Zum Mond – während die Erde brennt

mond

Am 2. April 2026, um 0:35 Uhr mitteleuropäischer Zeit, hob die größte Rakete, die die NASA je gebaut hat, vom Kennedy Space Center in Florida ab. Vier Astronauten auf dem Weg zum Mond. Der erste bemannte Mondflug seit Apollo 17 im Jahr 1972 – seit über 50 Jahren. Die Welt jubelt. Die Medien überschlagen sich. Ein historischer Moment.

Und unten, auf der Erde, brennt der Nahe Osten. Sterben Menschen. Steigen die Spritpreise. Hungern Kinder. Eskaliert ein Krieg, den niemand gewählt hat.

Aber zuerst: Zum Mond.

Glückwunsch – eine Rakete funktioniert

Man soll das nicht kleinreden. Artemis 2 ist der erste Einsatz des Orion-Raumschiffs mit einer vierköpfigen Besatzung. Das Europäische Servicemodul, entwickelt von Airbus in Bremen, bringt erstmals Menschen ins All. Technisch ist das beeindruckend. Ingenieure haben jahrelang daran gearbeitet. Menschen werden Dinge lernen, die irgendwann nützlich sein könnten.

Nur: Die Mission war ursprünglich für 2021 geplant. Dann für 2023. Dann für September 2024. Dann für Februar 2026. Wasserstofflecks, Heliumprobleme, Batterietausch, Rollback in die Montagehalle. Fünf Jahre Verzögerung. Milliarden Dollar. Und das Ergebnis ist: Man fliegt einmal um den Mond herum und kommt wieder zurück. Ohne zu landen. Als Test.

Großartig.

Was diese Rakete kostet – und was man dafür bekäme

Das Artemis-Programm hat bisher geschätzte 93 Milliarden Dollar verschlungen. Nur die SLS-Rakete selbst kostet pro Start über 4 Milliarden Dollar – mehr als jede andere Trägerrakete der Welt, deutlich mehr als vergleichbare kommerzielle Systeme. Es ist die teuerste Einwegrakete der Geschichte.

Für 93 Milliarden Dollar hätte man den Iran-Krieg nicht beenden können. Aber man hätte Millionen Menschen vor Hunger schützen können. Sanitärversorgung für die halbe Welt finanzieren. Schulen bauen, Krankenhäuser, sauberes Wasser.

Stattdessen: eine Rakete, die einmal um den Mond fliegt.

Das Argument der Befürworter – und was daran stimmt

Man wird einwenden: Raumfahrt ist Investition in die Zukunft. Technologietransfer. Inspiration für Generationen. Das stimmt, bis zu einem gewissen Grad. Teflon, Speicherschaum, Wasserfilter – zahlreiche Alltagstechnologien haben ihren Ursprung in der Raumfahrt. Das Artemis-Programm verfolgt langfristig das Ziel, eine dauerhafte Präsenz auf dem Mond zu etablieren und den Weg zu bemannten Marsmissionen zu ebnen.

Das ist ein legitimes Ziel. Die Menschheit sollte die Sterne erforschen. Das Universum ist größer als unsere kleinen Kriege, unsere Grenzen, unsere Ölfelder.

Genau da liegt der Widerspruch.

Wir erforschen das All – und verwüsten die Erde

Während Artemis 2 startet, ist die Straße von Hormus gesperrt. Bomben fallen auf den Iran. Treibstoff kostet so viel wie noch nie. Wirtschaftsinstitute warnen: Der Iran-Krieg halbiert das Wachstum, treibt die Inflation auf drei Prozent. Menschen können sich das Pendeln zur Arbeit kaum noch leisten. Landwirte protestieren. Familien rechnen.

Und die USA, die gleichzeitig diesen Krieg führen und diese Rakete starten, erklären der Welt: Wir wollen Frieden im Universum. Wir fliegen für die gesamte Menschheit. „Wir fliegen für die gesamte Menschheit“, sagte Astronaut Jeremy Hansen vor dem Start.

Für die gesamte Menschheit. Auch für die in Gaza. Auch für die im Iran. Auch für die, die gerade ihre Häuser verlieren, weil eine Supermacht entschieden hat, dass Bomben billiger sind als Diplomatie.

Die Menschheit, für die man fliegt, stirbt gleichzeitig unten.

Was Raumfahrt sein könnte – und was sie ist

Das Schönste an der Raumfahrt ist nicht die Technologie. Es ist die Idee dahinter: dass Menschen größer denken können als ihre Grenzen. Dass eine Gattung, die sich gegenseitig umbringt, gleichzeitig in der Lage ist, die Schwerkraft zu überwinden.

Das Problem ist die Reihenfolge. Man überwindet die Schwerkraft, bevor man gelernt hat, miteinander auszukommen. Man fliegt zum Mond, während man auf der Erde Krieg führt. Man träumt vom Mars, während man auf der Erde Menschen verhungern lässt.

Artemis 2 ist die erste bemannte Mondmission seit Apollo 17 – seit über 50 Jahren. In diesen 50 Jahren hat die Menschheit keinen einzigen größeren Krieg vermieden. Aber sie hat jetzt wieder eine Rakete, die funktioniert.

Das nennt man Fortschritt.


