Rechthaberei
In (E16) heißt es, das Opfer könne auf der Beziehungsebene mental zum Täter mutieren, zumindest zu einem Mitläufer, der sich imaginär am Opfer abreagiert, während andere für ihn »die Drecksarbeit erledigen«, um eine Äußerung von Bundeskanzler Friedrich Merz zu bemühen; und das, um immerzu moralisch motiviert die Auswirkungen möglicher Traumata zu bannen[1], anstatt sie kommunikativ zu verarbeiten, wie es gleich zu Beginn in (E16) heißt.
Die Äußerung von Merz verweist auf einen mentalen (inneren) Vorgang, durch den hindurch hochintelligente Menschen sich in dem Maße in den Schwachsinn (des Nichtwissens oder »Nicht-wissen-wollens«) treiben lassen, wie »das Gefühl sich vor ihren Verstand schiebt«, so sich Patrick Baab in einem Videobeitrag äußerte.
Fragt sich nur, wie die ganz und gar unverzichtbare Fähigkeit zu fühlen, die dafür sorgt, dass wir die Ereignisse der Welt um uns herum überhaupt als mehr oder weniger existentiell registrieren können, den Schwachsinn in uns zu induzieren in der Lage ist. Das mag vor dem Hintergrund passieren, dass das Gefühl in einem »Spannungsfeld von positiven und negativen Gefühlen« oszilliert (Witsch 2009, S. 22), wobei es dem Sozius vor allem darum geht, die negative Seite im Spannungsfeld zu entsorgen, bzw. am Sündenbock abzureagieren, um das Positive in sich zu wahren, welches, um es zu wahren, in Idealitäten, resp. ferne Verheißungen projiziert werden kann; das sind indes bloße Abstraktionen, die entweder einer Konkretion nicht zugänglich, also leer sind, oder nicht zugänglich gemacht werden, damit positive Gefühle problemlos in sie projiziert werden können, das heißt, ohne vom konkreten Leben angekränkelt zu werden.
Vergeblich, drängt sich das Leben doch, wie es leibt und lebt, dem verheißungs- und gefühlssüchtigen Subjekt unbotmäßig immer wieder auf, und sei es nur durch leise Kritik, etwa an dem, was man die idealistische Verheißung nennen kann. Im Falle von Kritik lassen sich (positive) Gefühle nicht mehr wie gehabt hochfahren. Stattdessen drohen negative Gefühlen, die dann, wie gesagt, abreagiert werden müssen am Sündenbock, der dann, wenn es ihn auf natürliche Weise nicht gibt, zu inszenieren ist, so in der Art »Der böse Russe« etc., der uns Freiheit und Demokratie rauben möchte. Für diesen mental-sozialen Sachverhalt vollständiger Blockade gegen das Andersdenkende
»kennt die Psychoanalyse ein Krankheitsbild: krankhafte Projektion, eine Mentalität (…), die subjektive Eigenschaften oder Bedürfnisse nicht als eigene Eigenschaften, sondern zwanghaft als Eigenschaften anderer Personen erlebt, um sich von Schuldgefühlen (gegenüber anderen Personen) zu entlasten« (Witsch 2009, S. 50).
Kurz, Kritik am Versprechen in die Zukunft gilt es zu eliminieren. Dabei geht es immer nur um die Zukunft, nicht um die Gegenwart, die sich auf diese Weise möglicher Kritik entzieht[2]. Exakt dies öffnet dem Schwachsinn – ich spreche von struktureller Verblödung – ganz unvermeidlich Tür und Tor. Nicht zuletzt um das eigene Selbst (Innenleben) aus der Schusslinie der Kritik herauszuhalten. Dieses Selbst gilt es gegen Menschen zu wahren, die in einem anderen Selbst oder Weltbild zu Hause sind, das der Rechthaber mit dem eigenen für gewöhnlich als nicht vereinbar deutet. Das geschieht auf der Beziehungsebene weitgehend empathielos nicht nur gegen den Andersdenkenden, sondern generell gegen Menschen, die in einem – dem herrschenden – Weltbild zu Hause sind, das sich durch ein gewissermaßen »artfremdes« Weltbild nicht ankränkeln lassen möchte. Wie gesagt, im Volksmund heißt man so etwas Rechthaberei.
