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Satire22. August 2026

Bundesregierung bei 13 Prozent: Merz regiert die Zustimmung einfach weg

regierung

Berlin – Kleine Zahlenlehre: Wenn von hundert Gästen nur 13 das Essen loben, während 85 den Koch am liebsten mitsamt der Küche vor die Tür setzen würden, dürfte der Restaurantleiter zumindest einmal die Speisekarte überprüfen. In Berlin hingegen nennt man ein solches Ergebnis stabile Regierungsarbeit.

Nur 13 Prozent bewerten die Arbeit der Bundesregierung positiv. 85 Prozent äußern sich kritisch. Mit Bundeskanzler Friedrich Merz sind lediglich 14 Prozent zufrieden. In der Sonntagsfrage kommt die Union noch auf 21 Prozent, während die AfD mit 28 Prozent einen neuen Höchststand erreicht. So lautet die aktuelle Momentaufnahme des ARD-DeutschlandTrends vom August 2026.

Natürlich ist eine Umfrage keine Bundestagswahl. Die Bundesregierung bleibt vermutlich demokratisch gewählt und besitzt ihr parlamentarisches Mandat. Das ist allerdings ungefähr so beruhigend wie der Hinweis eines Kapitäns, sein sinkendes Schiff sei ordnungsgemäß zugelassen und verfüge über eine gültige TÜV-Plakette.

Volksnähe im homöopathischen Bereich

13 Prozent Zustimmung sind kein politisches Fundament mehr. Das ist eine Selbsthilfegruppe.

Die Bundesregierung repräsentiert damit ungefähr jenen Teil der Bevölkerung, der auch bei einer zweistündigen Bahnfahrt im defekten Toilettenabteil noch sagt: „Immerhin sind wir fast pünktlich.“ Der Rest des Landes scheint entweder unzufrieden, erschöpft oder längst in einem Zustand angekommen zu sein, in dem selbst Wut als unnötiger Energieverbrauch empfunden wird.

In Berlin dürfte man die Zahlen dennoch positiv bewerten. Schließlich sind 13 Prozent nicht null. Außerdem könnte man argumentieren, dass die Regierung damit noch immer beliebter ist als Fußpilz, eine verpflichtende Steuerprüfung oder ein Wespenstaat im Rollladenkasten. Man muss die Vergleichsgruppe nur sorgfältig auswählen.

Auch Friedrich Merz kann mit seinen 14 Prozent einen persönlichen Erfolg verbuchen: Er liegt einen Punkt über seiner Regierung. Der Kanzler ist also beliebter als das, was unter seiner Leitung geschieht. Bei einem Flugkapitän wäre das ungefähr die Feststellung, dass die Passagiere ihm mehr vertrauen als dem brennenden Triebwerk.

Der Kabinettsumbau als politisches Möbelrücken

Um die Lage zu verbessern, ließ Merz sein Kabinett umbauen. Nina Warken wechselte ins Kanzleramt, Carsten Linnemann übernahm das Gesundheitsministerium, weitere Posten wurden neu verteilt. Der angekündigte Neustart wirkte allerdings eher wie ein Umzug, bei dem dieselben Möbel in ein anderes Zimmer getragen werden und anschließend niemand mehr weiß, wo der Sicherungskasten ist.

Nur zwölf Prozent erwarten laut DeutschlandTrend, dass die Umbildung zu besserer Regierungsarbeit führt. Nicht einmal alle zufriedenen Regierungsanhänger scheinen also an die heilende Wirkung des Personalkarussells zu glauben.

Selbst die Tagesschau bezeichnete den Vorgang als verstolperten Neuanfang. Das muss man erst einmal schaffen: Die öffentlich-rechtliche Formulierung „verstolpert“ entspricht im normalen Sprachgebrauch ungefähr einem frontalen Einschlag in eine Betonwand.

