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Analyse9. September 2026

Rekordsteuern, Rekordschulden, Rekordausreden

rekordsteuern

Rekordsteuern : Deutschland hat ein faszinierendes Kunststück vollbracht: Der Staat nimmt so viel Geld ein wie nie zuvor und erklärt seinen Bürgern gleichzeitig, dass für das Nötigste leider keines mehr vorhanden sei. Fast eine Billion Euro Steuereinnahmen reichen offenbar gerade aus, um den Mangel professionell zu verwalten und anschließend neue Schulden aufzunehmen.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes kassierten Bund, Länder und Gemeinden im Jahr 2025 insgesamt 989,8 Milliarden Euro. Das waren 42,1 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr. Ein Plus von 4,4 Prozent innerhalb eines Jahres dürfte bei jedem normalen Unternehmen Champagnerlaune auslösen. Beim deutschen Staat reicht es für die Feststellung, dass leider dringend neue Einnahmequellen benötigt werden.

Fast eine Billion Euro – und trotzdem Ebbe

Die Lohnsteuer brachte 262,7 Milliarden Euro ein, die Umsatzsteuer einschließlich Einfuhrumsatzsteuer 310,2 Milliarden. Dazu kamen Energie-, Gewerbe-, Erbschaft- und zahlreiche weitere Steuern. Praktisch jeder wirtschaftliche Vorgang wird inzwischen vom Staat begleitet wie ein Kleinkind auf dem Weg zur Toilette: aufmerksam, kontrollierend und mit ausgestreckter Hand.

Der Bürger zahlt beim Arbeiten, Einkaufen, Tanken, Heizen, Erben und teilweise sogar dafür, dass er Grund besitzt, auf dem längst ein bereits versteuertes Haus steht. Was nach allen Abzügen übrig bleibt, darf er ausgeben und dabei noch einmal Umsatzsteuer entrichten. Der Staat nennt das ein gerechtes Gemeinwesen. Ein Schutzgeldeintreiber würde vermutlich von einem bemerkenswert gründlichen Geschäftsmodell sprechen.

Trotzdem sind Schulen marode, Brücken gesperrt, Kommunen überschuldet und Behörden personell wie technisch überfordert. Wer einen neuen Personalausweis beantragt, darf sich glücklich schätzen, wenn das zuständige Amt bereits über elektrisches Licht und einen Nadeldrucker verfügt.

Die wunderbare Geldvermehrung durch Schulden

Der Bund gab 2025 laut Haushaltsrechnung des Bundes rund 495,5 Milliarden Euro aus. Die Nettokreditaufnahme betrug 66,9 Milliarden Euro. Für 2026 sind im Bundeshaushalt sogar Ausgaben von rund 524,5 Milliarden Euro vorgesehen.

Das politische Rezept ist so einfach wie dauerhaft erfolglos: Mehr Einnahmen führen zu mehr Ausgaben. Reichen die höheren Einnahmen nicht, folgen höhere Schulden. Erzeugen die Schulden steigende Zinskosten, benötigt der Staat wiederum höhere Einnahmen.

Für 2026 veranschlagt der Bund etwa 30 Milliarden Euro Zinsausgaben. Nach der mittelfristigen Finanzplanung könnten es 2029 bereits rund 66 Milliarden Euro sein. Dann wird Jahr für Jahr eine Summe allein für Zinsen ausgegeben, mit der man eine beachtliche Zahl von Schulen, Bahnstrecken, Krankenhäusern und Brücken sanieren könnte. Stattdessen finanziert man damit die Folgen früherer Finanzierungsentscheidungen. Der Staat baut also keine Brücke, sondern bezahlt dafür, dass er gestern ebenfalls keine gebaut hat.

Sondervermögen klingt besser als Schuldenberg

Besondere sprachliche Kreativität entwickelt die Politik beim Begriff „Sondervermögen“. Ein normaler Mensch verbindet Vermögen mit etwas, das er besitzt. In Berlin bezeichnet man damit Geld, das noch gar nicht verdient wurde und später von anderen zurückgezahlt werden muss.

Diese Umdeutung ist praktisch. „500 Milliarden Euro neue Schulden“ klingt nach Kontrollverlust. „Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität“ klingt nach einer glücklichen Sparkasse, die zwischen Windrädern und frisch gestrichenen Kindergärten gefunden wurde.

Schon die Abrechnung mit dem finanziellen Kurs der Ära Merz zeigte, wie geschickt Schulden heute sprachlich aus dem Haushalt ausgelagert und anschließend politisch als Investition verkauft werden. Der Unterschied zwischen Ausgabe und Investition besteht in Berlin hauptsächlich darin, welches Etikett vor der Pressekonferenz auf den Ordner geklebt wird.

Der Bürger soll sparen, der Staat soll gestalten

Dem Bürger erklärt man derweil, er müsse sparsamer leben. Die Wohnung soll kleiner, das Auto elektrischer, die Heizung klimafreundlicher und der Urlaub möglichst regional werden. Währenddessen wächst der Bundeshaushalt wie ein Hefeteig auf der warmen Fensterbank.