Wage, deinen Verstand zu gebrauchen (Kant 1724 – 1804)
Im eigenen Weltbild argumentieren Menschen durchaus traumwandlerisch, um nicht zu sagen wie im Traum, das macht ihre Intelligenz aus, reiten dort freilich im Zirkelschluss immer dieselben Wahrheiten, unter anderem »der Russe war’s« oder »wir leben im ’richtigen Wirtschaftssystem‘«, um Zugehörigkeitsbedürfnisse gegen Andersdenkende ausleben zu können. Ich spreche von Bestandsinteressen, die ggf. mit aller Brutalität – etwa gegen Proteste auf den Straßen – gewahrt werden wollen, ja müssen, um sich ihnen nachhaltig – immer wieder – zu vergewissern. Dies auf der Grundlage von Bestandsregungen (Gefühle), die sich von negativen Gefühlen nicht ankränkeln lassen wollen. So das schöne Gefühl, das sich in eine Gemeinschaft, mit der man sich symbiotisch verbunden fühlen möchte, ohne dass es sie real gibt, dafür umso intensiver als Phantom in den Köpfen der Menschen herumspukt (vgl. Kap. 7, S. 126: »Gespenster«). Ein Spuk, den die Menschen für real halten, setzt das gesellschaftliche Ganze sich doch aus zahlreichen Gemeinschaften (Familien, Gruppen, etc.) zusammen: ein Faktum auf der Gegenstandsebene (das da ist eine Gemeinschaft), das im Kontext der Beziehungsebene auf das gesellschaftliche Ganze übertragen wird, von dem man sich natürlich wie in einer konkreten Beziehung beschützt fühlen möchte. Ein Schutz, den es indes nur in unserer Fantasie gibt. Umso mehr soll es den buchstäblich mit aller Gewalt gegen die Feinde des gesellschaftlichen Ganzen geben.
Wir haben hier ein Zirkelschluss vor uns, der den Mitläufer induziert, weil er ihn für vernünftig (wahr) hält, der sich im Innenleben unentwegt erneuert, buchstäblich im Kreis dreht, ohne die Realität allerdings wie gewünscht zu berühren, es sei denn in den Untergang hinein, den man dann, wem sonst, den Feinden des »Wahren«[3] zuschreibt, die, wenn es sie nicht (mehr) gibt, zu inszenieren sind.
Der Schwachsinn besteht kurzum nun darin, dass man dem Gefühl eine Bedeutung zumisst, der es nicht gerecht werden kann und deshalb – frei nach Kant – einer Domestizierung durch den Verstand (die Vernunft)[4], um es genauer zu sagen, der Kritik bedarf.
Dass Gemeinschaften, die einem überall begegnen, sich unter den Schlägen der Kapitalverwertung auflösen, bzw. in die Atomisierung sozialer Strukturen führen, dazu angetan, die Sehnsucht nach Gemeinschaft und damit den Schwachsin zu befeuern, sei hier noch am Rande erwähnt.
Anmerkungen
[1] Vorausschicken möchte ich die These, dass wir einen Begriff vom Trauma nur dann haben, also begreifen können, was ein Trauma ist, wenn wir es – aus welchen Gründen auch immer – in uns spüren. Und wir spüren es nur dann, wenn wir unserer Umgebung gegenüber nicht vollkommen blockiert, im Volksmund: komplett rechthaberisch argumentieren, also so, wie wir es in der herrschenden Politik, etwa beim Bundeskanzler Merz, erleben. Merz ist nicht in der Lage zu begreifen, was ein Trauma ist. Unbenommen davon kann er, der deutschen Sprache mächtig, das Wort »Trauma« verwenden, freilich nur dort, wo sich das Trauma dem Augenschein aufdrängt, zum Beispiel beim jüdischen Pianisten im gleichnamigen Film »Der Pianist« (von Roman Polanski). Zum Trauma-Begriff vgl. Kap. 13.g.2, S. 65 – 67: »Über den Film ’Eine fantastische Frau‘«)
[2] Das gilt auch für die Zukunft unseres Wirtschaftssystem, den Kapitalismus. Er mag sich gegen die Menschen noch so übel ausleben. Für unsere Volks- und Betriebswirte hat er geradezu zwanghaft eine gute Zukunft, selbst für so manche Widerständler, wenn nur die AfD mit Alice Weidel als Bundeskanzlerin endlich an die Regierung käme.
