»Massenpsychologie und Ich-Analyse« (Freud) oder wenn der Wahn die Massen ergreift. 12. Teil

2025 06 17 sigmund freudEin Volk versinkt in geistiger Umnachtung
(Erich Kästner, 1931).

Allgemeiner Hinweis: Der folgende Text ist die 1. Version des 12. Teils einer Reihe von Texten, die nach und nach im Vordruck auf QPress.de in eine »Einführung in die Kritik der Psychoanalyse im Kontext des alltäglichen Nahbereichs« eingehen sollen. Die Kritik insgesamt wird Ende 2027 in drei Bänden erscheinen. Die bisherigen Teile sind im Quellverzeichnis aufgeführt.

E12 Zerstörung und Chaotisierung sozialer Strukturen

Friedenspolitik im Kapitalismus – eine Schimäre

Patrick Baab sagte einmal in einem Video-Beitrag sehr richtig, dass Argumente in politischen Auseinandersetzungen keine Rolle spielten, weil »Ressentiments sich vor die Vernunft geschoben« hätten, ohne allerdings genauer zu spezifizieren, was es mit dem Vernunftbegriff auf sich hat.[1] Es stellt sich die Frage, ob »Vernunft« sich gleichmäßig im Sinne aller Menschen in den derzeitigen kapitalistisch geprägten sozialökonomischen Strukturen überhaupt ausleben kann, das heißt auf eine Weise, dass sie für ein beliebiges (abstraktes) Subjekt[2] von praktischer oder »realer« Bedeutung ist?[3]

Das ist eine Frage, die uns immer wieder wird beschäftigen müssen. Auch was es mit der Prädikation »real« in Abgrenzung zu »eingebildet« auf sich hat: Baab verwendet den Vernunftbegriff gegenstandsbezogen im »Modus psychischer Äquivalenz«[4], wenn man so will »vernunftwidrig«, als käme ihm eine eindeutig identifizierbare Bedeutung zu. So kann es zum Beispiel heißen, vernünftig sei, wenn die Politik sich endlich auf eine Beendigung des Ukraine-Kriegs verständigen würde, oder wenn Meinungen (wieder) frei geäußert werden dürfen, vom Staat nicht mehr strafrechtlich verfolgt würden, also autoritäre Strukturen sich auflösten. Um es noch allgemeiner zu sagen: wenn soziale Forderungen, welche auch immer, sich endlich durchsetzen würden, als würden sie für sich selbst sprechen. Tun sie nicht; sie werden gesprächig erst in einem umfassenderen sozial-ökonomischen Kontext. So auch der Vernunftbegriff.

Zu befürchten steht: wir haben hier einen nostalgischen Traumtanz vor uns. Natürlich setzen sich »richtige« Forderungen, zum Beispiel Lohner­höhungen, auch mal durch, freilich im singulären Interessen für die, die einen tarifgebundenen Arbeitsplatz haben, und selbst dort nicht nachhaltig.

Allgemeiner formuliert: im Kapitalismus setzt sich eine Vernunft im Sinne aller Menschen schon gar nicht durch, wie Marx im Kapital nachweist: der Kapitalismus berge, so möchte ich ihn deuten, seine Zerstörung, mithin absolute Verelendung in sich selbst. Heute mehr denn je und einmal mehr durch Aufrüstung und Kriege, die die Verelendung beschleunigen, sodass sie sich tiefergehend nicht ohne Weiteres als durch die Kapitalverwertung verursacht zu erkennen gibt.

Das sagt selbst Björn Höcke im Gespräch mit (RtDe 2026/02/07): »Kriegswirtschaft ist der Zyklus eines untergehenden Systems«[5]. Muss der Satz falsch sein, weil er von Höcke kommt? Seit ihrer Gründung führen die USA Kriege; zunächst auf dem nordamerikanischen Kontinent vor allem gegen die indigene Bevölkerung (Indianer), und dann, nachdem sie weitgehend ausgerottet war, weltweit in ihrem unersättlichen Ausdehnungsdrang, der zwischendurch auch mal Pause machen muss, sodass sich Friedensbewegte immer wieder erfolgreich zu Wort melden können und dann auch mal gehört werden, etwa auf dem Weg zum Westfälischen Frieden von 1648. Dann kommen Kriege tatsächlich zu einem Ende, um allerdings später an anderer Stelle oder zu einem anderen Anlass wieder aufzuflammen.

So gesehen ist Friedenspolitik eine Schimäre, die die sozialen Strukturen und wie sie innerlich »ticken«, ignoriert, heute nicht weniger, solange der Kapitalismus existiert, der Aufrüstung und Kriege braucht, um existieren zu können (vgl. Gfp 2026/02/06).[6]

Mit der Meinungsfreiheit verhält es sich nicht anders. Sie ist eine Schimäre; sie existiert, weil es das Wort »Meinungsfreiheit« gibt, das – wie gesagt, im Modus psychischer Äquivalenz – so verwendet wird, als zeige es in der Realität auf einen eindeutig identifizierbaren sozialen Sachverhalt, andernfalls, so denkt man, das Wort doch gar nicht existieren würde, etwa in der Art: »Im Anfang war das Wort«, wie es im Johannes-Evangelium gleich zu Beginn so schön heißt.

Und tatsächlich hat es Meinungsfreiheit nie »wirklich« (real: konfliktfähig) gegeben. Wie auch unter Kapitalverwertungsbedingungen: in Verhältnissen, wo ein Kapitalist den anderen totschlagen muss, um zu überleben. So wie ein Arbeitnehmer, will er überleben, es sich auf Kosten anderer besser gehen lassen möchte. Der eine gewinnt, der andere verliert bis hin zur vollständigen Ausgrenzung oder (sozialen) Vernichtung, nicht zuletzt, indem der Staat ihn bis aufs Blut sanktioniert, wenn er eine ihm angebotene Arbeit nicht machen möchte.

Dieser unversöhnliche Antagonismus lässt sich ohne weiteres global auf Länder übertragen, gewissermaßen automatisiert in Zeiten übersättigter Märkte sie sich gegenseitig totschlagen müssen, um zu überleben, sodass internationales Recht (Völkerrecht, UN-Charta etc.) so gut wie nichts mehr gilt. Das trifft vor allem auf die US-Regierung zu, so Jeffrey (Sachs 2026/02/16) in einem offenen Brief an den UN-Sicherheitsrat. Im Brief heißt es, die Regierung habe

»ihre Strategie der Wirtschaftskriegsführung (…) offen dargelegt. Am 20. Januar beschrieb US-Finanzminister Scott Bessent in einem Interview in Davos, wie die USA den Zusammenbruch der iranischen Währung, eine Dollar-Knappheit und einen Einbruch der Importe gezielt herbeigeführt hätten, alles mit dem Ziel, wirtschaftliches Leid und Massenunruhen zu schüren. Bessent bezeichnete die daraus resultierenden Unruhen als ’sehr positiv verlaufend‘«. Weiter heißt es im Text: »Das auffälligste Merkmal der US-Kampagne für einen Regimewechsel im Iran ist das wiederholte Beharren der USA darauf, dass der Iran verhandeln müsse. Der Iran hat jedoch wiederholt verhandelt. Das Atomabkommen (JCPOA) wurde ausgehandelt und vom UN-Sicherheitsrat ratifiziert. Selbst nachdem der Iran im vergangenen Sommer erneut Verhandlungen aufgenommen hatte, sah er sich großangelegten Luftangriffen auf seinem Territorium ausgesetzt. Nun bekennen sich die USA offen zu ihrer Politik des wirtschaftlichen Zusammenbruchs und des Regimewechsels. Kein Land ist sicher, wenn die Vereinigten Staaten in den letzten Wochen unverhohlene Drohungen gegen den Iran und auch gegen mehrere andere Staaten, darunter Kuba, Dänemark und andere, aussprechen können«.

Nun, nicht nur Patrick Baab, sondern auch Zeitungsverleger Jakob Augstein sowie die Partei »Die Linke« (PDL) glauben, dass unter Kapitalverwertungsbedingungen sozialökonomische Beziehungen friedlich gestaltet werden können. Sie müssen davon überzeugt sein, weil sie im immerzu weiter sich verengenden Meinungskorridor mitdiskutieren wollen – nicht indem sie sich im Gegenstandsbezug anpassen, schließlich muss alles irgendwie nach »wirklicher« Kritik, Diskussion oder echter Opposition aussehen, sondern indem sie sich bestimmter moralisch motivierter, indes nur oberflächlicher Denkfiguren bedienen, die ihr Leben mit den herrschenden Kapitalverwertungsbedingungen kompatibel machen, dort sich nichts ändern darf, zumal sie mit Denkfiguren vor allem ihre geldwerten Verbindungen zur Politik sowie zum herrschenden Medien-Mainstream – den Wächtern der Kapitalverwertung – pflegen wollen, der ja nicht zuletzt die exorbitante Aufrüstungswut, eine Art von Rüstungs-Keynesianismus, rechtfertigt, den eine Nation braucht, um beim internationalen Totentanz ganz vorne mitzumischen.

Dabei möchte man, ein schönes Wort, Verantwortung tragen. Doch für wen und was? Annäherung an Russland – ja, aber nur unter dem Primat der Stärke.[7] Und die setzt nun mal Aufrüstung, aber auch Kriege voraus, um profitabel zu bleiben. In einem Artikel der Berliner Zeitung nimmt sich das dann so aus:

»Eine regelbasierte internationale Ordnung besteht nicht, weil sie moralisch schön ist. Sie besteht, weil es eine militärisch und wirtschaftlich starke Macht gibt, die sie absichert« (BZtg 2026/01/30).

Bundeskanzler Merz möchte ja, sagt er: mit Russland zu einem Ausgleich kommen (RtDe 2026/01/16). Freilich unter der Bedingung, dass Stärke primär ist. Primär deshalb, weil »Ausgleich« militärisch abgesichert sein muss; dafür muss sie sich regelmäßig ausleben können. Gewissermaßen in Übung bleiben. Und vor allem damit möchte die AfD sich im vorauseilenden Gehorsam für eine zukünftige Koalition mit Merz oder der CDU/CSU ins Benehmen setzen (vgl. RtDe 2026/02/12). Das wird Björn Höcke dann auch schnell akzeptieren; schließlich muss das Geschwätz von gestern nicht interessieren, wenn Besitzstände erobert werden können.

Vernunftwidrig: Verdrängung der Beziehungsebene

Dass es unter diesen immerwährenden Totschlagsbedingungen »wirkliche« Meinungsfreiheit nie gab, nicht geben kann, es sei denn irreal als schöne Vorstellung (Einbildung), erleben wir ganz real immer dann, wenn uns Konflikte, nachdem man sie glattgebügelt glaubt, doch einholen, etwa wenn sich in den sozialen Medien Menschen, auch sogenannte Wutbürger, zuweilen ungebührlich zu Wort melden, die früher in der freien Presse nichts zu suchen hatten. Sie mussten fressen und sie fraßen, was auf den Tisch kam. Heute fressen sie nicht mehr alles umstandslos in sich hinein; nicht zuletzt, weil ihnen der Arsch auf Grundeis geht. Dafür werden sie in wachsendem Maße diskriminiert und ausgegrenzt, ggf. mit Knast oder Strafanzeigen automatisiert belegt.

So einfach ist das. Patrick Baab weiß, wovon die Rede ist; auch er redet sich zuweilen um Kopf und Kragen; das macht ihn diskutierbar, ungeachtet dessen, dass seine Analysen ausschließlich im Gegenstandsbezug wurzeln. Wie auch nicht? Schließlich muss es (gegenständlich) um etwas gehen. Genauer: Analysen wuzeln tatsächlich im negativen Gefühl (Innenleben), das notwendig, wenn es im Innenleben nicht »mental gestört« verrecken will, im Gegenstandsbezug auf einen äußeren sozialen und mentalen Sachverhalt verweist (vgl. Witsch 2009, S. 31); wie gesagt ganz unvermeidlich gefühlsgesteuert:

»mir geht es schlecht, ich fühle mich verletzt; hier stimmt was nicht; hier muss was geschehen. Doch was und wie? Fragen über Fragen« (vgl. Witsch 2009, S. 20f).

Ein ganz entscheidender Satz, der wiederum auf die Beziehungsebene (das Innenleben) unmittelbar (zurück) verweist, die damit allein im Gegenstandsbezug nicht aufgeht, sondern darüber hinaus das Innenleben von Interaktionisten einbezieht (Gegenstandsbezug des Gefühls).[8] Dazu heißt es ein paar Zeilen zuvor an gleicher Stelle mit Verweis auf die »Recherche« von Marcel Proust:

»Der Sozius der Recherche zerlegt (analysiert) und rekonstruiert (…) unaufhörlich, wenn er interagiert. Dies gilt es als intakten Produktionsprozess sozialer Strukturen zu bewahren oder herzustellen, vielleicht einen solchen quasitherapeutisch freizulegen, wo er zerstört oder verschüttet worden ist. So was könnte man dann unabhängig davon, ob eine strafbare Handlung vorliegt, auch Resozialisierung nennen. Ja, und ungeachtet dessen, dass die äußeren Dinge primär sind, hat ein solcher Vorgang seinen Ausgangspunkt immer aus dem Innenleben heraus – gefühlsgesteuert« (ebd).

Heute sind wir allerdings von den Möglichkeiten einer anti-behavioralen Resozialisierung weiter denn je entfernt. Diese ist unvereinbar mit einer wachsenden Ausbildung eines autoritären Staates, in dem das Subjekt sich immer weniger frei zu äußern wagt. Und Ängste (negative Gefühle), die, wenn unausgesprochen, sich festsetzen und deshalb traumatisieren, machen sich in der Tat breit. Mit ihnen sieht sich das Innenleben und damit die Beziehungsebene unmittelbar (traumatisierend) einbezogen; freilich nur im Gegenstandsbezug, also unbewusst; dann stellt sich die Frage nicht, wie es denn dazu kommt, dass der autoritäre Staat sich ausbildet, noch dazu global, um auf dieser Basis die Zerstörung sozialer und mentaler Strukturen zu beschleunigen.[9] Die Fragen stellen sich ganz praktisch auch Widerständler, die die gesellschaftlichen Verhältnisse verbessern wollen, nicht hinreichend, die gegen autoritäre Strukturen auf die Straße gehen, die nicht selten im Falle von Meinungsverschiedenheiten nur Verachtung füreinander aufzubringen in der Lage sind, etwa, um ein Beispiel zu nennen, im folgendem an mich gerichteten Leserbrief von »Politikus« (Synonym):

»Mal eine Scherzfrage. Herr Witsch als Bundeskanzler, stellen Sie sich das mal vor. Mit jedem Bürger ein tiefenpsychologisches Gespräch auf der Couch (…). Wenn es konkret wird, hat der Herr Hilfslehrer nichts mehr zu sagen. Mehr Selbstentlarvung kann man ja kaum erwarten. Einen Dialog kann es nur geben, wenn es keine Sprachlosigkeit gibt. Wo kein Wort, da kann auch kein Gedanke sein.«[10]

Das »Prinzip der Nachsicht«

Fragt sich, wer hier spraclos ist. Um Argumente geht es in diesem Leserbrief mit Sicherheit nicht, vielmehr um Ressentiments, die sich laut Baab vor die Vernunft schieben, im Innenleben unreflektiert wüten gegen Gott und die Welt, also nicht einmal gegen eine bestimmte Person und ihre Argumente; und wenn, müssten diese überhaupt erst einmal erfasst werden, von Verstehen ganz zu schweigen.

Auch dürfen mögliche Gemeinsamkeiten keine Rolle spielen. Es geht um behaviorale Ausgrenzung: Der Kritiker will den zu Kritisierenden abstrafen für Dinge, die dem Kritiker vergleichbar in der Vergangenheit zugestoßen sind und unter denen er leidet, ohne es zu ahnen. Um Leid vor sich selbst zu verbergen, muss er sich abreagieren, jemand bestrafen können, für was auch immer, spielt keine Rolle, bis von ihm am besten nichts mehr übrigbleibt.

Politikus’ Bemerkungen stehen exemplarisch für andere, in denen mein Name beiläufig auftaucht, die sich alle auszeichnen durch ausbleibende Deutungsbemühungen von Texten, bzw. durch eine nicht hinreichende Deutung nach dem »Prinzip der Nachsicht«[11], um mögliche Gemeinsamkeiten aufzuspüren, die der Auseinandersetzung eine Grundlage geben, auf der sie gedeihen kann. Abgelehnt: Nachsicht herrscht im sogenannten »Offenen Verteiler« (OV) über weite Strecken nicht[12], zumal wenn unterbleibende oder nicht hinreichende Deutungen zynisch oder verlogen sich in einem liebenswürdigen Ton ausleben.

Für meine Begriffe schließt das Prinzip der Nachsicht massive Kritik, ja sogar offene Polemik nicht aus, wenn sie denn argumentativ unterfüttert, nicht einfach nur »gemein[t]« ist, wobei der Sprecher der Kritik natürlich immer damit rechnen muss, dass seine Kritik nicht hinrei­chend begründet ist, bzw. die Zielperson der Kritik recht haben könnte.

In der philosophischen-Zeitschrift (Hohe Luft 2018/11/28) heißt es eingehender zum Prinzip, dass, wenn von Nachsicht die Rede sei,

»ist nicht die Nachsicht des Klugen mit dem (noch) Dummen gemeint, sondern der bescheidene, demütige Umgang mit dem erreichten Stand des gegenseitigen Verstehens (…). Nachsichtigkeit (…) bedeutet zudem, dass jeder den anderen als Spendenden versteht und am Gelingen des gemeinsamen Verstehens (wie eines gemeinsamen Mahls) mitwirken möchte«.

