REGELN DES ZUSAMMENLEBENS
Regeln sind unerläßliche Voraussetzungen sowohl für das Funktionieren von Einzelbeziehungen als auch für die Gesellschaft. Dabei können sie in der Form von überkommenen Normen oder Dogmen ein Hemmnis darstellen.
Titelbild: Der Mensch als Gruppenwesen
Wiederveröffentlichung meines Kommentars im Kritischen Netzwerk:
Gesetze werden oft verteufelt, weil sie als unangemessene Einschränkungen der persönlichen Freiheit definiert werden. Wenn Gesetze als autoritäre Willkür aufgebaut sind oder als religiöse Dogmen das Leben der Menschen strangulieren, dann sind sie des Teufels. Genau so, wenn sie uns in Gestalt von überkommenen Normen oder Ideologien als ‚Normalität‘ verkauft werden.
- Normen, Gesetze und Gewohnheiten
Es gibt diverse Namen für Gesetze und Vorschriften oder ungeschriebene Erwartungen: Regeln, Normative, Gewohnheiten, Moral oder gesellschaftlicher bzw. nationaler Anpassungsdruck. Insgesamt haben wir es mit dem Spiel zwischen dem Drang der Menschen nach Unabhängigkeit, Gerechtigkeit und dem Streben nach Sicherheit zu tun. Dabei spielt die Sucht der Egomanie und der Autophilie eine wesentliche Rolle. Auch sollte nicht vergessen werden, daß die Macht der Gesetze denen der aktuellen Logik folgen. Es existieren zwei gegensätzliche Ordnungen der Logik, die der aristotelischen und die der . Bei Anwendung der paradoxen Logik ist das Vorhandensein von nur einer Wahrheit ausgeschlossen. Es ist die Regel, daß mehrere Wahrheiten möglich und nebeneinander existieren können. Dabei wird auch akzeptiert, daß die eine „Wahrheit“ das genaue Gegenteil der anderen aussagt. Wer sich auf Alternativlosigkeiten festlegt und polarisiert, der läßt die Komplexität des Lebens außer acht.
- Anpassung an die Logik der Herrschenden
Dadurch wird deutlich, daß die Festlegung von Gesetzen von der Interpretation der jeweiligen Logik abhängig ist. Die bestimmende Logik wird tatsächlich immer von der herrschenden Klasse und den eingebläuten Normen festgelegt. Heutzutage ist dies die Konglomeration von Politik, Wirtschaft, Medien und angepasster Wissenschaft, die die Denkweise vorgibt. Diese wird von den gleichgeschalteten Medien verbreitet und in Form einer Gehirnwäsche verabreicht, die sich noch gravierender als eine Virenpandemie auswirkt.
Radikale Kritiker der Gesetzgebung gehen davon aus, daß Gesetze grundsätzlich dazu angelegt sind, das Volk zu unterjochen und die Macht der Privilegierten, des Adels, der Kirche, der Feudalisten oder der Kapitalisten durchzusetzen. Diesen Interpretatoren ist nicht bewußt, die im Wesen des Menschen angelegten negativen und destruktiven Potenziale und Seiten wahrzunehmen. Dabei wohnen bei jedem Menschen zwei Seelen in seiner Brust, die ja nach Ausprägung der Sozialisation in die eine oder andere Richtung wandern und sich verfestigen können. Die Ausformung der jeweiligen Gesellschaft ist dabei mitbestimmend, wohin die Reise geht. Das Gute und das Böse, Gott und der Teufel stellen nur eine Seite der Medaille dar, die jederzeit kippen kann. Menschen sind unberechenbar und können berechtigt als die Geißel der Schöpfung bezeichnet werden, weil sie sich oft schizophrenerweise gegen ihre eigene Existenz versündigen.
- Kinder sind von Natur aus gut?
Die Behauptung von Dr. Rudolf Hänsel „Kinder sind von Natur aus gut“, ist m. E. nicht haltbar. Wer kleine Kinder beim Spielen beobachtet, dem dürfte nicht entgangen sein, daß zwischen ihnen bereits eine ziemliche Aggressivität entstehen kann. Sie hauen sich die Spielzeuge an den Kopf, bewerfen sich mit Sand oder zerstören die Konstrukte der anderen.