[3] Und bestehe das Wahre auch nur darin, dass es das Wahre nicht gibt – in der Art der sokratischen Denkfigur »Ich weiß, dass ich nichts weiß«.
[4] Kant sagt: »Wage, deinen Verstand zu gebrauchen« oder »Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit«.
Quellen
Witsch, Franz (2009). Die Politisierung des Bürgers. Beiträge zur Wahrnehmung und Produktion sozialer Strukturen. Erster Teil: Begriff der Teilhabe. Norderstedt. Verlag: BoD (zitiert nach der Ausgabe von 2015).
Witsch, Franz (2026/07/14). E16 Schleichende Täter-Opfer-Umkehr oder wie das Opfer zum Täter werden kann.
Witsch, Franz; Kahrs, Wilfried (2022/04/30). Erstes Gespräch vor der Kamera.
Witsch, Franz; Kahrs, Wilfried (2022/04/30). Zweites Gespräch vor der Kamera.


„während andere für ihn »die Drecksarbeit erledigen«“, obwohl diese anderen ursächlich für die eigentlichen Probleme verantwortlich sind, was ISrahell-hörige Pfeifen indes nicht schnallen.
Video mit Barbara Lerner Spectre: „Europe Will Not Survive“
Grund: „Europa ist nicht multikulti genug ist. Deshalb wird Europa in den Multikultimode gehen…“ Wann hat sie das gesagt? 2010. Wann hat Merkel, die etliche B’Nai B’rith-Preise erhalten hat, die Grenzen aufgemacht? 2015.
Und, überlebt Europa? Genau. Wer scheint stattdessen zu überleben? Das arme, kleine, hilflose, sich stets nur verteidigende, von allen ohne jeden Grund gehasste ewige Opfer, das all den Irrsinn inszeniert.
Hörenswerter Beitrag mit leider extrem langen, nervigen Post-Titel zum Thema „Ausrottung der Nicht-Auserwählten“: https://tonp.substack.com/p/are-you-ready-to-acknowledge-that-267
Aber ist es denn nicht ebenfalls Idealisierung, dem Kapitalismus eine exklusive Negativität zuzuschreiben als sein quasi welthistorisches Alleinstellungsmerkmal, ihn also negativ zu idealisieren!? Woraus sich ein Phantasma gebiert, die Vorstellung eines geradezu voraussetzungslos gegebenen Automatismus‘: Es warte hinter dem nun allhin erkennbar an eine absolute Grenze gestoßenen Kapitalismus eine schöne heile Welt, eine im sogenannten Naturrecht verankerte quasi gottgewollte, mindestens aber „natürliche“ gesellschaftliche Ordnung. Ist jesuitische Befreiungstheologie in linker Konnotation.
Herrlicher Unsinn das, Mutter aller linken Traumtänzerei. Stattdessen war Kapitalismus große Befreiung aus Mangel, Not, Elend, Krankheit, Leid und Tod, aus drastischer Willkür, aus Entrechtung und Unfreiheit, aus Leibeigenschaft und Sklaverei, Kapitalismus war Befreiung aus dem Gefängnis eines erdnußkleinen geistig-seelischen und materiellen Horizonts. Welcher der Barbarei mindestens so nahe stand, wie ein Kinder beschäftigender heutiger Fertigungsbetrieb nach Art der in Asien und Afrika beheimateten sogenannten Sweat-Shops (Schwitzläden). Welche brutale Knochenmühlen sind, wie es sie in Europa, Amerika und Australien gibt allein in Form des sogenannten gefängnis-industriellen Komplexes. Um es kurz und in simplem Deutsch zu sagen, war es vor dem Kapitalismus zwar anders, aber nicht besser: WIR KOMMEN AUS DEM DRECK. Den der Kapitalismus beileibe nicht weggespült hat, er hat ihn aber immerhin aufgeweicht! Zwar wenigen nur hat er Wohlstand gebracht, vielen aber Hoffnung geschenkt.
