Dritter Text zum 2. Abschnitt des 14. Teils einer »Kritik der Psychoanalyse«

sigmund freud by max halberstadt

sigmund freud by max halberstadtAllgemeiner Hinweis: Der folgende Text steht unter der Überschrift »Zum Problem einer Zirkelschlussbegründung des gesellschaftlichen Ganzen«. Er gehört zum 14. Teil einer »Kritik der Psychoanalyse im Kontext des alltäglichen Nahbereichs«, deren einzelne Teile (1 bis 13) unten im Quellverzeichnis aufgeführt sind. Der 2. Text zuvor steht unter der Überschrift »Modalitäten der Subjekt- und Begriffsbildung«. Der 14. Teil insgesamt soll unter dem Titel »Probleme der Subjektbildung« stehen.

Zum Problem einer Zirkelschlussbegründung des gesellschaftlichen Ganzen

Der letzte Text zum Thema »Modalitäten der Subjekt- und Begriffsbildung« (Witsch E14 2026/05/05) legt das Ergebnis nahe, dass ohne Subjekt- und Begriffsbildungsvorgänge, die auf eine Herausbildung eines individuierenden und damit autonomen Subjekts gerichtet sind, Zerstörungen und die Chaotisierung sozialer und ökonomischer Strukturen, die den Weg in den Untergang vorzeichnen, nicht zu vermeiden sind.[1] Dabei gilt: Subjekt- und Begriffsbildung bedingen einander, bzw. sie sind zwei Seiten ein und derselbe Medaille.

Ihre Verbindung zueinander geht indes nur auf in einem sprachgestützten interaktiven Kontext, verstehbar im Sinne einer kollektiven Rekonstruktion materialistischer Analyse, der die Sozialtheorie: der gesamte sozialwissenschaftliche Diskurs, sich mental nicht gewachsen zeigt, letztendlich, weil sie sich für den Subjektbildungsprozess nicht interessiert[2], ein Scheißdreck, wie es in einem Brief an den Offenen Verteiler heißt.

Jener Subjektbildungsprozess ist schlussendlich nur möglich, wenn dem Subjekt das interne Regelwerk des herrschenden Wirtschaftssystems, das tiefergehend in den Regeln der Kapitalverwertung auf der Grundlage der Mehrwertfähigkeit des Subjekts begründet liegt, nicht aufgenötigt wird, mit dem es sich objektiv gesehen als ein Subjekt, das um Individuierung bemüht ist, nicht identifizieren kann, eben weil das kapitalistische Wirtschaftssystem sich selbst zerstört, solange seine internen Regeln der Kapitalverwertung auf der Grundlage der Mehrwertfähigkeit des Subjekts gelten; noch ohne, dass das von ihr terrorisierte Subjekt von dieser internen Unstimmigkeit wissen muss, resp. wissen muss, auf welche Weise jene Regeln im System sich intern todbringend für die Menschen ausleben.

Das Subjekt spürt indes durchaus, dass es in eine Beziehung zum System genötigt wird, die, hochabstrakt formuliert, gleichwohl in einer ein­fachen Denkfigur aufgehen soll, derzufolge es sich nicht gehöre, auf Kosten der Allgemeinheit zu leben, also müssen wir dir das Existenzminimum vorenthalten, solltest Du dich nachhaltig weigern, eine Arbeit, die wir dir anbieten, anzunehmen.

Von Jürgen Habermas und Wolfgang Detel wissen wir, dass sie, ohne Kraft zur Abstraktion, den Akzent auf oberflächliche Regeln legen, von denen sie glauben, dass sie eine Gesellschaft konstituieren und zusammenhalten, wiewohl im Kapitalismus so etwas wie Gesellschaft oder Gemeinschaft real gar nicht existiert, es sei denn als (sehnsüchtige) Fantasie, die sie für real halten, weil sie in der Lage sind, (große) Gefühle in jene Fantasie zu projizieren[3] und damit den gesellschaftlichen Kontext auf ein Gefühl, ihr ganz persönliches Gefühl, dazu, wie gleich zu sehen, auf einen Zirkelschluss reduzieren; etwa in der Art. Es existiert eine Gemeinschaft, weil nur so der Zusammenhalt von Millionen von Menschen gewährleistet ist, also muss es sie geben; und siehe da, es gibt sie, schließlich sitzen wir alle im selben Boot, leben alle irgendwie in (Familien-) Gemeinschaften. Warum sollte es sie daher als ein Ganzes nicht geben.

