Es gibt Augenblicke, da muss man innezuhalten und die atemberaubende Effizienz unseres Heimatlandes bewundern. Die Deutsche Bahn hat Pünktlichkeit längst als bürgerliches Konstrukt entlarvt, unsere Brücken verabschieden sich schrittweise in die wohlverdiente dynamische Entspannung, und in den Schultoiletten unseres Landes werden erfolgreich neue biologische Kampfstoffe für das nächste Jahrhundert gezüchtet.
Alles läuft nach Plan. Wer möchte da noch kleinlich sein?
Doch während wir dachten, die Infrastruktur hätte den Gipfel der Absurdität bereits erklommen, beweist uns unser geliebter Logistik-Gigant DHL: Da geht noch was.
Spezial-Service „Känguru“: Warum Niederlande, wenn man Down Under haben kann?
Nehmen wir das Beispiel meines Nachbarn. Dieser unverschämte Optimist gab am 26. Mai eine bescheidene Buchsendung auf. Ziel: Die Niederlande. Ein Land, so nah, dass man von NRW aus quasi ein Buch hinüberwerfen könnte.
Doch einfache Wege sind etwas für Amateure. DHL erkannte das Potenzial dieser Lektüre und spendierte ihr prompt eine Abenteuerreise nach Australien.
Seit 17. Juni liegt das Buch nun entspannt im Land der Koalas, bewegt sich keinen Millimeter und genießt mutmaßlich das Ozonloch. Auf die verunsicherte Nachfrage meines Nachbarn stellte DHL gewohnt souverän klar: Haftung? Wofür denn bitte?
„Wir haben schließlich geliefert! Dass der Empfänger im falschen Land wohnt, ist nun wirklich nicht unser Problem. Außerdem war der Flug nach Sydney erheblich teurer als die mickrige Gebühr ins Nachbarland. Eigentlich müsste der Kunde noch nachzahlen!“ – Ein DHL-Mitarbeiter (im Geiste).
Man muss diese betriebswirtschaftliche Magie einfach lieben. Sie bestellen eine Waffel in Amsterdam und bekommen ein Känguru-Steak in Perth – ohne Aufpreis.
David Copperfield war gestern: Die Teleportation von Paket 150726
Nun könnte man meinen: „Ach, ein Einzelfall!“ Doch das System DHL denkt in größeren Kategorien. Fast zeitgleich wurde ich nämlich Zeuge eines logistischen Zaubertricks der Extraklasse.
Eine 88-jährige Bekannte aus Sachsen gab am 15. Juli ein versichertes Paket an mich (in NRW) auf. Es lief anfangs erschreckend gut: Bereits am 17. Juli erreichte die Sendung meine Region. Doch dann erinnerte sich das Paket an seine deutschen Wurzeln und tauchte erst einmal für sechs Tage schlichtweg ab.
Als es am 23. Juli wieder im System erschien, war es beschädigt und musste neu verpackt werden. Versteht sich von selbst. Doch anstatt das Paket nun einfach an meine Tür zu bringen, geschah das Wunder: Das Paket befand sich nachweislich nie auf einem Zustellfahrzeug.
Dennoch stellte ein telepathisch begabter Logistik-Scherge hellseherisch fest: „Der Empfänger konnte unter der Adresse nicht gefunden werden.“
Ich wohne übrigens in einem Einfamilienhaus. Mit genau einer Klingel. Und genau einem Briefkasten. Das ganze mit meinem Namen beschriftet – in Großbuchstaben, gut lesbar, sogar ohne Lupe.
Aber gegen die metaphysische Sehkraft der DHL-Zustell-Software hatte mein Klingelschild keine Chance. Das Paket wurde per Ferndiagnose für „unzustellbar“ erklärt und zurückgeschickt.
Das große Finale: Die Irrfahrt der Retoure
Wer nun denkt, die Sendung träte einfach den Rückweg an, unterschätzt die dramaturgische Tiefe der Gelben Riesen.
Am 27. Juli – sportliche 12 Tage nach der Aufgabe – sollte das Paket endlich wieder bei der betagten Dame in Sachsen ankommen. Doch huch! Falsches Zustellfahrzeug! Ein Extra-Tag Odysee muss schließlich sein, wir haben ja Zeit.
Am 13. Tag erreichte das leidgeprüfte Paket schließlich seine Absenderin. Die Begründung auf dem Rücksendeaufkleber war ein echtes Meisterwerk der Fiktion: „Empfänger nicht angetroffen: Kein Name an Klingel oder Briefkasten.“
Man muss vor dieser Leistung den Hut ziehen. DHL schafft es, Pakete nicht zuzustellen, ohne überhaupt hinzufahren, erfindet unterwegs unsichtbare Häuser und schickt Bücher zum Sightseeing ans andere Ende der Welt.
Fazit: Ein Slogan für die Zukunft
Vergessen Sie „Connect People“ oder „Exzellenz in Logistik“. Der neue, ehrliche Slogan der Deutschen Post AG muss lauten: „DHL – Wir lassen Ihre Sendung verschwinden, übernehmen keine Haftung und Sie können suchen bis zum Sankt Nimmerleinstag!“ Das stellt sogar den großartigen Houdini in den Schatten.
In diesem Sinne: Ich warte jetzt auf ein Paket aus Berlin. Laut Sendungsverfolgung steht es gerade an der Haltestelle in Bielefeld. Und wie wir alle wissen, gibt es Bielefeld gar nicht. Das Paket ist also absolut sicher.


Sind Sie sicher, dass der Artikel nicht bei mir abgeschrieben wurde?
Wenn Du ähnliches erlebt hast, würde es mich nicht wundern.
