Mittwoch, 9. September 2026
NewsletterKaffeekasse
Absurdes aus der RealitätRealität. Ungefiltert.Satire ohne SicherheitsabstandNachrichten mit NebenwirkungenBetreutes Denken war gesternUnabhängig. Unbequem. Unüberhörbar.Garantiert nicht regierungskonform
QPRESSstabil seit 2010
Aktuell16. August 2026

Achtung, Staatsfeind Nr. 1: Der alte weiße Mann!

Alter weißer Mann – KI-generiert

BRDigung – Wenn Lebenserfahrung zum Ausschlusskriterium wird, dann lebst Du im besten Deutschland aller Zeiten.

In einer durchoptimierten Moderne, in der historische Zusammenhänge bevorzugt auf die Länge eines TikTok-Videos komprimiert werden, wirkt ein intaktes Langzeitgedächtnis wie eine illegale Datenerhebung.

Denn wer Mauerbau, SED-Diktatur, Mangelwirtschaft, Wiedervereinigung und die wilde Freiheit der 90er noch persönlich erlebt hat, gilt heute keineswegs mehr als geschätzter Zeitzeuge – sondern als kognitiver Störfaktor.

 

Zeitzeugenschaft und Geschichtsbewusstsein als Störung

Ich bin im Januar 1956 geboren und inzwischen 70 Jahre alt. Wer sich heute an den 13. August 1961 oder den schleichenden Niedergang der DDR erinnern kann, gefährdet die tagesaktuelle Wohlfühl-Erzählung.

Wer Parallelen zwischen sozialistischen Planungsphantasien und heutigen Regelungsorgien zieht, während der Staat mit Rekordsteuereinnahmen von über 900 Milliarden Euro hantiert, begeht ein feierliches Sakrileg.

Nur mit Erfahrungswissen schlägt man heutige Floskeln. Die Aufbruchsenergie der 90er-Jahre im wiederveinten Deutschland verleitet zu der unzulässigen Annahme, dass Wohlstand erst durch Wertschöpfung entsteht, bevor man ihn dann per Dekret umverteilen kann.

Nur wer weiß, wie sich echte Transformation anfühlt, bleibt gegenüber Sonntagsreden seltsam immun. Ich habe den ökonomischen Realitätssinn behalten.

Wer DDR-Mark, D-Mark, Euro-Einführung und Finanzkrise überstanden hat und nun zusehen muss, wie die Industrieproduktion schwächelt, Konzerne ins Ausland abwandern und die Deindustrialisierung als Etappensieg verkauft wird, neigt zu chronischem Kopfschütteln. Ein klarer Fall von mangelnder Einsicht.

 

Gedächtnisverlust als neue Bürgerpflicht

Die Lösung für den beschwerlichen Ballast der Erinnerung liegt auf der Hand: die kollektive Amnesie. Eins muss man sagen, die ÖR-Medien geben sich große Mühe, alte Nachrichten verschwinden zu lassen, wenn sie nicht mehr in die Zeit passen.

Wer vergessen hat, dass Züge einmal pünktlich fuhren, die Energieversorgung in Deutschland weltweit zur sichersten gehörte und Brücken nicht wegen Einsturzgefahr gesperrt werden mussten, lebt schlicht entspannter und erlebt die heutigen Zustände als normal.

Neue Belastungswellen, die als Reform verkauft werden und die Selbstbedienung im politischen Betrieb erscheinen dann nicht mehr als Dekadenz, sondern als historisch alternativloser Aufbruch.

 

Der „Alte weiße Mann“ als Ultima Ratio der Anklage

Besonders schwer wiegt der Makel, wenn der Träger dieser Erinnerungen noch dazu das Pech hat, ein „Alter weißer Mann“ zu sein.

Er hat schlicht zu viel gesehen: den Aufstieg, die Blüte und das folgende Leben von der Substanz. Er kann die heutigen Kapriolen mühelos in den Kontext der letzten sechzig Jahre einordnen – und genau das macht ihn zur ultimativen Provokation.

Sollten Sie also immer noch in der Lage sein, die Gegenwart an der Vergangenheit zu messen, lassen Sie das vorsichtshalber untersuchen. Denn wo Amnesie als Fortschritt gilt, ist ein funktionierendes Gedächtnis die letzte verbliebene Form von zivilem Ungehorsam.

Eine Anekdote zum Schluß.

  • Frage: Was ist Glück? – Antwort: Im besten Deutschland aller Zeiten zu leben!
  • Frage: Was ist Pech? – Antwort: So viel Glück zu haben!

Ø Bewertung = / 5. Anzahl Bewertungen:

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

d711f091708345e18c2f6008487a0875
Stimmen aus dem Maschinenraum

8 Kommentare

  1. Es ist leider so. Alles was mal gut und richtig war wird unter den Teppich gekehrt. Wenn unsere Generation ( ich bin Baujahr 58) weg ist wird die die Vergangenheit so gedreht das sie passt. Da man der jungen Generation ja die Bildung verweigert wird diese auch nicht nachfragen. Willkommen bei Georg Orwell.