Durch diesen mit Gefühlen aufgeladenen Zirkelschluss hindurch müssen sie überzeugt sein, dass der Kapitalismus zivilisierbar sei, müssen sie die interne Zerstörungswut des Kapitalismus verbissen leugnen, den Akzent auf das legen, was sie sehen oder ins Auge fällt: auf die Notwendigkeit regelkonformen Denkens und Handelns im Kontext von regelbasierten Gemeinschaften, die es überall gibt, resp. über ein Regelwerk beschreibbar sind.

Eine Trivialität, die in der Realität, wie sie leibt und lebt nicht aufgeht, die ohne Unterlass von Wolfgang Detel, aber auch von Jürgen Habermas transportiert wird, die darin besteht, dass der Konsens – regelkonformes Handeln – primär ist. Nur durch ihn hindurch blieben Gemeinschaften oder Gesellschaften insgesamt stabil. Nur dass wir ganz unvermeidlich von Regelwidrigkeiten umringt sind[4], ohne die es Entwicklung in den sozialen und ökonomischen Strukturen nicht gäbe. Das sieht natürlich auch Detel. Dennoch dürfe man unvorhersehbaren Regelwidrigkeiten keinen Spielraum gewähren; notwendig sei, dass sie gewissermaßen geplant aus berufenem Mund erfolgten, mithin von einer sogenannten »scientific community« (Kap. 12.h.7, S. 345) abgesegnet würden. Das hört sich bei (Detel 1998, S. 302) etwas umständlich wie folgt an:

»Für eine taggenaue Ordnungslogik zeichnen die jeweils besten Köpfe der Gesellschaft verantwortlich. Sie stünden für die wichtigsten Prinzipien der Entscheidungstheorie (…). ’Welche sozialen Regeln wir ob ihres Ausschlusscharakters kritisieren, und welche wir im Gegenteil gerade deswegen akzeptieren wollen‘, hänge von unseren besten evaluativen Standards ab, die es geben müsse vor ’dem Hintergrund der Tatsache, dass in einem normen- und regelfreien Raum weder Handlungen noch Freiheiten im wünschenswerten Ausmaß möglich sind‘« (zitiert nach Witsch 2012, S. 173).

Hier regiert der (leere) Zirkelschluss: »beste evaluativen Standards« gibt es, weil es sie geben muss. Diese Denkfigur hört sich gut an, ist allerdings de facto leer[5], sofern sie auf eine eingehendere Analyse interner Funktionsmechanismen des Systems keinen Wert legt, weil sie angeblich als unproblematisch, geschweige denn als systemzerstörerisch gelten. Gelten sie als problematisch, müsste man sich über die Entstehungsbedingungen von Gemeinschaften Gedanken machen. Will man nicht, weil sie sich von den besten Köpfen der Gemeinschaft repräsentiert sehen. Punkt.

Die kollektive Analyse jener regelbasierten sozialen und ökonomischen Funktionsmechanismen ist für meine Begriffe Voraussetzung für eine bessere Welt; wobei der kritische Blick von außerhalb des Systems auf das System gerichtet sein muss, um eine unbestechliche Analyse zu gewährleisten. Die ist wiederum nur möglich unter der weiteren Bedingung, dass das Subjekt von Staats wegen nicht in eine Arbeit genötigt wird. Es sind dies strategische Forderungen an die Menschen, die an dieses System gebunden sind, und die deshalb keine unbestechliche Auskunft darüber geben können, wie die materiellen Voraussetzungen für soziale Strukturen konkret zu gestalten sind, um eine bessere Welt zu ermöglichen.

Es sind dies Forderungen, die allgemein gewollt sein müssen. Und sie können im Vorfeld ihrer Realisierung auch nur gewollt sein, weil sie als solche – im Gegenstandsbezug – einer Begründung nicht zugänglich sind, es sei denn im Zirkelschluss. Nur dass es sie – auf der Beziehungsebene – geben muss, ist begründbar. Es sieht indes bislang nicht danach aus, dass die Bürger dazu bereit wären, jene Forderungen zu wollen, eben weil sie als solche nicht begründbar sind, bzw. weil sich die Beziehungsebene im gegenstandsbezogenen »Rationalisierungswahn«[6], resp. in der Erklärung auflöst, so ich es in (Witsch 2012, S. 190f) formuliert und an anderer Stelle schon zitiert habe, diesmal aber etwas ausführlicher zitieren möchte. Dabei steht ein zu wollendes Allgemeininteresse im Zentrum, welches in der Lage ist, das gesellschaftliche Ganze – namentlich das, was uns alle verbindet – zu repräsentieren.

