New for sale Flag ofGreece

Eulen aus Athen: Soll mal einer sagen die Griechen wären nicht imstande mit der äußerst schwierigen Situation im Lande fertig werden. Das Elend wird Dank der Intervention der vielen unter Euro-Verlustangst leidenden Nachbarstaaten von Tag zu Tag größer. Es kann auch nicht wirklich bekämpft werden, denn die nachbarschaftliche Bevormundung ist ja sogar die Ursache für das rasant wachsende Übel. Die Auflagen zum Totsparen kommen nun einmal aus der freundlichen EU-Ecke. Dennoch wird der Kampf gegen das Elend in Griechenland jetzt sehr viel erfolgreicher. Da fragt sich dann der fachkundige Betrachter, wie kann so etwas nur vor sich gehen.

Es geht wirklich ganz einfach und die Welt kennt ja doch die Tricks. Vielleicht hat auch Mutti bei ihrer letzten Visite dort gute Tips gegeben, wie man das in dem Staat machte in dem sie selbst aufwuchs, da funktionierte es auch. Von allem Elend, von dem nicht berichtet wird, ist nachweislich bekannt dass es nicht existent ist. Ergo hat sich die griechische Regierung dazu entschlossen die Darstellung von Elend in den Medien zu untersagen und schwups ist es auch schon so gut wie weg. Jene Journalisten, bzw. Sender die sich nicht daran halten und das Elend dennoch meinen bebildern zu müssen, denen drohen dann satte Strafen. Damit wir nicht etwaigen verbotenen Bildern zum Opfer fallen, blenden wir an dieser Stelle die im Sinne der EU modifizierte Flagge Griechenlands ein.

Einwurf euer Ehren, danach Elfmeter

Der Zyniker muss jetzt einmal kurze Zwischenbilanz machen und diese karge Kost erst einmal verdauen, denn man könnte jetzt glatt auf die Idee kommen hier präventive Maßnahmen zu empfehlen, die das Elend auch in der Realität beseitigen könnten. Da wir ja wissen, dass reales Leiden von den Regierungen selbst verursacht wird, dies im Wege von Gesetzen, Beschlüssen und Verordnungen zum Schutz der Hochfinanz, der Banken und aller Ausplünderungsmethoden die eine moderne, sich zum Kapitalismus bekennende Demokratie zu bieten hat, muss hier einfach gezyndelt werden. Was also kann man hier empfehlen? Richtig, das Verbot solcher Regierungen könnte dann am Ende nicht nur das „verbotene“ virtuelle, sondern sogar das reale Leid abschaffen.

Statistisch gesehen ist es ja auch korrekt das es kein Elend in Europa gibt, denn die Geldberge wachsen und wachsen exponentiell ins uferlose. Nie hat es mehr Geld und Werte gegeben. Schließlich ist doch die Statistik diesbezüglich auch unbestechlich. Der kaum erwähnenswerte Umstand, dass sich diese Werte immer weniger in den Händen derer befinden, die am dringendsten brauchen, den muss man ja nicht breittreten. Der Luxus einer kleinen Minderheit dagegen hat seltene Höchststände erreicht, das muss gefeiert werden.

Wie man Elend korrekt entsorgt

Gut, zurück nach Griechenland, aber sehr wohl im Hinterkopf haltend, dass derlei Erscheinungen zusammen mit dem Elend dann auch Rest-Europa erfassen könnten, denn die Tatsache der Verelendung ist nun einmal systembedingt und damit nicht einmal mehr diskutabel sondern von Tag zu Tag offensichtlicher. Immerhin scheinen ja die Griechen, Entschuldigung, die griechische Regierung, einen idealen Weg gefunden zu haben den sozialen Frieden zu wahren. Sicherlich wird sich das Verbot der Darstellung auch auf spätere Hunger- und Aufstandsleichen beziehen, alles unangenehme Dinge die ein Volk in Wallung bringen können und deshalb besser gar nicht erst gezeigt bekommen darf.

