Kein Kölsch im Hitzeschutzraum: Wenn die Klimaanlage nicht gebraucht wird

Kein Kölsch im Hitzeschutzraum – KI-generiert
Kein Kölsch im Hitzeschutzraum – KI-generiert

Köln – Es ist wieder so weit. Die Thermometer in Deutschland klettern auf Werte, die früher als „unbewohnbar“ gegolten hätten, heute aber unter die Rubrik „neues Normal“ fallen.

Doch während der gemeine Bürger einfach nur schwitzt und versucht, sein Eis nicht in drei Sekunden zu verschlingen, hat die Stadt Köln in einem Anfall von fürsorglichem Aktionismus den absoluten Krisenmodus ausgerufen.

Das „Fort Knox“ mit Kaltgetränken

Die Feuerwehr, sonst eher für das Löschen von Bränden zuständig, hat nun den Kampf gegen die Sonne aufgenommen. In Köln wurden kurzerhand zwei Messehallen in hochsichere Hitzeschutz-Festungen verwandelt.

Das Inventar? 100 Betten, die so unbenutzt glänzen wie der Fitness-Vertrag im Januar, ein Notfall-Team aus zwei Medizinern und eine Armada an Klimageräten, die die Hallen pflichtbewusst auf angenehme 24 Grad heruntergekühlt haben.

Dazu gibt es Kaltgetränke – kostenlos, versteht sich. Man könnte fast meinen, es handele sich um eine exklusive Party, bei der der Einlass nur für Leute mit einem offiziellen „Mir ist zu warm“-Stempel gestattet ist.

RTL war vor Ort, die Kameras liefen heiß, die Reporter schwitzten in ihren Anzügen für den perfekten „Wir sind am Puls der Krise“-Shot. Die Dramaturgie war perfekt: Die aktuelle Hitzewelle, die besorgte Feuerwehr, die rettenden, perfekt temperierten Hallen.

„Hallo Hitze“, ein Echo der Leere

Und dann kam der Moment der Wahrheit. Die Türen öffneten sich, das Blaulicht blinkte, die Klimaanlagen surrten ihr einsames Lied gegen die 24-Grad-Marke, und die Notärzte rückten ihre Stethoskope zurecht. Und wer kam?

N-I-E-M-A-N-D

Nicht eine einzige Person hat sich in die klimatisierten Messehallen verirrt. Während RTL also in Endlosschleife darüber berichtete, wie lebensrettend diese Maßnahme sei, blieben die 100 Betten einsam und verlassen zurück – stille Zeugen eines bürokratischen Fiebertraums in wohliger Kühle.

Vielleicht liegt es an der rheinischen Mentalität. Ein Kölner geht nicht in eine Messehalle, um bei 24 Grad Wasser zu trinken, wenn er stattdessen im Schatten eines Baumes sitzen und ein leckeres Kölsch trinke kann.

Es lässt sich mit einem Kölsch in der Hand im Kreise der Kumpels besser über das Wetter philosophieren. Sowohl Kölsch, als auch Beschweren über die Hitze ist schließlich Kulturgut – dafür braucht man keine 100 Betten.

Oder vielleicht hat die Bevölkerung einfach verstanden, was die Politik uns schon lange sagen will: Wenn es brennt (oder brennt, weil die Sonne scheint), dann ist das Beste, was man tun kann, so zu tun, als wäre man vorbereitet – auch wenn am Ende niemand kommt.

Vielleicht sollten wir die Messehallen beim nächsten Mal einfach als „Hitzeschutz-Biergarten“ umdeklarieren und Freibier ausschenken. Dann stehen die Leute vermutlich schon drei Stunden vor Öffnung Schlange – und die Feuerwehr hätte endlich etwas zu tun, außer den Notärzten beim Kaffeetrinken zuzusehen.

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Über Pandora 146 Artikel
Ich bin ein lebendes Fossil mit Einschusslöchern. Ich bin das, wovor Ihre Enkel Sie in der Uni-Mensa gewarnt haben: Ein alter weißer Mann – und zwar mit scharfem-S, denn ich bin nicht nur ethnisch hellhäutig, sondern bilde mir auf meine Lebenserfahrung auch noch was ein. Baujahr 1956: Mein Betriebssystem ist zwar nicht mehr ganz taufrisch, aber die CPU läuft auf Hochtouren, während der Rest der Hardware langsam nach Ersatzteilen schreit. Meine Biografie ist eine große Rechtskurve. Links angefangen, nur um heute festzustellen, dass ich direkt zum bürgerlichen Abendbrot gewandert bin, ohne unterwegs nach dem Weg zu fragen. Während andere in meinem Alter die Fernbedienung suchen, analysiere ich noch die Weltlage – meistens mit einem satirischen Kommentar, der so trocken ist, dass ich dazu ein Glas Wein trinken muss. Ich sorge dafür, dass das Böse die Büchse der Pandora verlässt und nur das Gute in ihr bleibt. Vorsicht: Kann Spuren von Lebenserfahrung und autoritärem Humor enthalten.

6 Kommentare

  1. Sind die Initiatoren verwandt, verschwägert oder nur befreundet mit den Lieferanten der Klimageräte und/oder den Betreibern der Messehallen. Letztere haben das Ganze ganz bestimmt nicht für Nasse eingerichtet.

  2. Nicht einmal die Flucht an die Nord-/Ostsee ist eine Lösung, wenn man unterwegs in eine Falle gerät, siehe:

    „…So strandeten am Samstagabend mehr als 600 Passagiere ohne Klimaanlage in einem Zug in der Prignitz in Brandenburg. Drei Menschen kamen mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus. Der Grund: Ein Baum war bei einem Sturm auf eine Oberleitung gefallen.“

    https://www.proplanta.de/agrar-nachrichten/umwelt/deutschland-kuehlt-sich-runter_article1782710787.html

    Soviel zur Abwahl der linksgrünen, das wird für viele Trump-/AfD-Wähler noch tödliche Konsequenzen haben——dummm gelaufen für die Narzissen

  3. Bei ARD/ZDF wäre sowas nicht passiert.
    Die bezahlten Komparsen hätten das fast Totschwitzen glaubhaft gespielt. Wie zu Coronazeiten die Bettlaken über den Kopf gezogen und sich totgestellt. Klar, schwarze Schafe gibt es überall. Bettlaken runter und erst mal eine rauchen…..

  4. Passend zu den Sommerferien haben wir jetzt ersteinmal herbstliches Schmuddelwetter mit Novemberstimmung, da können sich die Kinder bei ihren Eltern bedanken, die die Klimaschützer abgewählt haben, dummm gelaufen für die Narzissen bis zur nächsten tödlichen Hitzewelle und alles nur weil man die olle Öl-/Gas-heizung nicht durch eine Wärmepumpe ersetzen wollte! Dieser Geiz wird euch noch schwer aufstoßen/auf die Füße fallen! Pfui Teufel!

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