Ein solches Allgemeininteresse müsse absolut, mithin zirkelschlüssig oder tautologisch gelten, um Menschen zuverlässig zu verbinden. Begründet man es, kann es allerdings nicht mehr absolut gelten. Schließlich machen Begründungen nur Sinn, wenn sie – nicht zirkelschlüssig formuliert – auch scheitern können,

»womit wir beim Punkt wären: wie Habermas und der gesamte sozialwissenschaftliche Diskurs sagt auch Elias auf Hunderten von Seiten nichts Definitives: nicht ein einziges Mal, was er will und nicht zur Disposition steht. Warum auch? Erklären will man, sonst nichts. Nicht dass man ausdrücklich nichts will. Aber das, was man will, soll sich gefälligst mit welchen Erklärungen auch immer ins Benehmen setzen; lieber versteckt man das, was man will, in der Erklärung, und sich selbst gleich mit, um sich nicht aus dem Fenster hängen zu müssen, zu verpissen, wenn Gefahr ist im Verzug: Diskriminierung und Ausgrenzung drohen. Man sieht sich als Teil der Erklärung; genauso begreift man das Subjekt; es soll in der Erklä­rung begraben werden, wie zuvor in der Etikette. Man erträgt nicht einen wahren Wunsch (Anti-Ödipus). Aus gutem Grunde: ggf. bekommt das Subjekt Hartz-IV und gehört dann, auf dass der Mehrwert lebe, auf den Müll. Man sagt nicht: hinweg mit dir; nein, das wäre inhuman. Besser ist, das Subjekt in der Erklärung zu terminie­ren, dem Subjekt zu sagen, was es laut Erklärung zu wollen hat.

Peinlicher ist, dass der fleißige Sozialwissenschaftler nicht einmal ahnt, dass der Erklärungs-, bzw. Rationalisierungswahn das alte Theodizee-Problem reitet: wie der Glaube blindes Vertrauen zu Gott, seine unergründlichen Wege, impliziert, vertraut der Rationalisierungsfetisch auf geheime Ziele der Geschichte, an die man heute nicht weniger glauben muss als früher die Menschen des Alten Testaments an Gott; mit dem Unterschied, dass man heute glaubt, geheime und natürlich gute Ziele der Geschichte ließen sich mit rationalen Erklärungen freilegen; hingegen gesteht Gott offen ein: meine Wege sind unergründlich; völlig sinnlos, nach ihnen zu forschen. In dieser Hinsicht ist der Glaube an freilegbare Ziele der Geschichte durch Erklärungen in der Tat abergläubischer als jeder ordinäre Gottesglaube. In jedem Fall bleibt der Mund des Subjekts zugenäht, im Erklärungsfetisch viel fester als im Vertrauen auf Gott«.

Aber auch der Bürger sucht nach Erklärungen; diese kann es, weil frei nach Lacan verknüpft mit einem Schuldgefühl (vgl. Kap. 1.1, S. 4), nie hinreichend geben. Also lässt er Vorgänge der Zerstörung über sich ergehen bis zu einem Punkt, wo er sich final zur ewigen Ruhe betten kann, akzeptiert er in panischer Angst eine Gewalt destruktiver kapitalverwertender sozialer und ökonomischer Strukturen, eben weil er jene Strukturen nicht als destruktiv gegen sich selbst gerichtet begreift. Bestenfalls sieht er hier verschwörungstheoretisch böse Mächte am Werk. Die es geben mag oder nicht, die man erfinden müsste, deren Existenz man inszenieren müsste, wenn es sie nicht gebe, auf dass der von Panik ergriffene Bürger sich sinnlos abreagiere, auf dass sich nichts ändere. Und siehe da, es ändert sich doch etwas: es wird alles schlimmer.

Und weil der Bürger auf diesem Weg die Gewalt im Kontext von »Teilen und herrschen« selbst betreibt, versucht er dieser vollkommen vergeblich zu entgehen in einer behavioral exekutierten Anpassung dem politischen System (der Gewalt) und seinen Institutionen gegenüber, geht die Anpassung ihrerseits doch auf in einer wasserdichten (fest an Regeln gebundenen) Institutionalisierung seines Gemüts.[7] Sie legt, wie gesagt, den Akzent auf den regelbasierten Konsens. Einen solchen transportie­ren auch unsere Widerständler im Kampf gegen das System unermüdlich, freilich gegen das Phantom des tiefen Staates, der – es mag ihn geben oder nicht – an allem schuld ist, der den gesellschaftlichen Zusammenhalt zerstört, den es ohne den tiefen Staat angeblich unversehrt geben könne. Und den es geben muss, weil alle Welt sich nach Gemeinschaft und Zusammenhalt sehnt.

