„Mit Karte?“
Diese Frage fällt an deutschen Kassen inzwischen oft noch vor der Begrüßung. Manchmal klingt sie freundlich, manchmal erwartungsvoll und gelegentlich so, als hätte der Kunde gerade angekündigt, mit zwei Ziegen, einem Sack Kartoffeln und einer Handvoll Muscheln bezahlen zu wollen.
„Nein, ich zahle bar.“
Kurzes Schweigen. Ein Blick auf den Geldschein. Ein Blick auf den Kunden. Vielleicht echt, vielleicht ein gefährlicher Analogextremist. Möglicherweise sogar jemand, der sein Smartphone nicht mit dem Kühlschrank synchronisiert und seine Kontoauszüge noch selbst liest.
Wer Bargeld auf den Tresen legt, erlebt immer häufiger eine subtile Mischung aus Verwunderung, Herablassung und pädagogischer Betreuung. Kartenzahlung gilt als modern, schnell und fortschrittlich. Bargeld dagegen riecht angeblich nach Vergangenheit, Steuerhinterziehung und dem Portemonnaie eines Mannes, der noch weiß, wie eine Telefonzelle aussah.
Dabei ist Bargeld weder eine nostalgische Marotte noch ein Fetisch für Menschen, die ihre Steuererklärung mit der Schreibmaschine ausfüllen. Bargeld ist ein Stück gelebte Freiheit. Es funktioniert ohne Strom, ohne Internet, ohne Kartenanbieter, ohne Bankfreigabe und ohne digitale Lebensbeichte.
Vor allem aber fragt ein Geldschein nicht, was man mit ihm kaufen möchte.
Der neue Anstand heißt kontaktlos
Kartenzahlung wird heute gern als kultureller Fortschritt verkauft. Wer sein Smartphone an das Terminal hält, ist modern, hygienisch, weltoffen und vermutlich auch klimaneutral. Wer Münzen zählt, hält dagegen den Betrieb auf, gefährdet die Digitalisierung und verhindert möglicherweise den wirtschaftlichen Wiederaufstieg Europas.
Dabei spricht überhaupt nichts gegen Kartenzahlung. Sie ist bequem, schnell und in vielen Situationen ausgesprochen nützlich. Auch ich hätte nichts gegen weitgehend bargeldloses Bezahlen, wenn es sicher, wirklich datensparsam und gegen staatliche wie kommerzielle Profilbildung geschützt wäre.
Das Problem beginnt dort, wo aus einer zusätzlichen Möglichkeit eine gesellschaftliche Erwartung und daraus ein stiller Zwang wird.
Wer bar zahlen möchte, muss sich zunehmend rechtfertigen. Als hätte der Kunde eine moralische Verpflichtung, bei jedem Einkauf automatisch einen Datensatz für Banken, Zahlungsdienstleister, Kartenunternehmen und die übrige digitale Nahrungskette zu hinterlassen.
Nach der aktuellen Studie zum Zahlungsverhalten der Deutschen Bundesbank wurden 2025 erstmals 55 Prozent der erfassten Einkäufe bargeldlos bezahlt. Bargeld kam dennoch bei 45 Prozent der Zahlungen zum Einsatz und blieb an der Ladenkasse das am häufigsten genutzte einzelne Zahlungsmittel. Außerdem halten 80 Prozent der Befragten die fortbestehende Möglichkeit zur Barzahlung für wichtig.
Barzahler sind also keine exotische Splittergruppe aus drei verwirrten Rentnern, einem Flohmarkthändler und dem letzten Zigarettenautomatenaufsteller Deutschlands.
Die Kassiererin schafft sich selbst ab
Besonders reizvoll wird es, wenn ausgerechnet das Kassenpersonal den Kunden zur Kartenzahlung drängt. Denn die Kassiererin hält damit gewissermaßen die Werbebroschüre für ihre eigene Abschaffung hoch.
Je weniger Bargeld verwendet wird, desto leichter lässt sich das Kassensystem vollständig automatisieren. Kein Wechselgeld, keine Kassenabrechnung, keine Übergabe von Scheinen und irgendwann auch kein menschlicher Mitarbeiter mehr.
Der Nachfolger steht bereits im Laden: die Selbstscankasse.
Dort darf der Kunde die Arbeit des Personals kostenlos übernehmen. Er scannt seine Waren selbst, verpackt sie selbst und bezahlt selbst. Anschließend wartet er darauf, von einer Aufsicht kontrolliert zu werden, weil das System ihm möglicherweise unterstellt, eine Avocado als Kartoffel verbucht zu haben.
