Liebe statt Angst – so einfach ist das

liebe

Es hat eine Weile gedauert, bis ich das wirklich verstanden habe. Nicht intellektuell – das geht schnell. Sondern so, dass es einen tatsächlich verändert.

Der Gegensatz von Liebe ist nicht Hass. Es ist Angst.

Klingt seltsam. Vielleicht sogar etwas zu spirituell. Aber bleib kurz da und les weiter.

Licht lässt sich nicht vertreiben

Stell dir einen Raum vor. Du willst ihn abdunkeln. Was machst du? Du nimmst das Licht weg. Du kannst keine Dunkelheit hineintragen – die ist einfach da wenn das Licht fehlt. Umgekehrt gewinnt das Licht immer. Jedes Mal.

Überträgt man das auf Gefühle, wird es interessant. Angst, Scham, Schuld – Dunkelheit. Liebe – Licht. Und der Punkt ist simpel: Du bekämpfst Dunkelheit nicht, indem du gegen sie anrennst. Du bringst Licht rein.

Das steht übrigens schon im ersten Johannesbrief. Kapitel 4. „Die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus.“ Frühe Christen wussten das. Dann kam das Mittelalter und mit ihm die Angst als Herrschaftsinstrument.

Was wir fürchten, das hassen wir

Die Angst verschwindet nicht sofort. Aber lerne zu unterscheiden. Und wer unterscheiden kann, fürchtet sich weniger. Was wir nicht kennen, fürchten wir. Was wir fürchten, lehnen wir ab. Was wir ablehnen, hassen wir. Das ist der Kreislauf. Und er lässt sich unterbrechen.

Dankbarkeit – der einfache Einstieg

Bedingungslose Liebe, ein großes Wort. Vielleicht zu groß für einen Morgen. Der einfachere Einstieg ist Dankbarkeit.

Wenn ich merke, dass ich anfange sauer zu werden, halte ich inne, denke an fünf Dinge, für die ich dankbar bin. Mindestens fünf. Bevor ich weiterreagiere.

Klingt fast zu einfach. Aber probier es mal ehrlich. Du kannst laufen, jemand im Rollstuhl würde das nehmen. Du atmest gerade frei, jemand auf der Intensivstation wäre froh drum. Das ist das absolute Minimum. Und die meisten von uns haben deutlich mehr davon.

Ich gehe noch weiter. Du kannst deinem Auto dankbar sein. Der freien Straße. Dem Kaffee, der noch heiß ist. Klingt nach Hippie-Gedöns. Ist es nicht. Es ist ein Schalter im Kopf. Von Enge auf Weite.

Was sich wirklich verändert

Wer das konsequent ausprobiert, berichtet dasselbe. Man fühlt sich heller. Leichter. Als wäre ein Dauerrauschen leiser geworden. Und dann passiert noch etwas: Die innere Stimme wird hörbarer. Die redet leiser als der innere Kritiker, viel leiser. Aber sie hat meistens recht.

Und dann der Satz, der alles zusammenfasst: Wenn du dich nicht magst, kann die Welt dich auch nicht mögen. Weil du das ausstrahlst. Weil das genau die Resonanz ist, die zurückkommt.

Du willst die Welt verändern? Fang mit deiner Reaktion an.


 

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Über Torben Botterberg 3419 Artikel
Torben Botterberg verbindet Gegensätze mit einem Augenzwinkern: schwarzer Humor trifft auf Perfektionismus, ein erklärter Hang zur Prokrastination auf Texte, die erst dann das Licht der Welt sehen, wenn jedes Detail sitzt. Freiberuflich in Vermittlung und Verleih unterwegs, bewegt er sich beruflich zwischen Menschen, Projekten und Möglichkeiten, und privat am liebsten zwischen Chrom, Stern und Benz.Torben schreibt, um zu verbinden: Erfahrungen mit Einsichten, Gegenwart mit Erinnerung, Technik mit Temperament. Wenn er lacht, dann tiefschwarz, wenn er zweifelt, dann gründlich und wenn er veröffentlicht, dann mit dem Anspruch, dass jedes Wort hält was es verspricht.

9 Kommentare

  1. Man Torben, an ihnen ist ein Priester verloren gegangen. Hätten sie die ‚Liebe‘ ausgelassen, wäre der Artikel sogar poetisch.
    Trotzdem greife ich DAS einmal auf.
    Wenn ich die Dunkelheit mit der Angst, den Lügen (Atombomben (Zwinkersmily), Krankheiten, Politik, etc.) gleichsetze, bleibt bei der Liebe nur die Wahrheit, welche immer wieder, wie Licht, in den Raum/ Gehirn der Menschen getragen werden muss. Gruß Karl

    • Moin Karl, ich möchte nicht mehr über das ganze negative Getöse schreiben. Eine lange Diskussion mit einem guten Freund vor zwei Tagen hat mir wieder bewusst werden lassen was ich früher auch schon oft mit Wilfried diskutierte: Wenn man sich in der ganzen negativen „Scheisse“ da draussen „suhlt“ und die auch noch durch Artikel schreiben verarbeitet zieht einen das immer weiter rein.

      Das habe ich auch in den letzten Wochen bei mir beobachten können. Ich wurde zunehmend aggresiver meine Gedanken drehten sich oft nur um diese Verarsche die sich um uns rum abspielt. Das bringt mich nicht weiter.

      Gottseidank habe ich Freunde, einen davon schon fast mein ganzes Leben lang. Dieser hilft mir immer wieder dabei mich in Selbstreflektion zu üben. Das Ergebnis ist dass ich momentan das Selbe betreibe was ich Wilfried damals zu erklären versuchte was mit ihm geschah, nämlich mich von dem ganzen Negativen da draussen runterziehen zu lassen. Als Aussenstehender erkennt man sowas oftmals leichter wie der davon Betroffene.

      Lange Rede kurzer Sinn: Ich werde mich künftig mehr auf positive Posts konzentrieren, der nächste Artikel ist gerade in Arbeit und zielt genau darauf ab. Ich hoffe das kostet mich nicht meine eh schon spärliche Leserschaft hier, aber wenns so sein sollte wirds einen Grund haben.
      Ich habe ja hier ausserdem noch weitere Autorenkollegen die sicherlich Ihrem Schreibstil treu bleiben werden und weiterhin die Welt sarkastisch beleuchten werden.

      Gruß Torben

  2. Uns trennt nichts von einem glücklichen Leben außer unserer Angst.

    Richte ich mein Leben darauf aus, das Angst machende zu vermeiden, so wird sich der Lebensalltag um Angst, Terror, Not und Graus drehen und die Welt wird die Hölle sein. Entscheidet man sich für Freiheit und akzeptiert mögliche Gefahren und Unsicherheiten, wird man die Welt wie eine der tollsten Sache wahrnehmen und sie auch so erleben.
    Das Leben ist nun mal lebensgefährlich, und nur die Angsthasen sind eigentlich schon irgendwie tot – sie haben nur vergessen auch umzufallen.
    Wer es schafft sich von seiner Angst zu befreien, wird von seinem Schicksal mehr belohnt werden, als er sich das je hätte vorstellen konnte.

    Fazit: „Ängstigen sollte man sich nur davor, zu viel Angst zu haben.“

  3. Ein schöner Ansatz, dass mit der Liebe. Kann aber auch sehr schnell missbraucht werden.
    „Wir sind ja alle so gut Freund“ da fühle ich mich in eine Parteiversammlung der Grünlinge oder ins Beamtenstadl versetzt. Wo Gruppenkuscheln oberstes Gebot ist.
    Ich sehe eher das olympisch-gesellschaftlich Prinzip von höher-schneller-weiter als grundsätzliches Übel an. Aber auch hier muß abgewogen werden, damit es nicht in Lethargie endet.
    Wir sollten ausgewogen handeln. Ying und Yang, erkannten schon die alten Chinesen.

  4. Sagt der Autor obigen Beitrags, der Gegensatz von Liebe sei nicht Haß, sondern Angst. Liebe sei Licht, Angst Dunkelheit! Und jedwedes Dunkle ende mit dem Erscheinen von Licht. Wohl wahr!

    ANGST. Wer hat Angst vor’m Schwarzen Mann, vor’m Jobkiller KI?

    „Fürchtet euch nicht,“ sagt der Dr. Jobst Landgrebe, seines Zeichens Mediziner, Biochemiker und Mathematiker! KI sei eine weit überschätzte Veranstaltung, sie könne nur sehr wenig bis fast garnichts. Die Transhumanistentruppe von Musk, Harari, Thiel usw. werde mit Krawall auf das Näschen fallen und zurückrudern müssen — KI ein zum Platzen verurteilter Hype!

    Vor allem ein Totalausfall sei KI auf dem Felde der Feinmechanik bzw. Feinmotorik. Siehe dazu auch das „Nervenbuch“ des verbandsunabhängigen Anthroposophen Dr. Peter Wyssling — ohne motorische Nerven keine Bewegungsprogramme! Tja, da wird es richtig lustig. Arme KI, ach!

    Neuer Schlachtruf ab heute: Hoch lebe das Handwerk! Freut euch, belustigt euch, AMUSEZ-VOUS:

    https://youtu.be/2fMPRNTOjW8

  5. Zieht man sich auf sich selbst zurück, ohne die Wahrheit zu artikulieren, haben die Lügner gewonnen. Ich denke dabei nicht einmal an mich selbst, sondern an die, die nach mir kommen. Ich gebe zu, dass es nicht leicht ist, die noch nie dagewesene Lügnerei der Machthaber emotional zu verkraften. Resultiert daraus ein berechtigter Zorn, so ist der ein Katalysator, sich für die Wahrheit einzusetzen. Es soll mir keiner damit kommen, dass niemand die ganze Wahrheit weiß. Die gibt es tasächlich nicht, aber es gibt einfache Teilwahrheiten, die selbst ein Kind begreift, z.B. dass es ohne CO2 kein Leben auf der Erde gibt, dass es die Aufgabe des Immunsystems ist, antigenproduzierende Zellen zu vernichten, dass Sexualentwicklungsstörungen kein Geschlecht oder selbstgewählte Lebensweisen sind u.a.m. Viel besser sollte man von Realitäten sprechen – keine Angst, die gewinnen immer. Und sie treffen jeden, egal ober er sich zurückzieht oder sich ihnen stellt.

  6. Selbst die fitten Bergsteiger die ihr Hobby über alles lieben und dabei alle Sorgen für eine gewisse Zeit vergessen/unterdrücken sind nicht mehr sicher, weil der Klimawandel alles durcheinander bringt, siehe:

    https://www.proplanta.de/agrar-nachrichten/umwelt/toedlicher-winter-mindestens-135-tote-durch-lawinen_article1775632558.html

    Soviel zu den psychologischen Tricks die die Wahrheit/Krieg/Elend/Klimawandel usw. für eine gewisse Zeit unterdrücken aber irgendwann kommt sie wieder hoch, deshalb ist es besser, etwas zur Änderung der Situation zu unternehmen, der Versuch allein ist es schon Wert und dient der Stärkung des Selbstwirksamkeitsgefühl/Resilienz,viel Erfolg!

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