Im politischen Ruhestand: Warum ich lieber den Blutdruck schone, als auf TikTok zu tanzen

Diktatur für Alle – KI-generiert
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Posemuckel – „Du hast Führungserfahrung!“, sagen sie. „Du kannst reden!“ behaupten sie und „Du schreibst politische Artikel“. Und ich sitze da und frage mich: Haben die Leute eigentlich Tomaten auf den Augen oder eine extrem verzerrte Vorstellung davon, was man braucht, um in Berlin Karriere zu machen?

Viele, selbst aus dem Familien- und Bekanntenkreis legen mir immer wieder nahe, ich solle doch endlich in die Politik gehen. Doch die Menschen, die mich dazu drängen, vergessen das entscheidende Detail: Ich leide unter Altersstarrsinn und einem fatalen Gendefekt namens Aufrichtigkeit.

In der heutigen politischen Arena ist dieser Zustand in etwa so hilfreich wie ein Aschenbecher auf einem Motorrad. Es sieht nicht nur seltsam aus, sondern der fliegt einem bei der ersten scharfen Kurve direkt um die Ohren.

Mangelerscheinungen im Moralsystem

Das Elend beginnt bereits beim fehlenden „Willen zur Korruption“. Während meine potenziellen Polit-Kollegen ihre moralischen Kompasse bereits beim Frühstück gegen hübsch verpackte Lobbyisten-Geschenke eintauschen, sitze ich da und erwarte ernsthaft, dass man Probleme löst, statt sie elegant unter den Teppich zu kehren.

Mit einer solchen Einstellung kommt man im Berliner Betrieb nicht einmal bis zum Kantineneingang, geschweige denn in die Nähe eines Ministeramtes. Dort gilt, wer lösungsorientiert denkt, stört den Betriebsfrieden.

Ein weiterer Knackpunkt ist mein Skelett. Mein altes geschundenes Rückgrat ist leider völlig ungelenk; es weigert sich beharrlich, die für den politischen Aufstieg notwendige 45-Grad-Neigung einzunehmen. Ich kann alles, bloß nicht buckeln – weder vor Parteivorsitzenden noch vor zahlungskräftigen Spendern.

Wer nicht bereit ist, bei jedem Windstoß seine Prinzipien wie eine Fahne im Sturm zu drehen, ist in der Politik schlichtweg eine Fehlbesetzung. Ich bin zu ehrlich. In einer Branche, in der „Transparenz“ meistens nur bedeutet, dass man durch das Lügengebilde der Kollegen hindurchsehen kann. Hier ist meine Ehrlichkeit geradezu geschäftsschädigend.

Und dann ist da noch die Sache mit dem Zuhören. Ich besitze die tödliche Fähigkeit, zuzuhören – ein absoluter Kardinalfehler. Wer zuhört, läuft Gefahr, die Argumente des Gegenübers tatsächlich zu verstehen. Und was passiert dann? Man könnte die eigene, mühsam vorgefertigte Meinung ändern müssen! Ein Albtraum für jede Fraktionssitzung.

Die Partei-Allergie: Ein Schwur für die Freiheit

Man fragt mich oft: „Aber warum trittst du nicht wenigstens einer Partei bei, um intern etwas zu bewegen?“ Die Vorstellung allein löst bei mir einen Hautausschlag aus, der schlimmer ist als als die Pest.

Meine Unabhängigkeit ist mir heilig – und die gebe ich garantiert nicht für ein Parteibuch ab, das mich dazu verpflichtet, bei internen Abstimmungen gegen meine eigene Überzeugung die Hand zu heben.

Ich habe meine Lektion gelernt. Vor Jahrzehnten, als ich noch jung und – sagen wir es euphemistisch – „optimistisch“ war, verirrte ich mich in eine Partei. Es war ein klassischer Jugendfehler, wie das erste Tattoo oder der Glaube dass Politiker ehrlich wären.

Mit 33 Jahren verlor ich die Jungfräulichkeit, zog die Reißleine und trat aus. Der Moment, als ich die Mitgliedschaft kündigte, fühlte sich an wie eine Befreiung aus einer Sekte. Damals habe ich mir geschworen: Partei? Nie wieder!

Ein Parteibuch ist für mich nichts anderes als ein staatlich beglaubigtes Geständnis, dass man das eigene Hirn an der Garderobe abgegeben hat.

Loge statt Manege

Ich möchte mich auch schlichtweg nicht täglich mit Kriechern und Karrieristen umgeben, deren einzige politische Überzeugung darin besteht, ihren Dienstwagen zu sichern, während sie das „Volk“ nur aus der leicht distanzierten Perspektive der Rückbank kennen.

Mit nun 70 Jahren habe ich die DDR und die BRD überlebt – ich habe genug gesehen, um immun gegen Wahnsinn zu sein. Nun bin ich einfach zu alt, um mich von Social-Media-Beratern in peinliche TikTok-Tänze treiben zu lassen, nur um „nahbar“ zu wirken. Ich habe keine Lust mehr auf dieses Schauspiel.

Nein, ich werde nicht das Rednerpult im Bundestag erobern. Ich ziehe es vor, die Politik weiterhin von außen zu betrachten, zu kommentieren und mich köstlich über das Zirkusprogramm zu amüsieren. Das ist nicht nur wesentlich gesünder für meinen Blutdruck, sondern schont vor allem mein Rückgrat.

Wenn das Land untergeht, möchte ich zumindest das Privileg haben, mit einem Glas Wein auf der Terrasse zu sitzen und sagen zu können: „Ich habe es euch damals schon gesagt – aber ich bin nicht schuld daran.“

Im politischen Ruhestand – KI-generiert
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Über Pandora 146 Artikel
Ich bin ein lebendes Fossil mit Einschusslöchern. Ich bin das, wovor Ihre Enkel Sie in der Uni-Mensa gewarnt haben: Ein alter weißer Mann – und zwar mit scharfem-S, denn ich bin nicht nur ethnisch hellhäutig, sondern bilde mir auf meine Lebenserfahrung auch noch was ein. Baujahr 1956: Mein Betriebssystem ist zwar nicht mehr ganz taufrisch, aber die CPU läuft auf Hochtouren, während der Rest der Hardware langsam nach Ersatzteilen schreit. Meine Biografie ist eine große Rechtskurve. Links angefangen, nur um heute festzustellen, dass ich direkt zum bürgerlichen Abendbrot gewandert bin, ohne unterwegs nach dem Weg zu fragen. Während andere in meinem Alter die Fernbedienung suchen, analysiere ich noch die Weltlage – meistens mit einem satirischen Kommentar, der so trocken ist, dass ich dazu ein Glas Wein trinken muss. Ich sorge dafür, dass das Böse die Büchse der Pandora verlässt und nur das Gute in ihr bleibt. Vorsicht: Kann Spuren von Lebenserfahrung und autoritärem Humor enthalten.

11 Kommentare

  1. @Unbetreut Denken
    ​Man sagt ja, man solle im Leben etwas erleben. Ich habe das Schicksal beim Schopf gepackt und ein wissenschaftliches Experiment am lebenden Objekt gewagt: 35 Jahre im sozialistischen Märchenland und 35 Jahre im kapitalistischen Selbstbedienungsladen. Eine Art „Game of Thrones“, nur mit weniger Drachen und mehr Bürokratie.​
    Nach insgesamt sieben Jahrzehnten des intensiven Selbstversuchs kann ich hier exklusiv verkünden: Die Menschheit ist ein in sich konsistentes Konzept. Meine bahnbrechende Entdeckung – halten Sie sich fest – lautet: Arschlöcher sind keine Frage des politischen Systems. Sie sind ein Naturkonstante, wie die Schwerkraft oder der tägliche Stau auf der A4.
    Ob man nun in der Schlange für Bananen steht oder im Stau auf dem Weg zum Discounter: Die Qualität des Mitmenschen bleibt erstaunlich konstant – genau wie die Fähigkeit, in jedem System die eine oder andere goldwerte Seele zu finden, die einen davor bewahrt, den Glauben an die Spezies komplett einzustellen.
    ​In meiner grenzenlosen Verwirrung habe ich mich nun dazu entschlossen, mein Identitäts-Puzzle endgültig in die Tonne zu treten. „Ossi“? „Wessi“? „Glühender Europäer“? Alles Etiketten für Leute, die zu viel Zeit für Identitätskrisen haben. Nein, ich habe mich für den einfachsten, schlichtesten und langweiligsten Nenner entschieden: Ich bin einfach Deutscher.
    ​Quasi der unaufgeregte Hybrid-Mensch, der nach 70 Jahren endlich kapiert hat, dass das Gras auf der anderen Seite des Zauns auch nur gemäht werden muss – egal, wer gerade das Sagen hat.
    ​Welches der beiden „Systeme“ mich letztlich mehr Nerven gekostet hat, das Warten auf den Trabi oder das Warten auf die Bundestagswahl und die Hoffnung auf Besserung, kann ich abschließend nicht sagen.

    • Heute gehört bei eingollaneingast, Gast war der B-Lash, ja, die haben auch über nationale Identität parliert, am schönsten aber ein Satz (zitiert von B-Lash nach Tom-Oliver Regenauer): Die größte Revolution ist es, ein glückliches Leben zu führen.

      Meine Identität ab heute sei denn nun weder Wessi noch sonstirgendwas, sondern schlicht und ergreifend Führer, ein ein Glückliches-Leben-Führer.

    • Zu Wessi und Ossi noch anzufügen, konnten wir Westsklaven die, weil schlimmere, Ostsklaverei wohlfeil anführen, wenn unsere Herren sich allzu übermütig gebärden wollten in ihrem Herrensein. Denn nichts taten diese Bürschchen lieber, als die Ostsklaverei zu verdammen und sich so als gute und treue Demokraten aufzuführen. Hat sie zumindest äußerlich aber zu Bindung an die „Grundrechte“ genötigt und ihre Lust am offenen staatsterroristischen Übergriff ein wenig bedämpft. Was mit Schröder/Fischer dann aber geendet ist, wenn auch unter lautestem Demokratiegeschrei. Worauf nicht wenige „anständige Sozialdemokraten“ ganz anständig hereingefallen sind bis heute hin — ihr Ossis habt angestanden, wir hingegen sind anständig!

