Strompreise: Deutschland wollte bei der Energiewende Vorbild für die Welt werden. Dieser Plan ist geglückt – allerdings eher im Sinne eines abschreckenden Beispiels. Während andere Länder ihre Energieversorgung planen, betreibt Deutschland eine kostspielige Mischung aus Glücksspiel, Wetterbericht und moralischer Selbstvergewisserung.
Die Rechnung landet zuverlässig bei den Haushalten. Nach Angaben von Eurostat zahlten deutsche Haushalte im ersten Halbjahr 2025 durchschnittlich 38,35 Cent pro Kilowattstunde. Das war der höchste Wert in der Europäischen Union. Der EU-Durchschnitt lag bei 28,72 Cent.
Endlich wieder Weltspitze. Bei Bildung, Infrastruktur und Wirtschaftswachstum wird es zunehmend schwierig, aber beim Preis für das Einschalten einer Lampe lässt sich Deutschland nicht lumpen.
Abschalten mit Führungsanspruch
Die deutsche Energiepolitik folgt einer besonderen Logik: Zuerst werden zuverlässig arbeitende Kraftwerke stillgelegt. Anschließend wird wetterabhängige Erzeugung massiv ausgebaut. Danach stellt die Regierung überrascht fest, dass nachts keine Sonne scheint und gelegentlich auch der Wind seine tarifvertragliche Ruhezeit einhält.
Für solche Fälle stehen Kohle- und Gaskraftwerke bereit oder Strom wird importiert. Hauptsache, die heimische Statistik sieht an günstigen Tagen ausreichend grün aus. Frankreich liefert Atomstrom, Polen Kohleenergie und Deutschland das gute Gewissen.
Die Stromerzeugung soll gleichzeitig sauber, billig, jederzeit verfügbar und möglichst frei von Kraftwerken sein. Das entspricht ungefähr der Bestellung eines warmen Mittagessens ohne Küche, Koch, Energie und Zutaten. Scheitert das Vorhaben, wird eine Expertenkommission eingesetzt, die den Gästen empfiehlt, ihre Essgewohnheiten zu transformieren.
Strom im Überfluss – Geld leider auch weg
Besonders hübsch wird die Energiewende an sonnigen und windreichen Tagen. Dann produzieren Anlagen zeitweise mehr Strom, als benötigt wird. Weil Stromangebot und Netze nicht flexibel genug zusammenspielen, können die Börsenpreise ins Negative fallen. Erzeuger oder Händler zahlen dann dafür, dass ihnen jemand den Strom abnimmt.
Die Bundesnetzagentur verzeichnete 2025 insgesamt 573 Stunden mit negativen Großhandelspreisen. Im Vorjahr waren es 457 Stunden gewesen.
Der Verbraucher sollte daraus jedoch keine voreiligen Schlüsse ziehen. Nur weil Strom an der Börse zeitweise weniger als nichts kostet, wird er auf der privaten Rechnung keineswegs kostenlos. Zwischen Börse und Steckdose liegen Netzentgelte, Steuern, Umlagen, Vertriebskosten und der unverzichtbare bürokratische Wärmedämmmantel der Energiewende.
Deutschland schafft damit eine ökonomische Meisterleistung: Strom kann gleichzeitig zu viel, zu wenig und zu teuer sein.
Importieren, exportieren und den Überblick transformieren
Im Jahr 2025 importierte Deutschland nach Angaben der Bundesnetzagentur 76,2 Terawattstunden Strom und exportierte 54,3 Terawattstunden. Solcher Handel ist in einem europäischen Verbundnetz zunächst normal. Absurd wird die Sache dort, wo politische Abschaltungen die Abhängigkeit erhöhen und dieselbe Politik anschließend Versorgungssicherheit als Erfolg verkauft.
Auch der durchschnittliche Day-Ahead-Großhandelspreis stieg 2025 um 13,8 Prozent auf 89,32 Euro pro Megawattstunde. Gleichzeitig gab es sowohl negative Preise als auch extreme Preisspitzen. Das System liefert also nicht nur teure Energie, sondern zusätzlich eine Volatilität, die jeden mittelständischen Betrieb erfreut, der seine Produktion gern nach Windstärke plant.
Schon beim früheren regierungsamtlichen Strompreisterror zeigte sich, dass die Preisbildung längst mehr von politischen Eingriffen, knappen Kapazitäten und Marktverwerfungen geprägt wird, als den Bürgern lieb sein kann.
Industrie kann auch woanders schließen
Private Haushalte können die Spülmaschine nachts laufen lassen, Kerzen anzünden oder den Kühlschrank nur noch an windreichen Feiertagen öffnen. Ein Industriebetrieb besitzt etwas weniger Flexibilität.