Ein Zirkelschluss wie er im Buche steht, der sich dadurch auszeichnet, dass er in der Erklärung das zu Erklärende sucht und, wie sollte er nicht, auch findet, und der deshalb auch alternativlos (immer richtig oder wahr) genannt werden kann.

Unter jener geradezu zwanghaften (neurotischen) Anpassungswut, die in alternativlos erklärenden Denkfiguren verborgen ist (wer ihnen nicht folgt, ist ein Verräter), leiden nun Wolfgang Detel und Jürgen Habermas, ohne es zu ahnen, und sie ahnen es in dem Maße nicht, wie sie sich den Institutionen der Wissenschaft distanzlos verbunden fühlen, so wenn Wolfgang Detel sich einer »scientific community« verbunden fühlt (Kap. 14.h.7, 345, 2. Absatz), der man vertrauen müsse, gleichwohl diese tatsächlich nur in seiner Fantasie herumgeistert[8], so wie der Gemeinschaftsbegriff in den Köpfen der Menschen generell herumspukt; und weil sie sich nach Gemeinschaft oder Zusammenhalt sehnen, muss es diese – einmal mehr zirkelschlüssig – auch geben, freilich zu den Bedingungen, die sie gegen den Außenseiter – seine individuierende Autonomisierung – postulieren, weil er mit ihren imaginären Gemeinschaftsfantasien nicht konform geht.

Anmerkungen

[1] Im »Ersten Gespräch vor der Kamera« (Witsch, Kahrs 2022/04/30), das ich mit Wilfried Kahrs (den leider verstorbenen Gründer von QPress.de) führte, behauptete ich, dass der Weg in den Untergang der menschlichen Spezies sehr wahrscheinlich vorgezeichnet sei, weil den Russen, um den Ukrainekrieg nicht zu verlieren, auf Dauer nichts anderes übrig bliebe, den Krieg immer weiter in kleinen Schritten zu eskalieren, sodass es zum Ende hin ziemlich wahrscheinlich zum Einsatz taktischer Atomwaffen durch die Russen kommen werde. Der folgende Text (ANews 2026/05/06) könnte diese pessimistische Prognose bewahrheiten. Dort heißt es einführend: »Der russische Geostratege Sergei Karaganow gilt als einflussreichster Berater von Präsident Wladimir Putin. Seine Thesen sind kontrovers, aber stets mit stichfesten Argumenten untermauert. In jüngster Vergangenheit forderte er beispielsweise, man müsse zur Abschreckung des Westens mal eine kleine Atombombe über Warschau abwerfen«. Im Text heißt es weiter, es sei »klar, dass eine solche Linie gegenüber Deutschland absolut notwendig ist. Ein Land, das zwei Weltkriege entfesselt und sich des Völkermords schuldig gemacht hat, hat kein Recht auf die ’stärkste Armee Europas‘ und schon gar nicht auf Massenvernichtungswaffen. Sollte es danach streben, müssen die deutschen Bürger verstehen, dass ihre Heimat zerstört wird, damit nie wieder von deutschem Boden eine Bedrohung für den Frieden ausgeht«.
[2] Vgl. Kap. 5, S. 84 – 99: »Die herrschende Sozialtheorie: nicht gesellschaftsfähig«.
[3] Vgl. die Kritik an Habermas in E12 Witsch 2026/02/16.
[4] Von nicht vorhersehbaren Regelwidrigkeiten lebt übrigens »das das überaus von Logik beherrschte Schachspiel« (Witsch 2012, S. 173; ergänzend Witsch 2012, S, 114 sowie Witsch 2013a, S. 152). Zum Thema »Regelwidrigkeiten« generell vgl. Witsch 2013a, S. 69 – 136.
[5] In den Werken von Detel und Habermas wimmelt es nur so von leeren, ich möchte sagen: die Realität »idealisierenden«, Denkfiguren oder Begriffen, übertragbar auf die herrschende Sozialtheorie, mithin den öffentlichen sozialwissenschaftlichen Diskurs generell (vgl. Kap. 5, S. 84 – 99: »Die herrschende Sozialtheorie: nicht gesellschaftsfähig«).
[6] Was es mit dem »Rationalisierungswahn« auf sich hat vgl. Witsch 2009, S. 138 – 141. Dort heißt es: Die [zirkelschlüssige] Störung will eine tote Welt, eine vollständig entschlüsselbare Welt, eine Welt, die im Rationalisierungswahn aufgeht, in der das Unvermeidliche vorgesehen ist (…) Kurz, sie will Weltflucht, auf dass jenseitige Welten über den Wolken leben« (Witsch 2009, S. 138f).
[7] Vgl. Kap. 13, S. 2 – 65: »Zur Institutionalisierung des menschlichen Gemüts«, ferner Witsch 2013a, S. 69 – 136: »Regelwidrigkeiten«.
[8] Vgl. in diesem Zusammenhang Kap. 7, S. 126 – 142: »Gespenster«. Dort geht es im intrapsychische Projektionen, und was sie im Gemüt der Menschen anrichten, wenn sie dem Innenleben nicht entrinnen und deshalb vom Subjekt (zwanghaft) als real angesehen werden und dabei der Zwangsstörung (Neurose) Tür und Tor öffnet.