      Die unanständigen Wessis aber wollten zurück zum guten alten BRD-Dicken, dem Helmut, und erwählten sich was neues Dickes, wenn auch ein dann kleines und niedliches, uns Mutti. Ja, so war das.

      Nach allem daher wohl die bei Westsklaven bis heute hin noch anzutreffende Nostalgie in Sachen der „guten alten BRD“. Ostsklaven sollten besser nicht auf solch‘ prätentiöses Westsklavengeschwätz mit Beschwörung einer „guten alten DDR“ reagieren — schöner könnte man sich nicht selbst hereinlegen.

      Im Fazit also wird es schwierig zu sagen, wer von den beiden demokratischen und republikanischen Delinquenten denn der klügere sei, der Anhänger der UdSSR-, oder jener der USA-Sklaverei. Haben so manche Ossis und Wessis in Sachen ihres geistigen Aufstiegs in die Höhen der nüchternen Klarsicht doch beide noch ganz schön viel Luft nach oben wohl.

  2. Wenn nicht einmal Die Linke ihren politischen Gegner/CDU/AfD kritisieren darf, dann kann man sich die Warnung der deutschen Bevölkerung auch gleich ganz sparen, denn erst nach vollendeten Tatsachen, wird man dann nachträglich für die verbotenen Warnungen geehrt und geht in die Geschichte ein, aber dann ist es zu spät—–soviel zu der niemals in der Vergangenheit gegebenen/vorhandenen Meinungsfreiheit sondern den allgegenwärtigen Tabus der jeweiligen Machthaber!?

  3. Wie hätte es gewirkt, wenn die DDR-Machthaber versucht hätten, den Bürgern zu erklären, dass Sexualentwicklungsstörungen Geschlechter sind, dass das Gas des Lebens um jeden Preis vermieden werden muss, dass ein Gengift gesund macht, dass Kriminelle und Handaufhalter eine Bereicherung sind, dass Fötentöten für die Gesellschaft gut ist. Ich bin ziemlich sicher, dass die DDR-Machthaber sich das Verkünden solcher Absurditäten nicht getraut hätten. Man stelle sich außerdem das Geschrei der Hauptstrommedien im Westen Deutschlands vor. Heute stößt sich der Durchschnittswessi an solchen Absurditäten nicht, obwohl er nicht dem Druck sowjetischer Maschinenpistolen ausgesetzt ist. Sofern man überhaupt solch eine Identifizierung braucht, würde ich angesichts der Tatsachen meine Identität als Wessi abzulegen versuchen.
    Meine Rede seit Anfang 1990: Wir sind aus einem beschissenen Land in das Land der Bescheißer gekommen.

  4. Der Stalinismus in der ehemaligen DDR war als Kadavergehorsam in Fleisch und Blut übergegangen und hat u.a. bei den Schwulen eine Selbstverleugnung erzwungen, deshalb mussten die Machthaber garnicht soviel Druck ausüben—–soviel zu den heutigen AfD-Wählern die alle noch von dem DDR-Stalinismus traumatisiert sind und sich deshalb einen Alleinherrscher a la Putin/Trump/Netanyahu usw sogar als Lösung für den Erhalt der Epstein-Klasse/Kapitaleigner/Oligarchen erwünschen! We shall overcome Stalinismus a la Putin/Trump/Netanyahu! Hoch die internationale Solidarität!

  5. Good morning Dschörmanie! Oder: Was einem an Tagen wie diesen sonst noch für Machosprüche einfallen können, heute einer zum Ossi-Macho. Der Tagesspiegel titelt:

    Umfrage zu Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern: AfD weiter an der Spitze, aber Schwesigs SPD macht Boden gut

    Erst Mutti, dann Goldi, und jetzt auch noch das Schwesilein. Volksdichterisch gesagt über den Ossi, aber heute nicht mit W.B., sondern mit U.L.:

    Er nahm das Leben und die Damen, wie sie kamen.

  6. Jetzt kommt es raus, alles dreht sich nur um den Erhalt der Macht/Wählerstimmen, siehe:

    https://www.breitbart.com/middle-east/2026/06/22/vance-iran-to-buy-american-soybeans-with-unfrozen-funds/

    Das weltweite perverse Profitsystem hat nicht mal skrupell die ursprünglich politisch-moralisch konfizierten Gelder des Iran-Regiems, für den Erhalt der abtrünnigen Trump-/MAGA- Wählerschaft zu Missbrauchen, einmal Krämerseele immer Krämerseele, pfui Teufel

    • Der Artikel „Deutschland am Abgrund: Warum nur ein radikaler Frühjahrsputz uns noch retten kann“ läst unterschiedliche Interpretationen zu, von einem Pro-AfD Artikel, bis zu einem satirische Artikel gegen die AfD. Ich lasse das mal einfach so stehen, denn nur die Anregung selbst zu denken, kann unsere Gesellschaft verändern.

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