Früher hatte der Supermarkt Mitarbeiter. Heute hat er unbezahlte Kunden mit einem vorübergehenden Arbeitsplatz an der Kasse.
Wenn etwas schiefgeht, blinkt eine rote Lampe, bis der einzige verbliebene Mitarbeiter herbeieilt. Dieser betreut gleichzeitig zwölf Selbstscankassen, zwei Pfandautomaten und vermutlich noch die Kundentoilette. Abends darf er sich freuen, dass die Digitalisierung seinen Arbeitsplatz „effizienter“ gemacht hat.
So sägt man am eigenen Ast – kontaktlos, hygienisch und mit Bonuspunkten.
Der gläserne Bürger kauft um 17.42 Uhr Tabak
Eine Barzahlung erzeugt keine automatisch beim Zahlungsdienstleister gespeicherte Transaktionshistorie. Der Händler erhält sein Geld, der Kunde seine Ware, und damit ist der Vorgang beendet. Keine Cloud muss informiert werden. Kein Algorithmus muss prüfen, ob der Einkauf zur bisherigen Lebensführung passt.
Bei einer Kartenzahlung entstehen dagegen Datensätze: Zeitpunkt, Betrag, Händler, Zahlungsinstrument und weitere technische Informationen. Daraus folgt nicht, dass jeder Sachbearbeiter im Rathaus auf Knopfdruck sieht, welche Tabaksorte ein bestimmter Bürger gekauft hat. Eine staatliche Echtzeitüberwachung sämtlicher Einkäufe ist gegenwärtig nicht der Normalfall.
Aber die digitalen Spuren existieren.
Sie können gespeichert, verknüpft, ausgewertet und unter rechtlichen Voraussetzungen abgefragt werden. Zahlungsdaten verraten weit mehr als bloße Geldbeträge. Sie können Hinweise auf Aufenthaltsorte, Gewohnheiten, Krankheiten, Beziehungen, politische Interessen, religiöse Aktivitäten und wirtschaftliche Schwierigkeiten liefern.
Die Apotheke am Wohnort. Die Rechnung einer psychiatrischen Praxis. Die Spende an eine Partei. Der Einkauf im Erotikgeschäft. Der Mitgliedsbeitrag an eine Organisation. Tabak, Alkohol, Medikamente, Bücher oder eine Fahrt zu einer Demonstration: Aus vielen kleinen, jeweils harmlosen Zahlungsvorgängen entsteht ein ziemlich genaues Bild eines Menschen.
Was nicht erhoben wird, kann nicht missbraucht werden. Was dagegen auf einem Server liegt, wartet auf eine neue Geschäftsbedingung, eine Gesetzesänderung, eine Behördenanfrage, einen Hackerangriff oder einen Mitarbeiter, der mit den Daten weniger gewissenhaft umgeht als versprochen.
Wer nichts zu verbergen hat, braucht keine Badezimmertür
Das beliebteste Gegenargument lautet: „Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten.“
Dieser Satz ist kein Argument. Er ist ein verbaler Dietrich, mit dem sich jedes Grundrecht aufbrechen lässt.
Wer nichts zu verbergen hat, braucht keine Briefumschläge. Keine Passwörter. Keine Vorhänge. Keine ärztliche Schweigepflicht. Keine verschlossene Toilettentür. Kontoauszüge, Liebesbriefe und der Befund der letzten Darmspiegelung könnten öffentlich am Rathaus ausgehängt werden. Schließlich hat der anständige Bürger nichts zu verbergen.
Privatsphäre bedeutet nicht, dass jemand ein Verbrechen plant. Privatsphäre bedeutet, dass nicht jeder alles wissen darf.
Es geht den Staat, die Bank und irgendeinen internationalen Kartenanbieter schlicht nichts an, ob jemand am Dienstag um 17.42 Uhr Tabak, Schokolade, Bier, Hundefutter oder eine Packung Hämorrhoidensalbe gekauft hat. Nicht weil der Einkauf illegal wäre, sondern weil er privat ist.
Das Recht, unbeobachtet zu handeln, ist keine Begünstigung für Kriminelle. Es ist eine Grundbedingung persönlicher Freiheit.
Die Logik „Nur Verbrecher brauchen Anonymität“ verwandelt jeden unüberwachten Bürger in einen Verdachtsfall. Der moderne Untertan darf schließlich alles, solange es genehmigt, erfasst, vermessen und pädagogisch begleitet wird.