Das Bemühen um verstehende Deutung eines Textes oder einer Äußerung des Gegenüber kann immer nur annähernd erfolgen, spielt aber dennoch eine tragende Rolle. Kritik sollte versuchen, sich in die Sichtweise des zu Kritisierenden hineinzuversetzen, ohne mit ihr deshalb gleich einverstanden sein zu müssen; es geht darum, dass innere Welten einander berühren, indes nicht nur zufällig (wie im Film »Der flüssige Spiegel« illustriert [Kap. 14.d.2, S. 55f]), weil Instinkte, zum Beispiel sexuelle Anziehung, vorherrschen, sondern systematisch im Bewusstsein gemeinsamer sozialer oder politischer Interessen, zum Beispiel gegen Verarmung, Obdachlosigkeit, Diskriminierung oder Ausgrenzung etc.; also ganz generell gegen die Zerstörung sozialer Strukturen; dies alles vorerst im Gegenstandsbezug. Das schließt ein, dass im »gemeinsamen« Gegenstandsbezug Gefühle oder Instinkte eingelassen sind, und damit die Beziehungsebene, die natürlich Verletzungen nach sich ziehen können, die wiederum im Gegenstandsbezug das soziale und politische Engagement behindern oder in einem fragwürdigen Licht erscheinen lassen. Dann stimmt allerdings etwas auf der Beziehungsebene nicht, die dann besonders im sozial-politischen Engagement kaum eine Rolle spielen würde, sodass sie sich lediglich hinter dem Rücken sozial engagierter Menschen, also unbewusst, mithin in Abreaktionen (Rechthaberei) auslebt, wie um Traumatisierungen (negative Gefühle) zu bannen; so im Diskurs um den (einen) »richtigen Weg« hin zu einer besseren Welt.

Doch bleiben Annäherungen verschiedener Sichtweisen (auf Dinge dieser Welt) nicht selten auf der Strecke; dann passiert es, dass Menschen im tödlichen Streit auseinander gehen, der sich auch – weniger dramatisch – in Ignoranz bemerkbar machen kann, eben weil die Sachebene die Beziehungsebene außen vorlässt, durch die hindurch das Innenleben der Menschen, ihre mentale Disposition oder geistige Verfassung, in den Fokus des Interesses gerückt würde. Davor haben Menschen Angst. Hanna Thiele im Offenen Verteiler findet es übergriffig, die Beziehungsebene, also das Innenleben, einzubeziehen. Sie möchte im Gegenstandsbezug vorankommen. Und wundert sich zuweilen, warum der Andere nicht erreichbar ist oder von ihren ewigen Wiederholungen sich genervt zeigt, die einem in der Tat schon mal zu den Ohren wieder rauskommen können.

Und dann gibt sich der Gegenstandsbezug viel zu oft mit der Begründung zufrieden, der nicht erreichbare Andere sei korrupt oder böse. Eine Leeraussage, mit der man unterschlägt, dass dieser Andere einfach nur nicht weiß, wie er sein Auskommen auf andere Weise finden kann. Dafür belügt er andere und nicht selten auch noch sich selbst, wenn er denn nicht zynisch sein will.

Die Menschen haben eben seit ihrer Kindheit nicht gelernt, über (ihre) Gefühle zu reden. Das macht sie als Erwachsene diskursunfähig, wie ich es im Offenen Verteiler (OV) über weite Strecken erlebt habe. Zum Beispiel in der Person von Martin Blumentritt; er mag philosophisch noch so belesen sein; dennoch halte ich ihn für einen diskursunfähigen Halbfaschisten, der den Krieg des israelischen Staates gegen die Palästinenser im Gaza-Krieg rechtfertigt, genauso wie er den US-Militärschlag gegen Venezuela sowie die Entführung und Verhaftung von Maduro rechtfertigt und zwar mit der Bemerkung, Maduro sei ein Dreckschwein, der es »verdiene«.

Und dann scheint er nichts einzuwenden zu haben an der Bemerkung von US-Präsident Trump, dieser habe eine Moral in sich, durch die hindurch er sein Denken legitimiere, sein Handeln leite, etwa den Militärschlag gegen Venezuela. Inter­nationale Regeln, die im Völkerrecht und der UN-Charta geschrieben stehen, interessierten ihn nicht.

Martin Blumentritt scheint Militärschläge und Regime-Changes ganz richtig zu finden und outet sich damit als moral- oder sozialtheoretische Null: seine Moraltheorie steht in keiner in sich stimmigen Verbindung zur sogenannten Frankfurter Schule, namentlich zu Adornos Philosophie, die er unentwegt positiv zitiert.

Wesentlich ist, dass der von ihm transportierte und ganz konkret poli­tisch motivierte Gegenstandsbezug belanglos neben seiner Philosophie steht. In diese ist die Beziehungsebene eingelassen ohne Beziehung zum Gegenstand, bzw. diese ist auf quasi-natürliche oder invariante Weise mit ihm verbunden, sodass sich jede weitere Debatte im Hinblick auf die Beziehungsebene erübrigt.

Dementsprechend redet Martin Blumentritt an zentralen Texten nicht nur von mir vorbei, wobei ich im Verhältnis zum Gegenstandsbezug die  Beziehungsebene ausdrücklich akzentuiere, und zwar in einem Text mit der Überschrift »Die herrschende Sozialtheorie: nicht gesellschaftsfähig« (Kap. 5, S. 84 – 99), deren Repräsentanten in meinen Augen wesentlich weder kritik- noch beziehungsfähig sind, es sei denn unter ihresgleichen, vorausgesetzt sie verbleiben im Kontext eines sehr verengten Meinungs­korridors weitgehend unter sich in ein und derselben – ihrer – Welt, noch dazu in der Überzeugung, sie würden das gesellschaftliche Ganze, gar alle möglichen Welten repräsentieren. Eine Anmaßung sondergleichen.

Doch worum geht es in dem besagten Text: es geht um unsere Bezie­hung zu einem beliebigen – einem abstrakten – Subjekt und seine Beziehung zum sozialen oder gesellschaftlichen Ganzen (vgl. Witsch 2013a, S. 14f), in dem es keine Rolle spielt, dem es sich zu unterwerfen hat, zum Beispiel indem es vom Staat in eine Arbeit, die es nicht machen will, gezwungen werden kann, oder es muss damit rechnen, bis aufs Blut sanktioniert zu werden, und damit aus allen möglichen Bezügen des gesellschaftlichen Kontextes herauszufallen.

Zu einem solchen Subjekt bleibt Martin Blumentritt, und nicht nur er, im Offenen Verteiler ohne Empathie. Oder er zeigt nicht, dass er eine solche in sich transportiert. Der Arbeitslose hat zu fressen, was auf den Tisch kommt, oder er soll »verrecken«. Vor allem hat er seine Schnauze darüber zu halten, wie er sich in den sozialen Kontext ein­bringen möchte. Debatte beendet! An dieser Stelle würde das Prinzip der Nachsicht vom abstrakten Diskurs auf die soziale Situation eines beliebigen Subjekts übertragen. Das passiert nicht, sodass man sagen kann: ein Diskurs findet dort, wo das Subjekt etwas zu sagen haben könnte, nicht statt.

Die Überschrift des Textes kann also so verstanden werden, dass die Sozialtheorie nicht nur gesellschaftsunfähig, sondern darüber hin­aus auch diskursunfähig ist, oder nur zu einem solchen Diskurs bereit, in dem es um ihre singulären Interessen geht, die sie unausgesprochen zu einem Allgemeininteresse stilisiert, das ausnahmslos alle Menschen anzuerken­nen haben bei Strafe kompletter Ausgrenzung. Ich möchte hinzufügen: von Nachsicht keine Spur.

Aus dieser Diskursunfähigkeit heraus, ich möchte sie »strukturell« nennen, neigen Menschen, wie im Offenen Verteiler zum Teil zu erkennen, dazu, Auseinandersetzungen zu chaotisieren oder zu zerstören, also ihre Gefühle hasserfüllt oder zynisch gegen andere auszuleben. Damit beziehen sie ihr Innenleben ein, selbst Hanna Thiele, die so etwas übergriffig findet, ohne dass sie merkt, dass sie selbst genauso gegenüber anderen verfährt, nämlich übergriffig, und zwar destruktiv gegen andere oder Mitengagierte. Wir sagten es schon: man verarbeitet negative Gefühle, indem man sie im Gut-Böse-Schema am Sündenbock abreagiert oder in ihm entsorgt, um auf diese Weise eigene Anteile an der Chaotisierung oder Zerstörung sozialer oder diskursiver Strukturen zu verdrängen, wie gesagt: negative Gefühle zu entsorgen bis zu einem Punkt, wo man sie selbst nicht mehr spürt, allerdings nicht nachhaltig: sie holen einen immer wieder ein.

O-Ton Hanna Thiele im Offenen Verteiler mehr als grenzwertig an mich gerichtet:

»Gerade unter dem Aspekt der Rechts-Phobie könnten die Absichten, die Franz Witsch mit seiner penibel-wörtlichen Öffentlichmachung im Internet verbindet, einem ganz anderen Zweck dienen als nur dem ’soziologischen Lernen‘. Jeder, der sich hier im Mail-Verkehr einmischt in dem Glauben, es ginge um eine politische Diskussion unter privaten Bürgern, landet so im regierungsgeförderten KI-Fahndungsapparat ’zum Schutz der Demokratie‘. Ich kann meinen Bcc-Verteiler nur warnen, sich dessen bewusst zu sein«.

