Berlin, Neukölln – oder irgendwo, wo die Drinks im Einmachglas serviert werden. Ein schummriger Keller, der Duft von Hafermilch-Latte und frisch verlegten Holzpaletten. Die Blicke der Anwesenden verraten das übliche Open-Mic-Versprechen: Hier entsteht heute Abend die feinstmögliche Avantgarde der neuen deutschen Stand-Up-Kultur.
Doch was als routinierte Lektion in Sachen „Deutscher Selbsthass für Anfänger“ geplant war, endete für einen ambitionierten Nachwuchskünstler in einem emotionalen Totalschaden – inklusive Schnappatmung und spontanem Gesichtsverlust.
Der Fahrplan zur Pointe und wie man gepflegt dagegenfährt
Das Rezept für den perfekten Berliner Underground-Gag schien eigentlich narrensicher:
- Das Motiv: Die deutsche Nationalflagge.
- Die Zielgruppe: Jeder, der sie nicht ausschließlich mit einer Grillzange und tiefem Schamgefühl anfasst.
- Das Argument: Schwarz-Rot-Gold macht dumm, und wer sie mag, sieht man am Gesicht.
Der Comedian wagte das Unerhörte: Er beleidigte das heiligste Stück Stoff der Nation – die Schwarz-Rot-Goldene Fahne. Doch damit nicht genug. Wer den Lappen voller Stolz hisst oder auf der Brust trägt, bekam direkt den Stempel „Vollidiot“ aufgedrückt. Seine tiefenpsychologische Diagnose? Den genetischen Hang zur Flaggen-Debilität erkenne man diesen Herrschaften ohnehin schon direkt am Gesichtsausdruck.
Normalerweise nickt das geschulte Berliner Szenepublikum an dieser Stelle wissend, zieht an der Club-Mate und bucht gedanklich das nächste Lastenrad. Doch an diesem Abend passierte das Schrecklichste, was einem Comedian passieren kann: Plötzlich war da kein müdes Kichern. Keines dieser typischen, erleichterten Ausatmen-Geräusche, wenn das Publikum signalisieren will: „Ich habe den Soziologie-Subtext verstanden!“ Stattdessen: Vakuum. Stille. Betretenes Schweigen.
Der Heckenschütze der Dankbarkeit
[Erwarteter Lacher] —> 404 Not Found[Gefühlte Temperatur im Raum] —> Absoluter Nullpunkt
Gerade als der Künstler auf seinen Europaletten versuchte, das eisige Schweigen wegzulächeln, schlug das Schicksal in Form eines spontanen Publikumsdialogs zu. Ein Zuschauer meldete sich zu Wort. Ein Migrant. Und – was die Tragödie für den Comedian vollendete – ein dankbarer Migrant.
Der Mann lieferte eine Steilvorlage an Herzenswärme und Logik: „Deutschland hat mir viel gegeben. Warum soll man darauf nicht stolz sein dürfen?“
Ein Satz, der die feingliedrige Logik des Berliner Haltungs-Humors wie ein Presslufthammer zertrümmerte. Der Saal kippte. Das Publikum, das eben noch als Kulisse für bildungsbürgerliche Relativierung vorgesehen war, nickte zustimmend.
Auf einmal stand nicht mehr der Fahnenträger als Idiot da, sondern der Mann am Mikrofon.
Das Lehrstück in Deeskalation: „Halt die Fresse!“
Ein erfahrener Entertainer hätte nun elegant gepatzt, sich selbst auf die Schippe genommen oder das Publikum in einen charmanten Schlagabtausch verwickelt.
Ein Berliner Open-Mic-Talent hingegen wählt in der Not die bewährte rhetorische Höchstformel der Generation Z: „Halt einfach die Fresse!“
Ein Meisterwerk der Deeskalation! Der Kopf des Künstlers lief synchron zu den Paletten im Hintergrund in einem satten Rot an – womit zumindest eine Farbe der verpönten Flagge auf der Bühne vertreten war.
Ein abgebrochener Witz, ein hastiger Themenwechsel zu Bahnverspätungen (sicherer Hafen!) und die Erkenntnis, dass das Volk manchmal einfach nicht das macht, was die Pointe von ihm verlangt.
Der Gewinner des Abends: Der Mann im Publikum, der mit einfacher Dankbarkeit ein ganzes Kleinkunst-Kartenhaus einstürzen ließ.
Der Verlierer: Der Comedian, der gelernt hat, dass Gesichtsdiagnostik auf der Bühne meistens beim eigenen anfängt.
Es bleibt zu hoffen, dass sein Witz künftig dort landet, wo er hingehört: Auf dem Wertstoffhof der gescheiterten Kleinkunst.


Wie ich vielen Essays und Kommentaren schon vor mehr als einer Dekade bekundete, sind Fahnen und Fähnchen jedweder Art ein Ausschluss andersdenkender Zeitgenossen und in den meisten Fällen zeigt es eine völlige fehlgeleitete nationale Denke.
#Publicviewer — Aber wo, bitteschön, soll der Untertan denn hin mit seinen religiösen Gefühlen? Frei nach Jürgens Udo: ABER BITTE MIT FAHNE! Siehe nur die Dankbarkeit auch des Wauwis, wenn er sein Freßchen bekommt, dieser warme, treuherzige Blick, ehrfürchtig geradezu.
Liebe Pandora,
Ich würde mir diesen Auftritt gerne ansehen.
Hättest Du freundlicherweise einen Link dazu? 😉
Mir fehlt seit der PLandemie allein der Glaube,
daß ein kritisches Publikum überhaupt noch existiert.
Schöne Ablenkung und inzwischen planen die US neocons einen Weltkrieg, siehe:
https://www.sgtreport.com/2026/07/trump-orders-pentagon-to-prepare-for-mass-conscription-as-ground-troops-mobilize-for-iran-invasion/
Soviel zur Macht des sogenannten „deepstate“ in der aktuellen Trump-Regierung, der Kongress vernachlässigt seine Funktion als Kontrollorgan der Verfassung ! Die noch verbliebenen echten amerikanischen Cowboys müssen jetzt die Ehre der USA retten! Viel Erfolg!
Einst standen im Supermarkt ein Rudel ausschließlich junger Damen der FFF-Sparte hinter mir an der Kasse und ich hörte die Worte: „Da waren welche, die hatten Argumente. Damit kann ich gar nichts anfangen.“ Das ist nun schon ein paar Jahre her, aber ich höre es heut noch und zitiere es immer wieder, weil es in gewisser Weise die Realität wiederspiegelt – die Realität der Massenverblödung, wobei ein geschlechtsspezifisches Ungleichgewicht nicht zu überhören ist.
Die s-r-g ist seit 1918/19 das Symbol der Verwaltung Deutschlands, seit 1914.
Im Jahr 1924 formulierte Oswald Spengler zutreffend:
„Aus der Angst um den Beuteanteil entstand auf den großherzoglichen Samtsesseln und in den Kneipen von Weimar die deutsche Republik, keine Staatsform, sondern eine FIRMA. In ihren Satzungen ist nicht vom VOLK die Rede, sondern von PARTEIEN; nicht von Macht, von Ehre und Größe, sondern von PARTEIEN. Wir haben kein Vaterland mehr, sondern PARTEIEN; keine Rechte, sondern PARTEIEN; kein Ziel, keine Zukunft mehr, sondern Interessen von PARTEIEN. Und diese Parteien – noch einmal: keine Volksteile, sondern Erwerbsgesellschaften mit einem bezahlten Beamtenapparat, die sich zu amerikanischen Parteien verhielten wie ein Trödelgeschäft zu einem Warenhaus – entschlossen sich, dem FEINDE alles was er wünsche auszuliefern, jede Forderung zu unterschreiben, den Mut zu immer weitergehenden Ansprüchen in ihm aufzuwecken, nur um im Innern ihren eigenen Zielen nachgehen zu können.“ Zitat Ende.
Nicht mit allem, was Alexej sagt, gehe ich konform, aber grundsätzlich, meine Worte aus einem anderen Munde:
https://www.bitchute.com/video/d7oROeUgoHxN/
DARAN hat sich bis heute nichts geändert. Gruß Karl
#Karl aus Oberschlesien — Der Oskar Spengler war auch so ein unbetreut Denkender. Aber daß der deutsche Nationalstaat ein vom anglo-amerikanisch geführten globalen Herrenclub initiiertes Projekt, und Bismarck dessen Agent war, hatte selbst der Oskar noch nicht auf dem Schirm. (Nein, den Kaiser traf da keine Schuld, der war bloß Bismarcks Showboy.)
Der wahre Hintergrund des deutschen Nationalstaats: Die überseeischen Absatzmärkte der großen Handelskompanien hatten zu schwächeln begonnen, insbesondere schiefgegangen war das mit China und dem Opium-gegen-Silber-Deal, China hatte jede Menge Opiumsüchtige, aber kein Silber mehr. Was die Handelskumpane zum Aufbau heimischer Absatzmärkte nötigte, zu Durchindustrialisierung in der Fläche sozusagen, was man auch als „entwickelten Kapitalismus“ bezeichnet. Was Nationalstaaten bzw. Flächenstaaten mit Nationalbank und einheitlicher Währung voraussetzte. Modern Europe was born.
Und ’ne ordentliche nationale Fahne braucht es dann natürlich auch! Trotzdem ist Kapitalismus schön. Zumindestens so lange er aufregend, neu und schön ist. Ist leider schon etwas länger her. Ja, ohne neuen Weltkrieg wird das wohl nix mehr. Haben alle die Schnauze voll, zumindestens alle Untertanen, und fast alle Obertanen. (Allein das Glück des Herrenclubs bleibt selbstverständlich ungetrübt. Und dies auch wenn dem Billy seine Frau abgehauen ist. Aber der ist ja bloß ein Showboy bzw. Strohboy bzw. ein vom globalen Herrenclub vorgeführter Strohmann. Ja, Herrenclub ist anonym, die sind ja nicht blöd).
Ersatzweise andere neue Großkatastrophe: gesundheitliche, klimagasische, astronomische (z.B. Aliens, Asteroid, Komet, Sonnensturm) und medizinische (z.B. Lieferkettenunterbrechungen bei Psychopharmaka, Alkohol, Drogen und Schmerzmitteln).
Watt hammwer noch!? Nix, nöö, reicht ja wohl auch, wa!?
Weil man die Aktivität der Viren schwer verhindern kann, versucht man jetzt mit der Art der Nahrung, den Krebs zu verhindern, siehe:
https://stephanieseneff.substack.com/p/deuterium-and-cancer-how-it-happens
Soviel zu dem verzweifelten Versuch, die Vergiftung der Erdenwürmer durch die Chemie-/Pharma-Industrie, aufzuhalten, We shall overcome das perverse weltweite Profitsystem, welches nur mit Erdöl-/Chemie-produkten funktioniert! Da hilft auch kein Rind welches nur Grass gefressen hat, denn alle Böden sind glyphosat-kontaminiert! Dummm gelaufen für die Narzissen/Paleo-Diätler, zu spät zu spät!
Nachtrag: deshalb die exorbitante Auswanderungswelle nach Thailand/Indonesien/Tropen usw., weil diese Länder sich bisher keine teure Chemie/u.a. Glyphosat leisten konnten, das heißt, vegane Rohköstler haben nur in den von der Chemieindustrie noch nicht verseuchten Erdteilen einen exorbitanten Vorteil gegenüber den dummen rechten Patrioten/Kapitalisten, viel Erfolg!
Werter Cource,
ich wette, du warst noch nie in Thailand, sonst würdest du nicht so einen hanebüchenen Bullsh*t labern.
Wenn man keine Ahnung hat, muss man das ja nicht jedem auf die Nase binden. Mein Vorschlag: Im Zweifel einfach mal die Fresse halten. Das hilft dir und anderen.
Glückauf!
Auch die Kettensäge in Argentinien kann die Weltwirtschaftskrise nicht aufhalten, siehe:
https://www.telesurenglish.net/argentina-faces-waves-of-protests-against-mileis-brutal-austerity-and-dismantling-of-the-state/
Soviel zu unserer Zukunft unter Trump/CDU/AfD, pfui Teufel! We shall overcome trumpschen Kapitalismus! Wählt die humanityparty.com! Viel Erfolg!
Je nach dem wie sich der US-DEEPSTATE konstituiert werden entweder die weltweiten rechten Patrioten/AfD oder die weltweite Antifa gefördert, deshalb ist es so wichtig, zu welchen
endgültigen Konsequenzen die Epstein-Akten führen! Nur die echten amerikanischen Cowboys können die Ehre der USA retten, ansonsten sind alle Amerikaner heterosexuelle Kinderficker! Pfui Teufel! We shall overcome Epstein-Klasse! Viel Erfolg! Wählt die humanityparty.com!