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Über Torben Botterberg 3419 Artikel
Torben Botterberg verbindet Gegensätze mit einem Augenzwinkern: schwarzer Humor trifft auf Perfektionismus, ein erklärter Hang zur Prokrastination auf Texte, die erst dann das Licht der Welt sehen, wenn jedes Detail sitzt. Freiberuflich in Vermittlung und Verleih unterwegs, bewegt er sich beruflich zwischen Menschen, Projekten und Möglichkeiten, und privat am liebsten zwischen Chrom, Stern und Benz.Torben schreibt, um zu verbinden: Erfahrungen mit Einsichten, Gegenwart mit Erinnerung, Technik mit Temperament. Wenn er lacht, dann tiefschwarz, wenn er zweifelt, dann gründlich und wenn er veröffentlicht, dann mit dem Anspruch, dass jedes Wort hält was es verspricht.

12 Kommentare

  1. Die Welt ist nicht genug.
    Größenwahn kommt vor dem Fall. Und der Chinese hat womöglich längst eine geheime Basis auf dem Mond .. .

  2. Was bringt es, zum Mond zu raketen?
    Bei unzähligen Problemen der Menschen auf der Erde fragt sich jemand, warum wir Milliarden von Steuergeldern ausgeben, um eine bemannte Rakete zum Mond zu schießen?

  3. Ich weiß eines ganz genau.
    Noch nie war ein Mensch auf dem Mond.
    Zu viele Fehler sind bei den Filmaufnahmen in den Hollywood Studios gemacht worden.
    Die NASA hat vom dem Mrd. $ schweren Mondprogramm-Märchen Artemis gleich mal ein eigenes Verarsche-Film- Studio direkt auf das NASA Gelände bauen lassen.
    Hauptaugenmerk war für die Erbauer eine echte Simulation im Wasser, die bei den
    ,,,Weltraumflügen,,, keine aufsteigenden Wasserperlen vor die ,,Weltraumlinse,,erzeugt.
    Die Hollywood Inszenierung von der ersten Mondlandung war so schlecht, dass die NASA sich entschlossen hatte, alle Fotos und Videos zu ,,verlegen,,. Unauffindbar.
    Übelste Verarsche für mehrere Billionen Dollar am amerikanischen und deutschen Steuerzahler.

  4. Mit fünfjähriger Verspätung bekamen sie nun endlich die Artemis 2 auf dem Weg zum Mond, um nun festzustellen, dass sie momentan eine Funktionsstörung mit der Bordtoilette haben, dessen Behebung, lt. NASA, wohl mehrere Sunden in Anspruch nehmen wird.
    Mit dem Bau von Toiletten scheinen die Yankees ein großes Problem zu haben, denn ihr teuerste Flugzeugträger, die USS General Ford, ist u.a. wegen 600 funktionsunfähiger Toilette für mehr als ein Jahr von der Front im Krieg gegen den Iran abgezogen worden.

  5. Gülle in Hülle und Fülle

    Da schweben sie im Weltenraum,
    vier kühne Astronauten,
    bisher kannte man sie hier kaum,
    die ihr Leben vertrauten
    einer kleinen Hülle aus Blech
    mit viel Technik um sie herum.
    Der Medienhörer hat das Pech
    man verkauft ihn für dumm,
    und die für dumm verkaufen gern
    die leben auch in einer Hülle,
    die hat keine Kühnheit im Kern,
    nur woke gutmenschliche Gülle
    – in Fülle.

  6. Ist denn noch niemandem aufgefallen, dass die VSAmiesen lügen, wenn die das Maul aufmachen?!
    Die Unterstützung Hitlers, VOR dem WK II. Dann die Unterstützung der Sowjets.

    Die Atombombe 1945.LOL. Die es Nie gab.

    Die Verwaltung Deutschlands, mit der BRD – die als Staatssimulation walten darf.
    Die vielen Anordnungen/ Verträge (mit der BRD) wo angeblich, seit 1952 die Souveränität Deutschlands garantiert ist/ wurde (Deutschlands, nicht die der BRD).

    Die erste Reise zum Mond ist eine Vielfach widerlegte Lüge gewesen. Ich empfehle den 10 Jahre später produzierten Film ‚Unternehmen Capricorn‘). https://www.youtube.com/watch?v=f2Z-SFkt5gw

    1990, wo die ‚Souveränität Deutschlands‘ in Stein gemauert wurde (Deutschlands, nicht der BRD). Im selben Zuge hat der Aussenminister, der VSAmiesen, den Art. 23, GG, gestrichen.
    Im gleichen Atemzug wurde aber Teile des Überleitungsvertrages/ Anordnung, von 1952/56, explizit ausgeschlossen – die militärische und die aussenpolitische Souveränität.
    https://odysee.com/@NemoDingsda:c/2-+-4—Vertrag:1

    2006,2007,2010, wurden, in der ’souveränen‘ BRD, die Geltungsbereiche der justiziablen Gesetze GESTRICHEN!
    http://zds-dzfmr.de/data/uploads/2007%20BGBl%20Teil%20I%20Nr.59,%20S%202614.pdf

    Diese Austellung garantiert KEINE Vollständigkeit.

    Das beste Beispiel, das die VSAmiesen lügen ist der Trumpel. Wenn der das Maul aufmacht kommt nur Scheixxe raus.
    Gruß Karl

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