
Ein Artikel von Gastauthor Werner Ranzinger
Ein Buch, das den Zerfall der Sowjetunion vorhersagte
Anno 1984 erschien auf dem Büchermarkt „Das Ende unserer Zukunft“, geschrieben vom Mitherausgeber der „Business Week“ Bruce Nussbaum. Es war im Jahr davor unter dem Titel „The World after Oil – The Shifting Axis of Power and Wealth“ publiziert worden. Das Buch sagte unter anderem nicht weniger als den Zerfall der Sowjetunion und ihres Machtblocks voraus, was einerseits damals wie eine äußerst gewagte Prophetie erschien, sich aber andererseits bereits 6 Jahre später zu realisieren begann. 1989 geschah der „Fall der Berliner Mauer“, und nur wenige Monate danach erklärte Litauen seine staatliche Unabhängigkeit. Das Sowjetimperium hatte tatsächlich angefangen zu zerbröseln.
Korrupte Parasitenklassen – damals wie heute
Der politische Zerfall des gesamten Ostblocks, wie man das Imperium auch nannte, war in seiner desolaten Wirtschaft begründet, mit einer entsprechend bedrückenden gesellschaftlichen Parallele. Das Sowjetreich wurde von einer durch und durch korrupten und verantwortungslosen Parasitenklasse regiert – sehr ähnlich der des heutigen Westens. Von jener Klasse war dann 1985 Michail Gorbatschow zum Imperator in der Hoffnung gemacht worden, dass durch seine Perestroika (Umstrukturierung) der drohende Kollaps abgewendet werden könnte. Der Rest ist Geschichte.
Nussbaums düstere Prophezeiung für Deutschland
Wirtschaftredakteur Nussbaum begründete den Zerfall des Ostblocks mit dessem wirtschaftlichen Niedergang, und hatte recht damit. Doch ebenso, wie er in seinem Buch der Sowjetunion ein Kapitel widmete, so schrieb er auch eines über die Bundesrepublik Deutschland – und er prophezeite Düsteres darin: „Von allen bedeutenden Ländern der westlichen Allianz wird keines in der heraufziehenden Nach-OPEC-Ära so tief und so hart fallen wie die Bundesrepublik.“
Die Nach-OPEC-Ära hat begonnen
Generell handelt Nussbaums Buch vom Wandel der energieintensiven Schwerindustrie zu dem, was er sich damals als moderne Technologien vorstellte, Computer und Roboter, die er in seiner Vorstellung weniger energieintensiv wähnte. Diesen Wandel prophezeite er vorschnell schon für die Jahrtausendwende. Dass die heutige Internet- und KI-Scheinwirtschaft ein gigantischer Energie-Moloch ist, konnte er damals nicht wissen. Aber der springende Punkt ist: Mit dem Angriff von USrael auf den Iran 2026 hat jetzt tatsächlich und unwiderruflich die Nach-OPEC-Ära begonnen.
Klischees mit wahrem Kern
Bei der Beurteilung von Deutschlands wirtschaftlicher (Nach-OPEC-)Zukunft zeichnete Nussbaum das etwas klischeehafte Bild von der allzu massiven und v.a. von billiger Energie abhängigen Schwermaschinen- und Chemieindustrie, der aufgeblähten Bürokratie und allgemeinen Trägheit und Präzisionsverliebtheit, welche allesamt schnelle Produktentwicklungen verhindern, sowie angeblich fehlender Risikokapital-Strukturen und Rückständigkeit der deutschen Forschung – hier nennt er insbesondere den Bereich der Molekularbiologie. Was diese Punkte anbelangt, so trafen und treffen sie bis heute zu einem gewissen Grade glasklar zu.