  2. Wieder einmal viel geschrieben mit wenig Inhalt.
    Wir (ich will mal den Stil kopieren) können nur in einem sicher sein- wir leben NICHT in Deutschland!
    Wir leben in der BRD, der Bundesrepublik Deutschland, die von den Besatzern (GG, Besatzungskosten) installierte Verwaltung (GG,Bund).
    Wir sind, und waren seit 1914 bzw.1918 (Preußische Verfassung Art. 68), nicht mehr souverän, sondern verwaltet.
    https://www.verfassungen.de/de67-18/verfassung71-i.htm
    Erst in Komandanturen, dann in ‚Freistaaten‘, nicht vergessen die Diktatur im ‚dritten Reich‘, seit 1945 durch die Sieger des WK II., als BRD.
    Wir sind erst wieder frei, und souverän, mit einem Friedensvertrag – mit allen Kriegsgegnern, also der UNO (Feindstaatenklausel).

    Wir lebten noch nie im ‚besten Deutschland‘- noch nie. Mit mittlerweile 78 Jahren bin ich noch ein wenig älter, wie der Artikelschreiber. Und wer, wie ich, im Westen aufgewachsen ist. Mit NULL angefangen, vom ersten Lohn, bis dato, NIE die Mitbürger beschissen hat, dem ging es NIE besser. Wir durften unsere Sklaventreiber/ Arbeitgeber aussuchen und wechseln, denn es gab genug. Der Unterschied zur heutigen Situation. Arbeiten musste der Anständige, der nicht zu den Betrügern und Dieben gehörte, genau wie heute auch.

    Das einzige, wo ich zustimme, dafür gab es einen Sternchen mehr (LOL), ist miserable Bildung und Aufklärung der Kinder UND Älteren – über die deutsche Politik seit 1871. Und zwar schon in meiner Jugend. Wir hatten aber den Vorteil, es gab noch Menschen welche wir fragen konnten.

    Ansonsten sagt der Artikel zum Realzustand der BRD nichts aus- gar nichts.
    Nichts über den Status, den ‚wir‘ haben. Das wir noch immer von den Besatzern (GG, Besatzungskosten) manipuliert werden.
    Der 2+4 ‚Vertrag‘ war eine Verordnung, in welchem ganz unklar verordnet wurde, das Teile des Überleitungsvertrages explizit ausgeschossen wurden.
    Da wurden den Deutschen, dem Personal (LOL), Zugeständnisse, und Abschläge, gemacht. Es wurden, mit Absicht(?), die Vereinbarungen der Sieger, 1945, im Potsdamer Vertrag bzw. Vereinbarung, nicht erwähnt. Nämlich, das Deutschland/ das Deutsche Reich, immer noch größer ist, wie die BRD. Und eine Annektion nicht stattfindet.
    Da wurde, im 2+4 , nicht über Ostpreußen, Pommern, Schlesien, oder Oberschlesien, gesprochen / geschrieben. Weil es NUR um die Übergabe der Mitteldeutschen (DDR) Wirtschaftsgebiete an die Westalliierten Besatzer ging!

    Mein kleiner Tip: Erst wenn die Wirtschftsgebiete abgeschafft, unsere 25 Staaten, möglicherweise weniger, wieder handlungsfähig sind, das Deutsche Reich wieder einen ordentlichen Reichstag beinhaltet, DANN sind wir auf dem Weg zu einem Friedensvertrag.
    Bis dahin sind wir in der BRD, der Verwaltung der Besatzer, ‚gefangen‘ – bis 2099 hat der Oberneger in Ramstein gesagt. Und DIE ändern die Gesetze des Deutschen Reich – unberechtigt.
    1950 GVG §15 – gestrichen. Gerichte sind Staatsgerichte. Klar, wo kein Staat, BRD, kein Staatsgericht.
    1990 dem 2+4 Vertrag/ Verordnung ging die Streichung von Art 23 GG voraus- gestrichen von Baker, Aussenminister der VSA.
    2006, 2007, 2010 Bereinigungsgesetze – beschlossen zu BONN. Der BUND, die Verwaltung der BRD agiert in Berlin.LOL.
    https://usercontent.one/wp/www.agmiw.org/wp-content/uploads/2017/04/bgbl110s1864_23614.pdf
    Gruß Karl

  3. Problem ist :
    Deutsch-Michl wurde nach dem Krieg das Kreuz gebrochen. Seitdem suhlt man sich mit dekadenter Lust knechtselig, schlicht masochistisch in der ewigen Schuldfalle der geschichtlichen Vergangenheit und betet unterwürfig den Götzen Multi-Kulti an.
    Auf Knien, ehrlos, würdelos, ohne Stolz und Charakter vegetiert so die Masse der deutschen Schlafschafe gebückt und perfekt politisch korrekt dressiert vor sich hin.
    „Die glücklichen Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit“, lautet ein Zitat von Marie von Ebner-Eschenbach. In Abwandlung dessen gilt leider für Deutsch-Michl-Land: „Der erbittertste Feind der Freiheit ist der Sklave, der nicht weiß, dass er einer ist…“
    https://www.fischundfleisch.com/ulrich-h-dittmann/die-masse-der-michl-deutschen-ist-offenbar-uebelst-hirngewaschen-73264

    1. #Ulrich Dittmann — Deutsch-Michl wurde schon von Bismarck modernisiert bzw. umgemodelt. Indem Staatsschule und Industrialisierung Hand in Hand flächendeckend wurden, ward der moderne Staatsuntertan erschaffen, der Nationalstaats-Michl, in Schönsprech: der Staatsbürger. Alles, was bis heute hin kam nach diesem Bismarckschen Schöpfungsakt, war lediglich die Fortsetzung einer Schußfahrt auf schwarzer Piste.

      Dies zu sagen, gilt als unbillige Kritik. Stimmt sogar, ist zu schwarz-weiß gedacht, und sogar ganz ohne Weiß. Als sei das Vorangegangene, die Leibeigenschaft, reine Idylle gewesen. Pustekuchen, die meisten wollten da raus und lieber in die Fabrik — Stadtluft macht frei, und Stadtluft war damals nun mal Fabrikluft!

      Kurz gesagt, enthält das Grau(en) der wirklichen Wirklichkeit immer auch ein wenig Weiß. Erst wenig, dann mehr, dann wieder weniger — Epoche kennt Aufstieg, Höhepunkt und Niedergang. Nur blöd, wenn es immer schwarzer und am Ende ganz schwarz wird. Bzw. so bunt wie heute.

      Kommen wir nun zur Sache. Vor der Moderne wuschen die Kirchen die Hirne. Ein erbarmungsloser, strenger und strafender Gott habe eine von Mangel, Not, Elend, Krankheit, Leid und Tod regierte Welt erschaffen. Heute erzählt „die Wissenschaft“ die gleiche Geschichte, nur mit anderen Worten. Und anstatt lebenslang an Sonn- und Feiertagen in Kirchen, wird jene Schöpfungsgeschichte nun über mindestens ein Jahrzehnt lang werktags in Schulen erzählt. Nein, nicht erzählt, sondern erfühlt, man läßt die Kinder und Jugendlichen das Elend passiven Stillesitzens erleben — das Weltelend, von dem man früher gehört hat, wird heute gefühlt, erfühlt.

      Die Sache ist also höchst übel geworden. Schluß darum mit all dem Elend, da müssen wir raus. Wozu hatten wir die Moderne denn, und wozu haben wir jetzt denn entwickelte Technologien!? All die schönen Maschinen, die dem ganzen großen Schmus von Mangel, Not und Elend usw in die Parade fahren könnten. Wenn die Untertanen denn wollten. Und endlich kapieren wollen würden, daß Produktivitätszuwachs und Kapitalrendite sich gegenseitig umbringen.

      Es gibt Dinge, die in Kirchen und Schulen eben NICHT erzählt werden. Und auf welche der Mensch selbst kommen muß.

      1. #Unbetreut, sie verbreiten Unsinn mit ihrer Polemie. Bei Bismark gab es schon lange keine Untertanen mehr, in dem Sinne. Die Bürger hatten in jedem Staat ein Mitspracherecht – ganz entgegen dem Untertan. Dem ist nicht abzusprechen, das es Menschen gab, genau wie in der BRD, welche in vorauseilendem Gehorsam auf den Knieen rutschten, wenn die einen Adligen sahen – ist bei unseren Politikern heute, nicht anders. Gruß Karl

    2. Ja, aber jeder Deutsche könnte sich ja das „Kantholz“ geben und den Mut aufbringen, seinen eigenen Verstand zu gebrauchen und selbständig zu denken. Es wird immer beklagt, was andere mit uns gemacht haben. Es wird nie beklagt, was wir andere mit uns haben machen lassen. Deutsche handeln immer wie Kinder, die sich über die Handlungen ihrer Erziehungsberechtigten beklagen statt ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und den „Erziehungsberechtigten“ deren Autorität über sich abzusprechen. Entweder werden die Deutschen endlich erwachsen oder sie werden abgetrieben.

  4. Die Frage müßte eigentlich sein, ob sich die alten weißen Männer vielleicht einmal bequemen wollen würden, anstatt zu lamentieren, sich zu amüsieren. Klar, sachbezogenes Diskutieren wäre ohnehin zwecklos, dazu ist die allgemeine Verblödung zu weit fortgeschritten: Bleibt allein noch das Amüsieren übrig. Oh, Scheibe, verdammt, ich wollte doch nicht lamentieren!

Senf dazugeben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert.