Sitz-Sharing im Bundestag bleibt chancenlos

Sitz-Sharing im Bundestag bleibt chancenlosBRDigung: Deutschlands exquisitestes wie auch teuerstes Kabarett unter der Reichskristallkugeln zu Berlin, lässt sich aus verständlichen Gründen sehr viel Zeit. Das neu zu entwickelnde Spielprogramm für die Legislaturperiode bis 2021 scheint sehr komplex zu werden. Die neuen Gesichter für die bundesdeutsche Possenreißer-Bude müssen erst einmal korrekt sortiert werden. Vordringlichste Problem im Bundestag ist derweil ein allgemeines Stühlerücken. Das wegen Rassismus-Verdachts modifizierte Spiel von „Wer fürchtet sich vor dem schwarzen Mann„, heißt in seiner frischen Ausprägung irrwitzigerwweise, „Wer will neben der AfD sitzen„: Streit im Bundestag ♦️ Keiner will neben der AfD sitzen[RP-online]. Das fängt ja gut an.

Bezüglich des allgemeinen Stühlerückens sind nunmehr 709 Abgeordnete irgendwie in den Plenarsaal zu zwängen. Hier mehr zu der Zahl: Liste der Mitglieder des Deutschen Bundestages (19. Wahlperiode)[Wikipedia]. Auch müssen in Laufnähe noch entsprechende Luxuskabinen für diese Herrschaften hergerichtet werden, damit diese standesgemäß in selbigen abhängen können. Angesichts des dort immer noch herrschenden Fraktionszwangs, ist eine solche Übung so überflüssig wie die Abgeordneten selbst. Das Thema heißt in der unausgesprochenen Realität Statuswahrung, denn nur was teuer ist, kann auch etwas taugen. Es geht darum, den Spielbetrieb gegenüber dem Pöbel gewichtig genug erscheinen zu lassen. Selbiges in dem Wissen, dass diese Abgeordnete im Großen und Ganzen nichts zu vermelden haben. Sie sind zu über 90 Prozent reine Demokratie-Statisten.

Insoweit ist die Idee einiger Bundestagshandwerker Gold wert gewesen. Sie schlugen vor, angesichts der beschriebenen Situation, ein sogenanntes Sitz-Sharing einzuführen, statt wahllos weiter Sitze in den Saal zu schleppen, um die Sitzzahl von 709 zu realisieren. Auch der Vorschlag ist keineswegs der erste zu einer optimaleren Auslastung des Bundestages (siehe nächstes Foto). Aus der gesicherten Erkenntnis heraus, dass der Bundestag zu 90 Prozent seiner Sitzungszeiten total unterbesetzt ist, hätte man die Anzahl der Sitze auf rund 355 halbieren können. Sitz-Sharing im Bundestag bleibt chancenlosDie wenigen Sonderfälle, in denen die Anwesenheit aller Abgeordneten einmal erforderlich ist, hätte man auch als Stehparty abhandeln können. Damit wäre zumindest genügend Abstand zu den übelriechenden Braunen, mit dem Blau in der Parteifarbe, problemlos realisierbar gewesen. Die Handwerker mussten bitter lernen, dass pragmatische Ansätze heutzutage gar nicht gefragt sind und stattdessen lediglich die Staatsräson zählt.

Auch weitere konstruktive Vorschläge zum Umgang mit der Platzierung der AfD innerhalb der Bundes-Kasperbude fanden nirgendwo Gehör. So war einer der Gedanken, die Sitzordnung dahingehend zu reformieren, dass der AfD grundsätzlich nur die letzte Reihe hinter allen Fraktionen zugewiesen werden soll. Dahinter stand die Absicht, der AfD unter allen Umständen keinen Platz in der ersten Reihe zuzugestehen und den Blickkontakt auf ein Minimum zu reduzieren. Aber auch die gleichmäßige Verteilung der anstehenden Belästigung auf alle Parteien scheiterte letztendlich am Vor-Ältestenrat. Für den machte der scheidende Bundestagspräsident Norbert Lammert dann die Sache endgültig klar.

