Der militärisch-industrielle Komplex lacht: Die Folgen des US-israelischen Angriffskrieges gegen den Iran

Wieder einmal hat sich die Menschheit selbst übertroffen. Nach Jahrzehnten geopolitischer Scharmützel, endlosen Friedensappellen und dem einen oder anderen Nobelpreis für besonders ambitionierte Ansprachen ist es endlich so weit: Der US-israelische Angriffskrieg gegen den Iran ist Realität. Und wie immer, wenn irgendwo auf diesem Planeten Bomben fallen, Raketen steigen und Drohnen surren, gibt es am Ende vor allem eines: Gewinner. Nein, nicht etwa Friedenstauben oder leidende Zivilisten – sondern jene, die schon immer in Krisenzeiten an der richtigen Stelle investiert haben.

Spritpreise im Steigflug – Danke, Hormus!

Die iranische Antwort auf die militärische Großzügigkeit aus Washington und Tel Aviv ließ nicht lange auf sich warten: Die Straße von Hormus – immerhin das Nadelöhr für rund ein Drittel des weltweiten Ölhandels – wird kurzerhand blockiert. Ein Geniestreich! Denn wer braucht schon billigen Sprit? Die Zapfsäulen Europas und der USA melden jedenfalls Höchststände. Autofahrer wischen sich das Benzintränen aus dem Gesicht, während sie den Gegenwert eines kleinen Gebrauchtwagens in ihren Tank kippen. In den USA wird das Sonntagsvergnügen „Roadtrip“ nun endgültig zum Privileg der oberen Zehntausend. Wer hätte gedacht, dass ein bisschen Krieg am Golf gleich ganze Tankstellenketten ins Luxussegment katapultiert?

Hypothekenzinsen: Träume platzen lassen sich auch ohne Raketen

Doch nicht nur der Spritverbraucher spürt die geopolitische Kreativität in den Geldbörsen. Auch angehende Eigenheimbesitzer dürfen nun miterleben, wie Hypothekenzinsen förmlich explodieren – ein Hoch auf die Unsicherheit! Da wird der amerikanische Traum vom eigenen Haus wieder zu dem, was er eigentlich immer war: eine hübsche Legende für Werbespots von Banken. Aber hey, man kann ja auch in einem SUV wohnen – sofern man ihn sich noch leisten kann.

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Wall Street jubelt: Krieg als Konjunkturprogramm

Während also Normalbürger zwischen Tanknadel und Baufinanzierung aufgerieben werden, gibt es einen Ort, an dem man sich vor Lachen kaum halten kann: die Wall Street. Besonders fröhlich zeigen sich Aktionäre von Lockheed Martin, RTX (ehemals Raytheon) und Northrop Grumman – jenen Firmen, deren Geschäftsmodell darin besteht, Lösungen für Probleme zu liefern, die andere erst geschaffen haben.

Lockheed Martin etwa darf sich über einen Kursanstieg von 3,4 Prozent an nur einem Tag freuen – ganz zu schweigen von fast 40 Prozent seit Jahresbeginn. Zufall? Oder einfach nur eine Frage des richtigen Timings? Immerhin wurde gerade erst ein Vertrag zur Vervierfachung der Produktion des THAAD-Raketenabwehrsystems unterschrieben. 400 neue Raketen jährlich statt bisher 96 – jede einzelne ein Schnäppchen zum Preis von 12,77 Millionen Dollar. Es lebe die Nachfrage!

RTX hingegen glänzt mit einem Tagesplus von 4,7 Prozent. Patriot-Raketen sind eben wieder in Mode – zumindest dort, wo sie gebraucht werden (also überall dort, wo die USA gerade Krieg führen). Northrop Grumman setzt noch einen drauf: Sechs Prozent Kursgewinn an einem einzigen Tag dank der Aussicht auf noch mehr Einsätze ihrer B-2-Tarnkappenbomber. Zwei Milliarden Dollar kostet so ein Bomber; eine Stunde in der Luft schlägt mit 150.000 Dollar zu Buche. Aber keine Sorge: Das zahlen ohnehin nur die Steuerzahler.

Responsible Statecraft? Nicht wirklich…

Das Quincy Institute for Responsible Statecraft wagt es zwar darauf hinzuweisen, dass hier Kriegsgewinnler am Werk sind – aber wer hört schon auf Spielverderber? Hauptsache, das Portfolio stimmt und die Dividenden sprudeln. Schließlich braucht das Pentagon mehr Geld als das gesamte Außenministerium; Diplomatie war gestern, heute wird investiert.

Kriegsgewinnler aller Länder, vereinigt euch!

Natürlich gibt es Verlierer: Pendler, Familien mit Eigenheimwunsch und alle anderen mit normalem Einkommen. Aber was soll’s? In jeder Krise liegt schließlich eine Chance – für diejenigen, die rechtzeitig Aktienpakete geschnürt haben.

Die Welt brennt? Kein Problem! Solange irgendwo ein Rüstungskonzern den Champagner öffnet und der Aktienkurs steigt, bleibt alles beim Alten. Und wenn Sie das nächste Mal an der Zapfsäule stehen und Ihr Konto weinen hören: Denken Sie daran – Sie leisten Ihren Beitrag zur globalen Sicherheit. Und zum Wohlstand einiger weniger.

Herzlichen Glückwunsch!

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Über Torben Botterberg 3440 Artikel
Torben Botterberg verbindet Gegensätze mit einem Augenzwinkern: schwarzer Humor trifft auf Perfektionismus, ein erklärter Hang zur Prokrastination auf Texte, die erst dann das Licht der Welt sehen, wenn jedes Detail sitzt. Freiberuflich in Vermittlung und Verleih unterwegs, bewegt er sich beruflich zwischen Menschen, Projekten und Möglichkeiten, und privat am liebsten zwischen Chrom, Stern und Benz.Torben schreibt, um zu verbinden: Erfahrungen mit Einsichten, Gegenwart mit Erinnerung, Technik mit Temperament. Wenn er lacht, dann tiefschwarz, wenn er zweifelt, dann gründlich und wenn er veröffentlicht, dann mit dem Anspruch, dass jedes Wort hält was es verspricht.

4 Kommentare

  1. Es ist wie schon seit Urzeiten : wenn ein Königreich, ein Staat, ein System kurz vor dem Abgrund oder dem finanziellen Kollaps steht musste ein Krieg her. Hier traf das gleich mehrfach zu. Die USA haben eine ausufernde Staatsverschuldung, Trump steht innenpolitisch unter Druck und auch international ist das Image der USA angekratzt.
    Das gleiche gilt für Israel. Geächtet für den Völkermord in Gaza, verurteilt für sein Vorgehen gegen den Libanon und auf den Golan Höhen. Erschüttert von Demonstrationen. Da wollte man die Gelegenheit nutzen und seinen Erzfeind mal eben schnell auszuschalten. Das dürfte allerdings gründlich in die Hose gegangen zu sein.
    Und die Rüstungslobby ?
    Nun die haben auch ne mächtige Ohrfeige bekommen. Ihre Kriegsgeräte sind teuer und wie sich zeigt wenig effektiv gegen die neuartigen Waffen des Iran. Waffen, die wohl mit Hilfe von Russland und China entwickelt wurden und die zeigen, daß der s g. Militärisch Industrielle Komplex etwas verschlafen hat. Was in der Ukraine noch funktioniert hat: immer mehr Waffen und Munition funktioniert im Nahen Osten nicht mehr. Wer kauft Waffen, die kaum noch wirkungsvoll sind ?
    Was über Jahrzehnte funktioniert und Gewinne generiert hat ist nun zu Militärschrott disqualifiziert.
    So wie es aussieht hat man ein Eigentor geschossen.
    Aber kein Grund zum Heulen. Kluge Investoren splitten ihre Anlagen und schließlich kann man auch an den exorbitanten Energiepreisen und am zu erwartenden Wiedeaufbau fürstlich verdienen.
    PS : Deutschland hat ja bereits 2 Milliarden für den Wiederaufbau von Gaza nach israelischen Vorstellungen in Aussicht gestellt !

    • #Anton, die VSAmiesen haben verfügt – und Langnase springt.
      (PS:) die Bundesrepublik Deutschland, die Verwaltung der Wirtschaftsgebiete (GG), hat in Aussicht gestellt, denn:

      Shaef-Gesetz-Nr. 52 Artikel VII Ziff. 9 Buchstabe e:
      Deutschland bedeutet das Gebiet des Deutschen Reiches, wie es am 31. Dezember 1937 bestanden hat.  Zitat ende. Gruß Karl

  2. Gemäß neuester Umfragen soll der Pistorius der beliebteste Politiker der Deutschen sein.
    Ich glaube, wir sollten den Moslems unser Land überlassen, denn die haben mehr Hirn. 😉

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