- »Schon einige Einjährige, aber fast alle Zweijährigen haben das dominierende Entwicklungsthema »Alleine!«. Sie wollen die Welt erobern, und zwar mit so wenig Hilfe wie möglich. Typische Autonomiekonflikte entbrennen dadurch, dass das Kind eine eigene Handlungsabsicht und ein eigenes Handlungsziel hat. Jetzt stößt das Kind immer wieder an seine Grenzen, und zwar an von außen gesetzte genauso wie an die eigenen, da seine fein- und grobmotorischen wie auch vor allem seine sprachlichen Möglichkeiten noch begrenzt sind.« (Gabriele Haug-Schnabel / Joachim Bensel, ‚Grundlagen der Entwicklungspsychologie – Die ersten 10 Lebensjahre‘, 2017, S. 91). Von den selben Autoren: ‚Vom Säugling zum Schulkind – Entwicklungspsychologische Grundlagen‘, 2019)
Ab dem zweiten Lebensjahr passieren dann zunehmend wahrnehmbare und weitreichende Fortschritte in der Grob- und Feinmotorik, aber auch in der sprachlichen Entwicklung des Kindes. Ansätze von Eifersucht, Neid und Missgunst entwickeln Kinder bereits mit zwei oder drei Jahren. Selbst die ganz Kleinen haben durchaus schon verstanden, wie sie Erwachsene (Mutter vs. Vater – Oma vs. Opa) gegeneinander ausspielen können, um sich Vorteile zu verschaffen. Besonders wenn Geschwister fast im gleichen Alter sind, sehen sie sich häufig als Rivalen, die um die Gunst der geliebten Eltern buhlen (müssen). Dies wird bei gleichgeschlechtlichen Geschwistern nochmals verstärkt. Alle Kinder tragen die Veranlagungen in sich, sich in Richtung „biophil“ oder „nekrophil“ weiter zu entwickeln (siehe Erich Fromm in „Anatomie der menschlichen Destruktivität“. Im frühen Kindesalter ist noch völlig offen, welchen Weg das Kind als Jugendlicher bis hin zum Erwachsenenalter durchläuft. Hänsels Erkenntnis hinsichtlich der Einflüsse der Sozialisation durch Eltern, Kindergarten, Schule oder Religion treffen allerdings den Nagel auf den Kopf. Denn die ’schlechten‘ Vorbilder aus dem Umfeld prägen es teilweise so stark, daß es im späteren Leben kaum noch eine Umkehr geben kann. Sowohl zu stark ausgeprägte autoritäre Erziehung wie auch das antiautoritäre Gegenteil führen meist zu Verhaltensdeformationen und Fehlentwicklungen.
- Die Regeln des Zusammenlebens
Deshalb wurden mit der fortschreitenden kulturellen Entwicklung des Menschen bereits in sehr früher Zeit von den Anführern der alten Gesellschaften und Stammesgruppierungen Regeln des Zusammenlebens festgelegt, die zumindest eine Vorstufe der heutigen Gesetze darstellten. Menschen neigen dazu, sich auf dem Rücken anderer Vorteile zu verschaffen. Deshalb gehörten natürlicherweise auch Sanktionen als Konsequenz der Regelwerke dazu, die im Falle von Verstößen angewandt wurden. Ohne den Druck von Strafandrohungen sind die meisten Menschen nicht dazu zu bewegen, sich solidarisch zu verhalten. Egoismus, Narzissmus, Neid, Gier und Neigung zur Gewaltanwendung sind nicht leicht zu unterdrücken – ganz im Gegenteil zu den meisten Primaten, die als unsere primitiven Vorfahren gelten, bei denen allerdings das soziale Verhalten im Vordergrund steht. Durch die Ansammlung von immer mehr Menschen auf engerem Raum (Städtebildung), Arbeitsteilung und Ausbildung von persönlichem Eigentum waren diese Codexe nötig, um Richtlinien für ein auskömmliches und gerechtes Zusammenleben aufzustellen. Gesetze sind notwendige Korrekturmechanismen, um den Rahmen für eine Ordnung vorzugeben, die die Grenzen der Toleranz und Freiheit regelt. Ohne diese Richtlinien würden in einer komplexen Gesellschaft die Anhaltspunkte für persönliches, politisches und wirtschaftliches Handeln fehlen, weshalb sie sehr schnell dem Untergang geweiht würde.
Selbst Menschen, die in kleinen Kommunen und Wohngemeinschaften nach anarchistischer Ideenleere und Philosophie leben und jede Art von Hierarchie als Form der Unterdrückung von Freiheit ablehnen, kommen nicht ohne Regeln aus, denn auch sie ist keine Chaosveranstaltung, sondern basiert auf einer nicht-autoritären Ordnung, die eingehalten werden muß, damit ein Miteinander der Individuen funktionieren kann. Natürlich gilt diese Aussage nur dann, wenn die erlassenen Gesetze und Direktiven auf demokratischen Prinzipien beruhen und dem Wohle der Allgemeinheit dienen.
- Individualist oder Gemeinschaftswesen?
Diese grundsätzliche Frage möchte am Ende noch stellen: Ist der Mensch eher ein verbohrter Egoist und Individualist oder ein Herdentier? Schon kleine Kinder sind nicht überlebensfähig ohne sozialen Bezug. Auch Erwachsene verkommen ohne menschliche Einbindung zu psychisch gestörten Einzelgängen. Die Frage beantwortet sich fast von selbst: Wie immer kommt es auf die gesunde und ausgewogene Mischung an …
https://kritisches-netzwerk.de/forum/das-gemeinschaftsgefuehl-zur-leitenden-idee-erheben


Was würde Supersweet jetzt sagen, die Heilige Verona: „Ist das Spinat, blubber-blubber-blupp, oder lernt uns das was?“
Steht ja alles auch schon so in der Bibel, im Alten Testament: Herrschaft des Gesetzes. Wieso und wozu aber haben die dann ein Neues Testament geschrieben. Ach, sollen sich doch die Rabbis, Priester und Gelehrten den Kopf darüber zerbrechen! Ich weiß nur eins: Gott war Sozialdemokrat, for sure. Ermahnte er Adam und Eva doch, immer schön anständig zu sein — also diese Sache mit dem Angesichtsschweiß und den Gebärschmerzen, ihr wißt schon… .
Ist es da nicht eigentlich eine Sünde, seine Kräfte in einem Gym zu vergeuden? Ja und Nein. Ja, wenn einer es nur zum Spaß tut. Nein, wenn einer im Schweiße seines Angesichts die Bank drückt, weil er so seine Gesundheit erhalten und noch fitter werden will. Um dann noch besser arbeiten zu können. Solche sind nicht nur Sozis, sondern richtig fromm.
Altes Testament ist wunderbar, Juden sind wunderbar, Sozis sind wunderbar. Aber was diese komischen Christen wollen, ist doch der reinste Blödsinn: „Seinen Nächsten lieben wie sich selbst!“ Da wird man bloß ausgenutzt am Ende.
… und nur mal eine „technische“ Frage !?! – Warum ist die HeadLine in R I E S I G E N Lettern gehalten und der eigt. TEXT dann im „aller-aller-kleinst-gedruckten“ ?!? – irgendwie stimmen „neuerdings“ die P r 0 p 0 r T i 0 n E n (Nullen statt „Ohhhs“) nicht mehr 😉
Ich bin gegen jede Art von Regeln, da ich weiß, was sich gehört und was nicht.
„Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füge keinem andern zu“, sollte als allgemeine Spielregel ausreichen.
Wenn die Eltern als Vorbild auftreten würden gemäß dem Kantschen Imperativ, gäbe es kaum Probleme.
Verhalten entsteht durch Kooperation oder Konkurrenz.
Wettbewerb und Kooperation müssen aber kein Gegensatz sein, sondern erzeugen Innovation und Fortschritt.
Es sind also die gesellschaftlichen Verhältnisse, die bestimmen was belohnt wird und was den Ausschluss aus der Gesellschaft bewirkt.
Die Würde des Menschen muss sich das Individuum erarbeiten, denn jeder kann sich sehr wohl unwürdig verhalten.
Das führt durchaus zum Entzug bürgerlicher Freiheiten.
Das kann notwendig sein, kann aber auch missbraucht werden.
Debanking funktioniert derzeit ganz ohne Gesetz und Rechtsgrundlage.
Gäbe es dazu eine gute Regel, die demokratisch legitimiert ist, dann wären wir alle Parasiten ganz schnell los, die ganz Großen als auch die Kleinen.
Hinzu kommt, dass man heute einige Rollen, die Machtmissbrauch ermöglichen, einfach verschwinden lassen kann. So etwa die Banker. Dann müssten die Bürger selber lernen, mit Geld richtig umzugehen.
Große Unternehmen können heute theoretisch so planvoll arbeiten, dass diese den Markt befriedigen können.
Sie brauchen also keine Überschüsse, wenn ihre Investitionen auf zinslosen Anleihen der Bürger beruhen.
Dann brauchen wir keine Personensteuern mehr, weil die Produktivität Überschüsse ermöglicht, die der Finanzerung des Gemeinwohls dienen.
Die börsenkapitalgedeckte Rente ist also der völlig falsche Weg, weil es keiner Börse bedarf, wenn die Volkswirtschaft auf dem Eigentum der Bürger beruht.
Und die Börse ist bisher einer der wenigen Orte, wo legitim Kapital vernichtet werden darf.
Eigentlich verfassungswidrig nach den Goldenen Viereck gibt es noch den Weg der Inflation, die mit der Aufweichung der Schuldenbremse noch verstärkt wurde.
Und die EZB hat mit dem digitalen Euro noch andere Möglichkeiten der Enteignung.
Alles kumuliert in der Frage, wer die Macht über das Geld besitzt. und wer und auf welche Weise den Wert des Geldes denn erst erschaffen kann.
Geld drucken funktioniert eben nicht.
Das Problem ist mathematisch lösbar, wenn der Zinseszins abgeschafft wird und die Unternehmen lernen, Reproduktionspreise zu bilden.
Das Einfache, was angeblich so schwer zu machen ist.