Digitale Bequemlichkeit ist geliehene Freiheit
Kartenzahlung funktioniert hervorragend – bis sie nicht funktioniert.
Ein Stromausfall, eine Netzstörung, ein defektes Terminal, eine gesperrte Karte, ein technischer Fehler, ein Angriff auf die Infrastruktur oder eine versehentlich ausgelöste Sicherheitsprüfung reichen aus. Dann kann ein Mensch zwar Geld auf seinem Konto besitzen, aber nicht mehr darüber verfügen.
Das ist der Unterschied zwischen Besitz und Zugriffsberechtigung.
Bargeld befindet sich in der Hand seines Besitzers. Digitales Guthaben ist dagegen eine Forderung innerhalb eines technischen Systems. Man kann darüber verfügen, solange Konto, Bank, Endgerät, Infrastruktur und Identitätsprüfung funktionieren und niemand irgendwo einen roten Schalter betätigt.
Heute erfolgen Kontosperrungen meist aus rechtlich nachvollziehbaren Gründen, beispielsweise bei Pfändungen, Betrugsverdacht oder gerichtlichen Maßnahmen. Doch eine vollständig bargeldlose Gesellschaft schafft überhaupt erst die technische Möglichkeit, Menschen nahezu vollständig vom wirtschaftlichen Alltag auszuschließen.
Wer kein zugelassenes digitales Zahlungsmittel mehr verwenden kann, kauft kein Brot, kein Bahnticket und keine Medikamente. Er ist nicht nur finanziell eingeschränkt. Er ist aus dem täglichen Leben abgemeldet.
Bargeld ist deshalb nicht bloß ein Zahlungsmittel. Es ist eine technische und politische Notreserve.
Und wenn wir schon zurückgehen: Bitte einmal zur D-Mark
Wenn wir schon über Bargeld sprechen, dürfen wir noch einen Schritt weitergehen. Ich möchte nicht lediglich irgendwelche bedruckten Eurozettel behalten.
Ich hätte gern meine D-Mark zurück.
Jawohl, die gute alte Deutsche Mark. Jene Währung, bei der man noch ungefähr wusste, was ein Brötchen, ein Bier und ein Monatsgehalt wert waren. Eine Währung, die nicht von einer Zentralbank für inzwischen 21 wirtschaftlich höchst unterschiedliche Staaten passend gemacht werden musste.
Die europäische Geldpolitik folgt dem Prinzip, einen einzigen Schuh herzustellen, der gleichzeitig einem finnischen Holzfäller, einem griechischen Gastwirt, einem italienischen Rentner und einem deutschen Maschinenbauer passen soll. Falls jemand Blasen bekommt, wird ein europäisches Hilfsprogramm für nachhaltige Fußgesundheit aufgelegt.
Natürlich kommt sofort der Einwand, der Euro habe Deutschland große Vorteile gebracht. Keine Wechselkurskosten, weniger Währungsschwankungen, ein gemeinsamer Markt und gute Bedingungen für die Exportwirtschaft.
Das ist nicht vollständig falsch.
Nur war Deutschland schon vor dem Euro eine Exportnation. Deutsche Maschinen, Fahrzeuge und Industrieprodukte wurden nicht erst gekauft, nachdem man in Italien keinen Wechselkurs mehr berechnen musste. Qualität, industrielle Substanz und technisches Wissen waren keine Erfindungen der Europäischen Zentralbank.
Mit der D-Mark besaß Deutschland jedoch eine eigene, zur heimischen Wirtschaft passende Geldpolitik. Die Bundesbank konnte sich an der deutschen Preisentwicklung und Wirtschaftslage orientieren. Die EZB muss eine Zinspolitik betreiben, die für hoch verschuldete Staaten ebenso funktionieren soll wie für industrielle Exportländer.
Das Ergebnis ist europäische Maßarbeit aus der Konfektionsabteilung.
Aus 1,95583 wurde gefühlt eins zu eins
Offiziell wurde die D-Mark zum festen Kurs von 1,95583 Mark für einen Euro umgerechnet. Auf dem Papier war damit alles sauber. Zwei Mark wurden ungefähr ein Euro.
