Haltungsfeminismus auf Gebührenkosten

feminismus

Anja Reschke hat eine Sendung. Sie heißt Panorama. Finanziert von Leuten, die sie für potenzielle Rechtsextremisten hält. Das ist die Grundlage, auf der wir arbeiten.

Das jüngste Produkt: ein Magazinbeitrag über den angeblichen Geschlechtergraben in Deutschland. Junge Männer wählen rechts, junge Frauen links. Männer sind einsam, frustriert, rückwärtsgewandt. Frauen emanzipiert, stark, zukunftsorientiert. Und wer schuld ist an allem – das weiß man nach drei Minuten.

Das Ergebnis ist kein Journalismus. Es ist Agitprop. Und zwar die durchschaubarste Sorte.

Das Rezept

Erst ein paar Ausschnitte aus den 60ern – Hausfrau, Pflicht, Eherecht. Dann ein paar TikTok-Mädchen, die erklären, sie brauchen keine Männer mehr. Dann ein Politologe, der erklärt, frustrierte Männer wählen rechts. Und am Schluss Björn Höcke, damit der Kreis sich schließt.

Wenn man bei Minute zwei weiß, was bei Minute vierzig kommt, ist das kein Journalismus. Das ist ein Katalog.

Das Interessante ist dabei weniger was gesagt wird, sondern was weggelassen wird. Der Osten war in vielen Bereichen frauenfreundlicher als der Westen – Abtreibungsrecht, Berufstätigkeit, Kinderbetreuung. Kommt nicht vor. Rechtswählende Frauen – Alice Weidel, Frauke Petry, Beatrix von Storch – kommen auch nicht vor. Würden das Bild stören.

Und die Selbstmordrate bei Männern, dreimal höher als bei Frauen? Burnout, Obdachlosigkeit, kürzere Lebenserwartung? Nicht erwähnt. Hätte man erwähnen müssen, wenn es um Geschlechtergerechtigkeit ginge. Aber darum geht es nicht.

Was der Bericht wirklich will

Das Ziel ist erkennbar. Einsame frustrierte Männer plus AfD-Logo im Hintergrund ergibt: einsame frustrierte Männer sind potenzielle Rechtsextremisten. Das ist die Gleichung. Sie wird nicht ausgesprochen. Sie muss nicht ausgesprochen werden. Das Bildmaterial macht die Arbeit.

Das ist Framing auf Grundschulniveau. Und es ist mit Gebührengeldern finanziert. Von genau den Leuten, die hier unter Generalverdacht gestellt werden.

Ein öffentlich-rechtlicher Sender, der ein Fünftel bis bald ein Drittel der Wählerschaft systematisch als rückständig, frustriert und gefährlich darstellt, hat seinen Auftrag verloren. Das ist keine Meinung. Das ist eine Funktionsbeschreibung.

Die Statistik, die nicht stimmt

Reschke zeigt Balken. Die AfD als Männerpartei, der Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Wählern der größte aller Parteien. Was nicht gezeigt wird: bei der CDU ist der Unterschied ähnlich groß. Bei den Grünen wählen deutlich mehr Frauen als Männer. Das würde das Bild komplizieren. Also bleibt es draußen.

Journalismus bedeutet, auch die Daten zu zeigen, die gegen die eigene These sprechen. Was hier passiert, ist das Gegenteil.

Das eigentliche Problem

Das Ironische an diesem Format: Es tut genau das, was es zu bekämpfen vorgibt. Es bringt Menschen gegeneinander auf. Es erklärt eine Gruppe pauschal für rückständig. Es bedient Ressentiments, nur eben die richtigen Ressentiments, die gesellschaftlich genehmigten.

Wenn Männer so über Frauen reden würden, wie hier über Männer geredet wird, wäre der Aufschrei groß. Die Asymmetrie ist das Problem. Nicht die Kritik an Ungleichheit, die ist berechtigt, sondern die Einseitigkeit mit der sie geführt wird.

Gleichberechtigung bedeutet, beide Seiten ernst zu nehmen. Nicht, eine Seite zur Tätergruppe zu erklären und die andere zur ewigen Opfergemeinschaft.

Das versteht Reschke entweder nicht. Oder es ist ihr egal. Beides wäre schlimm genug.

Was bleibt

Panorama existiert seit 1961. Es war mal ein Format, das Mächtigen auf die Finger schaute. Heute schaut es auf frustrierte Männer zwischen 18 und 30 und erklärt sie zum gesellschaftlichen Problem.

Der Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist Ausgewogenheit. Nicht Mobilisierung. Nicht Parteipolitik. Nicht Agitation.

Wer das mit Zwangsgebühren finanziert, hat eine berechtigte Frage zu stellen: Wofür genau zahle ich hier eigentlich?


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Über Torben Botterberg 3446 Artikel
Torben Botterberg verbindet Gegensätze mit einem Augenzwinkern: schwarzer Humor trifft auf Perfektionismus, ein erklärter Hang zur Prokrastination auf Texte, die erst dann das Licht der Welt sehen, wenn jedes Detail sitzt. Freiberuflich in Vermittlung und Verleih unterwegs, bewegt er sich beruflich zwischen Menschen, Projekten und Möglichkeiten, und privat am liebsten zwischen Chrom, Stern und Benz.Torben schreibt, um zu verbinden: Erfahrungen mit Einsichten, Gegenwart mit Erinnerung, Technik mit Temperament. Wenn er lacht, dann tiefschwarz, wenn er zweifelt, dann gründlich und wenn er veröffentlicht, dann mit dem Anspruch, dass jedes Wort hält was es verspricht.

3 Kommentare

  1. Reschke, oder einfach nur trash- ke TV. Ein widerliches Weib, hasserfüllt gegen alle und alles, am meisten aber wohl gegen sich selbst. Die kann weg. Die sollte dem Typen von Monitor, dem Resterampe- Restle, nach Bimbonesien folgen.
    Aber da gibt es doch leider noch unzählige solcher Propaganda Widerlinge: Blindarm- Rossette, Klebefuss, Böhmerclown und viele, viele andere… Ich bleibe dabei, der Öffentliche Rot- und Rotzfunk gehört ohne wenn und aber sofort abgeschaltet. Dies gültet aber auch für den SRF- Stall, nur mal nebenbei.

  2. Die Zukunft der zukunftszugewandten Frauen nennt man auch Dystopie. Frauen wählen öfter emotional getriggerten Irrsinn, Männer fallen seltener darauf rein. Man sieht es auch auf den Bildern ihrer Demostrationen. In Berlin würde ich solche Demonstrationen durch die Sonnenallee leiten und viel Spaß dabei wünschen.

  3. Eine historische Parallele sind vielleicht die zahlreichen Begründungen¹, warum Frauen kein Wahlrecht zusteht. Wenn das Pendel weiter in die eingeschlagene Richtung hüftwackelt, wird dann bald das Männer-Wahlrecht abgeschafft oder nur noch solchen gewährt, die als Beweis für ihr Nicht-Einsam-oder-Frustriert-sein mindestens 200 ‚erfolgreiche‘ Geschlechtsverkehre pro Jahr nachweisen können, ähnlich den Flugstunden, die ein Pilot braucht, um seine Lizenz zu behalten.

    ¹Gab es mal als dickes, erstaunlich unverstaubtes Buch (Englisch!?), in dem ich vor langer Zeit ein bisschen geblättert hatte

    In einem deutschen Städtchen, da lebte einst ein Mädchen
    Sie war so kalt
    Aber nein, Aber nein sprach sie: Das nützt mir nicht!

    In Karstadt’s EinkaufsReiche, da fand man ihre Leiche
    Sie war so kalt
    [Leider nur ein Fragment, irgendwie kriege ich sowas nie als Ganzes hin]

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