Chemie, Glas, Metall, Papier und viele andere Branchen benötigen große Mengen verlässlich verfügbarer Energie. Steigende oder stark schwankende Preise sind für sie keine pädagogische Einladung zum Energiesparen, sondern eine Standortfrage. Wird die Produktion in Deutschland zu teuer, verschwindet sie nicht automatisch vom Planeten. Sie wandert in Länder mit niedrigeren Kosten und teilweise schlechteren Umweltstandards.
Deutschland senkt dann seine nationalen Emissionen, weil das Werk inzwischen in Asien produziert. Die Waren werden anschließend per Schiff zurücktransportiert. Auf dem Papier wirkt das sauber. In der Wirklichkeit wurde hauptsächlich der Arbeitsplatz dekarbonisiert.
Ein System gegen seine eigene Physik
Wind- und Solarenergie können wichtige Beiträge leisten. Problematisch wird ihre Nutzung, wenn der Ausbau von Speichern, Netzen und gesicherter Leistung nicht Schritt hält. Stromnetze gehorchen physikalischen Regeln und reagieren ausgesprochen gleichgültig auf Koalitionsverträge.
Die Energiewende hätte ein technisches Großprojekt werden können. Die Politik machte daraus eine moralische Glaubensprüfung. Wer auf Kosten, Versorgungssicherheit oder fehlende Speicher hinweist, gilt schnell als Fortschrittsverweigerer. Fortschritt besteht demnach darin, ein funktionierendes System abzuschalten, bevor sein Ersatz zuverlässig bereitsteht.
Deutschlands Stromkunden bezahlen deshalb nicht nur Energie. Sie finanzieren ein gigantisches Versuchslabor, in dem jede Fehlentscheidung durch neue Subventionen, Umlagen und Sonderregelungen korrigiert wird.
Der Strom kommt weiterhin aus der Steckdose. Die Rechnung kommt aus einer Parallelwelt – und dort herrscht Deutschland tatsächlich unangefochten.


„Am teuersten abschalten“ Was ’n datt für ’n Deutsch?
Naja zumindest ist es deutsch ….. 😉
Wenn das Deine einzige Sorge war…
Und die ist auch noch unberechtigt.
Gehirn einschalten. Vorausgesetzt, es gibt ein selbstständiges Denken.
Um Exportweltmeister sein zu können, braucht es… . Gerade wollte ich doch tatsächlich sagen: zahlungsfähige Absatzmärkte. Aber das wäre ja doof, das weiß ja jeder. Was es braucht, sind EU-Länder, die sich massiv verschulden, um deutschen Export aufnehmen zu können.
Konnte nicht ewig gutgehen, weswegen danach nun nicht mehr so viel Export möglich ist. Bedeutet weniger Produktion bedeutet weniger Strombedarf bedeutet weniger Arbeit und Rendite im Bereich Energiewirtschaft. Ganz logisch.
Ganz logisch dann auch, in unproduktiver bzw. klimagrüner Energie zu machen. Ist teurer, weil mehr händische Arbeit einfließt. Und weil es teurer ist, fließt mehr Rendite heraus — Prozentrechnung.
Wieso also sich aufregen über fehlenden Strom, der garnicht mehr gebraucht wird! Anstatt sich zu freuen über zusätzliche Arbeitsplätze und mehr Rendite. Echt, Leute, kommt mal wieder zurück auf den Teppich, das Leben ist kein Wünsch-dir-was, nein, und auch nicht Karussellfahren auf dem Jahrmarkt, verdammt.
Merke: Adam und Eva verließen das Paradies, und der ganze Ärger begann. Sie betraten die wirkliche Wirklichkeit, die Welt der Materie. Die höchst arrogant ist, weil in ihr höchst arrogante Gesetze herrschen. Eines der schlimmsten davon: Produktivitätszuwachs ist, wenn eine Warenmenge mit weniger händischer Arbeit produziert wird. Die einzelne Ware verbilligt sich dann zwar, was einen Wettbewerbsvorteil erbringt. Doch wenn das alle machen, müssen alle am Ende billiger verkaufen und verdienen entsprechend weniger. Und obendrauf der Ärger mit den dann mehr Arbeitslosen.
Aber soll kein Vorwurf sein an Adam und Eva, die haben das schon ganz richtig gemacht alles, kann auch sehr schön sein in der materiellen Welt. Falls einer nicht die ganze Zeit herumjammert und sich über die Weltgesetze beschwert.
Also, die Damen und Herren, nicht jammern und das Kreuz gerade, bitteschön! Es könnte alles viel schlimmer sein. Denn stellt euch vor, ihr wäret unsterblich und müßtet auf ewig im Paradies abhängen und chillen bis der Arzt kommt. Kann einer doch nicht wirklich wollen.