Um es jetzt ein wenig tiefer zu hängen muss man noch wissen das der nationale Rundfunkrat dies für alle öffentlichen Sender am 22.1.2013 in Griechenland verfügt hat. Und wie es sich gehört, natürlich auch mit einer sauberen Begründung, die sich einmal mehr in einen Satz packen lässt. Es geht also um den Schutz der Persönlichkeit und der sogenannten Persönlichkeitsrechte! Man will also die „armen Menschen“ jetzt vor den gierigen Blicken einer breiten Öffentlichkeit verschonen. Das überwiegendere „öffentliche Interesse“ an der Unterdrückung und Ausblendung solcher Bilder spielt also gar keine Rolle, es ist wie zufällig ein Abfallprodukt. Aber der Effekt kommt nicht ungelegen.

Wir beziehen uns mit diesem Bericht auf eine Schilderung von Wassilis Aswestopoulos, die hier bei Telepolis erschienen ist. Weitere Verlinkungen von dem Artikel führen auch zu den griechischen Dokumenten die diese Anordnung dokumentieren. Wir müssen jetzt nur noch lernen, dass die passende Verlogenheit auch die Ziele erreicht die mit Ehrlichkeit behandelt eher eine Revolution erfordern würden.

Nach derzeitigem Stand der Dinge wird es aber auch in Griechenland irgendwann krachen müssen. Die Situation kann sich schließlich nicht verbessern, weil das System dies nicht mehr hergibt. Offiziell sollen die Griechen Jahrzehnte über ihre Verhältnisse gelebt haben. Richtiger ist, dass ihnen jetzt nur zuerst die Füße weggeschlagen werden um das zuvor leichtfertig verteilte EU-Geld wieder einzusammeln. Zinsdienste sind tatsächlich wichtiger als die Ernährung des Volkes. Wir erinnern hier sogleich an die bereits geführte Diskussion, wonach Griechenland einen Zinsvorrang in die Verfassung schreiben sollte, als Bedingung für Kredite.

Funktioniert auch in Deutschland, sogar ohne Gesetz

Auch den Gedanken darf man sich nicht verkneifen. Die einen würden es gelinde gesagt „vorauseilenden Gehorsam“ nennen, wenn beispielsweise in Deutschland über viele Dinge im Mainstream einfach gar nichts zu finden ist. Nur dieser verfehlte Gehorsam ist es gar nicht. Man muss einen weiteren Zusammenhang kennen, um zu wissen wer die Pressefreiheit weltweit gekauft hat. Das sind so viele gar nicht die den eigentlichen Einfluss ausüben. Auch dazu haben wir uns bereits an anderer Stelle, „Die Mär von der Vierten Gewalt – die Fünfte Macht(s)“, mit wissenschaftlichen Belegen ausgelassen.

Eines der schönsten Beispiele aus dem letzten Jahr ist beispielsweise das Stuttgarter Pfeifkonzert zu Ehren der Kanzlerin Merkel (unser Bericht), als diese dort ihren Oberbürgermeisterkandidaten ein wenig nach vorne puschen wollte. Der Videobericht beweist dann auch warum der verloren hat. Vor lauter und lautem Gepfeife hat niemand die Lobpreisungen der Kanzlerin dort wahrnehmen können. Hätte es nicht diese feine Amateuraufnahme dazu gegeben, dann wäre die Schmach noch besser unterm Deckel zu halten gewesen.

Was also in Griechenland noch brachial per Anordnung durchgesetzt wird, ist in einem zivilisierten Land wie Deutschland schon lange Tradition: „Klappe halten”. Dies gilt übrigens auch wenn zeitweise bürgerkriegsähnliche Zustände in Griechenland, Spanien oder Portugal herrschen. Dann bekommen wir dies als Dreizeiler bezüglich irgendwelche Proteste auf Seite 367 mitgeteilt, aber nie ausführlich und stets so das niemand Verdacht schöpfen könnte, dass die dahinter stehenden Missstände größeres Ausmaß haben könnten.

Verbotene Bilder – Griechenlands erfolgreicher Kampf gegen das Elend
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