Im Alltag entwickelte sich der Wechselkurs bei den Preisen allerdings erstaunlich schnell in Richtung eins zu eins. Aus dem Kaffee für drei Mark wurde nicht überall ein Kaffee für 1,53 Euro. Auf mancher Karte standen bald zwei Euro, später drei und inzwischen Beträge, für die man früher beinahe die Kaffeemaschine mitgenommen hätte.
Natürlich wurden nicht sämtliche Preise bei der Euro-Einführung verdoppelt. Das wäre falsch. Ebenso falsch war jedoch die herablassende Behauptung, die Bürger hätten sich die Verteuerung ihres Alltags weitgehend eingebildet.
Die amtliche Statistik bildet einen Warenkorb ab. Der Bürger kauft aber nicht täglich Waschmaschinen, Fernseher und Industriemotoren. Er kauft Brötchen, bezahlt Dienstleistungen, bestellt ein Getränk und erhält Handwerkerrechnungen.
Wenn häufig gekaufte Waren und Leistungen teurer werden, hilft es dem Verbraucher wenig, dass irgendein selten angeschafftes Elektrogerät preisbereinigt günstiger geworden ist. Man kann schließlich keine Tiefkühlpizza mit einem statistisch verbilligten Flachbildfernseher belegen.
Der „Teuro“ war vielleicht keine vollständige volkswirtschaftliche Beschreibung. Für viele Menschen war er jedoch eine ziemlich reale Alltagserfahrung.
Die Gemeinschaftswährung bekam Gemeinschaftshaftung
Mit dem Euro kam nicht nur neues Bargeld. Es folgte eine ganze Architektur aus Rettungsschirmen, Sonderprogrammen, Anleihekäufen und Haftungsmechanismen.
Der Europäische Stabilitätsmechanismus, kurz ESM, wurde geschaffen, um Staaten der Eurozone in finanziellen Schwierigkeiten zu unterstützen. Deutschland zahlte rund 21,7 Milliarden Euro Kapital ein. Der deutsche Anteil am genehmigten Stammkapital beträgt laut Bundesfinanzministerium insgesamt etwa 189,5 Milliarden Euro. Darin enthalten sind rund 167,8 Milliarden Euro abrufbares Kapital.
Das bedeutet nicht, dass Deutschland bereits 189,5 Milliarden Euro verloren hätte. Der größte Teil stellt eine begrenzte Kapitalverpflichtung dar und keine vollständig beglichene Rechnung. Doch der deutsche Steuerzahler wurde damit sehr wohl in eine Haftungsarchitektur eingebunden, über deren spätere Dimension bei der Einführung des Euro kaum offen gesprochen wurde.
Damals hieß es, die gemeinsame Währung werde Stabilität schaffen. Später brauchte die stabile Währung einen vorläufigen Rettungsschirm, einen dauerhaften Rettungsschirm, Nullzinsen, Negativzinsen, Anleihekaufprogramme und immer neue europäische Finanzinstrumente.
Ein bemerkenswertes Bauwerk: Je stabiler es angeblich wurde, desto mehr Stützen musste man darunterstellen.
Wer die Konstruktion kritisierte, galt schnell als Europagegner. Als bestünde Europa nicht aus Völkern, Kulturen und souveränen Staaten, sondern aus einer Zentralbank, mehreren Rettungsfonds und dem verfassungsmäßig verbrieften Recht des Steuerzahlers, für Entscheidungen zu haften, die er kaum beeinflussen kann.
Hat der Euro Deutschland reich oder abhängig gemacht?
Ob Deutschland wirtschaftlich insgesamt vom Euro profitiert oder verloren hat, ist unter Ökonomen umstritten. Das Ergebnis hängt stark vom betrachteten Zeitraum, den gewählten Vergleichsländern und den verwendeten Berechnungsmodellen ab.
Die Exportwirtschaft profitierte von der gemeinsamen Währung und vermutlich auch davon, dass der Euro für die Leistungsfähigkeit der deutschen Industrie schwächer war, als es eine eigenständige D-Mark gewesen wäre. Deutsche Waren blieben dadurch international preislich attraktiv.
Doch dieser Vorteil hatte seinen Preis. Sparer litten jahrelang unter extrem niedrigen Zinsen. Vermögenserträge wurden zusammengedrückt, Immobilienpreise angeheizt und wirtschaftliche Ungleichgewichte innerhalb Europas konserviert. Schwächere Länder konnten ihre Währungen nicht mehr abwerten, Deutschland konnte seine Währung nicht mehr aufwerten.