Vom Exportweltmeister zur Kleptokratie
Helmut Kohl machte im Wahlkampf vor seiner zweiten Kanzlerschaft die Staatsquote zu einer seiner Kernthemen, doch danach ist außer Schönrechnerei nie etwas anderes passiert als, dass man diese Staatsquote – die man auch als Messlatte für die Größe der parasitären Kaste betrachten kann – bis heute einfach nachhaltig ignoriert. So dass die wuchernde Bürokratie mittlerweile zur offenen Kleptokratie transmutierte. Die Fixierung der BRD auf Industrien ist aber vermutlich keine deutsche Erfindung oder Neigung, sie scheint von den Besatzermächten vorgegeben oder erwünscht worden zu sein. Vom Tag eins an konnten industrielle Strukturen in der BRD eine gesunde Basiswirtschaft in allen Lebensbereichen ungehindert verdrängen, und der Propagandaterminus „Exportweltmeister“ – vermutlich von der BILD geschaffen – übertünchte genau dieses Faktum, dass eine natürliche und relativ unabhängige Binnenwirtschaft von Exportindustrien verdrängt worden war, zugunsten einer internationalen Verflechtung und Abhängigkeit v.a. auch vom internationalen Großkapital. Auch sollte offiziell das Bundeskartellamt gegen marktbeschränkende und marktbeherrschende Kartelle vorgehen. Haben Sie aber jemals erlebt, dass diese Behörde ernsthaft gegen Großkonzerne wie Coca Cola, Microsoft etc. vorgegangen wäre, egal wie schädlich oder möglicherweise gar kriminell deren Vermarktungsmethoden auch sein mochten? Eine unsichtbare Hand verhinderte dies immerzu, obwohl die Gesetze vorhanden wären oder waren.
Skrupel als Rückständigkeit
War nun die deutsche Forschung in den 80ern tatsächlich so rückständig, wie Nussbaum suggerieren wollte? Oder war es nicht vielmehr so, dass man gegenüber gewissen Gentechnik-Forschungen damals noch Skrupel hatte? Und wie war es mit dem Risikokapital für Unternehmensgründer? Damals eine durchaus berechtigte Frage, heute aber obsolet, weil Deutschland längst Teil des internationalen Kasinos mit seiner absurden Geldblase geworden ist. Es scheint, als war dies eine spezielle Note des Co-Herausgebers von „Business Week“ an die damalige Politlandkaste Deutschlands, um sie auf Linie zu bringen.
Die angloamerikanische Dauerpsychose
Was Nussbaum mehrfach erwähnt, als ob es geradezu eine Obszönität wäre, ist die wirtschaftliche Anbindung Deutschlands an Russland mittels Gaspipelines, die lange schon vor der Ära von Angela Merkel projektiert worden war, der man dies fälschlicherweise zuschreibt. Damals schon „drohten“ die USA mit Truppenabzug wegen dieser Gasrohre. Hier hallt in Nussbaums Buch die angloamerikanische Dauerpsychose bezüglich der deutsch-russischen Energie- und Wirtschaftskooperation wieder – er stellt sie unter das Klischee der drohenden Abwendung der BRD von NATO und dem Westen. Man betrachte die vier Jahrzehnte später stattgefundene Nord-Stream-II-Sprengung und die Bedrohung und Unterbrechunge aller weiteren europäischen Ost-West-Rohre in diesem Kontext. Mit Kappung genau dieser Energieachse Russland-Westeuropa – hinter der höchstwahrscheinlich dieselben Kräfte wie dem aktuellen Irankrieg stehen – ist das wirtschaftliche Schicksal der BRD und Westeuropas besiegelt worden.
Das Superlumpenproletariat
Wie stellte sich nun Nussbaum die Zukunft der Wirtschaft allgemein vor? „Der Übergang zur unbemannten Fabrik, die von Robotern betrieben wird, könnte ein riesiges ‚Superlumpenproletariat‘ erzeugen (Anm.: Lumpenproletariat ist ein Begriff von Karl Marx), das aus arbeitslosen Arbeitern, Minderheiten und Einwanderern besteht … Polizei und Armee werden die Aufstände des Superlumpenproletariats und der Maschinenstürmer gewaltsam niederschlagen, und man wird die bürgerlichen Freiheiten einschränken. Diese Bedingungen werden für den Rest des Jahrhunderts herrschen. Dann könnte der Übergang in die hochtechnologische Gesellschaft vollzogen sein.“ Das sind die unverkennbar dystopische Züge dieses Sachbuches, und interessant ist, dass auch eine Flut von Einwanderern und die Einschränkung von Freiheiten genannt werden.