Doch Berlin wäre nicht Berlin, wenn man aus einem misslungenen Neustart nicht wenigstens eine erfolgreiche Kommunikationsstrategie entwickeln könnte. Neue Minister bringen neue Visitenkarten, neue Pressebilder und neue Organigramme. Damit ist zwar noch kein einziges Problem gelöst, aber die Probleme haben nun andere Ansprechpartner.

Wenn 85 Prozent die Regierung nur falsch verstanden haben

Bei schlechten Umfragewerten gibt es zwei mögliche Schlussfolgerungen. Entweder die Politik ist schlecht – oder die Bevölkerung hat sie nicht richtig verstanden. In Berlin bevorzugt man traditionell Möglichkeit zwei.

Der Bürger muss folglich besser abgeholt werden. Wohin, bleibt offen. Vermutlich zu einem Dialogforum, bei dem ihm erklärt wird, warum seine Stromrechnung, seine Miete, seine Steuern und die schwindende wirtschaftliche Sicherheit lediglich Kommunikationsprobleme sind.

Politiker begehen schließlich keine Fehler. Sie vermitteln ihre Erfolge nur gelegentlich so ungeschickt, dass der Bürger sie mit Verschlechterungen verwechselt.

Wenn 85 Prozent die Regierungsarbeit kritisch beurteilen, braucht es deshalb keine andere Politik, sondern eine größere Informationskampagne. Dazu noch einen Demokratiekongress, eine Plakataktion und einen staatlich geförderten Podcast mit dem Titel „Deutschland kann das“. Anschließend wird eine wissenschaftliche Studie in Auftrag gegeben, die untersucht, warum der undankbare Steuerzahler trotz all dieser Bemühungen noch immer schlechte Laune hat.

Die Brandmauer wird zum Aussichtsturm

Während Union und Regierung schrumpfen, steigt die AfD im DeutschlandTrend auf 28 Prozent. Die politische Strategie der vergangenen Jahre hat damit eindrucksvoll funktioniert – nur leider für die falsche Partei.

Merz war einst angetreten, die AfD zu halbieren. Inzwischen hat sie die Union überholt. Das ist politisches Handwerk nach Berliner Art: Man kündigt an, den Keller trockenzulegen, und stellt anschließend fest, dass das Wasser mittlerweile im ersten Stock steht.

Die sogenannte Brandmauer ist dabei längst kein Schutzwall mehr. Sie ähnelt eher einem Aussichtsturm, von dem die etablierten Parteien beim Wachsen der AfD zusehen. Unten stehen die Wähler, oben beraten Funktionäre darüber, wie man ihnen noch deutlicher erklären könnte, dass ihr Wahlverhalten moralisch mangelhaft ist.

Je stärker die AfD wird, desto häufiger wird vor ihr gewarnt. Und je häufiger gewarnt wird, desto weniger muss man sich offenbar mit den Gründen ihres Wachstums beschäftigen. Die Warnung ersetzt die Analyse, die Empörung ersetzt die Selbstkritik und der Verfassungsschutz übernimmt irgendwann die Aufgaben, für die früher Wahlkampf und überzeugende Politik vorgesehen waren.

März ist vorbei, Merz leider noch immer nicht

Schon vor Monaten ließ sich feststellen: Der März ist vorbei, Merz leider nicht. Inzwischen ist auch der Sommer weit fortgeschritten, doch der Kanzler arbeitet weiterhin zuverlässig daran, selbst seine verbliebenen Anhänger auf Belastbarkeit zu prüfen.

Merz war als wirtschaftspolitischer Hoffnungsträger angetreten, als Mann der klaren Worte, als Gegenentwurf zu Angela Merkels sedierter Konfliktverwaltung und als jemand, der Deutschland angeblich wieder auf Kurs bringen wollte. Herausgekommen ist eine Koalition, die sich gegenseitig misstraut, ein Kanzler, dem kaum noch jemand vertraut, und eine Union, die hinter der AfD herläuft und dabei behauptet, sie führe das Feld an.