Zwangsverrechtet

So bleiben die Schmuddelkinder von der AfD an den frisch wieder in den Bundestag geschlichenen Liberalen kleben, ziemlich weit rechts vom Rednerpult aus gesehen. Die haben auch noch keinen eigenen Stallgeruch, deshalb kommt es bei denen nicht so sehr darauf an. Die FDP hatte für einen Platz in der Mitte des Parlaments plädiert. Angeblich spiegelt dies ihre politische Positionierung wider. Auch sei dies in den wenigen Landesparlamenten, in denen die FDP ihr Unwesen treibt, der Fall. Und so gibt sich der FDP-Vorsitzende Christian Lindner betont verstört: Die FDP will nicht neben der AfD sitzen[FAZ]. An das fast „Rechtsaußen“ muss sich die FDP wohl noch erst gewöhnen.

Wirklich schade, denn bei einem ausgewogenen Sitz-Sharing wären all diese Probleme gar nicht aufgetreten. Ganz im Gegenteil, das Parlament hätte hier einmal eindrucksvoll unter Beweis stellen können, wie ernst es ihm mit dem Sparen ist. Stattdessen liefert es weiterhin nur die Beweise dafür, dass für das Gürtel enger schnallen ausschließlich der Pöbel zuständig ist. Manchmal ist es einfach nur übel, nicht auf die praktischen Einwendungen der Handwerker zu hören.

Sitz-Sharing im Bundestag bleibt chancenlos
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Über WiKa 2194 Artikel
Die verkommene Wahrheit unserer Zeit ist so relativ und dehnbar wie das Geschrei der Konzern-Massen-Medien daselbst. Erst der schräge Blick durch die Blindenbrille, in stockfinsterer Vollmondnacht, eröffnet darüber hinaus völlig ungeahnte Perspektiven für den Betrachter. Überzeichnung ist dabei nicht zwangsläufig eine Technik der Vertuschung, vielmehr ist es die Provokation gezielter Schmerzen, die stets dazu geeignet sind die trügerische Ruhe zugunsten eigener oder andersartiger Gedanken zu stören. Motto: „Lässt Du denken, oder denkst Du schon?“

7 Kommentare

  1. Diese Volksvertreter, die das Volk zwar nicht vertreten, weil sie nunmehr einer Verwandlung in Lobbyisten erlegen sind, sind nicht einmal unterhaltsam.
    Das teuerste Theater Deutschlands ist dermaßen mies in der Aufführung, dass es wirklich abgesetzt gehört. Aber die Vertreter, die man aushalten und unterhalten muss, bestimmen ihre Gage selber. Das Stück ist so schlecht, daß selbst die Schauspieler einschlafen.
    Für circa 10.000 Euro netto pro Monat und lebenslanger Rente kann der zahlende Zuschauer schon etwas mehr verlangen.

  2. Am besten wäre (ein geklauter Gedanke aus einem Leserbrief) wenn die Sitzplätze verlost würden. Dafür muss sich eine Mehrheit finden lassen! Zumindest die Grünen sollen ja für einen bunt gewürfeltes Parlament sein. So kann man eine der wichtigsten Fragen unserer Volkszertreter in die richtigen Bahnen lenken. Außerdem wären dann noch ca 709 Schiedsrichter (ohne Obergrenze ) – nicht für verbale Attaken, sondern für physische Attaken – zu benennen, was die Attraktivität von Parlamentsdebatten nochmal steigern würde! Vielleicht würden dadurch die Partei-Mannschaften in voll-bezahlter Stärke antreten.

  3. Die AfD könnte, wenn sie wollte, die Blockflöten gehörig ärgern.
    Sie bräuchten nur zu jeder Abstimmung all ihre Leute schicken, und so die anderen zwingen, auch zu erscheinen.
    Das wäre echt schlimm, für all die Kokser und Alkis.

  4. würde man nur nach fakten gehen ohne hintergedanken….

    märz-mai emense truppenverlegungen über bremer hafen nach polen, wie jetzt rausstellte in georgien angekommen, 1 panzer division der USA + 1 ne der nato

    Juni -Sep extreme truppenverlegungen NAto GB USA nach litauen estland etc

    jetzt gehst weiter, wieder emense truppenbewegungen richtung polen
    nun ja, sollten die es wirklich auslösen, spielt die BRD e keine rolle mehr, nicht im entferntesten………….

    Sollte man im auge behalten, das ist bissel viel was da von a nach b geht, mal abgesehen vom kostenaufwand

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