Man klebte verschieden leistungsfähige Volkswirtschaften monetär zusammen und zeigte sich anschließend überrascht, dass der Klebstoff regelmäßig aus den Fugen quoll.
Der Euro hat also nicht einfach nur geschadet. Das wäre zu grob. Er hat bestimmten Unternehmen, Branchen und Vermögensgruppen genutzt, während andere einen erheblichen Teil der Kosten trugen.
Vor allem aber hat Deutschland geldpolitische Selbstbestimmung gegen die Mitgliedschaft in einem System eingetauscht, das zwangsläufig immer weitere gemeinsame Haftung, gemeinsame Regeln und zentrale Entscheidungen hervorbringt.
Ob diese politische Zentralisierung von Anfang an ausdrücklich gewollt war oder lediglich als unvermeidbare Folge der Währungsunion billigend in Kauf genommen wurde, lässt sich schwer beweisen. Das Ergebnis bleibt dasselbe: Aus gemeinsamer Währung entsteht gemeinsames Risiko. Aus gemeinsamem Risiko folgt der Ruf nach gemeinsamer Kontrolle.
Welch überraschender Zufall.
Jetzt soll der Euro auch noch digital werden
Nachdem der Euro Rettungsschirme, Bankenkrisen, Negativzinsen und jahrelange geldpolitische Experimente überlebt hat, soll er nun digital werden.
Die EZB versichert, ein digitaler Euro werde das Bargeld lediglich ergänzen und nicht ersetzen. Er soll hohe Datenschutzstandards bieten. Für Offline-Zahlungen wird sogar eine bargeldähnliche Privatsphäre angekündigt.
Das klingt beruhigend. Institutionen versichern bekanntlich immer, eine neue Technik werde nur ergänzend eingesetzt.
Die elektronische Kommunikation ergänzte den Brief. Die Selbstscankasse ergänzte das Kassenpersonal. Das Onlinebanking ergänzte die Bankfiliale. Inzwischen darf man kilometerweit fahren, um einen Schalter zu finden, an dem noch ein Mensch sitzt.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht, was heute versprochen wird. Entscheidend ist, welche Infrastruktur morgen tatsächlich noch vorhanden sein wird.
Wenn immer weniger Geldautomaten betrieben, Bankfilialen geschlossen, Bargeldkassen abgeschafft und Kunden zur digitalen Zahlung gedrängt werden, muss niemand Bargeld ausdrücklich verbieten. Man lässt es einfach langsam unpraktisch werden.
Das ist die eleganteste Form des Verbots: Man verbietet nichts, sondern entfernt lediglich sämtliche Möglichkeiten, es noch sinnvoll zu benutzen.
Ein digitaler Euro ist kein digitaler Geldschein
Ein echter Geldschein wechselt seinen Besitzer, ohne zuvor eine technische Erlaubnis einzuholen. Er benötigt kein Konto, kein Smartphone, keine Softwareaktualisierung und keine funktionierende Verbindung zu irgendeinem Rechenzentrum.
Ein digitaler Euro mag sicher, datensparsam und teilweise offline nutzbar gestaltet werden. Trotzdem bleibt er Bestandteil einer technischen und rechtlichen Infrastruktur. Es braucht Endgeräte, Zugangsverfahren, Sicherheitsregeln, Obergrenzen und Zahlungsdienstleister.
Genau dort liegt das Problem.
Nicht jede digitale Zahlung ist automatisch Überwachung. Aber eine vollständig digitale Geldordnung schafft Möglichkeiten zur Überwachung und Steuerung, die bei Bargeld technisch nicht vorhanden sind.
Heute verspricht man Privatsphäre. Morgen entdeckt eine Regierung eine neue Sicherheitslage. Übermorgen wird eine begrenzte Ausnahme eingeführt. Einige Jahre später erklärt ein Behördenvertreter, die Speicherung bestimmter Zahlungsinformationen sei leider alternativlos, um Geldwäsche, Terrorismus, Steuerhinterziehung, Extremismus, ungesunde Ernährung und klimaschädliche Urlaubsreisen gleichzeitig zu bekämpfen.
Wer glaubt, einmal geschaffene Kontrollmöglichkeiten würden niemals ausgeweitet, hat in den letzten Jahrzehnten vermutlich ausschließlich Bedienungsanleitungen gelesen.
Digital bezahlen – aber ohne digitale Leibesvisitation
Eine vernünftige Zukunft muss nicht zwischen Münzbeutel und technischer Steinzeit wählen.