Ich denke, diese Fälle haben weniger mit technischer Logistik zu tun, als mit dem internen Outsourcing von Arbeitsabläufen an billige Subunternehmer. Kann ich daran erkennen, daß neben den bekannt gelben DHL Fahrzeugen zunehmend ausländische Lieferfahrer in Leihfahrzeugen auftauchen. Ich denke in den Logistikzentren und auch an entscheidenden Stellen wird es nicht anders aussehen. Lieferschwierigkeiten sind also auch bedingte Folge von Lohnsklaverei.
DHL schneidet bei mir nicht ganz so schlecht ab. Mein „Spitzenreiter“ ist DPD, deren Erfindungsreichtum über den Stand meiner Sendung bisher unübertroffen ist…
Könnte sein, daß die Zustellnummer vertauscht worden ist. Kommt vor bei gewerblichen Absendern, darum den als erstes ansprechen, könnte helfen. Bei privaten Absendern muß aber ein anderes Kunststück vorliegen. Nobody is perfect.
Wofür stehen die Buchstaben DHL eigentlich? D wohl = Deutsch, L wohl = Logistik, was aber ist mit dem H?
War doch dem Text zu entnehmen, dass es eine private Sendung war und nichts gewerbliches.
„Wofür stehen die Buchstaben DHL eigentlich?“
Die Nachnamen der Gründer Adrian Dalsey, Larry Hillblom und Robert Lynn. 😉
#MeinKopf — Danke für Hinweis, hätte ich nicht gedacht! Tatsächlich, stimmt, ich staune, und kommt aus San Francisco der Laden.
@Unbetreut Denken
Gerne geschehen. 😉 Ich habe bei Startpage einfach eingegeben: „Wofür steht die Abkürzung DHL?“ und bin auf folgende Seite gestoßen:
https://www.giga.de/unternehmen/dhl/specials/dhl-wofuer-steht-die-abkuerzung-bedeutung-des-kuerzels-und-hintergrundinformationen/
Früher, ja früher, kam der Postbote der Deutschen Bundespost, der brachte IMMER bis Mittag die Briefe und Päckchen. Pakete, größere, kamen extra. UND es war immer der/ die selbige.
Mit Post, und Bahn, ging die Auslagerei, von ehemals Staatsbetrieben, los – und bergab.
Beamte waren diese nur im Geldbeutel. Ämter waren seit 1945 durch Militärgesetz VERBOTEN.
Die Deutsche Bahn, die DDR sagte noch ehrlicherweise Reichsbahn, lief auf der gleichen Schiene. Da gab es noch, bis zur Übergabe in Privathände, Bahnpolizei – die ich noch erlebt habe. Weisse Schirmmütze und dunkle Uniform- soweit ich mich erinnere. Und immer zu zweit.
Beamte, in dem Sinne/ bestallt, waren die seit 1945 auch nicht mehr.
Da haben die Besatzer alles, was Beamte waren, über einen Kamm geschoren (alles Nahtzies, meinten die).
Heute sind andere Privatpolizisten/ Bundespolizei (LOL) tätig:
https://bundespolizei.de/agb#
Man/ ich muss die AGB´s tatsächlich anzeigen, weil die Seiten, wo die AGB´s angezeigt werden regelmäßig (LOL) verschwinden.
https://bundespolizei.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Die_Bundespolizei/agb_file.pdf
Deutschland wird von der BRD/ Bund ausverkauft!
Nach VW, Post, Bahn, den Krankenhäusern hatten die schon das Trinkwasser( Nestle) im Gespräch. Gruß Karl
@Karl aus Oberschlesien
„Deutschland wird von der BRD/ Bund ausverkauft!“
Falsch! Deutschland wird von den Politikern ausverkauft. Man darf die korrupten Verantwortlichen gerne beim Namen und deren Parteien benennen. Bei den Regierenden finde ich derzeit keine Ausnahme und das wird sich auch in (welcher?) Zukunft nicht ändern.
Trump ist da viel anspruchsvoller und zwar will er, dass die Post alle Wahlbriefe sammelt und nicht mehr die einzelnen Staaten/Länder-Regierungen, siehe:
https://www.breitbart.com/clips/2026/07/28/raskin-the-bottom-seems-to-have-fallen-out-of-maga-support/
Soviel zum Abdanken von Trump/Putin/Netanyahu usw, weil das Volk/u.a. MAGA-Wähler einfach die Republikaner nicht mehr wählen! Dummm gelaufen für die Narzissen/AfD
In meinem Fall handelte es sich um ein Mitnahmepaket. Nach ca. zwei Wochen stand ein Postbote mit dem Paket vor der Tür und wollte 20 € Bearbeitungsgebühr für die Nichtversendung. Ich wies ihn mit dem Hinweis ab, dass DHL das Paket doch besser der Addressatin zustellen sollte. Nach weiteren ca. zwei Wochen kam nicht das Paket, sondern ein Forderung über 56 €. Auf meinen Einspruch wurde nicht geantwortet, sondern die Forderung erneut erhoben. Es gab einen weiteren Einspruch, der mit der Drohung der Übergabe an ein Inkassounternehmen beantwortet wurde. Erst der dritte Einspruch mit der Drohung einer Anzeige wegen Nötigung und der Forderung einer Aufwandsentschädigung meinerseits endete mit einer lahmen Entschuldigung und der „kostenlosen“ Sendung des Paketes. Das Paket war dann ca. zwei Monate unterwegs gewesen. Sonst hatte ich bisher keine Probleme mit DHL, anders als mit GLS – da kam die Lieferung fast immer einen Tag später als angekündigt, außer einmal, da kam sie einen Tag früher.