetzt den angekündigten US-Einsatz von Drohen in Syrien einmal bis zu Ende durch, so ist sicher auch vorstellbar, dass sich einmal eine Rakete verfliegt und direkt den Assad erlegt. Das kann man mit einem Satz des Bedauerns verlautbaren lassen und schon ist die Sache vergessen, wenngleich auch das ein schwerster Verstoß gegen das Völkerrecht wäre. In Libyen hat man ja auch nur die Vorbereitungen gemacht und darauf geachtet, dass die eigenen Leute Gaddafi dann massakrierten.

In jedem Falle ist aber damit zu rechnen, dass die Drohnen nicht nur gegen Al-Qaida eingesetzt werden. Aufgeklärt wird mit Sicherheit auch gegen Assad. Und was wir nicht mitbekommen werden, sind die Einsätze wo man einfach mal direkt abdrückt und auch andere vermeintlich lohnenswerte Ziele platt macht.

Zur Hebung der Vorstellungskraft muss man sich das in etwa so vorstellen, als würden die USA einen Islamisten jagen, den sie beispielsweise im Ruhrpott ausmachen. Und weil die Sache eilt und brenzlig ist, schickt man jetzt einfach mal eben eine Drohen von Rammstein aus los. Einmal abgedrückt, Sache erledigt, auf die Meinung von Tante Merkel wäre geschissen. Gut passiert natürlich nicht weil wir (noch) gute Freunde sind und uns auch in Afghanistan und Mali recht spendabel zeigen wenn es um die Verbreitung US-amerikanischer Gerechtigkeit geht.

Final der Multi-Stellvertreter-Drohnenkrieg über Syrien

Rein spekulativ kann man sich noch ein ganz anderes Szenario ausmalen, von dem wir mit Sicherheit „rein gar nichts“ mitbekommen werden, selbst wenn es so sein sollte. Der Stellvertreter Vier-, Fünf- oder Sechs-Fronten Drohnenkrieg. Dann wird Syrien mehr oder minder zu einem internationalen Real-Live Truppenübungsplatz verschiedenster Mächte für Drohnen-Einsätze.

Wenn beispielsweise Russland, China oder auch der Iran ihr Interesse bekunden dort beim Drohnen-Ballerspiel ein wenig mitmischen zu wollen, dann erst wird es richtig interessant. Da könnten die roten und die blauen Drohnen beispielsweise die übrigen Terroristen jagen, während die schwarzen US-Drohen auf Qaidas Jagd machen. Zwischendurch ballern sich die Drohen gegenseitig ab und auch die allgemeinen Drohenabwehrkapazitäten der einzelnen Beteiligten könnten sich über Syrien einmal genauer gegeneinander ausprobieren. Warum sollten sich übrigens diese Nationen ans Völkerrecht halten? Womöglich bekommen diese Nationen sogar, anders als die USA, eine offizielle Einladung von Assad zu diesen High-Tech-Spielchen.

Aus Sicht der ganzen Militärs und Geheimdienstköppe ist dies mit Sicherheit ein ganz spannendes Spiel, zumal man es nicht über eigenem Territorium spielen muss. So kann man schon im Vorfeld ein wenig ausloten wie sich die Kräfte verschieben und ob sich ein größerer Waffengang in der Region auch noch rentieren könnte, wenn man endgültig beschließt den Flächenbrand auszulösen. Und wenn man gründlich genug übt, kann man soviel Dschihadisten ausradieren wie man eben möchte.

Dann sehen wir jetzt schon die Kämpfer vor ihren PC’s in der Wüste von Nevada, möglicherweise noch welche in irgendwelchen Bunkern in Russland oder China oder auch dem Iran. Alle Interessenten lassen jetzt ihre Spielzeuge über Syrien kreisen und versuchen möglichst viele Punkte für den Weltfrieden zu erballern. Und wenn man die Region dabei entvölkert, so macht dies auch nichts. Alles was dort über 18 Jahre alt ist gilt sowieso als feindliche Kämpfer und die toten Kinder wird man einfach den „Bösen“ vor Ort in die Schuhe schieben.

Ok, vielleicht sind die hier eröffneten Aussichten nach derzeitigen allgemeinen Überzeugungen ein wenig überzeichnet, oder nach den Vorstellungen vieler gar viel zu schwarz gemalt. Das elende Spiel, welches da in und mit Syrien gespielt wird, kann man sich auch kaum korrekt vorstellen. Wenn man allerdings dem Aspekt Rechnung trägt, dass der ganze Dreck immer erst Jahrzehnte später ans Licht kommt, dann könnte das gesamte Ausmaß des Elends vielleicht noch viel bösartiger sein als jetzt gemutmaßt. Alles deutet darauf hin, dass es echten und gerechten Frieden auf diesem Planten erst dann geben kann, wenn der Weltpolizist endgültig am Boden liegt und nicht mehr auf den Rest der Menschheit eindreschen kann weil er gerade einmal wieder seine eigenen Interessen verletzt sieht.

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Die verkommene Wahrheit unserer Zeit ist so relativ und dehnbar wie das Geschrei der Konzern-Massen-Medien daselbst. Erst der schräge Blick durch die Blindenbrille, in stockfinsterer Vollmondnacht, eröffnet darüber hinaus völlig ungeahnte Perspektiven für den Betrachter. Überzeichnung ist dabei nicht zwangsläufig eine Technik der Vertuschung, vielmehr ist es die Provokation gezielter Schmerzen, die stets dazu geeignet sind die trügerische Ruhe zugunsten eigener oder andersartiger Gedanken zu stören. Motto: „Lässt Du noch denken oder denkst Du schon selbst?“

3 Kommentare

  1. Tja, die USA kümmern sich eben im besonderen Maße um Gerechtigkeit in der Welt. So auch in Syrien wo Assad noch regiert. Was der von seiner Herrschaft derzeit allerdings hat, steht auf einem anderen Blatt.

    Vielleicht wollen die USA auch nur das Wissen von Assad über sein Start-Up anzapfen. Er war nämlich früher -zusammen mit seinem Bruder- erfolgreicher Großhändler für Drogen. Und daran ist vermutlich die CIA interessiert. Natürlich nur inoffiziell. Offiziell nicht. So wurde ein kalifornischer Journalist gekündigt als er das aufdeckte. Weil er es weiterhin behauptete beging er später offiziell festgestellten Selbstmord mit ZWEI Kopfschüssen. In den USA ist eben alles möglich.

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