Aus dem versprochenen Politikwechsel wurde ein Personalwechsel. Aus der angekündigten Führung wurde eine Moderation des eigenen Kontrollverlusts. Und aus der erhofften wirtschaftlichen Wende wurde die tägliche Versicherung, Deutschland besitze weiterhin enormes Potenzial – ähnlich wie eine stillgelegte Fabrikhalle, in der theoretisch jederzeit wieder produziert werden könnte, sobald Strom, Aufträge, Personal und Hoffnung zurückkehren.

Die demokratische Mathematik aus Berlin

Formal ist die Sache einfach: Eine Regierung braucht im parlamentarischen System keine täglichen Mehrheiten in Umfragen. Sie benötigt eine Mehrheit im Bundestag. Genau deshalb wird Friedrich Merz nicht automatisch aus dem Kanzleramt getragen, nur weil 85 Prozent seine Regierung kritisch sehen.

Politisch bleibt das Ergebnis dennoch verheerend. Wer mit 13 Prozent Zustimmung regiert und sich gleichzeitig als vernünftige Mitte des Landes bezeichnet, betreibt demokratische Mathematik für Fortgeschrittene: Die eigene Minderheit wird zur Mitte erklärt, während die tatsächliche Mehrheit entweder irregeleitet, populistisch, extrem oder unzureichend informiert sein soll.

Der Bürger darf wählen, soll danach aber möglichst vier Jahre lang nicht stören. Seine Aufgabe besteht darin, Steuern zu zahlen, Maßnahmen zu akzeptieren und sich bei jeder neuen Zumutung darüber zu freuen, dass alles noch schlimmer sein könnte. Falls er dennoch protestiert, bekommt er erklärt, verantwortungsvolle Politik dürfe sich nicht von Stimmungen treiben lassen.

Merkwürdigerweise gelten gute Umfragewerte stets als Bestätigung, schlechte dagegen als bloße Stimmung.

Eine Regierung ohne störende Zustimmung

Vielleicht liegt genau darin das neue deutsche Regierungsmodell: Regieren ohne unnötige Zustimmung. Zustimmung erzeugt Erwartungen, Erwartungen verursachen Arbeit und Arbeit könnte am Ende sogar Ergebnisse erfordern. Eine Bevölkerung, die von ihrer Regierung nichts mehr erwartet, ist dagegen ausgesprochen pflegeleicht.

Friedrich Merz kann deshalb beruhigt weitermachen. Seine Regierung besitzt eine parlamentarische Mehrheit, ein vollständig eingerichtetes Kanzleramt und genügend Pressesprecher, um jeden Absturz als Übergangsphase zu bezeichnen.

13 Prozent finden das gut. 85 Prozent sehen es kritisch. Die restlichen zwei Prozent haben vermutlich gerade keinen Empfang, sitzen in einem verspäteten Zug oder versuchen seit drei Monaten, einen Termin beim Bürgeramt zu bekommen.

Die Regierung wird auch sie noch abholen. Spätestens beim nächsten Kabinettsumbau.

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Stimmen aus dem Maschinenraum

12 Kommentare

  1. Und die Deutschen glauben, immer noch, an die Staatssimulation- seit 1918/19 durch eine Parteienverwaltung.
    Der Michel hat sich 1919 hereinlegen lassen, 1933, und 1949 wieder. Und so lange jemand das System, der Parteien, verteidigt, so lange wird sich nichts, gar nichts, ändern.
    Schon vergessen: „… wer gewählt wird hat nichts zu sagen!“.
    Wer, entgegen dem Völkerrecht, einen Staat auf einem bestehenden, aber mangels Organisation nicht handlungsfähigen Staat, ausruft, der MUSS diesen Staat (25 Staaten in Deutschland) annektiert haben! Haben die Sieger/ Besatzer von 1945 Deutschland annektiert? Nach deren Aussage : NEIN!
    Ergo bleibt nur eine dauerhafte Verwaltung (Bund,GG) ihrer Wirtschaftsgebiete(GG), durch eine ebenfalls dauerhafte Besetzung (GG, Besatzungskosten).
    ALLES andere ist eine Lüge. Gruß Karl

    1. Ja und, ändert auch nichts…die Analyse bring nichts, weil es nämlich niemanden interessiert.
      „Annektiert“, haben wir den Kapitalismus und das ist wirklich Ausschlaggebend!

  2. In Berlin wird jetzt die CDU wegen ihrer AfD-Politik von den Linken Wählern abgestraft, da hilft auch kein schwuler Bürgermeister mehr——-soviel zu dem unmöglichen Spagat zwischen linksgrünem Humanismus/Demokratie und erzkonservativer AfD-Politik, denn die Ostberliner AfD-Wähler wollen Putin und nicht Merz/Nato, alles hängt jetzt von der Abwahl der Trump-Regierung im November’26 ab, denn wenn die Demokraten wieder die Macht bekommen ist die AfD/Putin obsolet! We shall overcome trumpschen Kapitalismus! Wählt die humanityparty.com! Viel Erfolg!

    1. Ich frage mich schon lange wie solche qeere Ansichten entstehen. Wo ist das einzuordnen, links, rechts, mitte? Vielleicht doch eine neue Partei, oben, unten, hinten, vorn? Wäre aber eh chancenlos

  3. Wie war das denn noch 1917 in Rußland… . Aus meiner diffusen Erinnerung und so denn im hier folgenden Vortrag leider ohne Gewähr, bitte. Das war so: Damals waren die Bürgerlichen frisch an die Regierungsmacht gekommen, die Menschewiki oder so, also Mitte-Revolutionäre, so eine Art CDU/SPD-Koalition. Dann mischte Willi II. sich ein, Adel verpflichtet, und schickte den, gleichfalls adligen, Lenin hin mit der Eisenbahn und viel Geld im Koffer. Koffer hilft immer, Lenin kaufte sich seine Bolschewisten zusammen und machte Revolution. Doch nicht lange, und es putschte der Jesuitenschüler Stalin den verdutzten Lenin weg und verbündete sich mit dem Klassenfeind, mit ein paar Jungs aus Detroit, die ihm seine Industrie aufzubauen halfen: AmTorg Trading, siehe Wikipedia.

    Wie dem Lenin mit dem Stalin, war es zuvor bereits dem Willi II. ergangen. Nur daß Willis Stalin etwas später kam und ein schnäuziger Österreicher war. Auch der wurde, ganz so wie Stalin, von diesen Detroitern gehalten — siehe Anton Chaitkin, Treason in America (nicht nur bei Tieren ist Haltung alles). Und wie alle wissen, gab es ein paar Jahre später dann einen weltweiten Riesenhorror zwei. Für Stalin zahlte der sich immerhin aus, wenn auch – ach! – nur ein wenig, die Weltrevolution leider nur bis zur Oder-Neiße-Linie — siehe Viktor Suworov, Stalins verhinderter Erstschlag.

    Aber am Ende zählt immer das Ende, und das war richtig gut: Stabilität, alle lachten wieder, einige mehr, einige weniger, am meisten aber die Detroiter: Bretton Woods, neues Finanzsystem — der Plebs schuftete mit neuem Elan, und die Kapitalrendite jubelte laut auf, hätte nicht schöner sein können! (Auch wenn später aus dem Golddollar ein PetrUSdollar werden mußte wegen dem teuflischen Produktivitätszuwachs bzw. wegen der verdammten Inflation — ähh, Verzeihung, muß richtig wohl PetrOdollar heißen: Schwarzes Gold, Gott ist groß, und Israel ist sein Knecht.)

    Jetzt Nachkriegs-Deutschland. Zar der Helmut. Menschewiki die Angie. Lenin der Friedrich. Stalin die Alice. Detroit ist jetzt Silicon Valley + WEF/Blackrock/Goldmann. Oder-Neiße der Ural, die Weltrevolution diesmal nach Osten hin, Weltklimarevolution.