Bargeldloses Bezahlen kann eine hervorragende Ergänzung sein, wenn es sicher, datensparsam, dezentral und möglichst anonym funktioniert. Kleine Einkäufe sollten ohne langfristige personenbezogene Speicherung möglich sein. Zahlungsdaten dürfen weder zu Konsumprofilen noch zu politischen, gesundheitlichen oder sozialen Bewertungen zusammengeführt werden.
Vor allem muss Bargeld als echte Alternative erhalten bleiben: flächendeckend verfügbar, praktisch nutzbar und gesellschaftlich akzeptiert.
Nicht als Gnadenbrot für Digitalverweigerer, sondern als Freiheitsreserve für alle.
Denn die entscheidende Frage lautet nicht, ob Kartenzahlung bequem ist. Natürlich ist sie das. Die entscheidende Frage lautet, ob der Bürger weiterhin selbst bestimmen darf, wann Bequemlichkeit wichtiger ist und wann Privatsphäre.
Freiheit zeigt sich nicht darin, dass man zwischen fünf Kartenanbietern wählen darf. Freiheit zeigt sich darin, dass man auch sagen kann:
„Nein danke. Ich zahle bar.“
Ich sage Nein: D-Mark statt digitaler Leine
Ich habe nichts gegen modernes Bezahlen. Ich habe etwas gegen eine Gesellschaft, in der Modernität mit vollständiger Erfassbarkeit verwechselt wird.
Wer mit Karte oder Smartphone bezahlen möchte, soll das tun können. Wer freiwillig einen digitalen Euro verwenden möchte, ebenfalls. Doch niemand darf deshalb das Recht verlieren, unmittelbar und ohne technische Genehmigung mit Bargeld zu bezahlen.
Und wenn wir schon über echte Wahlfreiheit sprechen, darf auch die Frage nach der Währung gestellt werden.
Die D-Mark war nicht vollkommen. Auch sie verlor durch Inflation an Kaufkraft. Auch unter ihr gab es Wirtschaftskrisen, Schulden und politische Fehlentscheidungen. Aber sie war eine nationale Währung mit einer Zentralbank, deren Verantwortung sich an der wirtschaftlichen Lage Deutschlands orientierte.
Sie war greifbar. Sie war vertraut. Und sie gehörte zu einem Staat, dessen Bürger wenigstens theoretisch Einfluss auf seine wirtschaftspolitische Richtung nehmen konnten.
Deshalb lautet meine Antwort auf den digitalen Euro nicht: „Vielleicht, wenn der Datenschutzbeauftragte besonders vertrauenswürdig aussieht.“
Meine Antwort lautet: Nein.
Ich möchte mein Bargeld behalten. Ich möchte keine digitale Leine, die als Zahlungsmittel beworben wird. Ich möchte nicht, dass technische Bequemlichkeit zur Voraussetzung gesellschaftlicher Teilhabe wird.
Und wenn man mich fragt, welche Scheine ich am liebsten in der Tasche hätte, ist die Antwort eindeutig:
Deutsche Mark.
Nicht aus sentimentaler Sehnsucht nach Prilblumen, Telefonzellen und „Wetten, dass..?“, sondern weil Geld mehr ist als eine Recheneinheit.
Geld ist wirtschaftliche Selbstbestimmung. Bargeld ist Privatsphäre. Und eine eigene Währung ist ein Teil politischer Souveränität.
Die D-Mark war nicht nur bedrucktes Papier.
Sie war ein Stück Freiheit, das man uns zum amtlichen Kurs von 1,95583 abgenommen hat.


Grundsätzlich pflichte ich ihnen bei – mit/zu dem Bargeld.
Aber kann es sein, das sie tatsächlich die BRD als Staat bezeichnen?!
Und „Deutschland ist ………….in den Grenzen von 1937“!
Zur D-Mark wäre zu erwähnen, mit dem Teuro wurden die Löhne/ Gehälter halbiert, und die Preise verdoppelt.
Nochmal, die D-Mark müsste, wenn schon, auf Goldwerten basieren.
Allerdings haben die Alliierten das Gold Deutschlands, und das der BRD, einkassiert!
Es gibt keinen Nachweis, das unser Gold noch existiert.
Eine D-Mark, auf der Basis, wie der Teuro existiert, ist sinnfrei. Ausser das ‚alte‘ Verhältnisse wieder hergestellt werden/würden, ergibt sich das gleiche Disaster, wie beim Teuro, bei der D-Mark.