Ergänzend, damit keine Mißverständnisse aufkommen: Sozialismus ist bloß Fortsetzung von Kapitalismus mit anderen Mitteln, mit eher katholischen nämlich.
Kapitalismus ist eher protestantisch. Siehe den WASP, den White Anglo-Saxon Protestant, den sozusagen Proto-Kapitalisten. Also vom Typ Trump, Milei. Genauso aber auch vom Typ Lenin und Stalin. (Im Grunde alles der selbe Wichs, die Bekenntnisse und Systeme unterscheiden sich heute nur noch in Nuancen, in den herrschenden Ideologien nur, nicht aber in den Herrschaftspraktiken!)
Ursprünglicher Protestantismus erlaubt brutaleres Knechten und Ausbeuten und war ein anfänglich venezianisches Projekt, das aber später von den Jesuiten usurpiert wurde, vom Katholizismus also. Take it, and make it.
Katholizismus kann selbstverständlich aber auch sehr schön sein — je nach individuellem Untertanengeschmack. Was früher Katholik war, ist heute eher Korporatist oder Sozialist, ein Rechts- oder ein Linksaußen also, sprich also: jener Untertan, der es beglückender findet, wenn das Gehorchen etwas härter abgefordert wird, das SM ein wenig blutig ist. Und was früher brutalistischer Protestant war, ist heute eher softiger klimagrün-vegan-asketischer Silicon-Valley-Technokrat. Die stehen mehr so auf weicheres SM, weißt du… also mehr auf Soft und Suizidal und Nirwana und so’n Scheiß.
Ja, hat sich gedreht alles und gewendet, invertiert! So wie auch Don Quichote. Kämpfte der früher gegen Windmühlen, baut er heute welche. Kann man so machen, oder so machen den Untertanen. Ist ja sowieso egal. Hauptsache kommt Untertan bei raus.
Wobei die Religionen ohnehin früh schon vom globalen Herrenclub kompromittiert worden sind, Machtinstrumente wurden zur Erschaffung des Untertanen. Noch nie war der Sklave so untertänig wie der heutige, moderne, wie der demokratische Staatsbürger.
AMUSONS-NOUS, die Untertanen gehen gerade mal wieder unter alle! Fast alle. Ein paar von den schlimmsten bleiben meistens über und werden dann zu den neuen Heiligen. Siehe z.B.: Auferstanden aus Ruinen! Aus denen des Nazireichs. Allbekanntlich beide, DDR und BRD! Moderner Untertan ist bloß ein anderes Wort für Faschist.
Nachtrag: die USA brauchen eine neue Partei, die nur die Epstein-Klasse=deepstate verhindert! Wählt die humanityparty.com! Viel Erfolg!
Klar „Sozialismus“ ist katholisch… meine Fresse.
Ich bin Atheist und Anarchist keine Ahnung, warum du so ein verschwurbeltes Zeugs absonderst????
#Publicviewer — Wer den rechten und linken Diskurs anschaut, wird den linken freundlicher finden, ist romantisch schön fast schon. Siehe das ganze Friede-Freude-Eierkuchen – Gedöns, die Heroisierung des Menschen als eines großartigen individuellen Produzenten sowie des Kollektivs als großartige soziale Entität. Wohingegen die Rechten den Menschen eher als Problembären ansehen, insbesondere unter Kostengesichtspunkten: Mensch verdiene zuviel, sei zu faul, nicht genügend leistungsfreudig und innovationsfreundlich, zu besitzwahrerisch usw. Zudem die Frage nach der Bewertung von Bürokratie. Welche ja historischer Nachfolger ist des alten katholischen Klerus‘ mit all seinem Pomp und seiner Zurschaustellung von Reichtum und Überfluß — wo der katholische Gott ist, ist Prunk, nicht die protestantische Affenliebe zu karger Nüchternheit, zu Mangel, Not, Elend, Leid und Tod! Und je reicher ein Protestant, um so mehr wäre ihm die Zurschaustellung von Reichtum geradezu peinlich, die bekämen dabei einen knallroten Kopp, diese Knallis. Zu guter Letzt noch hat der Katholik die Möglichkeit zu Beichte und Sündenvergebung. Wohingegen der arme Protestant einer von seinem persönlichen materiellen Reichtum abhängigen „Prädestination“ bzw. einer Auserwähltheit fürs in-den-Himmel-Kommen gegenübersteht. Derer er sich aber nie ganz sicher sein kann, wie reich er auch immer sein mag. Sicher ist ihm nur, bei Armut in die Hölle zu kommen. Klare Sache, ganz arme Wichte das.