Quellen

ANews (2026/05/06). Putin-Berater Karaganow: Weltkrieg hat längst begonnen.
Detel, Wolfgang (2011). Geist und Verstehen. Frankfurt/Main. Vittorio Klostermann-Verlag.
Detel, Wolfgang (1998). Foucault und die klassische Antike. Macht, Moral, Wissen, Frankfurt/Main 1998, 1. Auflage 1998 (zitiert nach der Ausgabe von 2006).
Witsch, Franz (2009). Die Politisierung des Bürgers. Beiträge zur Wahrnehmung und Produktion sozialer Strukturen. Erster Teil: Begriff der Teilhabe. Norderstedt. Verlag: BoD (zitiert nach der Ausgabe von 2015).
Witsch, Franz (2012). Die Politisierung des Bürgers. Beiträge zur Wahrnehmung und Produktion sozialer Strukturen. Zweiter Teil: Mehrwert und Moral. Norderstedt. Verlag: BoD (zitiert nach der Ausgabe von 2017).
Witsch, Franz (2013). Die Politisierung des Bürgers. Beiträge zur Wahrnehmung und Produktion sozialer Strukturen. Dritter Teil: Vom Gefühl zur Moral. Norderstedt. Verlag: BoD (zitiert nach der Ausgabe von 2017).
Witsch, Franz (2013a). Die Politisierung des Bürgers. Beiträge zur Wahrnehmung und Produktion sozialer Strukturen. Vierter Teil: Theorie der Gefühle. Norderstedt. Verlag: BoD (zitiert nach der Ausgabe von 2015).
Witsch, Franz (2015). Materialien zur Politisierung des Bürgers. Band 1: Ökonomische und moralische Voraussetzungen einer sozialverträglichen Gesellschaft. Norderstedt. BoD-Verlag.
Witsch, Franz (2015a). Materialien zur Politisierung des Bürgers. Band 2: Kommunikation unter Verdacht. Norderstedt. BoD-Verlag.
Witsch, Franz (2025/07/13). E1 Leerbegriffs-Psychoanalyse ohne Realitätsbezug. Verlag: QPress.de.
Witsch, Franz (2025/07/29). E2 Zirkelschluss-Analyse oder wie es die Psychoanalyse (Freud) schafft, den Realitätsbezug aufzulösen. QPress.de.
Witsch, Franz (2025/08/10). E3 Realitätsphobien, eingelassen in die Psychoanalyse sowie Sozialtheorien (Detel, Habermas, Bruder, etc.) generell. Verlag: QPress.de.
Witsch, Franz (2025/08/24). E4 Konfliktpositionen regressiv (realitätsphobisch) verarbeiten. Verlag: QPress.de.
Witsch, Franz (2025/09/11). E5 Mit Abreaktionen Zugehörigkeitsbedürfnisse ausleben. Verlag: QPress.de.
Witsch, Franz (2025/09/27). E6 Zum Begriff der Empathie in scharfer Abgrenzung zum Begriff des Mitleidens. Verlag: QPress.de.
Witsch, Franz (2025/10/06). E7 »Skotomisation« (Freud 1926, S. 86) oder wie Menschen ihre Existenz dystopisch verdunkeln. Verlag: QPress.de.
Witsch, Franz (2025/10/20). E8 Sozialtheorien als Totengräber des Sozialen. Verlag: QPress.de.
Witsch, Franz (2025/11/07). E9 Neigung zum strukturellen Desinteresse im Kontext einer »Institutionalisierung des menschlichen Gemüts«. Verlag: QPress.de.
Witsch, Franz (2025/12/01). E10 Menschen erzeugen in sich eine Verbindung zur Gesellschaft, die gestört ist. Verlag: QPress.de.
Witsch, Franz (2026/01/22). E11 Bürger transportieren in sich einen Gesellschaftsbegriff, durch den hindurch sie ihr eigenes Grab schaufeln.
Witsch, Franz (2026/02/16). E12 Zerstörung und Chaotisierung sozialer Strukturen.
Witsch, Franz (2026/03/19). E13 Über Bösartigkeiten auf der Beziehungsebene und wie sie sich im Innenleben erst ausbilden und dann ausleben.
Witsch, Franz (E14 2026/03/29). Vorrede: »Probleme der Subjektbildung«: Schutz suchen im eigenen Grab.
Witsch, Franz (E14 2026/04/14). 1. Abschnitt: Probleme der Subjektbildung: »Die Krankheit zum Tode« (Kierkegaard).
Witsch, Franz (E14 2026/05/02). 2. Abschnitt: Probleme der Subjektbildung: 1. Text:  Kierkegaard oder vom Wagnis, ein Einzelner zu sein, dabei Ruf und Ehre zu verlieren sowie den Verlierer in sich zu spüren.
Witsch, Franz (E14 2026/05/05). 2. Abschnitt: Probleme der Subjektbildung: 2. Text: Modalitäten der Subjekt- und Begriffsbildung.
Witsch, Franz; Kahrs, Wilfried (2022/04/30). Erstes Gespräch vor der Kamera.
Witsch, Franz; Kahrs, Wilfried (2022/04/30). Zweites Gespräch vor der Kamera.

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Über Franz Witsch 56 Artikel
Franz Witsch, geb. 1952, lebt in Hamburg und ist Lehrer für Politik, Geografie und Philosophie. Zwischen 1984 bis 2003 arbeitete er in allen Bereichen der freien Wirtschaft als Informatiker und Unternehmensberater. Heute schreibt er sozialphilosophische Texte und Bücher.

18 Kommentare

  1. 1.) Es wären gesellschaftlich anerkannte Intellektuelle schlecht beraten, ein in überschaubarer Zukunft unabwendbar eintretendes Malheur anzusprechen, für das es keine Kur gibt und von dem jedermann im stillen Kämmerlein – so hier nun die These – ohnehin bereits deutliche Ahnung hat oder sogar weiß. Was alles aber vor sich selbst und allen anderen beschwiegen wird, weil jenes Malheur Mangel, Not, Elend, Leid und Tod in gräßlichstem Ausmaß mit sich bringen wird. Niemand mag seine Mitmenschen oder sich selbst ohne triftigen Grund schwerst beunruhigen.

    2.) Mehr noch wird schweigen wollen, der eine Kur kennt, welche aber nicht funktionieren könnte, wenn bekannt würde, daß sie auf Lug und Betrug beruht. Indem sie ein Problem fingiert, dessen Lösung Maßnahmen verlangt, die zwar höchst unangenehm sind und für einzelne auch brutal sein können, die aber helfen, einen totalen zivilisatorischen Kollaps abzuwenden. Es würden diese Maßnahmen jedoch nicht befolgt werden, wenn das Problem als fingiert bekannt würde, weil man sich dann vorgeführt wüßte!

    Wovon hier oben die Rede ist. Unter 1.) angesprochen der von unablässigen Produktivitätszuwächsen verursachte zunehmende Verfall der Renditen und der sich zuletzt daraus ergeben müssende Zusammenbruch des globalen Finanzsystems, was einen Stillstand der Warenproduktion zur Folge hätte. Eine Menschheitskatastrophe also.

    Unter 2.) angesprochen als fingiertes Problem ist das sog. Klimagas bzw. der vorgeblich globale Katastrophen auslösende „menschengemachte“ Klimawandel. Zu dessen Abschwächung die Einführung einer Plan-, Zwangs- und Kommandowirtschaft in Vorbereitung steht, eine Form von Faschismus.

    Schlußfolgerung: Auch wenn Klimagas Betrug ist und daher unethisch, könnte dieser Betrug sehr vielen Menschen das Leben retten, indem er ermöglicht, die Warenproduktion aufrechtzuerhalten mithilfe von Plan-, Zwangs- und Kommandowirtschaft. Andererseits zeigen alle Formen von Totalitarismus eine Tendenz hin zu gewalttätigen Übergriffen und Exzessen, Gelegenheit macht Diebe.

    Nach allem aber wohl ist CO2-Faschismus dem sicheren Untergang vorzuziehen. Könnte gut sein, daß ich doch noch ein angstzitternd vor dem erschröcklichen Klimagas warnender Klimafaschist werde.

  2. Es wird zukünftig alles noch viel schlimmer werden, wenn wir nicht dieses sogenannte „Malheur“ nicht ansprechen.
    Diese Gesellschaft wird sich sowieso selbst vernichten wenn wir es nicht kontrolliert tun.
    Nur, haben wir es vielleicht noch in der Hand diesen Prozess in irgendeiner Form halbwegs friedlich zu lenken, indem wir uns von der herrschenden Klasse, ihrer Funktionselite und alle systembedingten Strukturen beseitigen.

    • Aus rein praktischen Gründen gehen Veränderung oder „Revolution“ allein MIT der herrschenden Klasse. Wobei diese selbstverständlich die Führung innehat. Schließlich besitzt sie die erforderlichen militärischen und organisatorischen Mittel, ausreichend KnowHow und materielle Ressourcen. Nicht eine einzige der bisherigen Revolutionen kam von unten, war immer nur Propaganda, um den Plebs hinter sich zu bringen.

      Ist mir auch ganz gleich. Bin zwar Verstandesmensch, aber nicht Rationalist. Die Moderne hat die Welt von Religion und Klerus zwar befreit, sie zugleich aber auch entzaubert und unter die Herrschaft der nackten Zahl gebracht. Nun gilt es, sie ohne Religion und Klerus RÜCKZUVERZAUBERN, denn anderenfalls würde es zu öde und zu blöde hier auf diesem Planeten. Biodynamische Landwirtschaft nach Rudolf Steiner sowie ein Ende des Kinderfolterns in der Stillsitzeschule wären da ein guter Anfang. Und dann Schritt für Schritt weiter hin zum großen Antidot allen Faschismusses, hin zur „Dreigliederung des sozialen Organismus“. Politik nervt bloß noch.

        • Mag sein, aber das nur dann, wenn sie triftige geopolitisch-ökonomische Gründe dafür hätten. Wie in der Ukraine, wohl weil man aus dem sehr fruchtbaren Land mit direkter und kurzer Seeroute nach Arabien und Nordafrika eine große Plantage machen will. Die Dschörmanskis aber stören nicht weiter. Sind ja brave Muttisöhnchen, die gern begeistert gehorchen, wenn sie sich irgendein „Mädchen“ zu ihrer Rauten-Mutti wählen dürfen. Und die etwas helleren Dschörmanen sind ohnehin schon abgehauen ins Ausland zusammen mit ihren Arbeitgebern. Falls man die Dschörmanskis aber tatsächlich weghaben wollen würde alle, so gäbe es mit Sicherheit keine Möglichkeit, es zu verhindern.

          Elite sieht so manches etwas anders bzw. rauher. Siehe Rulers of Evil, von Frederick Tupper Saussy (gab es zuletzt noch als freie engl. pdf; an die deutsche Übersetzung, Buch, ist aber wohl schwer heranzukommen).

          Wessen Zeit gekommen ist, der hat zu gehen. Immerhin hat Dschörmanie die in Europa höchste Übersterblichkeit laut Sterz, dem Ex-Cheftoxikologen von Pfizer. Aber es sollte dennoch das beste gehofft werden.

        • Ich bin eher mit PublicViewer einverstanden. Das gesellschaftliche Ganze ist nur kontrollierbar (kritisierbar) auf der Grundlage eines autonomen Subjekts, das den Blick von außerhalb des gesellschaftlichen Ganzen ungetrübt kritisch auf eben dieses Ganze legen kann. Innerhalb einer sozialen Struktur ist diese nicht unbestechlich kritisierbar und deshalb – nicht entwicklungsfähig – dem Untergang geweiht. Sicher, soziale Strukturen verändern sich immer, aber eben in den Untergang hinein ohne konstruktive Anstöße von außen. Anstöße gibt es natürlich auch immer (das römischen Reich war ihnen durch die Völkerwanderungen ausgesetzt), freilich ohne dass soziale Strukturen – selbstgerecht, wie sie nun mal für gewöhnlich sind – geneigt sind, sich konstruktiv von ihnen inspirieren (verändern) zu lassen, indem sie das Fremde (fremde Völker) dem eigenen Leben assimilieren.

          • Hier stellt sich natürlich auch ganz konkret die Frage, welche, Werte fremder Völker und Kulturen sich, nicht nur historisch gesehen, positiv auf das derzeitige Gemengelage auswirken können?
            Danke, im Übrigen für ihren Kommentar.
            Ich bin gar nicht mehr gewohnt mit dem Artikelersteller selbst zu kommunizieren und bin hoch erfreut eine, vielleicht ergiebige Diskussion weiter anzustoßen.