    Ende gut, alles gut. Auch am Ende des derzeitigen weltweiten Riesenhorrors wieder Stabilität, wieder neues Weltfinanzsystem. Der Papierdollar von damals wird richtig schön BIZziges digitales Weltgeld und nicht mehr von Unze Gold oder Barrel Öl gedeckt sein, sondern von Kilogramm CO2.

    Auch bei Menschen ist Haltung alles, und so freue dich, oh Christenheit! Da kannste so wählen, oder so wählen — ist ja sowieso egal: Das Ende ist wieder ein neuer Anfang und steht bereits fest. Klimafest.

      1. #Publicviewer — Einerseits ja, andererseits nein. Ja, weil Klimadiktatur Terror ist. Nein, weil es
        den Bürgers ohne Klimaterror nicht mehr möglich sein wird, ihrer Lieblingsbeschäftigung nachzugehen.

        Unbetreut denken, fühlen und wollen wollen Bürgers nicht. Würde ihnen ihr größtes Glück ruinieren. Welches ist, von außen gesetzten Zwängen zu folgen. Und wer könnte besser solche Zwänge setzen, als der Kampf gegen das böse Klimagas. Im Vergleich war der Kampf gegen böse Untermenschen bloß Freizeitsport.

        1. Du schreibst die Kapitulationserklärung der westlichen Zivilisation und anstatt dagegen zu anzukämpfen relativierst Du das Problem und empfiehlst auch noch sich mit den Gegebenheiten abzufinden.
          Was soll das?

          1. #Publicviewer — Bitte mich nicht auslachen jetzt… . Denn es ist, wie es ist. Und auch, wenn einer noch so sehr dagegen anstürmen wollte, ist Zivilisationsentwicklung ein langwieriger Prozeß — es braucht da zwei Dinge, Milde und Zuversicht. Und drittens Liebe, nämlich Menschen geduldig die Zeit zuzugestehen, die es braucht für die Reflexion sowohl von sich als individueller Mensch, als auch der Gesellschaft und der Schöpfung: Was der Mensch ist in dieser Welt, und was diese im Innersten zusammenhält. Verläuft in lebenslangem Prozeß sich entwickelnden Dreiklangs aus Denken, Fühlen und Wollen, läßt sich nicht ärztlich oder politisch verordnen oder sonstwie übers Knie brechen. Jeder hat da seinen ganz eigenen Weg zu finden. Ich selbst habe mich herangetastet über umfangreiche Lektüren, vor allem und in dieser Reihenfolge: Erich Neumann, Friedrich Nietzsche, Kritik der politischen Ökonomie nach Marx/Engels (Das Kapital), Lenin (Imperialismusschrift) und Steiner (nationalökonomischer Kursus sowie seine Ausführungen in Sachen Dreigliederung des sozialen Organismus‘). Hinzu Sonstiges von Steiner. Haben mich verändert diese Lektüren, komplexes Geschehen. Aber zum Guten hin, bilde ich mir vorsichtig ein.

            Eigentlich zu reden wäre von KOSMOLOGIE, von den Gesetzmäßigkeiten, denen Mensch, Natur und Welt unterliegen — platt gesagt: Sinn und Zweck des Lebens. Oder: Altes Testament und Neues Testament; Moses und Christus; das Gesetz allein und das Gesetz zusammen mit der Liebe; Renditewirtschaft und Bedarfswirtschaft; Mangel, Not, Elend, Krankheit, Leid und Tod, und deren Überwindung; Geist wider Materie, und Geist UND Materie.

            Gut‘ Ding will Weile haben, die Klimadiktatur gewinnt der Menschheit Zeit. Ganz plump aber wahr, schenkt sie Menschen, die anderenfalls aufgrund von Stillstand der Warenproduktion infolge von Kollaps des Finanzsystems in tiefste Barbarei stürzen und schmählich darin umkommen müßten, Lebenszeit — schließlich endet Renditewirtschaft zwangsläufig in TOTALER Barbarei! Was faschistische Diktaturen, wie z.B. eine Klimadiktatur, LEGITIMIERT, da sie immerhin zu einer begrenzten Barbarei hin abmildern können: Mehr Menschen werden überleben!