Dummes Zeug, Hanna Thiele diskutiert als öffentliche Person. Professoren ohnehin. Erst recht in einem Verteiler, der sich offen nennt. Tatsächlich geht es ihr um Verunglimpfung meiner Person, um Abreaktion. Ich verstehe diese als uneingestandene Angst, Gefühle oder das Innenleben einzubeziehen. Dabei kommen die unterschiedlichsten Strategien, Diskurse zu verweigern, zum Tragen, resp. Kommunikationsverweigerung zu betreiben (vgl. Witsch 2009, S. 166), verbunden mit Abreaktionen, die den Gesprächspartner umstandslos (unreflektiert) ins Unrecht setzen, so wie, um ein weiteres Beispiel zu nennen, Jürgen Voges, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Neuen Gesellschaft für Psychologie (NGfP), in einer offiziellen E-Mail es mir angedeihen ließ, die er zugleich an den Vorstand der NGfP verschickte.[13]

Das Prinzip der Nachsicht: mit den herrschenden Verhältnissen nicht vereinbar

Alles schön und gut. Nur dass das Prinzip der Nachsicht, wie eben beschrieben, mit ganz konkreten Erlebnissen einhergeht, die erst einmal nur nahelegen (ohne etwas zu beweisen), dass Nachsicht mit den bestehenden sozialen oder gesellschaftlichen Strukturen nicht vereinbar ist, zumal diese Strukturen wiederum die mentalen Strukturen der Menschen massiv in Mitleidenschaft ziehen, sodass man meinen könnte, dass verdrängende unreflektierte Abreaktionen, die nicht unbedingt lautstark, vielleicht sogar in einem liebenswürdigen Ton daherkommen, geradezu unvermeidlich sind, stets schlimmer auf einer nach oben gerichteten Richterskala.

Das durfte ich nicht nur mit Jürgen Voges, sondern extrem grausam mit einem Mitglied im Offenen Verteiler erleben, der mir unterstellte, meine Beiträge ließen

»den Schluss zu«, ich sei »nichts weiter als ein ’agent provocateur‘«. Nur sei »noch nicht klar, für wen Sie arbeiten. Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich von jemandem aus Hamburg attackiert werde, der der 68er-Clique zuzuordnen ist«.

Fest steht, vor Hass triefende Anfeindungen schließen jeden weiteren sozial oder politisch motivierten Diskurs aus. Aber lernen kann man schon, dass, wenn die Beziehungsebene außen vor bleibt, bzw. nicht ausdrücklich diskutiert und damit das Innenleben einbezogen wird, Diskurse dazu neigen, sich über kurz oder lang aufzulösen oder sich unnachsichtig rechthaberisch und somit belanglos auszuleben, eben wie ich es auf den Kongressen der NGfP über weite Strecken aktenkundig erlebt habe, ohne dass sich Ressentiments auf den Kongressen unmittelbar zu erkennen gegeben haben, dafür aber im Nachhinein umso niederträchtiger im oben genannten Fall »Voges« (siehe Anm. [13]).

Über tiefere Ursachen der Zerstörung ihrer Beziehungen denken Menschen zu wenig nach

Niederträchtigkeiten sind im Kleinen (privat) wie im ganz Großen  (auf der internationalen politischen Bühne), aber auch in den (Mainstream-) Medien weit verbreitet. Das festzustellen bringt nicht viel, ohne sich um tiefergehende Ursachen zu bemühen; zunächst im Gegenstandsbezug: ich meine soziale Strukturen, in denen die Kapitalverwertung auf der Basis der Mehrwertfähigkeit des Bürgers eingelassen ist, und zwar als ein Prinzip zur Regulierung selbiger sozialer Strukturen, mit dem die Beziehungsebene präsent ist, ohne einer Diskussion zugänglich zu sein; da Menschen in ihren Beziehungen sich dem Prinzip sklavisch unterzuordnen haben bei Strafe ihrer Ausgrenzung bis hin zur existentiellen Vernichtung, wiewohl das Prinzip aus sich heraus schon Prozesse der Ausgrenzung induziert, die Menschen indes gehalten sind, ausdrücklich zu exekutieren.

Hier lebt sich die Beziehungsebene nicht frei, sondern vorhersehbar aus: grausam automatisiert, weitgehend unbewusst, sozusagen schlafwandlerisch im Kontext von »Teilen und Herrschen«, wo Menschen sich gegenseitig den Schädel einschlagen, moralisch begründet, versteht sich. Heute alles ganz normal in einer Zeit, in der die ökonomische Ungleichheit unter den Bürgern in wachsendem Maße zunimmt. Wie soll es auf dieser Grundlage Diskurse auf Augenhöhe geben? Man in diesem Zusammenhang anstatt von Regulierung wohl eher von wachsender Chaotisierung und Zerstörung sozialer Strukturen sprechen müsste, weil wir in einer Zeit leben, in der Menschen es immer schwerer fällt, sich unterzuordnen. In diesem Kontext sind sie gehalten, jene Zerstörungen eigenhändig zu exekutieren, eben durch Gehässigkeiten: Abreaktionen im Gut-Böse-Schema, ohne das Beteiligte auch nur ahnen müssen, dass sie Gehässigkeiten quasi im Sinne herrschender Verhältnisse anderen Menschen gegenüber ausleben. Zuweilen gänzlich ohne Not, einfach weil ihnen danach ist, oder weil es vermeintlich gute Gründe gibt; Gründe für ausbleibende Versöhnungsbereitschaft, nachdem Beziehungen zuvor erodiert oder zerstört worden sind. Und das unbenommen davon, dass Menschen auch mal zusammenkommen, um zu bedeuten, dass sie es gut meinen. Tun sie nicht, jedenfalls für gewöhnlich nicht nachhaltig, wie mir Hanna Thiele im Offenen Verteiler vollkommen argumentationsfrei, um nicht zu sagen besinnungslos bedeutete. Mit der ich mich einst am Telefon durchaus »gut« verstand. Doch was besagt das schon – sich verstehen.

Jeder kennt unangenehme Beispiele aus dem eigenen Leben, über mögliche Ursachen der Zerstörung denken Menschgen indes viel zu wenig nach; noch nicht einmal solche, die es eigentlich besser wissen müssten: Therapeuten, Psychoanalytiker oder therapeutisch engagierte Menschen, wie Camilla Hildebrandt in einem Artikel über die mentale Disposition unser Psychoanalytiker und Psychologen überzeugend ausführt. In ihm heißt es einführend:

»Die Psychoanalyse zielt auf die Befreiung von emotionalen Konflikten und die Förderung innerer Autonomie. Doch ab 2020 unterstützten fast alle psychologischen und auch psychoanalytischen Berufsverbände nicht nur die staatlichen Corona-Maßnahmen, sondern attestierten kritischen Patienten und Kollegen auch noch ein übersteigertes Misstrauen oder eine paranoide Haltung. Wie passt das zu den Grundsätzen des Fachs? Und was sagen die Protagonisten heute« (Hildebrandt 2026/02/06)?

Meine Stellungnahme im (neu aufgelegten) Offenen Verteiler, fällt entsprechend scharf aus:

»Der Artikel vermittelt einen Eindruck, wie heruntergekommen die psychoanalytische Zunft sich heute ausnimmt. Für meine Begriffe schon immer, nicht erst seit der Corona-Krise. Im Artikel ist sehr richtig von einer ’Kastration des Geistes‘ infolge der Corona-Krise die Rede, die es schon früher, halt wesentlich unauffälliger, gegeben hat. So als gebe es eine latente mentale Disposition hin zur geistigen Kastration. Schließlich entwickelt sich so etwas – wie auch immer, sei dahingestellt – nicht aus dem Nichts«.

Von einem offenen Diskurs innerhalb nicht nur der psychoanalytischen Zunft kann absolut keine Rede mehr sein. Schon immer nicht, selbst zu Freuds Zeit nur eingeschränkt; Versuche werden immer wieder vergeblich gemacht, so im Vorfeld des NGfP-Kongress am 7. März 2015, wo die NGfP mit der BPtK ins Gespräch kommen wollte, namentlich mit ihrem Vorsitzenden Rainer Richter. Vergeblich wie ich im Vortrag auf selbigem Kongress meinte: Ein Gespräch zu erwarten, sei so etwas wie Realitätsverlust. Man verkenne, dass Menschen wie Richter

»sich nichts dabei denken, Therapeuten für den Krieg zu instrumen­talisieren. Sie sind von ihrer mentalen Verfassung her nicht erreichbar«. Wobei »die Gedankenlosigkeit« nicht zufällig sei, sondern »systematisch eingelassen« »in den Diskurs (Witsch 2015a, S. 182).