          • #Franz Witsch — Mein Argument ist, einem durchschnittlich intelligenten Menschen falle es leicht zu verstehen, warum unsere Gesellschaft bzw. die global€ industri€lle R€nditewirtschaft unabwendbar Chaos und Barbarei entgegengeht, totalem zivilisatorischen Kollaps. Ist leicht zu verstehen, geradezu selbstevident: Renditenverfall infolge fortgesetzten Produktivitätszuwachses.

            Weil es zur Abwendung totalen Kollapses leider aber allein die totalitäre Lösung gibt namens Plan-, Zwangs- und Kommandowirtschaft (in Form von Sozialismus, Korporatismus oder Technokratie), mögen Nichteliten sich nicht eingehend mit der zu ihrem Untergang führenden genannten Schwachstelle der industriellen Renditewirtschaft befassen, sie blenden das Erschreckende aus und überlassen das Heft des Handelns den Eliten. Die im vergangenen Jahrhundert bewiesen haben, schwerste Krisen der industriellen Renditewirtschaft in einer für die große Mehrheit noch erträglichen Weise zu lösen durch Faschismus, Krieg, Wiederaufbau und Neuverschuldung.

            Insbesondere Intellektuelle aus den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften halten sich in dieser Angelegenheit AUS GUTEM GRUND bedeckt. Da zu deprimierend alles für Nichteliten, würde niemand diese Intellektuellen hören wollen. Falls sie die Fehlstelle industrieller Renditewirtschaft sachrichtig ansprechen würden, müßten sie mit schwerster Repression rechnen! Verständlicherweise, niemand möchte sinnfrei in Angst und Schrecken versetzt werden.

            Also läßt man die Eliten deren Arbeit tun und versucht, diesen oder auch den Mitbürgern nicht unangenehm aufzufallen. Zumal die Hoffnung bleibt zu überleben. Jedermann zu wünschen, daß es gut für ihn ausgehen möge!

            • Nein, die Lösung heißt Anarchie

              Keine Herren
              Keine Sklaven
              Kein Staat
              Und wie gesagt, wenn wir es nicht schaffen die herrschende Klasse und den Kapitalismus zu beseitigen, bekommen wir ewiges Siechtum, durch die geplante NWO der sogenannten Elite.

              • Das Problem mit Anarchie ist, daß diese sich, im Unterschied zu Sozialismus, Korporatismus und Technokratie, nicht gewaltsam erzwingen läßt.

                Die auch als Kapitalismus bezeichnete industrielle Renditewirtschaft machte besonders, daß sie anfänglich nicht gewaltsam erzwungen zu werden brauchte. Leibeigene liefen ihren Grundherren davon, weil sie lieber in die Fabriken gingen — „Stadtluft macht frei.“

                Nachdem es die Leibeigenschaft nicht mehr gab, begann der Kapitalismus, den Menschen mithilfe der Staatsschule zum gehorsamen Lohnarbeiter zu konditionieren. Was diesen weit durchgreifender und effektiver zum Untertanen machte, als die religiöse Indoktrination zuzeiten der Leibeigenschaft dies je vermocht hätte.

                Der moderne Mensch will nicht wahrhaben, was aus ihm geworden ist. Ein geist-, seelen- und willenloses Geschöpf, das von den von ihm selbst immer stärker gemachten Produktivkräften immer tiefer ins Elend gestürzt wird. Weil mit wachsender Produktivität die Rendite verfällt.

                Wie sang eine schwedische Sängerin einst: „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen… .“ Nein, kein frivoler Scherz von mir: Beten wir für ein Wunder, anders wird es nicht gehen!

  3. Jetzt kommen ersteinmal 500.000 Afrikaner nach Europa, siehe:

    https://www.breitbart.com/europe/2026/05/10/over-half-million-migrants-waiting-in-libya-to-cross-into-europe-warns-greek-immigration-minister/

    Soviel zu der Illusion der Abschottung/Zugbrücke-hoch-Mentalität der rechten Narzissen, denn wer in seiner Heimat nichts zu verlieren hat, der geht jegliches Risiko ein, deshalb ist die trumpsche Stornierung der Entwicklungshilfe ein niederträchtiger abartiger Hochverrat, den die Europäer ausbaden müssen. We shall overcome den trumpschen Kapitalismus!Hoch die internationale Solidarität!

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