            Sich geist-seelisch entwickeln können Menschen allein hier in der materiellen Welt bzw. im Zuge der dazu individuell jeweils erforderlichen Anzahl von Inkarnationen.

            Obwohl Klimadiktatur widerwärtig ist, wahnwitzig, werde ich dennoch tapfer durchhalten. Doch einmal ganz offen gesprochen, waren auch schon Kapital und Lohnarbeit widerwärtig und wahnwitzig, sei es nun als Kapitalismus, Korporatismus oder Sozialismus bzw. staatsmonopolistischer Kapitalismus. Die nun ankommende CO2-Technokratie kann nun auch nicht mehr viel schlimmer werden.

            Marx sagte mit dem ihm eigenen treffsicheren Witz irgendwo im Kapital: „Esoterik ist, was die Wissenden untereinander reden; Exoterik das, was sie den Unwissenden erzählen.“

            In diesem besten Sinne: CHEESE !!!

            1. ERGÄNZEND. Das beinahe Wichtigste in meiner Lektüreliste vergessen: Anne Querrien, l’ensaignement (1976)! Habe ich 2001 gelesen, als ich gerade frisch eingeknastet worden war, war gut eineinhalb Jahrzehnte noch vor Marx/Engels usw.

              Ensaignement ist ein aus den zwei Wörtern enseignement (Schule, Unterricht) und ensaignée (Aderlaß) gebildetes Kunstwort. Am geradezu Paradebeispiel des in Frankreich hervorgekommenen katholischen (allwahrscheinlich von den Jesuiten intendierten), späterhin auch international aktiv gewordenen und bis heute hin fortbestehenden Laienordens «Frères de la doctrine chrétienne» (Brüder von der christlichen Lehrweise), recherchierte Anne Querrien die Entstehungsgeschichte der modernen westeuropäischen staatsschulischen Pädagogik aus der dieser vorausgegangenen religiösen und von Stadtbürgertum finanzierten Pädagogik jener Frères. Und auf welchen verschlungenen Wegen daraus die heutige staatsschulische Pädagogik hervorgekommen ist als getreues Abbild der Pädagogik jener Frères.

              Anne Querrien schloß sich für mich geradezu nahtlos an die Kulturkritik Neumanns und Nietzsches an, die abhebt auf den für den jüdisch-christlich-abendländischen Menschen charakteristischen Topos namens „gut/böse-konnotierter Geist-Materie-Dualismus“; kurz gesagt, ist das der akademische Fachbegriff für in den Tiefen der Seele bzw. unterbewußt schwärende Feindseligkeit gegenüber dem, von seinem innersten Kerne her, als böse aufgefaßten Leiblichen.

              Wer das verstanden hat, hat auch die geist-seelischen Dynamiken verstanden, welche die Renditewirtschaft antreiben: Kapital (= Geist) und Lohnarbeit (= Materie). Die Kritik der politischen Ökonomie bei sowohl Marx/Engels und Lenin, als auch bei Rudolf Steiner liegen dann vor einem wie das sprichwörtliche offene Buch.

              Mit ihrer grandiosen histo-sozio-pädagogischen Recherche hat Anne Querrien die Kulturkritik Neumanns und Nietzsches quasi bebildert. Full colour zeigte sie, wie Staatsschul-Pädagogik den vampirhaften Ungeist des gut/böse-konnotierten Geist-Materie-Dualismus‘ in Kinder einpflanzt. Und so den modernen Menschen erschafft, die Staatsbürgers.

              Disclaimer. Nicht nur für die Kurzen gesagt, ist Leibesverherrlichung eine maskierte Form von Leibesverachtung.

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