Nicht zufällig heißt: Menschen sind nicht erreichbar, jedenfalls nicht öffentlich, bzw. bestenfalls hinter vorgehaltener Hand, weil es ihr Beruf ist, nicht erreichbar zu sein; sonst ihre psychische wie materielle Existenz auf dem Spiel stünde. Und wenn sie dann doch einmal den Anschein erwecken, sie seien erreichbar, wie der französische Präsident Macron, als er die Meinung vertrat, man müsse sich mit Russland wieder verständigen, dann nur, um die militärische Aufrüstung ungebremst hochzuschrauben, weil die Verständigung angeblich nur aus einer Position der Stärke heraus gelingen könne. In Wirklichkeit dient die Stärke dazu, überall auf der Welt militärisch intervenieren zu können, wie die USA es schon immer extrem aggressiv seit dem Zweiten Weltkrieg gemacht ha­ben. Da will die EU nicht außen vorstehen, nicht weniger als die USA als Bestie in der Weltpolitik agieren, die im Krieg ihre Zähne fletscht. Ihre Militaristen auch schon mal die Eskalationsschraube haarscharf an einer Kriegserklärung gegen Russland vorbei hochdrehen. So redet der

»Stabschef der französischen Streitkräfte, Fabien Mandon, (…) von einem Krieg gegen Russland (…) wie von einer beschlossenen Sache« (vgl. RtDe 2026/02/07a).

An dieser Stelle interessieren mich Schuldfragen wenig bis gar nicht, zumal sie auf der Hand liegen, als vielmehr sozial-ökonomische Strukturen, die uns mental, unser Innenleben, und wie wir es gestalten, prägen, sodass wir dazu neigen, uns selbst zu zerstören, selbst wenn wir uns als Kritiker besagter sozial-ökonomischer Verhältnisse aufspielen, etwa Yanis Varoufakis in einem Gespräch mit der Berliner Zeitung (BZtg 2026/ 02/01).

Er war griechischer Finanzminister zur der Zeit, als es darum ging, die Folgen der Finanzkrise 2008 aufzuarbeiten; zu seinem Verdruss wurden sie damals weitgehend auf dem Rücken der Griechen ausgetragen, die, wie es in der deutschen Bundesregierung um Merkel und Finanzminister Schäuble hieß, zu lange auf Kosten fleißiger Deutscher über ihre Verhältnisse gelebt und nun die Folgen dafür zu tragen hätten. Das wäre angeblich, so Varoufakis,  unter einem EU-Bundesstaat und einer gemeinsamen Fiskalpolitik sowie mit gemeinsamen EU-Bonds (Schulden) vermeidbar gewesen. Seine zentrale These: eine EU ohne echte politisch und noch nicht einmal ökonomisch motivierte Union wäre im Falle einer gemeinsamen Währung dazu verurteilt gewesen, auseinanderzubrechen.

Nun, die heutigen Verhältnisse scheinen ihm recht zu geben, freilich im Kontext einer systemaffirmativen Kritik, die das System der Kapitalverwertung weitgehend unberührt lässt. Die EU mag ja auseinanderfallen, freilich so wie die Welt heute mit oder ohne EU-Bundesstaat zerfällt, in der Länder dazu verurteilt sind, in übersättigten Märkten merkantil (wenn man so will neofeudal) auf Kosten anderer Länder zu agieren: sich selbst jeder der Nächste zu sein. Das entspricht einer weit verbreiteten mentalen Disposition politischer Repräsentanten sowie der Menschen ganz generell, von der Yanis Varoufakis nur nicht weiß, dass er sie – anders als seine politischen Widersacher (Merkel, Schäuble) – vor anderen wie vor sich selbst verbirgt.

Um nicht zu sagen: er weiß nicht, wie er innerlich tickt oder mental disponiert ist. Er verdrängt aber auch auf der Gegenstandsebene, nämlich dass die Folgen kapitalistischer Systemkrisen grundsätzlich zu tragen sind, vornehmlich von den Ärmsten. Nur möchte er selbst und seine Griechen nicht zu den Ärmsten zählen. Entsprechend fällt seine Kritik aus – systemaffirmativ verlogen, die Beziehungsebene verfehlend.

Eine solche Prägung auf der Beziehungsebene, uneingestanden lediglich mit zu den Gewinnern gehören zu wollen, wird geradezu wie besessen verdrängt, indem Menschen weitgehend im Gut-Böse-Schema mentalisieren[14], selbst wenn sie es, wie Yanis Varoufakis, besser wissen könnten. Wollen sie nicht.

Ein Maß zur Bestimmung der Qualität einer Beziehung

Um nun auf den Begriff der »Nachsicht« zurückzukommen: In einer solchen sozialen Gemengelage der Zerstörung sozialer wie mentaler Strukturen kann es keine »Nachsicht« geben aus einem wesentlichen Grund: die Perspektiven von Arm und Reich, zwischen Gewinnern und Verlierern in der Gesellschaft passen immer offensichtlicher immer weniger zusammenpassen: sie stehen sich immer unversöhnlicher gegenüber; weniger dramatisch formuliert: sie haben sich immer weniger zu sagen, so wie Menschen, die sich nahestehen, sich immer weniger zu sagen haben, und wenn doch, finden Menschen zufällig zusammen, um immer öfter immer schneller wieder auseinanderzugehen, es sei denn, sie sind in existentiellen Abhängigkeiten aufeinander bezogen, sodass sie sich genötigt sehen, zusammenzustehen oder aber auch, sich totzuschlagen, wenn ihre subjektive oder instrumentelle Vernunft es nahelegt[15], man einen Vorteil aus der Nicht-Existenz des anderen ziehen kann.

In diesem Syndrom eines »Jeder gegen jeden« wird es immer schwerer zu bestimmen, was Beziehungen zusammenhält, ob aus freien Stücken, oder weil man sich genötigt sieht. Doch nicht etwa Liebe nur, weil Instinkte der Anziehung es gebieten? Um danach, wenn Gefühle der Anziehung erodieren, Beziehungen erodieren zu lassen? Kaum zu entscheiden; es gibt kein Maß, jenseits intensiver Gefühle die Qualität einer Beziehung zu beurteilen, es sei denn über ein Maß, das sich vollkommen unzureichend aus der Beziehung selbst versteht[16], sodass von einem Maß, das misst, ernsthaft die Rede nicht sein kann.

So gesehen schlafwandeln oder mentalisieren Menschen ziemlich desorientiert in ihren Beziehungen vor sich hin. Sie möchten, dass es ihnen gut geht; ohne zu ahnen, dass sie es nur zufallsgesteuert anstreben, es auch (ohne außersubjektives Maß) nur zufallsgesteuert geht; dann hängt nicht weniger zufallsgesteuert der Haussegen auch schon mal schief, für gewöhnlich besinnungs- oder gedankenlos. Der andere ist schuld oder passt nicht, wenn’s schlecht läuft oder kompliziert oder unübersichtlich wird. Dann greifen Vereinfachungen im Gut-Böse-Schema. In diesem Schema hat Analyse zur Stärkung von Konflikt- und Beziehungsfähigkeit, die ihren Namen verdient, keine Chance, sodass Menschen sich generell, auch die Verlierer untereinander, immer weniger zu sagen haben, zumal sie von einer öffentlichen Meinung geprägt sind, die gezielt im Gut-Böse-Schema, vom großen Geld und seinen Eliten geprägt, mentalisiert: nach dem Syndrom »Teile und herrsche«; sodass soziale Strukturen sich auflösen, noch dazu durch zahlreiche Kriege in die Auflösung oder Zerstörung getrieben werden. Von vielen Menschen unbemerkt, weil sie es ganz normal finden, im Gut-Böse-Schema zu denken. Sie suchen und finden Schuldige, die sie für Auflösungsvorgänge verantwortlich machen können, und verkennen dabei umfassende oder tiefere Ursachen der Auflösung, von denen sie geprägt sind, die noch dazu zentral in einer wachsenden Ungleichheit zwischen Arm und Reich wurzeln, die wiederum zentral unter Kapitalverwertungsbedingungen ganz unvermeidlich ist.

Doch wie sich dagegen zur Wehr setzen, ohne dass die eigene Identität oder das eigene Selbstwertgefühl auf dem Spiel steht? Ganz einfach, aber schwer zu realisieren: indem man in die Analyse das Innenleben, vor allem auch das eigene, einbezieht, indem wir lernen, über Gefühle zu reden, mithin darüber, worauf sie extern verweisen, und zwar schon im Vorfeld von Ausnahmesituationen, ohne im Gut-Böse-Schema abreaktiv zu mentalisieren; so wie Sabine sich erst in einer Ausnahmesituation genötigt fühlte, sich kritisch gegen die Corona-Politik des Staates einzubringen, nachdem sie feststellen musste, dass ihr Sohn Pascal sehr wahrscheinlich wegen der Covid-19-Impfung sterben musste. Darüber hat sie dann auf sehr berührende Weise mit Ben Berndt vor der Kamera gesprochen, geschlagene 2 Std., 39 Min. (vgl. Ben Berndt 2026/02/03).