Schwarz und Weiß sind die Ausnahmen, die Regel aber ist schnödes Grau. Dem darin enthaltenen Weiß gegenüber sind Ehrfurcht und Demut angezeigt!
Das linke Phantasma von einer heilen Welt versucht immerhin, nett auszusehen. Während das rechte solche Phantasma die Scheiße einfach zum Bonbon erklärt und mindestens flirtet mit genetisch oder sozial konnotiertem rassistischen Überlegenheitswahn.
Ob das Phantasma von einer heilen Welt nun das linke oder das rechte sei, liegt allemal purer Materialismus vor. Definiert es dem Menschen doch als sein letztendliches Ziel, materielles Wohlleben zu erringen. Was plumpeste Umkehrung ist der das Materielle geringschätzenden geist-materie-dualistischen Kosmologie des jüdisch-christlichen Abendlandes. Dernach alleiniges höchstes Ziel des Menschen dessen Aufstieg sei in eine hypostasierte „rein geistige“ Welt. Wobei doch evident sein sollte, daß geistig-seelische Entwicklung nicht ohne ein genügendes Maß an materieller Versorgung möglich ist. Wie auch umgekehrt!!! Was alles zentrales Thema war von Rudolf Steiner. Siehe hierzu bei Axel Burkart, https://sozialedreigliederung.org
Ha, Trump ist gezwungen Euros in Yen zu tauschen um den Kapitalismus in Japan zu retten, wie erbärmlich, aber unsere Zukunft unter Trump/Putin/AfD, es geht nur um den Erhalt der Epstein-Klasse, pfui Teufel! We shall overcome trumpschen Kapitalismus! Wählt die humanityparty.com! Viel Erfolg!
Die ansteckenden Viren werden uns noch vor dem Ende des Kapitalismus ausrotten, siehe:
https://www.proplanta.de/agrar-nachrichten/tier/ansteckende-blutarmut-bei-pferd-entdeckt-stallpflicht-im-sperrbezirk_article1785570479.html
Soviel zur Bedeutung des Immunsystems, denn gesunde Pferde können das Virus an Immunschwache übertragen und die gehen dann an dem Virus hops, deshalb ist es so wichtig, die Nachteile des perversen Profitsystems durch die linksgrünen Sozialmaßnahmen/Rente mit 63ig/Teilzeitarbeit/Bürgergeld usw zu vermeiden, großen Dank an alle CDU-/AfD-Wähler ihr habt das Immunsystem des deutschen Volkes mit der Abwahl der linksgrünen unwiderruflich geschändet/niederträchtiger Volkshochverrat und werdet selber an den Folgen/Hitzewelle/Immunschwächung usw elendig zugrunde gehen! Dummm gelaufen für die Narzissen, ihr seid schuldig! Pfui Teufel!
Nach Einschätzung von Peter Schiff ist der Fed-Chef/Trump-Regierung nicht mehr ernst zu nehmen, siehe:
https://m.youtube.com/watch?v=F6ylB-FNCGw
Soviel zu der aussichtslosen Situation in den USA/EU weltweit, d.h. die rechten Patrioten verarschen/täuschen sich selbst und ihre Wähler nur damit sie an der Macht bleiben und so einen Systemwechsel verhindern können, auf kosten aller Erdenwürmer insbesondere der Armen, deshalb wer Trump/AfD wählt ist ein vorsätzlicher Betrüger/niederträchtiger abartiger volkshochverräter, pfui Teufel
Die Welt wird nicht von Schwachsinn regiert sondern von Bösartigkeit unter dem Deckmantel „Idiotie“.
Dieser Deckmantel hat die Funktion Verantwortlichkeit zu verhindern.