Bargeldobergrenze: Wie die EU uns vor dem Bösen – und vor der eigenen Freiheit – schützt

Bargeld

Willkommen in der schönen neuen Welt des sauberen Geldes! Endlich ist es soweit: Die EU hat beschlossen, das Böse an der Wurzel zu packen – und zwar am Geldbeutel. Mit einer Bargeldobergrenze von 10.000 Euro wird jetzt nicht nur Geldwäsche, sondern auch gleich noch ein Stückchen Bürgerfreiheit abgeschafft. In Deutschland, dem Land des „Nur Bares ist Wahres“, dürfte das für Begeisterungsstürme sorgen. Oder eben auch nicht.

Geldwäsche? Aber sicher!

Natürlich, offiziell geht es um den Kampf gegen Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und andere Schandtaten. Wer möchte schon, dass dunkle Gestalten mit Koffern voller Scheine durch Europas Straßen flanieren? Aber Hand aufs Herz: Die meisten Deutschen hantieren beim Wocheneinkauf ohnehin selten mit fünfstelligen Beträgen in bar. Dennoch darf man sich nun freuen: Der Kauf eines Gebrauchtwagens oder einer besonders schicken Küche wird zum Abenteuerurlaub im Bürokratiedschungel.

Denn ab 10.000 Euro in bar ist Schluss mit lustig – und schon ab 3.000 Euro wird akribisch notiert, wer da eigentlich zahlt. Die Daten werden für spätere Rückverfolgungszwecke gespeichert, versteht sich. Was für ein Glück, dass wenigstens der Privatverkauf (noch) außen vor bleibt! Sonst müsste man demnächst auch beim Flohmarktbesuch den Personalausweis zücken, falls Omas altes Kaffeeservice plötzlich als Geldwäscheverdachtsfall gilt.

Die Zukunft ist digital – ob Sie wollen oder nicht

Aber keine Sorge: Wer weiterhin blitzschnell zahlen möchte, kann das ja tun – per Echtzeit-Überweisung. Da freut sich die Bank und der Algorithmus gleich mit. Die Digitalisierung unserer Zahlungsströme schreitet voran und macht unser Leben so herrlich transparent und übersichtlich – zumindest für jene, die auf die Daten zugreifen dürfen.

Man könnte fast meinen, hier wird weniger gegen Kriminelle als vielmehr gegen das Prinzip der Anonymität gekämpft. Denn Bargeld ist nicht nur Zahlungsmittel, sondern ein Stück gelebte Privatsphäre. Aber wem Privatsphäre eh suspekt ist, der kann schon mal für das nächste große Ding üben: digitales Zentralbankgeld mit Ablaufdatum! Dann heißt es nicht mehr nur „Geld regiert die Welt“, sondern „Die App sagt dir, wie lange du noch regieren darfst“.

Ablaufdatum auf dem Taschengeld?

Klingt absurd? Leider nein. In China testet man bereits digitale Währungen mit Verfallsdatum: Wer sein digitales Geld nicht rechtzeitig ausgibt, schaut in die Röhre. Das macht herrlich gelenkige Konsumenten und gibt dem Begriff „Sparstrumpf“ eine ganz neue Bedeutung – nämlich gar keine mehr.

Und wenn wir schon dabei sind: Die totale Kontrolle über Ihre Finanzen macht natürlich auch vieles einfacher! Keine illegalen Geschäfte mehr unterm Küchentisch, keine Spenden an unbequeme Organisationen ohne staatliches Okay und vor allem: keine Ausflüge mehr ins steuerliche Graubereichland. Sie glauben doch wohl nicht im Ernst, dass all das rein zufällig passiert?

Freiheit? War gestern!

Natürlich könnte man jetzt einwenden, dass mit solchen Verboten und Obergrenzen nicht Kriminelle getroffen werden, sondern vor allem die Freiheit aller Bürger beschnitten wird. Aber hey: Sicherheit geht schließlich über alles! Dass mit jedem Schritt in Richtung bargeldlose Gesellschaft ein weiterer Schritt hin zur lückenlosen Überwachung gemacht wird? Nebensache.

Wer heute noch glaubt, er könne mit seinem Ersparten machen was er will – der irrt gewaltig. Bald schon entscheidet eine Software darüber, wann und wofür Sie Ihr Geld verwenden dürfen. Und wehe dem, der aufmuckt: Der bekommt dann vielleicht einen freundlichen Hinweis per Push-Nachricht („Ihr digitales Guthaben läuft in 48 Stunden ab!“) oder einen gut gemeinten Ratschlag vom Kundendienstboten Ihrer Hausbank.

Europa spart sich die Freiheit weg

Die Bargeldobergrenze kommt – und mit ihr eine Ära neuer Möglichkeiten: für Banken, Behörden und Big Data. Für den Normalbürger bleibt immerhin das gute Gefühl, endlich ganz legal überwacht zu werden. Und wenn dann irgendwann das Bargeld ganz verschwindet und das digitale Geld nach Lust und Laune befristet wird? Dann können wir uns immer noch daran erinnern, wie schön es war, als unser Geld noch uns gehörte.

Bis dahin gilt: Zahlen Sie schnell – bevor Ihr Geld abläuft!

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Über Torben Botterberg 3355 Artikel
Torben Botterberg verbindet Gegensätze mit einem Augenzwinkern: schwarzer Humor trifft auf Perfektionismus, ein erklärter Hang zur Prokrastination auf Texte, die erst dann das Licht der Welt sehen, wenn jedes Detail sitzt. Freiberuflich in Vermittlung und Verleih unterwegs, bewegt er sich beruflich zwischen Menschen, Projekten und Möglichkeiten, und privat am liebsten zwischen Chrom, Stern und Benz.Torben schreibt, um zu verbinden: Erfahrungen mit Einsichten, Gegenwart mit Erinnerung, Technik mit Temperament. Wenn er lacht, dann tiefschwarz, wenn er zweifelt, dann gründlich und wenn er veröffentlicht, dann mit dem Anspruch, dass jedes Wort hält was es verspricht.

4 Kommentare

  1. Die Schweizer haben sich gewehrt. Da bleibt Bares noch Zahlungsmittel – gesetzlich.
    Die sind auch NICHT in der EU.

    Der Michel, in dem Pseudo-Staat NGO BRD/ Verwaltung der Wirtschaftsgebiete (GG), muss, MUSS, machen was die EU vorgibt. Weil deren Vorgaben in den Gesetzen/ AGB´s der BRD/ Verwaltung umgesetzt werden müssen. Kann JEDER nachvollziehen, der die Umsetzung, in der BRD/ Verwaltung der Wirtschaftsgebiete (GG) mit verfolgt (hat).
    Warum noch mal müssen wir in der Natod und der EU sein?
    Weil ein Referendum des Personals ausgeschlossen IST!

    Die NGO BRD muss auch machen, was die UNO vorgibt – vor den Gesetzen/ AGB´s der NGO BRD. DAS hat den Vorteil, das wir (auch Michel) uns auf die Menschenrechte, der UNO, berufen können.
    https://www.tu-chemnitz.de/tu/inklusion/PDF/Broschuere_70_Jahre_AEMR.pdf
    Allerdings muss man/ Michel die auch kennen bzw. lesen.

    Obwohl ich, als Deutscher, die UNO als Feind sehe, immerhin notieren die UNO das Deutsche Reich, immer noch (!), als Feindstaat, nutze ich die Menschenrechte der UNO.
    Was soll ich machen? Ich lebe nun mal in dem, immer noch besetzten und verwalteten Deutschland. Ergo hole ich meine Rechte, wo ich sie bekommen kann (hoffentlich). Gruß Karl

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