Aus einer solchen traditionellen religiösen Sicht heraus ist Sozialismus eindeutig katholisch, wohingegen Kapitalismus, Korporatismus und Technokratie eindeutig protestantisch konnotiert sind.
Wie dem auch sei, kommt nach der Ideologie aber die gesellschaftliche Praxis. Und da gilt allemal des Atheisten Nietzsche vernichtendes Urteil: „Christentum ist Sklavenreligion par excellence.“ (Er meinte alles real existierende Kirchenchristentum; ein persönlich-individuelles bzw. wahres Christentum gab es nicht für ihn, Christus als Sohn Gottes war Nietzsche pure Fiktion. Und fromme Kirchenchristen erleben das wohl auch ganz genau so. Es sei denn, sie würden TROTZ Kirchenzugehörigkeit eine persönliche Beziehung zu Christus finden. Was nicht auszuschließen ist. Aber einmal ganz praktisch gesehen, ist Nietzsches Urteil sicherlich vollauf zutreffend: beides Sklavenreligionen par excellence, sowohl Katholizismus und Protestantismus, und die christlichen Sekten alle sowieso! Was bei Nietzsche selbstredend nicht heißen soll, andere Religionen seien keine „Sklavenreligionen“. Sie sind es lediglich nicht „par excellence“.)
Ausgezeichnet formuliert!
Gott ist tot – und wir haben ihn getötet.
Der Mensch ist ein Übergang und ein Untergang.
Also sprach… ZARATHUSTRA
#Dr. Diss. Dent — Nietzsche schrieb: „IHR!“, in Großbuchstaben! „IHR habt ihn getötet.“ Ihr = der moderne Mensch, bei ihm bezeichnet als der „letzte“ Mensch. (Vor diesem letzten Menschen war bei Nietzsche einfach „Mensch“, also der gottgläubige Christ.)
Nach jenem letzten Menschen dann der „Übermensch“. Was laut Nietzsche selbst die Kurzform ist für „Überwindermensch“. Welcher also das Christentum, „Sklavenreligion par excellence“, überwindet. Atheist, hat Nietzsche den Übermenschen nicht in Vorstellungen beschreiben können, die unserer christlich geprägten Kultur geläufig wären, ist entsprechend vage geblieben, sein Übermensch ist „ein großer Jasager zum Leben“. So bezeichnete er sich auch selbst. Wohingegen sich „Sklavenmoral“ auszeichne durch ein großes Neinsagen zum Leben. Zwar vage, aber nachvollziehbar, heute besser denn je! (Übrigens hat er diese unsere Jetztzeit – die ganze große Verwirrung und Verwirrtheit – bis hin zu Details prophetisch vorausbeschrieben in seinem Buch „Jenseits von Gut und Böse“. Nietzsche macht Gänsehaut!)
(Nietzsches Denken ging mir gut ein, da ich vor ihm den Tiefenpsychologen Erich Neumann gelesen hatte, der Nietzsche zwar nicht leiden konnte, aber ein tatsächlich enger Geistesverwandter Nietzsches ist. Neumann, Jude, sah in Nietzsche den Autoren des rassistischen und anti-jüdischen Machwerks „Der Wille zur Macht“. Erst mehr als ein Jahrzehnt nach Neumanns Tod im Jahre 1950 hat Mazzino Montinari den wahren Autoren jenes Machwerks ermittelt: Nietzsches germano-rassistische und anti-jüdische ältere Schwester Elisabeth Förster-Nietzsche, die zwei Jahre nach Ableben ihres Bruders fälschlich unter dessen Namen publiziert hat, um ihrem Bruder einen ihr weltanschaulich gefallenden Drall zu geben. Tatsächlich aber respektierte der die jüdische Kultur, und dies unmißverständlich; siehe sein Buch „Der Fall Wagner“.)
#Dr. Diss. Dent — Berichtigung. Der 1905 geborene Erich Neumann verstarb nicht 1950, sondern 1960, und zwar in Haifa, Israel. Seine Todesumstände legen die Annahme einer Ermordung sehr nahe. Erich Neumann stand dem Zionismus fern.