Nichtsdestotrotz wäre ich auch für eine eigene Währung der Staaten, einschliesslich der BRD.
Dazu gehört natürlich auch die Rückführung der EU in eine EWG. Gruß Karl
Auch ich bin mir durchaus dieser Thematik mit Staat und Co. bewusst. Allerdings bin ich der Meinung dass der Zeitpunkt noch nicht reif ist es weit unter den Menschen zu verbreiten.
Die vielen Schlafschafe haben erst noch einiges anderes zu lernen und ich bin der Meinung dass man sie Schritt für Schritt ranführen muss sonst kommts zu einer massiven Überforderung.
Der Euro war bisher, abgesehen von 9/11 weltweit, der größte Raubzug des Jahrtausends in Europa.
Die werden uns alles nehmen, selbst das Wasser werden sie tokenisieren.
„Bargeld ist Freiheit: Ich will nicht nur Scheine – ich will die D-Mark zurück“
Entscheidend ist die Metaphysik.
Gegen den ökonomischen Analphabetismus – https://opium-des-volkes.blogspot.com/2022/10/gegen-den-okonomischen-analphabetismus.html
In der DDR gab es Bargeld. Also muß es in der DDR auch Freiheit gegeben haben. Und in allen anderen Diktaturen dieser Welt auch. Falls Bargeld tatsächlich Freiheit sein sollte…
Freiheit ist, wo frei gewirtschaftet wird. Gut auskömmlich, ohne Priesterschaften der Angst als Antreiber, von angstpsychosefreien Herren, die ohne Sklaven auskommen. Ohne Zwangsarbeit, ohne Repressionen gegen Arbeitslose, ohne Diktatur oder Demokratur, ohne Sklaven, die über Sklaven herrschen: ohne jene als Demokratie bezeichnete Albernheit.
Denn wisse! Auch hoch bezahlte Sklaven sind Sklaven. Ein Schelm, wer jetzt an Talkshow-Moderatoren, Bundeskanzler, Staatspräsidenten oder Wissenschaftende denkt.
Vielleicht in tausenden Jahren erst. Aber wird kommen, irgendwann wird selbst den anständigsten Sklaven ihr Sklavenanstand lästig werden, ihr gut/böse konnotierter Geist-Materie-Dualismus. Der sie mit sich selbst verfeindet und ihnen Mangel, Not, Elend, Leid und Tod zur Lust werden läßt.
Bargeld wäre dann vielleicht bloß noch lästig, wer weiß… . Wofür hat Mensch denn sein Genie, verdammt, seine verdammten Maschinen! Und selbst die werden eines Tages eventuell belächelt werden. Wenn das mit dem Löffelbiegen beginnt und anderen bisher noch weithin unbekannten Sportarten. Nicht nur die von Mirin Dajo…
Nein, läßt sich nicht sicher wissen das alles, nur sicher fühlen. Einer, der sich Geist-Materie-Dualisten halten wollte, Gut/Böse-Fanatiker, Sklaven alberner Angstpsychosen — Himmel, was wäre das für ein alberner Gott!
Christus: „Effate!“ (= Weitet euren Sinn!) Werdet andächtig und frei. Wird wohl mehr als eine Reinkarnation brauchen. Ich schweige, Gott allein weiß es.
Trump hat sogar die sinnvolle Kontrolle über den Erwerb von Waffen/Munition über Kreditkarten jetzt gekilled, siehe:
https://www.breitbart.com/2nd-amendment/2026/07/16/house-passes-bill-preventing-credit-card-companies-from-tracking-gun-sales/
Soviel zum perversen weltweiten Profitsystem welches nur mit hemmungslosen Konsum funktioniert, deshalb ist es völlig schnurz wie die Bezahlung erfolgt, das perverse Profitsystem findet immer einen Weg um den sinnlosen Konsum zu erzwingen—-dummm gelaufen für die Narzissen! We shall overcome den trumpschen Kapitalismus!Hoch die internationale Solidarität!
Die damals ach so harte D-Mark war vor ihrer Aufgabe nur noch 20 Pfennige wert, da auch sie durch Geldmengensteigerung inflationiert wurde. Das gleiche erleben wir bei dem Euro. Da die EZB bis heute nicht verstanden hat, dass eine destruktive Geldumlaufsicherung und Zinspolitik automatisch zur Erhöhung der Geldmenge führt, war sowohl bei der D-Mark als auch beim Euro der Verfall durch Inflation unausweichlich. Selbstverständlich könnte man den Euro retten indem man ihm eine konstruktive Geldumlaufsicherung angedeihen ließe. Damit würde die Euro-Währung zu einer fließenden Währung. Schaffte man im gleichen Atemzug die Zinseszinspolitik ab, dann käme es zu einem Stopp der Umverteilung der Vermögen von „fleißig nach reich“.
