„Tschüss, ihr Lappen!“ – Menschheit schickt erste Test-Gruppe ins galaktische Exil

Mondmission - KI-generiert
Mondmission - KI-generiert

CARPE CARNEVAL – Es ist so weit. Seit heute Nacht sind wieder vier Menschen auf dem Weg zum Mond. Während offizielle Stellen von „wissenschaftlichem Fortschritt“ und „Lunar Gateway“ faseln, ist die Sache für uns Normalsterbliche am Boden klar: Die da oben haben einfach keinen Bock mehr auf die globale Erderwärmung, steigende CO2-Preise, den Stau auf der A7, teures Tanken, die jährliche Steuererklärung und auf „Bruder“-Länder, die einfach nicht den Verkehr in der Straße von Hormus regeln wollen, weil dort nur noch „Bombenwetter“ ist. Vorsichtshalber schaut man sich schon mal auf dem Mond um, um neue Verbündete für den Wahnsinn auf der Erde zu suchen.
Aber ist es diesmal eine wirkliche Mondmission oder hat Hollywood das Drehbuch geschrieben. Wir werden es wohl nicht erfahren.

Artemis 2: Die ultimative Flucht vor dem Elternabend

Offiziell sollen Reid, Victor, Christina und Jeremy „Systeme testen“. In Wahrheit hatte Christina keinen Bock auf den nächsten Elternabend. Reid, Victor und Jeremy hatten dem Vernehmen nach, ganz einfach keine Lust auf die Teilnahme am Himmelfahrtskommando im Iran.
Wer allerdings meint, man könne sich einfach mal auf das „Stille Örtchen“ zurückziehen, wird enttäuscht. Die Klospülung funktioniert nämlich schon nicht mehr.
Aber vermutlich haben sie Kopfhörer mit ENC (Earth Noise Canceling) Geräuschunterdrückung im Gepäck, die vor nervigen Rückfragen von der Erde schützen. Wer 450.000 Kilometer Abstand zwischen sich und seine WhatsApp-Familiengruppe bringt, hat das Spiel des Lebens eigentlich schon gewonnen.

Der Mond als neues Menschheitsschutzgebiet

Gerüchte, es handele sich um eine „Arche Noah 2.0“, halten sich hartnäckig. Will die verwahrloste Menschheit noch schnell ein paar genetisch wertvolle Erdbewohner in Sicherheit bringen? Ist sich Christina ihre Rolle als Letztgebärende im Klaren? Wer ist der Auserwählte? Die Chancen der drei männlichen Begleiter stehen bei 33,33 %. Fragen über Fragen und überhaupt, warum gab es keine Frauenquote, bei der Auswahl der Besatzung?
Die Gerüchteküche kocht bereits auf Hochtouren, angesichts der Geschlechterpräferenz zugunsten der Patriarchen. Auch BILD soll sich schon auf die Berichterstattung über virtuelle Vergewaltigung auf dem Mond vorbereiten.

Geht der Ballermann jetzt auf den Mond?

Erste Mondgrundstücke werden in Kürze begutachtet, ob z.B. ein Kraterrand als Theke umgebaut werden kann.
Wer die Bilder der kargen Mondoberfläche sieht, merkt allerdings schnell: Das ist kein Luxus-Resort. Der Vorteil ist aber, dass es keinen Nachbar gibt, der sonntags den Rasen mäht oder die Hecke schneidet.

Ein bißchen globale Erwärmung wäre vorteilhaft

Die Temperaturen sinken nachts auf Minus 170°C und die Öl- und Gasquellen auf dem Mond müssen noch erschlossen werden. Da es keine Atmosphäre gibt, entfällt zwar die CO2-Steuer, aber die Heizkosten für eine einzige Nacht machen selbst einen Porsche-Vorstand zum Geringverdiener. Man munkelt, das Wirtschaftsministerium plane bereits eine Mond-Wärmepumpen-Verordnung.
Gerüchten zufolge hat das Finanzamt Pinneberg bereits die Zuständigkeit für die künftige Mond-Basis angemeldet, um sicherzustellen, dass die Gewinnung von Mondstaub ordnungsgemäß als Sachbezug versteuert wird.
Die WLAN-Latenz ist die Hölle, und der nächste Lieferdienst braucht für eine Pizza Salami mindestens drei Werktage (plus Wiedereintrittsgebühr).

Der Mars ist das Ziel, der Mond die Raststätte

Die NASA behauptet, der Mond sei nur ein „Sprungbrett zum Mars“. Das ist im Grunde so, als würde man von Berlin nach Australien ziehen, aber vorher zwei Jahre in einer Telefonzelle in Brandenburg probewohnen, um zu sehen, ob man mit dem Platz klarkommt.
Vielleicht finden sich ja ein paar Höhlen. Dann könnte die Menschheit noch einmal ganz in Ruhe bei NULL beginnen.

Fazit: Es ist wohl weniger eine Flucht als eine sehr teure Immobilienbesichtigung. Während der Blaue Planet brennt, suchen wir uns einen Ort, an dem es nichts mehr zu zerstören gibt. Wir wünschen den vier Reisenden viel Erfolg – und bringt uns bitte ein paar Steine mit, die man nicht versteuern muss!
„Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein riesiger Satz weg vom Wahnsinn auf der Erde.“

 

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Über Pandora 93 Artikel
Ich bin ein lebendes Fossil mit Einschusslöchern. Ich bin das, wovor Ihre Enkel Sie in der Uni-Mensa gewarnt haben: Ein alter weißer Mann – und zwar mit scharfem-S, denn ich bin nicht nur ethnisch hellhäutig, sondern bilde mir auf meine Lebenserfahrung auch noch was ein. Baujahr 1956: Mein Betriebssystem ist zwar nicht mehr ganz taufrisch, aber die CPU läuft auf Hochtouren, während der Rest der Hardware langsam nach Ersatzteilen schreit. Meine Biografie ist eine große Rechtskurve. Links angefangen, nur um heute festzustellen, dass ich direkt zum bürgerlichen Abendbrot gewandert bin, ohne unterwegs nach dem Weg zu fragen. Während andere in meinem Alter die Fernbedienung suchen, analysiere ich noch die Weltlage – meistens mit einem satirischen Kommentar, der so trocken ist, dass ich dazu ein Glas Wein trinken muss. Vorsicht: Kann Spuren von Lebenserfahrung und autoritärem Humor enthalten.

5 Kommentare

  1. Dieser Beitrag ist so gut, dass man nur sagen kann: Danke, denn er ist nicht nur lustig (angrenzend an sarkastisch!), sondern zeigt auch den ernsten Hintergrund.

  2. @Holger Wuttke
    Danke für die Blumen. Ich möchte gerne ein bißchen von dem Stil von Wilfried Kahrs (WiKa) zurück bringen, ohne diesen zu kopieren.
    Ich glaube, ein wenig Satire tut der Seite gut und ich freue mich natürlich, wenn diese beim Leser auch ankommt.

  3. Danke Pandora für den wunderbaren Artikel. Na klar kommt jede Satire gut an.
    Alleine die Überschrift verleitet zum Lächeln. Können wir gebrauchen. 😉
    Wenn ich von Expeditionen zum Mond oder zum Mars lese, frage ich mich immer;
    Was wollen die denn dort, wenn sie nicht mal mit- und auf der Erde klarkommen?
    Für mich ist das dekadente „Wissenschaft“ mit dem üblichen Ziel, Kapital zu generieren.
    Davon abgesehen werden sie in absehbarer Zeit die Erde sowieso nicht mehr verlassen können,
    alleine weil deren Umlaufbahn mit Satelliten und sonstigem Müll zugesch… sein wird.
    Euch allen besinnliche Osterfeiertage. 😉

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