Jede neue Krise schafft ein neues Programm, jedes Programm benötigt eine Behörde, jede Behörde braucht Beauftragte, Berater, Evaluierungen und eine Kampagne mit lächelnden Menschen auf Lastenfahrrädern. Wird das Programm erfolglos, wird es verlängert. Schließlich könne man den Erfolg erst nachweisen, wenn noch mehr Geld hineingeflossen sei.

Die entscheidende Frage lautet deshalb längst nicht mehr, ob der Staat ausreichend einnimmt. Er nimmt historisch viel ein. Entscheidend ist, ob politische Verantwortung noch etwas mit Prioritäten zu tun hat.

Das Ausgabenproblem trägt eine Einnahmenmaske

Deutschland leidet nicht an einem Mangel an Steuern. Deutschland leidet an einem Staat, der zwischen Kernaufgaben, Prestigeprojekten und ideologischen Wunschzetteln kaum noch unterscheiden möchte.

Innere Sicherheit, Infrastruktur, Bildung und eine funktionierende Verwaltung wären nachvollziehbare Prioritäten. Stattdessen verteilt die Politik Milliarden auf immer neue Nebenhaushalte, Förderkulissen und Transformationsversprechen. Bleibt der versprochene Erfolg aus, war die Maßnahme selbstverständlich unterfinanziert.

Fast eine Billion Euro Steuereinnahmen markieren deshalb keinen Triumph. Sie sind der Kontoauszug eines Landes, dessen Regierung sich trotz Rekordkasse regelmäßig an den Bürger wendet und mit traurigem Blick erklärt: „Leider alles schon weg.“


 

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Stimmen aus dem Maschinenraum

12 Kommentare

  1. Die werden uns total überwachen, manipulieren, krank machen, krank halten, einen weiteren Teil von uns töten, uns alles nehmen, selbst das Wasser und den Rest versklaven.

  2. Mich werden die nicht überwachen oder krankmachen!
    Ich bin ausgewandert, vor exakt 15 Tagen habe ich die Dauergenehmigung bekommen. viele Grüße aus Chile.
    Da geht Politik so:
    Jara gewinnt die Vorwahl, Kast gratuliert der „Kommunistin“. Kast gewinnt den entscheidenden Wahlgang, Jara gratuliert dem „Faschisten“.

  3. Würde die vereinigte Verwaltungszone von der Mafia bewirtschaftet werden, bliebe der arbeitenden Masse um die 95 % Netto.
    Wir stellen fest, das z.B. ein Herr Klingbeil jeden Morgen aufsteht,sich verwundert die Augen reibt und in etwa sagte. Ich will immer noch nicht glauben, das ich Minister bin. Ich habe überhaupt nichts ordentliches gelernt.
    Demokratie im Wertewesten ist doch was tolles.

  4. Der Text von Torben Botterberg sollte stündlich von allen Rundfunkanstalten, in die tauben Ohren der obrigkeitshörigen Masse der Michl-Deutschen gehämmert werden.
    Stattdessen müssen wir seit Jahren das gebetsmühlenhaft vorgetragene leere Gesabbel von Merkel, Scholz, Merz &Co. ertragen.
    Offenbar will man bewußt und vorsätzlich unser Land zugrunde richten.
    Denn so blöde kann unsere Bundesruinierung doch nicht sein, mit einer Billion Euro (das sind 1000 Milliarden!) Einnahmen das kleine Deutschland nicht ordentlich regieren zu können.
    Oder doch – werden wir von Koryphäen der Unfähigkeit drangsaliert?
    Siehe auch https://www.fischundfleisch.com/ulrich-h-dittmann/dieses-land-wird-von-idioten-regiert-79559 (2022 geschrieben)
    Unser Land steht am Abgrund, weil unsere Bundesruinierung seit Jahrzehnten die – vom Bürger hart erarbeiteten – Milliarden-Steuergelder in aller Welt verschleudert, statt im eigenen Lande einzusetzen.
    In Artikel 56 des Grundgesetzes steht der Text des Amtseides. Er lautet: „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde.“
    Legt man diesen Eid zugrunde, agieren unsere Politiker der etablierten Parteien dann nicht schlicht nach Verbrechermanier gegenüber unserem Volk? Motto: The whole world first – Germany last…
    Legislative, Exekutive, Judikative und nicht zu vergessen eine gleichgeschaltete Presse mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk und den Hofberichterstatter-Speerspitzen, den GEZ-Abzockern ARD und ZDF- Sendern arbeiten Hand in Hand Deutschland in den Abgrund zu führen.
    Die Wahlerfolge der „Deutschlandschutzpartei“ Alternative für Deutschland machen Mut, dass es irgendwann mal wieder aufwärts gehen könnte. Die AfD ist leider die einzige potente (!) Partei, die sich wirklich für die deutschen Interessen einsetzt. Doch werden sie sich gegen die Phalanx von Lug, Betrug, Korruption und Lügen der diktatorischen alten Blockparteien auch durchsetzen können? Das ist die große alles entscheidende Frage.-
    Sind wir mal optimistisch. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Und wenn sie schon gestorben und begraben ist – buddeln wir sie wieder aus! „Denn Wunder gibt es immer wieder“ – siehe jetzt in Sachsen-Anhalt