Diese echte Währungsreform – 1948 wurde die Währung ja nicht reformiert, sondern es wurde nur ein Währungsschnitt durchgeführt, was wieder die Basis zur Fehlentwicklung des Geldsystems geführt hat – müsste mal in einfacher Sprache den Bürgern und den Wirtschaftswissenschaftlern/Politikern erklärt werden. Nach wie vor wird gusseisern an dem Denkmodell festgehalten, dass schließlich „Geld arbeiten“ muss. Gusseisern wird sogar von „alternativen“ Politikern an der Liquiditätsverzichtsprämie festgehalten. Diese alternativen Politiker können sich nicht vorstellen, dass Geld – ähnlich wie ein öffentlicher Parkplatz – genutzt und danach wieder der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden muss.
Geld kann aber nicht arbeiten, sondern nur fleißige Menschen erhöhen durch ihre Hände Arbeit/Dienstleistung die Produktivität.
Warum jedes Geldsystem, was auf Zins und Zinseszins basiert scheitern muss, wurde sehr anschaulich 2011 bei Markus Lanz erklärt.
https://www.youtube.com/watch?v=ihT6uOSl5s0
#Marie-Luise — Ohne Inflationierung keine Renditewirtschaft. Weil Produktivitätszuwachs (= Es geht immer noch billiger) deflationiert, Umsätze und Einnahmen senkt. Es sinkt mithin auch der prozentuale Gewinn. Welcher sich ergibt, wenn die absolute Gewinnsumme auf das eingesetzte konstante Kapital bezogen wird.
Da gibt es dann tatsächlich nur diesen einen Trick namens Inflationierung. Diese unterläuft Produktivitätszuwachs bzw. Deflationierung und verhindert so sinkende Rendite. (Inflationierung besorgen Monopole mit ihren Übergewinnen, welche die Kosten von Nichtmonopolisten erhöhen.) Weiterer renditebegünstigender Nebeneffekt von Inflationierung, senkt diese die Realeinkommen der Beschäftigten.
Wie man’s dreht und wendet, endet Renditewirtschaft früher oder später in Chaos, unweigerlich. Ist wegen des Genies des Menschen, Produktivitätszuwachs zu bewirken. Der ist, die selbe Warenstückzahl zu produzieren mit immer weniger Einsatz an zeitlichem Volumen händischer Arbeit. Das Absurde an alldem ist offensichtlich. Das sich in Produktivitätszuwachs entäußernde Streben nach Verbesserung der materiellen Lebenverhältnisse, führt in Verbindung mit Renditewirtschaft zu immer schlechteren Lebensverhältnissen, am Ende zum Kollaps des Finanzsystems und Stillstand der Warenproduktion. Was dann zu Einrichtung von Plan-, Zwangs- und Kommandowirtschaft zwingt. Und mit der endlich endet auch der schöne vermaledeite Produktivitätszuwachs, ohne Markt, Wettbewerb und Renditezwang braucht den keiner mehr. Da konnten auch die „Erfinderschulen“ der DDR nicht helfen. Bei Produktivitätszuwachs ist Magie im Spiel, Götterfunke: Es hat jemand eine wunderbare Eingebung, und niemand weiß, wieso und warum! Läßt sich nicht planen, schon garnicht auf Befehl von Partei- und Staatsführung hin methodisch herbeiführen, verordnen.
Wer dies alles versteht, hat allen Grund zu verzweifeln, eine logische Lösung des Widerspruchs von Produktivitätszuwachs und Rendite ist nicht in Sicht. Es waren zwei Königskinder, doch das Wasser war viel zu tief — sind Produktivitätszuwachs und Rendite doch wie Geist und Materie. Simples kosmisches Gesetz, gordischer Knoten: Wer sich an das jeweils eine hängt, bekommt das jeweils andere nicht. Alexanders Schwert ist in diesem Falle die Liebe. Wirtschaften ohne Liebe ist wie Liebe ohne Wirtschaften. Funktioniert nicht.
Wer es fassen kann, der fasse es.
Nun hat auch der Wessi seinen Alu-Chip.