Die Blaupause unserer Gegenwart
Nun, wir alle kennen die Namen der führenden antihumanen Psychopathen, die diese „hochtechnologische“ Gesellschaft heute ungehindert forcieren. Wir kennen ihren Wahnsinn von Verschmelzung von Mensch und Maschine und ähnlich kranker Ideen, die aber Nussbaum vor über vier Jahrzehnten noch nicht kannte. Nichtsdestotrotz wirkt „The World after Oil“ doch seltsamerweise wie eine Blaupause oder ein Drehbuch für die großen Zusammenhänge unserer heutigen Zeit.

Aus Sicht der Mathematik wird Ersatz von menschlicher Arbeitskraft durch humanoide Robots nur sehr eingeschränkt möglich sein. Sind Bewegungstolpatsche, weswegen hübsche Videos mit tanzenden Robots als PR-Tricksereien gelten.
Der Arzt, Molekularbiologe und Mathematiker Prof. Dr. Jobst Landgrebe, oder auch der Schweizer Naturwissenschaftler Dr. rer.nat. Peter Wyssling verweisen auf das bei Mensch und Tier offenkundige, aber von der Neurologie stur geleugnete Fehlen von sog. motorischen Nerven! In Gehirnen fehlen so denn auch Bewegungsprogramme, die Robots als technisches Vorbild dienen könnten.
Kurz gesagt, weiß niemand, wie Mensch und Tier es bewerkstelligen, sich zu bewegen. Wunder der Natur, ganz schön lustig!
Zu hoffen, daß die transhumanistisch-digitalen Kontroll-Freaks auch sonst stolpern werden. Der Energie- und Wasserbedarf von KI-Datencentern ist phantastisch hoch.
Vielleicht ist all das hochtrabende KI- und Tech-Geschwafel nur Täuschung und die ganze Sache wird ganz stumpf und dumpf mit Sweat-Shops à la China, Arbeitslägern und GuLags enden.
Also die ehemalige DDR wurde durch die Kredit-Schulden systematisch zugrunde gerichtet, der Fortschritt des Sozialismus bestand in der sozialen Sicherheit auch ohne den Glauben an Gott———soviel zu der sozialen Revolution die jetzt u.a. von den linksgrünen aufgeklärten Israelis wiederbelebt wird, sobald Trump/Netanyahu abtreten sind! We shall overcome den trumpschen Kapitalismus!Hoch die internationale Solidarität!
Da haben die DDR’ler aber ein Schweineglück gehabt, daß es bei ihnen keine GuLags gab. Denn die hätten alle im Westen gesehen, war zu dicht an der Grenze. Pech für die werktätigen Rußkis.
War bestimmt schöne Sklaverei in der Täteräh. Werden bald schon zurück sein die guten alten Zeiten.
In den 1980ern gesehen auf Bannern an der B5 (Transitstrecke von HH nach B): „Für den Fortschritt des Sozialismus!“ Richtig romantisch. Und ganz schön gruselig auch, da ging’s wohl um was Großes, keine Ahnung. Vielleicht um den Sieg der Arbeiterklasse, oder die wahre Lehre, oder den HistoDiaMat, oder das Leben nach dem Tod wenn vor der Planerfüllung, usw.
Danke für die Buchwerbung, Torsten. Nichtsdestotrotz gab es 5 Sterne. Die Sterne gab es, weil der …. Bundesrepublik bzw. BRD schrieb, sie aber im Kommentar Deutschland. Sie sollten es besser wissen, weil:
Shaef-Gesetz-Nr. 52 Artikel VII Ziff. 9 Buchstabe e:
Deutschland bedeutet das Gebiet des Deutschen Reiches, wie es am 31. Dezember 1937 bestanden hat. Zitat ende.
Aber der war nicht der einzige, der den Mauerfall bzw. den Niedergang der Sowjets voraus ahnte.
Schon vorher wusste DAS der Michael Wolski; weil Teil des Systems.
https://www.kla.tv/deutschland/31007
Gruß Karl
Gastauthor Werner Ranzinger „Chapeau für den Artikel“
Die Windmühlen in ihrem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf.