Jörg Kachelmann hat gesprochen. Wer zu Ostern ein Feuer anzündet, ist Klimakiller, Asthma-Terrorist und – man ahnt es – irgendwie rechtsextrem. Der Mann, der vom Vorwurf der Vergewaltigung aus Mangel an Beweisen freigesprochen wurde und seitdem in der Schweiz lebt, erklärt Deutschland jetzt, was Deutschland darf.
Die Diagnose
Im Interview mit der Märkischen Allgemeinen Zeitung erklärte Kachelmann, Osterfeuer seien für Gesundheit, Umwelt und Klima eine „völlig bescheuerte Idee“. Der Feinstaub-Ausstoß übersteige laut ihm in der Summe das, was ein ununterbrochenes Autorennen auf dem Euro Speedway Lausitz über ein ganzes Jahr erzeugen würde.
Das klingt beeindruckend. Und wäre auch beeindruckend, wenn es stimmen würde dass Menschen jedes Jahr ein ununterbrochenes Autorennen zum Vergleich heranziehen. Tun sie aber nicht. Sie zünden einmal im Jahr ein Feuer an. Zum Frühjahrsanfang. Mit der Familie. Seit Jahrhunderten.
Kachelmann warnte zudem, Osterfeuer seien für Asthmatiker eine „echte Katastrophe“ und gäben Kindern einen schweren Rucksack auf den Lebensweg mit – besonders wenn sie nicht auf der richtigen Seite des Feuers stünden.
Die richtige Seite des Feuers. Merke: Wer auf der falschen Seite steht, trägt einen Rucksack durchs Leben. Wer auf der richtigen Seite steht, ist offenbar gerettet. Dieses tiefe meteorologische Wissen hat Kachelmann jahrelang für sich behalten. Zum Glück ist er jetzt da.
Der politische Draufschlag
Nun hätte es dabei bleiben können. Umwelt, Gesundheit, Feinstaub – das sind legitime Themen, auch wenn der Ton gewohnt herablassend ist. Aber Kachelmann wäre nicht Kachelmann, wenn er nicht noch eine Schippe drauflegen würde.
Im Interview sagte er allen Ernstes: „Das Thema wird durch Rechtsextremisten politisch aufgeladen und plötzlich zu einer essenziellen Freiheit, die diese verdammten Grünen uns auch noch nehmen wollen.“
Bitte kurz innehalten. Der Mann erklärt das Osterfeuer zu einem rechtsextremen Kampfmittel, beklagt gleichzeitig, dass die Grünen es nicht verbieten, und wundert sich dann, dass ihn irgendjemand nicht ernst nimmt. Das ist eine Leistung. Das schafft nicht jeder.
Auf X bedankte sich Kachelmann anschließend bei all jenen, die sich über seine Aussagen aufgeregt hatten – denn die Interaktion ermögliche ihm eine größere Spende an „Omas gegen Rechts“. „Vielen Dank allen Rechtsextremistinnen, die sich für ihr völkisches Brauchtum sympathisch engagieren“, schrieb er.
Wer also Holz verbrennt, finanziert unfreiwillig linksaktivistische Rentnerinnen. Das ist der Stand der Dinge.
Der Geschichtsunterricht
Gefragt, was er Menschen sagen würde, die im Osterfeuer eine wichtige Tradition sehen, antwortete Kachelmann: „Es war früher auch Brauch, Hexen zu verbrennen und andere furchtbare Dinge zu tun.“
Der Vergleich von Osterfeuern mit Hexenverbrennungen. Da hat jemand lange nachgedacht und ist zu dem Schluss gekommen, dass das eine gute Idee ist.
Noch bemerkenswerter: Kachelmann behauptete im selben Interview, Osterfeuer seien eine „zutiefst christliche Tradition“ – um dann zu erklären, er halte es für ein „Gerücht“, dass Christen dabei an die Auferstehung denken. Hätte er kurz nachgeschlagen, wüsste er, dass das Osterfeuer eine vorchristliche Tradition ist, die von der Kirche übernommen wurde. Es handelt sich um ein heidnisch-germanisches Frühlingsfest. Aber Fakten sind bekanntermaßen nicht die stärkste Seite des Mannes, der die Wettervorhersage zur Weltanschauung gemacht hat.
Was wirklich stört
Kachelmann hat sich, seit er extra nach Meißen gereist ist, um der AfD ein historisches Kornhaus vor der Nase wegzuschnappen, als Antifaschist der gehobenen Preisklasse etabliert. Er nennt AfD-Wähler pauschal „ekelhaft“, „faschistoid“ und „menschenverachtend“. Er sieht im Silvesterfeuerwerk Rechtsextremismus, im Osterfeuer Rechtsextremismus, vermutlich auch im Grillen eine latente Gefahr für die Demokratie.
Das Muster ist bekannt: Alles, was deutsche Normalität ist, wird mit dem Nazi-Stempel versehen. Nicht weil es stimmt, sondern weil es sich gut anfühlt. Weil es Klicks bringt. Weil die Empörung der anderen Kachelmann-Spenden für seine Lieblingsorganisationen generiert.
Tatsächlich hat das Umweltbundesamt für Osterfeuer eine Feinstaubbelastung von rund 2.400 Tonnen pro Jahr gemessen – zu Überschreitungen gesetzlicher Grenzwerte kommt es dabei in der Regel jedoch nicht.
Das steht sogar im selben Artikel, in dem Kachelmanns Aussagen zitiert werden. Es stört ihn nicht weiter.
Wer in der Schweiz lebt, Steuern in der Schweiz zahlt und von dort aus erklärt, welche deutschen Traditionen bescheuert, klimaschädlich und rechtsextrem sind – der darf das natürlich. Meinungsfreiheit gilt auch für Wetterfrösche im Exil.
Nur sollte er sich nicht wundern, wenn die Menschen, über deren Osterfeuer er wettert, das Feuer trotzdem anzünden. Wie jedes Jahr. Seit Jahrhunderten. Auf der richtigen Seite.

Allein wichtig ist die Feststellung, dass zu Ostern der Osterhase die Eier bringt, denn damit ist die ewig gestellte Frage geklärt, was zuerst da war – die Henne oder das Ei.
Sado-Maso zu Ostern?
Hat irgendwie Tradition.
Oh oh ! Es gibt, ganz nach links-woker Denkweise, zwei Arten von Feuer: Gute und Böse.
Böse sind alle Feuer, welche aus Vergnügen und/oder Tradition entzündet werden. Und solche die aus Vergeltung erbombt werden. Gut sind alle die, welche im Nanen der Demokratie und der Bekämpfung der Bösewichte entzündet werden. Natürlich tragen Osterfeuer das größte Stigma. Weil sie ohne wirkliche Notwendigkeit und , oh Schreck, aus heidnisch-christlicher Tradition einfach so entzündet werden. Da muss sich ein links woker (fast) Pädo schon mal zu Wort melden und sich seine Auftritte im ÖRR verdienen. Ich wälze mich dann gern in der Asche für den Frevel das ich Astwerk beigesteuert und dem umweltschädlichen Spektakel beigewohnt habe
Wegen der Waldbrandgefahr wurden die Scheiterhaufen letztes Jahr direkt neben der Feuerwehr abgefackelt und wer stundenlang ohne Sonnenbrille in die Flammen starrte braucht jetzt eine dauersonnenbrille——soviel zum Vertrag der Dorfältesten mit Fielmann, die Dorfinsassen haben eh keine Wahl, ist eine Pflichtveranstaltung so wie in der Ehemaligen DDR der 1.Mai, schön dummmm und nichts dazugelernt die Narzissen
Von dieser konkreten etwas abgehoben: Nach dem Ende einer langen Schönwetter-Phase fallen Traditionen¹ natürlich wie die Herbstblätter. Gut, dass wir von Hollywood² schon lange auf Neue und Ungewohnte vorbereitet werden; Noch besser, dass es selbst in den krassesten Post-Apokalyptika mindestens primitive Abgaben- bzw. Tribut-Systeme gibt, aus denen der Fortschritt zu gegebener Zeit³ wieder ein Finanzamt als zivilisatorischen Leuchtturm wachsen lassen wird.
¹Inklusive bisherige Selbstverständlichkeiten, die man kaum in die Schublade ‚Traditionen‘ eingeordnet hätte
²Neben anderen medialen Einflüssen
³Nach einem globalen Atomkrieg sollte man diesbezüglich eher nicht auf homo sapiens setzen, sondern auf z.B. intelligente Tintenfische mit Wanderlust aufs Festland
Seltsam, dass diese Figur sich in der Szene wohlzufühlen scheint, die ihn zum Absturz brachte. Es gibt Fachärzte für solche Symptome.
Bei Kachelmann fällt mir sofort der gute alte Soziologe Helmut Schelsky ein, sein Zwiebelmodell. Am untertänigsten seien obere Unterschicht und untere Mittelschicht, das Hauptwähler-Reservoir der Grünen. Hinzu das staatsschulisch und dauermedial hirngewaschene rote Fabrikproletariat, und schon fertig die rot-grüne Lauge.