  5. Shaef-Gesetz-Nr. 52 Artikel VII Ziff. 9 Buchstabe e:
    Deutschland bedeutet das Gebiet des Deutschen Reiches, wie es am 31. Dezember 1937 bestanden hat.  Zitat Ende.

    So, jetzt kommt jemand und sagt, die Militärgesetze gelten nicht mehr.
    Schön, aber noch 1996 wurde Schalk- Golodkowski nach Militärgesetz Nr. 53 Verurteilt- von einem berliner Gericht.Guugeln.

    Es ist so, das wir in einer Verwaltung leben; seit 1914.
    Heute eine Verwaltung (GG, Bund) der Wirtschaftsgebiete (GG).
    In der BRD gibt es seit 1950 keine Staatsgerichte. GVG, §15 wurde gestrichen! Dort stand :

    [1. Oktober 1879–1. April 1924]
    1§ 15. (1) Die Gerichte sind Staatsgerichte.
    (2) [1] Die Privatgerichtsbarkeit ist aufgehoben; an ihre Stelle tritt die Gerichtsbarkeit desjenigen Bundesstaates, in welchem sie ausgeübt wurde. [2] Präsentationen für Anstellungen bei den Gerichten finden nicht statt.
    (3) [1] Die Ausübung einer geistlichen Gerichtsbarkeit in weltlichen Angelegenheiten ist ohne bürgerliche Wirkung. [2] Dies gilt insbesondere bei Ehe- und Verlöbnißsachen.

    Schon 1924 hat man aus den ‚Bundesstaaten‘ – [des deutschen Landes] gemacht.LOL. ‚Man‘ hat 6 Jahre nach ‚Kriegsende‘ gemerkt, das ‚man‘ in einer Verwaltung lebt.

    Noch 1973 wurde die BRD als NGO bei der UNO angemeldet.
    Den ‚Staat’/NGO BRD gibt es seit 1990 bei der UNO nicht mehr – dort steht ein fiktives Gebilde namens Germany.

    Da war noch der ‚Wendehals‘ der gesagt hat: Wer zu sagen hat wird nicht gewählt. Wer gewählt wird hat nichts zu sagen. Oder so ähnlich.LOL.

    Wenn Wahlen etwas ändern würden, dann wären die schon lange verboten. Gruß Karl

    1. Ah, wieder Gesetze in einer Periode wo per Dekret verfahren wird…wohl bekomms… kann ich da nur sagen… kicher
      Es hat nie einen Rechtsstaat gegeben nirgendwo auf dieser Welt.

  6. Kommt ein Wirtschaftsweiser und sagt angesichts der wachsenden Staatsverschuldung, es brauche höhere Steuereinnahmen, und darum müsse die Wirtschaft gestärkt werden. Sie müsse international wettbewerbsfähiger werden, indem sie billiger anbieten könne. Wer billiger anbieten wolle aber, müsse billiger produzieren, und das ginge nur mit – jetzt großer Trommelwirbel, Weihrauch und Orgelmusik – genau: mit PRODUKTIVITÄTSZUWACHS.

    Ja, richtig, nichts gegen zu sagen, so ließen sich die Steuereinnahmen erhöhen! Erhöhen würden sich dann leider aber auch die Staatsausgaben, und die Staatsverschuldung würde weiter wachsen. Was ein Wirtschaftsweiser bestens weiß, aber selbstverständlich nicht sagt. Der ist ja nicht blöd. Schließlich weiß er, daß der ganze Renditeladen sowieso den Bach runtergeht. Genau: wegen dem allerheiligsten Produktivitätszuwachs. Weswegen er rücksichtsvoll die Schnauze hält, will ja nicht gelyncht werden von den Gläubigen.

    Irre, wa!?

    Wer es fassen mag, der fasse es, ist ja nicht schwer. Ist aber unschön, ist politische Ökonomie, ORDENTLICHE, eine ohne Weglassungen.

    Ordentliche Wirtschaftswissenschaft ist keine Herausforderung für den Intellekt, sondern für den Glauben. Für den Glauben an das Renditeheil. Renditewirtschaft ist Altes Testament, ist Herrschaft des Gesetzes. Des Renditegesetzes.

    In jedem Falle aber müssen Gläubige gehorchen. Und ganz gleich wem. Wenn nicht der Rendite, dann der Partei- und Staatsführung, neuerdings jetzt auch der KI. Die ist schlauer noch als das Politbüro.

Senf dazugeben

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