Anthony Fauci sah keine roten Flaggen. Jedenfalls nicht, wenn eine Fernsehkamera eingeschaltet war.
Auf seinem Diensthandy war die Farbpalette offenbar etwas umfangreicher. Im Januar 2021 schrieb der damalige oberste US-Gesundheitsberater, dass starke Immunreaktionen und Fieber nach der zweiten mRNA-Dosis theoretisch mit Fehlgeburten im ersten Schwangerschaftsdrittel zusammenhängen könnten.
Ein medizinisch plausibler Gedanke, formuliert als offene Frage. Kein Beweis, keine gesicherte Erkenntnis und auch kein Eingeständnis eines bekannten Impfschadens. Aber eben doch eine Überlegung, die in der späteren öffentlichen Kommunikation erstaunlich gründlich verdunstete.
Dort verwandelte sich der interne Konjunktiv bald in institutionelle Gewissheit. Willkommen in der modernen Wissenschaftskommunikation: Hinter verschlossenen Türen wird abgewogen, vor der Kamera wird verkündet.
Januar 2021: Bitte intern nachdenken
Am 25. Januar 2021 tauschte sich Fauci mit Rochelle Walensky und Vivek Murthy aus. Walensky wurde kurz darauf Direktorin der amerikanischen Seuchenschutzbehörde CDC, Murthy amtierte als oberster Gesundheitsberater der US-Regierung.
Thema war die Corona-Impfung während der Schwangerschaft. Fauci schrieb sinngemäß, dass bei vielen Menschen nach der zweiten Dosis starke Entzündungsreaktionen und Fieber auftreten könnten. Dies könne theoretisch mit Fehlgeburten im ersten Trimester zusammenhängen.
Walensky und Murthy behandelten den Hinweis offenbar nicht wie eine wirre Nachricht aus dem Telegram-Unterholz, sondern wie einen erwägenswerten medizinischen Punkt.
Das war vernünftig. Schwangere waren in den ursprünglichen Zulassungsstudien nicht regulär vertreten. Zu Beginn der Impfkampagne existierten deshalb zwangsläufig Lücken. Man musste reale Anwendungsdaten sammeln, Schwangerschaftsverläufe beobachten und mögliche Signale überprüfen.
Genau dafür sind Fachleute da.
Merkwürdig wurde es erst, als die Öffentlichkeit mit derselben Unsicherheit konfrontiert werden sollte.
Mai 2021: Bitte öffentlich nicht mehr nachdenken
Nur wenige Monate später wurde Fauci in der amerikanischen Fernsehsendung „This Week“ ausdrücklich nach der Sicherheit der Impfstoffe für Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch gefragt.
Seine Antwort fiel deutlich weniger vorsichtig aus. Zehntausende Schwangere seien bereits geimpft worden, es gebe keine roten Flaggen und nichts, was nach einem Problem aussehe.
Natürlich können sich Einschätzungen mit neuen Daten verändern. Das ist keine Verschwörung, sondern der normale Gang wissenschaftlicher Arbeit. Im Januar kann eine Frage offen sein, die im Mai aufgrund neuer Beobachtungen weniger dringlich erscheint.
Dann müsste man allerdings genau das sagen.
Man hätte erklären können: Wir hatten anfangs theoretische Bedenken, sammeln inzwischen Daten und sehen derzeit kein auffälliges Signal. Bitte beachten Sie, dass die Erkenntnislage weiterhin wächst.
Doch solche Sätze sind für politische Impfkampagnen ungefähr so attraktiv wie ein Beipackzettel auf einem Wahlplakat. Sie enthalten Unsicherheit, Abwägung und sogar die Möglichkeit späterer Korrekturen.
Also wurde aus „theoretisch denkbar“ kurzerhand „keine roten Flaggen“.
Das große Wunder der behördlichen Gewissheit
Die Geschichte ist deshalb nicht der Beweis, dass Fauci von massenhaften Fehlgeburten wusste und sie heimlich vertuschte. Wer das behauptet, macht aus einem theoretischen Hinweis eine medizinische Gewissheit und betreibt damit dieselbe Vereinfachung, die er den Behörden vorwirft.
Die Nachrichten zeigen jedoch etwas anderes: Intern wurden mögliche Risiken durchaus bedacht. Öffentlich wirkte es dagegen häufig, als seien Bedenken bereits durch ihre bloße Existenz widerlegt.
Ein Verdacht aus einer Behörde hieß Vorsorge. Derselbe Verdacht aus dem Mund eines Bürgers hieß Desinformation.
Ein Wissenschaftler durfte sagen: „Das könnte theoretisch zusammenhängen.“ Eine Schwangere, die daraufhin zögerte, musste sich anhören, sie gefährde sich, ihr Kind, ihre Familie, die Intensivstationen, Weihnachten und wahrscheinlich den gesamten europäischen Binnenmarkt.
So entstand jene asymmetrische Irrtumserlaubnis, die die Corona-Jahre geprägt hat: Institutionen durften ihre Aussagen mit der Datenlage verändern. Kritiker mussten dagegen bereits am ersten Tag sämtliche Beweise für die kommenden fünf Jahre vorlegen.
Spätere Daten sind keine nachträgliche Gedankenpolizei
Spätere Studien fanden keinen deutlichen Hinweis auf ein erhöhtes Fehlgeburtsrisiko durch mRNA-Impfungen. Eine Auswertung von 2.456 Teilnehmerinnen des amerikanischen Schwangerschaftsregisters errechnete eine kumulative Fehlgeburtsrate, die innerhalb der historisch bekannten Größenordnung lag. Die Ergebnisse wurden im New England Journal of Medicine veröffentlicht.
Das gehört zur vollständigen Geschichte.
Diese späteren Erkenntnisse machen Faucis interne Überlegung im Januar 2021 aber nicht nachträglich unsinnig. Sie zeigen vielmehr, warum offene Fragen untersucht werden müssen. Erst kommt der Verdacht, dann die Datenerhebung, danach eine belastbarere Bewertung.
Während der Pandemie wollte man diesen zeitlichen Ablauf gern rückwärts lesen: Weil spätere Untersuchungen kein auffälliges Signal fanden, seien frühere Bedenken schon damals unverantwortlich gewesen.
Nach dieser Logik dürfte die Feuerwehr erst dann nach Rauch suchen, wenn das Gebäude nachweislich abgebrannt ist.
Die Wissenschaft trug plötzlich Uniform
Das Kernproblem war nie, dass Wissenschaftler Fragen stellten oder ihre Meinung änderten. Das Problem war die politische Verpackung wissenschaftlicher Zwischenstände als alternativlose Wahrheit.
Unsicherheit galt nicht als ehrliche Beschreibung der Datenlage, sondern als Gefahr für die Impfbereitschaft. Risiken mussten deshalb nicht nur wissenschaftlich bewertet, sondern kommunikativ bewirtschaftet werden.
Was die Kampagne störte, wurde heruntergedimmt. Was die Kampagne förderte, bekam Sendezeit, dramatische Modellrechnungen und einen Experten mit frisch desinfiziertem Mikrofon.
Die Corona-Anhörung zur Impfpolitik und Datenlage zeigte später exemplarisch, wie schwer sich Institutionen damit tun, zwischen einem damals vertretbaren Irrtum und einer bewusst übertriebenen Gewissheit zu unterscheiden.
Man habe nach bestem Wissen gehandelt, heißt es dann.
Das mag häufig stimmen. Aber warum durfte das beste Wissen nie mit den Worten beginnen: „Wir wissen es noch nicht“?
Fauci und die roten Flaggen aus dem Aktenschrank
Die veröffentlichten Nachrichten sind keine Tagebücher im klassischen Sinn. Fauci saß nicht bei Kerzenlicht am Fenster und schrieb: „Liebes Tagebuch, heute habe ich erneut die Menschheit geimpft.“
Es sind dienstliche Textnachrichten. Gerade deshalb sind sie aufschlussreich. Sie zeigen, wie Fachleute untereinander sprechen, bevor Presseabteilungen, politische Ziele und Kampagnenstrategen die Formulierungen glätten.
In dieser internen Sprache gab es Zweifel, theoretische Risiken und offene Fragen.
In der öffentlichen Sprache gab es Sicherheit, Solidarität und keine roten Flaggen.
Die ausführliche Rekonstruktion der Fauci-Nachrichten und ihrer späteren Bedeutung macht diesen Widerspruch deutlich, geht mit dem Begriff der „vollständigen Rehabilitierung“ allerdings weiter, als die Nachrichten medizinisch tragen.
Denn eine theoretische Sorge ist kein Kausalbeweis.
Sie ist aber auch kein Mythos.
Das Vertrauen starb nicht an Fragen
Bis heute erklären Politik und Medien den Vertrauensverlust gern mit Verschwörungserzählungen, sozialen Netzwerken und einer rätselhaften Wissenschaftsfeindlichkeit der Bevölkerung.
Die einfachere Erklärung wäre unangenehmer: Viele Menschen bemerkten, dass Unsicherheiten intern anders behandelt wurden als öffentlich. Sie sahen, wie vorläufige Erkenntnisse als Gewissheiten verkauft und spätere Korrekturen geräuschlos in das Archiv geschoben wurden.
Vertrauen stirbt nicht daran, dass Fachleute Fragen stellen.
Es stirbt, wenn Fachleute ihre Fragen voreinander besprechen, dem Bürger aber erklären, es gebe nichts zu besprechen.
Faucis Diensthandy beweist keine große medizinische Vertuschung. Es dokumentiert etwas Banaleres und politisch mindestens ebenso Verheerendes: Die Öffentlichkeit bekam nicht immer denselben Grad an Unsicherheit zugemutet, den die Verantwortlichen intern selbst für notwendig hielten.
Keine rote Flagge also.
Nur ein roter Faden.


Trump hat sich selber viermal impfen lassen und empfiehlt heute immernoch das impfen der Babys——soviel zu der perversen weltweiten Profitmaximierungs-Gesellschaft die nur an den Erdenwürmern verdienen will! We shall overcome trumpschen Kapitalismus! Wählt die humanityparty.com! Viel Erfolg!
Hier gab es keine Unsicherheiten, sondern seit sehr langer Zeit vorhandenes Wissen, das besagt, dass Zellen, die ein körperfremdes Eiweiß produzieren, vernichtet werden. Die Vernichtung heißt Entzündungsreaktion und die war und ist nicht einmal dosisabhängig, sondern abhängig von den individuellen Empfindlichkeiten des Einzelnen, dem das Gift injiziert wurde. Die Impfpropagandisten und ihre ärztlichen Knechte haben nicht nach bestem Wissen gehandelt, sondern gewissenlos. Beispielhaft ist die Stempelung von natürlich Immunisierten drei Wochen nach überstandener Krankheit zu Nichtgeimpften, obwohl selbst Laien seit tausenden Jahren wissen, dass es keine bessere Immunisierung gibt als die natürliche. Hinzu kommt, dass eine Entzündungsreaktion nicht nur die antigenproduzierende Zelle zerstört, sondern auch den Antikörper, der das Ziel der Injektion ist, worin die Notwendigkeit von wiederholten Injektionen ihre Erklärung findet. Aus: Josh Guetzkow, et al.: Observed-to-Expected Fetal Losses Following mRNA COVID-19 Vaccination in Early Pregnancy. medRxiv 2025.06.18.25329352; doi: https://doi.org/10.1101/2025.06.18.25329352: “Die Analyse von 226.395 Einlingsschwangerschaften in Israel von 2016 bis 2022 zeigt, dass die COVID-19-Impfung mit der ersten Dosis in den Wochen 8 bis 13 mit einer über den Erwartungen liegenden Anzahl von Fruchttodfällen von etwa 13 gegenüber 9 erwarteten Fällen pro 100 exponierten Schwangerschaften verbunden war, d. h. fast 3,9 (95 % KI: [2,55–5,14]) zusätzliche fetale Verluste über den erwarteten Wert pro 100 Schwangerschaften hinaus.“
Ein guter Beitrag mit gut dosierten schwarzen Humor , Perfekt !
Heute bei Zerohedge ein paralleler Artikel ( https://www.zerohedge.com/covid-19/anthony-fauci-and-collapse-scientific-authority ), der auch auf andere End-Probleme eingeht: GERONTOKRATIE im Wissenschaftsbetrieb, GELD als TRIEBFEDER („Fauci sought nominations for cash prizes from influential friends and used federal employees to help him win those awards. These awards were then presented publicly as independent acknowledgments of merit.“ Vergleiche den Preisverleihungs-Reigen der Övvendlich-Liederlichen), CREDENTIALISM ( https://en.wikipedia.org/wiki/Credentialism_and_degree_inflation bzw. kürzer https://de.wikipedia.org/wiki/Kredentialismus ) und vieles mehr.
Am Ende wie üblich erst die Erkenntnis: „The administrative machinery [of science] cannot investigate or reform itself.“, aber dann doch wieder DAUMENSCHRAUBEN-OPTIMISMUS: “ Reform requires enforceable transparency, external oversight, public accountability, and meaningful consequences for failure…“