Aus diesem Gespräch können Zuhörer viel lernen über »kaputte« Ver­hältnisse, in denen wir leben. Warum aber immer nur aus der (eigenen) Not heraus. Und nicht, weil es sich nicht gehört, in Zeiten ohne gravierende Not den Respekt Menschen gegenüber zu verlieren? Was läuft da schief im Innenleben der Menschen? Und überhaupt, warum gibt es nur eingeschränkte Empathie gegenüber Menschen, die man kaum oder gar nicht kennt, gleichwohl man in der Lage ist, sie zu überhöhen: auf ein Podest zu stellen, wo man sie allgemeiner Bewunderung ausgesetzt sehen möchte, nicht zuletzt, um sie einer eingehenderen Analyse über ihre »wahren Lebensverhältnisse« wie mentalen Disposition zu entziehen[17], die ja unter weniger dramatischen Umständen zu einer Analyse, die ihren Namen verdient, viel weniger Anlass bietet, und wenn sie dann versucht wird, als »übergriffig« abqualifiziert wird, so Hanna Thiele im alten Offenen Verteiler mir gegenüber, der ich das Innenleben in die Analyse ausdrücklich einbezogen sehen möchte.

Sich dem sozialen Kontext entziehen als Todsünde

Sehen wir klar: in dieser sozialen wie mentale Gemengelage kann das Prinzip der Nachsicht nicht viel, im Grunde nichts gelten und mit ihm schon gar nicht die »Kraft des besseren Arguments«, wie Habermas so schön sagt. Und zwar ganz allgemein, nicht nur zwischen einem armen und reichen oder viel und wenig wissenden Diskursteilnehmer.

Allgemein deshalb, weil Menschen dazugehören wollen, fundamental Zugehörigkeitsbedürfnisse ausleben müssen. Deshalb ordnen sie sich einem immer enger werdenden Meinungskorridor in den sogenannten seriösen Leitmedien unter, wenn sie sich denn nicht in einem quasi-Ausnahmezustand wie Sabine mit ihrem sterbenden Sohn Pascal fühlen würden. Vergessen wir nicht: Sabine war eine aktive Befürworterin der Covid-19-Impfung. Sie passte sich an, nicht zuletzt auch, weil sie um ihre wirtschaftliche und soziale Existenz fürchten musste, um genau das zu verdrängen, weil sie ein Vertrauen in die »da oben« setzte, die es auch ohne Corona-Krise nicht verdienten. Um nicht zu sagen: sie schlafwandelte vor sich hin und wachte erst auf, nachdem ihr Sohn sterbenskrank daniederlag und sie mit ihm absehbar keine Zugehörigkeitsbedürfnisse mehr ausleben konnte. So einfach ist das.

Nicht nur Sabine, auch Habermas schlafwandelt seit sechzig Jahren vor sich hin, der er mit dem Staat Zugehörigkeitsbedürfnisse sehr profitabel, zumal obrigkeitshörig bis unter dieHaarwurzeln,  auslebt. Im Kontext einer vollkommen (Ver-) Institutionalisierung seines Gemüts.[18]

Auch ich möchte Zugehörigkeitsbedürfnisse ausleben, möglicherweise sozialunverträglich oder mit zu wenig Empathie verbunden gegenüber Menschen, die ich nicht kenne, oder die mir fremd sind, halte es aber für möglich, dass ich es zum Schaden anderer mache. Wie man tatsächlich mental disponiert ist, zeigt sich erst in einem sprachgestützten intersubjektiven Kontext, also im alltäglichen Nahbereich: ob und wie Menschen aufeinander eingehen. Es vielleicht gar nicht mehr können, wie zum Beispiel mein Sohn Manuel Wieczorek auf mich, obwohl wir uns mal sehr nahegestanden haben. Für mich eine Katastrophe, dazu angetan, Traumatisierungen der Vergangenheit in mir wieder aufleben zu lassen. Das hindert mich nicht, seine Masterarbeit zum Sozialpädagogen in (Witsch E11 2026/01/22) wohlwollend zu referenzieren.

Dort heißt es in (E11) zur Bekräftigung meiner Kritik an Habermas, dass er sich seine »ideale Kommunikationsgemeinschaft« in die Haare schmieren könne, die sich ja dadurch auszeichnen solle, dass in ihr die Kraft des besseren Arguments zähle. Dummes Zeug. Genau das kann er unter den herrschenden sozial-ökonomischen Verhältnissen vergessen. Das lehrte uns die Corona-Krise nur allzu deutlich. Verblödung noch auf höchstem Niveau, auch bei meinem Schwager Prof. Wolfgang Detel in seiner Kritik an mir, weil ich Covid-19-Impfskeptiker bin (vgl. Kap.12.h.7, S. 344f).[19]

Kurzum: Diskursunfähigkeiten, wohin man schaut, eine Eigenschaft, die unserer Gesellschaft grundlegend anhaftet, schichtübergreifend, selbst unter Gleichgesinnten, die für Meinungsfreiheit und im Widerstand gegen die Ausbildung totalitärer Strukturen sich zusammenfinden, und die über kurz oder lang in den Totalitarismus führt. Dieser kommt, wie es so schön heißt, aus der Mitte der Gesellschaft. Er bildet sich primär aus der Exekutive heraus im Bestreben, sich die beiden anderen Gewalten – Judikative und Legislative – untertan zu machen. Darüber hat Patrick Baab treffend berichtet (vgl. Baab 2025/11/06, von Min. 52 bis 62).

Schlimmer, es herrscht Ausgrenzung, unnachsichtig vor allem gegen die, die sich dem herrschenden System der Kapitalverwertung verweigern, etwa indem sie eine Arbeit, die ihnen der Staat anbietet, nicht annehmen wollen. Man möchte sie nach Strich und Faden sanktionieren. Dies eine wesentliche Voraussetzung, um totalitäre Denkstrukturen von ganz oben nach unten sozial durchzusetzen, aus moralischen Gründen, weil es sich nicht gehöre, es sich gut gehen zu lassen auf Kosten der Gemeinschaft, die es »intakt« allerdings nur in unserer Einbildung gibt, ohne also zu fragen, um welche Art von Gemeinschaft es sich handelt, in der nämlich das angeblich moralisch Gebotene ggf. strafrechtlich (gegen Arbeitsverweigerer oder Deserteure), bzw. mit polizeilichen und militärischen Gewaltakten durchzusetzen ist, und zwar auf allen Ebenen des sozialen und ökonomischen Kontextes: sowohl im Kleinen, wie insbesondere im Großen: Unangepasste Außenseiter haben ihre Schnauze zu halten: In (Philosophia Perennis 2026/01/21) heißt es dementsprechend in einem Gastbeitrag von Robert Williams einführend:

»Die UNO unterdrückt Kritik am anhaltenden Klimawandel-Schwindel: Auf der UNO-Klimakonferenz (COP30), die im November 2025 in Brasilien stattfand, unterstützten mehrere Staaten die UNO-Erklärung zur Informationsintegrität beim Klimawandel. Diese Initiative erkennt die zunehmende Verbreitung von Klimadesinformationen in Medien und Politik an und versucht, sie zu bekämpfen«.

Weiter heißt es im Text ausführlicher zitiert:

»Die Erklärung wurde bereits von 13 Ländern unterstützt: Österreich, Belgien, Brasilien, Kanada, Chile, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Spanien, Schweden, Uruguay und den Niederlanden. Björn Lomborg, Präsident des Kopenhagener Konsens und Gastwissenschaftler an der Hoover Institution der Stanford University, schrieb im März 2025 über die auf der COP30 vorgestellte Initiative: ’Die Vereinten Nationen versuchen zu kontrollieren, was die Menschen über den Klimawandel hören, lesen und denken dürfen – und das genau zu dem Zeitpunkt, an dem Social-Media-Unternehmen wie Meta ihre jahrelange Praxis der ’Faktenprüfung‘ von Klimapolitikdebatten revidieren, die, wie Meta selbst zugibt, zu Zensur geführt hat. ’Der Vorschlag, dass Steuerzahler Hunderte von Billionen Dollar für eine verfehlte Klimapolitik ausgeben sollen, ist sicherlich diskussionswürdig‘. ’Die UNO hat kein Recht, diese Diskussion zu unterdrücken‘. ’Wenn die UNO und andere multilaterale Organisationen überleben wollen, müssen sie zu ihren Wurzeln zurückkehren und der Menschheit helfen, sich in einer Welt des Friedens und des Wohlstands zurechtzufinden‘. ’Und sie müssen erkennen, dass eine freie und informierte Debatte keine Bedrohung für dieses Ziel darstellt‘«.

Die Forderung, dass die UNO kein Recht habe, die Diskussion um eine verfehlte Klimapolitik zu unterdrücken, ist geradezu rührend naiv, selbst wenn der Autor Robert Williams diese Forderung von Desiree Fixler, einer »führenden Expertin im Bereich nachhaltige Finanzen und Investmentbanking« geteilt sieht, wie es auf der Website von Desiree Fixler heißt.

Naiv deshalb, weil Williams wie Frau Fixler geradezu besessen sind von der Idee, ihre Argumente hätten auch nur die geringste Chance, Gehör zu finden unter den derzeitig herrschenden sozial-ökonomischen Verhältnissen, gegen die beide nun ganz und gar nicht aufbegehren, das heißt innerhalb einer Gemeinschaft, die gar nicht real, sondern nur in unserer Einbildung existiert. Frau Fixler muss glauben, dass sie real ist, weil sie als Investment-Heuschrecke erfolgreich unterwegs ist; diese Typen sich für gewöhnlich alles andere als besorgt zeigen über die weltweit wachsende Kluft zwischen Arm und Reich, die nahelegt, dass der Gemeinschafts-Begriff nichts als eine Schimäre ist; in der der Arme, so heißt es in (E11), die Schnauze zu halten hat, wenn er nicht verhungern, mithin sanktioniert werden will. Abgesehen davon lässt man Menschen verhungern unabhängig davon, ob sie im Sinne der Herrschenden Wohlverhalten üben oder nicht. Gründe lassen sich im Nachhinein immer konstruieren. Von Nachsicht keine Spur.

Von »Nachsicht« keine Spur im Kontext eines unzureichenden Gesellschaftsbegriffs, durch den hindurch eine »ideale Kommunikationsgemeinschaft« (Habermas) keine Chance hat

Um auf den oben zitierten Herr Politikus zurückzukommen; ich glaube, dass er dieses Prinzip in seiner Argumentation, jedenfalls mir gegenüber, in sich nicht transportiert. Weil er es nicht kann. Das sagt etwas über sein Innenleben aus, ohne dass es dafür, wie Politikus sagt, »tiefenpsychologische Gespräche auf der Couch« (zur Durchleuchtung seines Innenlebens) braucht. Er erweckt einfach nur den Eindruck, als habe er kein Interesse an einer Debatte auf Augenhöhe, um eine »sinnvolle« Auseinandersetzung zu ermöglichen. Ja und wenn er sie nicht will, Verbindungen nicht zustande kommen sollen, warum bringt er sich überhaupt ein? Es ist leider ganz einfach: weil er sich sinnlos abreagieren muss, an wem und was auch immer.

Dabei darf es in einer Debatte auch mal hoch hergehen, ohne dass in ihr Verbindungen gefährdet sein müssen, wie ich es mit Wilfried Kahrs in fünf »Gespräch vor der Kamera« (Witsch/ Kahrs 2022/04/30) erlebt habe. Es waren Gespräche auf Augenhöhe, die von Nachsicht geprägt waren. Könnte es sein, dass »ideale Kommunikationsgemeinschaften« so aussehen können? Wenn ja, dann fehlen sie heute so oder ähnlich mehr denn je an allen Ecken und Enden. Stattdessen haben wir es heute, um den Begriff negativ zu spezifizieren, mit sehr wahrscheinlich unumkehrbaren schleichenden Auflösungsprozessen sozialer Strukturen zu tun, die in einem gegenstandsbezogenen Gesellschaftsbegriff, also nur in unserer Einbildung, aufgehen, einem solchen, der das gesellschaftliche Ganze mit körperlichen Eigenschaften versehen sieht, und zwar in dem Sinne, dass man das Ganze aus der Summe aller vernetzten sozialen Strukturen zusammengesetzt sieht, sodass es keinen klaren begrifflichen Schnitt gibt zwischen »Gesellschaft« und »sozialer Struktur«. Beides verschwimmt zu einem Begriff (vgl. Witsch 2009, S. 16), als könne man die Gesellschaft als große Familie betrachten, die sie mit Sicherheit nicht oder eben nur in unserer Einbildung ist. Da ist insbesondere bei unseren Rechtspopulisten in der AfD der Wunsch der Vater des Gedankens.

Die herrschende Sozialtheorie mag es zwar nicht so sehen, dass die Gesellschaft eine große Familie ist; dennoch liegt es nahe, dass sie uneingestanden, zum Beispiel Habermas, so denkt (vgl. Witsch 2013a, S. 14f). Das legt der Begriff der »Lebensweltrationalisierung« nahe, weil man die Lebenswelt im Sinne eines Ganzen, als Summe aller vernetzten sozialen Strukturen, auffassen kann, daraus sich kein Allgemeininteresse stricken lässt, dem sich alle Mitglieder einer Gemeinschaft verpflichtet fühlen könnten und an dem sich die Qualität sozialer Strukturen messen lassen können. Ein solches Allgemeininteresse (Maß) würde den Akzent nur auf die Notwendigkeit des Zusammenhalts legen können, der für sich genommen über die Modalitäten des Zusammenhalts nichts aussagt, der tatsächlich nur deshalb existiert, weil (große) Gefühle des Subjekts seine Existenz (Liebe zur Nation, zum Vaterland etc.) anzeigen. Das liefe darauf hinaus, sich und seine Gefühle zum Maß aller Dinge zu machen.

Nun, Nation, Vaterland, Volk sind für die meisten Menschen, namentlich für Habermas, aussagefähige Abstraktionen (Begriffe) sozialer Integration oder menschlichen Zusammenhalts. Sie erzählen nichts darüber, wie ein solcher Zusammenhalt nicht nur zufällig, weil Instinkte es gebieten, sondern nachhaltig zustande kommt, und zwar auf der Beziehungsebene, in die ein ganz konkreter Wahrheitsanspruch (propositionaler Gehalt) eingelassen sein muss, den indes jene Abstraktionen, weil »leer« (ohne propositionalen Gehalt), zwangsläufig vermissen lassen.

Da reicht es auch nicht, wenn Habermas in seiner »Theorie des kommunikativen Handelns« (1981a, 1981b) zwei Weltbezüge postuliert mit entsprechenden Geltungs-, bzw. Wahrheitsansprüchen, und zwar den Anspruch auf

(1) propositionale Wahrheit (Gegenstands-/ Tatsachenbezug) und
(2) normativen Richtigkeit (Moral).

Wobei (2) die Beziehungsebene beschreibt und analysiert, in die der Gegenstands- oder Tatsachenbezug (1) eingelassen ist, um zu gewährleisten, dass es in einer Beziehung um »etwas« geht, andernfalls sie auf der Vorstellungsebene im Leeren kreiste. In meinen Büchern zur »Politisierung des Bürgers« heißt es analog: im Kontext intrapsychischer Projektionen entrinne das Gefühl dem Innenleben nicht (vgl. ergänzend  Kap. 7. 1, S. 126). In diesem Fall bleibt »der externe Objektbezug des Gefühls« nicht gewahrt (Witsch 2013a, Klappentext), was die Möglichkeit gravierender psychischer Störungen in sich birgt. Etwa für einen Arbeits- oder Obdachlosen, wenn ein Politiker ihm erklärt, wie er zu helfen gedenkt, ohne die Situation des Arbeits- und Obdachlosen generell auch nur im Geringsten zu berühren; sodass der Eindruck entsteht: der Politiker spricht mit sich selbst, wenn er mit anderen spricht. Eben weil seine sozial- und wirtschaftspolitischen Abstraktionen lediglich leer in ihm kreisen, mithin nichts bewirken, es sei denn beim Betroffenen Gefühle der Ohnmacht, die sich nicht auflösen, er sich nicht angesprochen fühlen kann.[20]

Es kommt aber noch besser: Habermas formuliert in seiner »Theorie des Kommunikativen Handelns« noch einen dritten Geltungsanspruch, den der »Wahrhaftigkeit (im Ausdruck) oder Authentizität«, der für meine Begriffe keine Rolle spielt, es sei denn, man möchte die Beziehungsebene in der Kommunikation gänzlich zur Belanglosigkeit verurteilen. So will es Habermas uneingestanden: er will die Kunst, die für Wahrhaftigkeit im Ausdruck steht, aus den Sozialwissenschaften – der Philosophie – heraushalten. Frei nach Hanna Thiele im alten Offenen Verteiler weigert er sich

»den subjektiven Faktor in den Sozialwissenschaften« ernst zu nehmen: »Subjekte machen sich Gedanken über außersubjektive soziale Sachverhalte, und das bedeutet immer auch: sich Gedanken machen über sich selbst, in sich hineinschauen und dieses Hineinschauen nicht verdrängen, indem man es einer besonderen Gattung, der schöngeistigen Kunst, überträgt – mit dem Ergebnis, dass die Sozialwissenschaften von allem Gefühlsmäßigen entsorgt werden. Den subjektiven Faktor einzubeziehen, verkommt zur reinen Privatsache und soll auch dort verbleiben, keinesfalls darf er als sozialer Sachverhalt Gegenstand wissenschaftlicher Reflexion sein, schon gar nicht Eingang finden in den politischen Diskurs, oder es ist die Hölle los. Dort, wo Stimmungen auftauchen, werden sie gefürchtet und im Gestus des ungeduldigen Pragmatikers, der in der Sache weiterkommen will, denunziert und abgewatscht – ohne Chance, sich in einen entzifferbaren sozialen Sachverhalt zu verwandeln, an dem mehr als nur ein Mensch beteiligt ist; eine Form von Projektion, wie sie im politischen Diskurs und herrschenden (verschulten) Wissenschaftsbetrieb vollständig vorherrscht« (Witsch 2009, S. 56).

Dürfen Gefühle – das Innenleben – aber nicht einbezogen werden und damit die Beziehungsebene nicht, kann es einen Diskurs auf Augenhöhe nicht geben. So gesehen gerinnt der Begriff einer »idealen Kommunikationsgemeinschaft« zu einer Schimäre, den Habermas verwendet, ohne dass er in der Lage ist, sich einen Begriff von ihm zu machen. Das kommt einer Verblödung auf höchstem Niveau gleich, wie sie die Sozialtheorie – nicht »gesellschaftsfähig« (vgl. Kap. 5, S. 84 – 99) – in der Tat uneingeschränkt transportiert.

Habermas verkennt, dass es tatsächlich nur um die mentalen, sozialen und ökonomischen Voraussetzungen einer idealen Kommunikationsgemeinschaft gehen kann, die es zu spezifizieren gilt, und die mindestens aus zwei Personen bestehen muss.

Eine wesentliche Voraussetzung besteht darin, dass sich das Subjekt – eine Todsünde im Sinne der Sozialtheorie – den herrschenden sozialen Strukturen, also der Gemeinschaft, entziehen können muss, andernfalls eine »freie« Kritik an derselben nicht möglich wäre, und damit auch keine Auseinandersetzung mit einer Person, die sich der Gemeinschaft verpflichtet fühlt. Wobei an dieser Stelle von »Gemeinschaft« im Sinne sozialer Strukturen die Rede ist und zwar mit ihren ganz konkreten gegenstandsbezogenen Eigenschaften, die in Bezug auf das gesellschaftliche Ganze lediglich als Vorstellung in uns herumspuken. Um nicht zu sagen: Habermas erwartet, dass wir uns dem unterordnen, was lediglich in seinem Kopf herumspukt.

Weniger polemisch formuliert: er erläutert nicht, wie ein beliebiges (abstraktes) Subjekt sich dem Erpressungspotential einer »Autorität«, wie Habermas sie darstellt, das lediglich mit einem eingebildeten Gemeinschaftsbegriff einhergeht, entziehen kann; das gelingt nur, wenn selbiges Subjekt sich einer wie auch immer eingebildeten Gemeinschaft entziehen kann. Nur dann wäre ein Diskurs auf Augenhöhe möglich – erst dann im Sinne einer idealen Kommunikationsgemeinschaft, lieber Herr Habermas.

Wir haben es hier – strukturell induziert – mit kommunikativen Defiziten auf der Grundlage mentaler Störungen zu tun, weitgehend unauffällig im Kontext einer »Normalisierung Störung«[22], die vor allem in der Politik ganz und gar dem Augenschein nach anzutreffen sind (siehe Anm. [20]), gegen die Habermas prinzipiell – leider nicht sein Thema – nichts einzuwenden hat, gleichwohl er kommunikative Defizite nicht nur in der Politik durchaus verbreitet sieht; allerdings nur sehr begriffsindifferent: er spricht von einer realitätsverzerrenden Verschränkung der oben genannten Geltungsbereiche (1) und (2), ohne konkret zu werden: ohne Perspektiven zu formulieren, wie Defizite entstehen und aufgelöst oder so verarbeiten werden können, dass zum Beispiel ein Obdach- oder Arbeitsloser sich »konkret« angesprochen fühlen kann, etwa von Wolfgang Clement (siehe Anm. [20]), sodass es überhaupt zu einem Gespräch kommen kann, von dem beide Seiten etwas haben. Es entstünde vielleicht ein Gespräch auf Augenhöhe: eine »ideale Kommunikationsgemeinschaft«, von der Habermas de facto nichts wissen will – es sei denn als unerfüllbare Idealität oder Verheißung.

Er vergisst vor allem, dass innerhalb einer Kommunikationsgemeinschaft Wahrheits- oder Geltungsansprüche sich an etwas messen lassen können müssen, und zwar an einem Wahrheitsanspruch, der auf eine übergeordnete Moral (Wahrheitsanspruch) verweist, die ihrerseits auf das gesellschaftliche Ganze verweist, es repräsentiert, die sich allerdings nicht aus eben selbiger Kommunikationsgemeinschaft heraus versteht, sich auf natürliche Weise nicht aus dieser heraus ergibt, aber eben diese – das gesellschaftliche Ganze – zu repräsentieren vermag, definitiv, nicht gegenständlich.

Diese für alle Menschen geltende übergeordnete Moral ist als solche nicht rationalisierbar, eben weil sie absolut gelten muss, um ein (objektives) Maß abgegeben zu können, das misst.[23] Auf diesen einfachen Gedanken ist Habermas in 60 Jahren wissenschaftlicher Arbeit nicht gekommen, um hier ein begriffliches Problem im Kontext sozialer Entwicklung und des gesellschaftlichen Ganzen aufzuarbeiten..

Geht nicht, eben weil er in sich einen unzureichenden Gesellschaftsbegriff transportiert, das heißt eine Vorstellung von Gesellschaft, die, wie oben gesagt, gegenstandsbezogen in körperlichen Eigenschaften wie Volk, Nation, Vaterland, Rasse etc. aufgeht, so wir es idealtypisch aus der Nazizeit kennen, die Habermas heute noch in sich herumträgt, die indes auch sogenannte EU-Exit-Vertreter noch viel deutlicher in sich transportieren; sodass zu befürchten steht, dass mit oder ohne EU nichts besser wird. Zumal wenn am Ende ein Kern-Europa mit Alice Weidel und Merz an der Spitze zurückbleibt, wo es dann heißt »Alles für Deutschland«, also immerzu weiter »jeder gegen jeden«; zumal der ökonomische Spielraum für Nationen und Menschen in ihnen sehr wahrscheinlich nicht wachsen, sondern – in Zeiten wachsender Aufrüstung – massiv abnehmen wird.

Exkurs: Grausam – Infantilisierung sozialer Strukturen aufgrund eines unzureichenden Gesellschaftsbegriffs

Diesen mental-sozialen Sachverhalt eines unzureichenden Gesellschaftsbegriffs transportieren Menschen generell in sich, vor allem Rechtspopulisten, aber auch linke Widerständler oder Oppositionelle auf zuweilen erschütternde Weise in Verbindung mit einer unerträglichen Infantilisierung sozialer und politischer Strukturen. Hanna Arendt spricht analog von einer Banalität des Bösen im Zusammenhang mit dem Eichmannprozess, auch von Gedankenlosigkeit, die heute schlimmer noch als zu ihrer Zeit in jede Pore des gesellschaftlichen Kontext eingelassen ist, ganz massiv in die Politik, in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, die Printmedien und Parteien ohnehin (vgl. Botterberg  2025/12/10), »Die Linke« und ihre Vorsitzende Heidi Reichinnek eingeschlossen. In einer geistig so verkommenden Gemengelage haben ernsthafte Analysen, die ihren Namen verdienen, keine Chance.

Der Infantilismus kommt an bei Jung und Alt, weniger offen bei Merz, Söder oder Ramelow, die gleichwohl von ihm profitieren, wenn Menschen gegen Kriege und Aufrüstung mit Frohsinn protestieren; derart transportieren viele Bürger ein infantiles, frohsinnig Deutschland-Fähnchen wedelndes Verhältnis zur Nation. So möchte es die Politik; zuweilen betulich seriös ohne Frohsinn, etwa als Söder auf dem CSU-Parteitag am 13.12. 2025 sagte, dass er »die Nationalhymne bei gesellschaftlichen Anlässen und in der Schule« öfter hören wolle. Hört sich in der Tat nicht frohsinnig an, sodass er mit 83,6% prompt einen gehörigen Dämpfer bei der Wiederwahl zum Parteichef kassierte (Welt.de 2025/12/13).

Um ein »anständiges Nationalgefühl« in sich zu transportieren, reicht es nämlich nicht, Begriffe wie Vaterland oder Nation unentwegt zu verwenden oder die Nationalhymne bei jeder Gelegenheit ertönen zu lassen, zumal in Verbindung mit ständiger Kriegshetze, für die es, um wirksam zu sein, einen ängstlichen Bürger braucht, um sie seinem Innenleben wirkmächtig zu applizieren.

Dagegen rebelliert auch schon mal das infantil gesteuerte Innenleben vieler junger Bürger, die nicht ohne Weiteres als Kanonenfutter gegen Russland verheizt werden wollen. Dazu braucht es einen Bürger, für den die Nation etwas Heiliges ist. Das passt ganz und gar nicht zu seinem Bedürfnis nach infantilen Frohsinn. Hierfür fehlt der Politik nahezu jedes Gespür; sodass ihr am Ende nichts bleibt, als junge Bürger in die Panik zu treiben, indem sie die russischen Gefahr an die Wand bis zu einem Punkt malt, wonach der als strafbewährter Gefährder gilt, der diese Gefahr leugnet und sich erdreistet, diese Haltung auch noch in der Öffentlichkeit zu influencieren. Hier wird Reichinnik noch sehr viel Anpassungsleistung erbringen müssen, auf dass sie sich am Ende, so steht zu befürchten, mit dem herrschenden System permanenter Kriegshetze versöhne, um Regierungsfähigkeit zu beweisen.

Mit anderen Worten: Auch bei Reichinnek überall Widersprüche, die es indes, anstatt sie zu verarbeiten, im Gegenstandsbezug glattzubügeln gilt, was in Zeiten, in denen es Menschen immer schlechter geht, immer schwerer fällt, sodass es Repressionen aller Art gegen die Bürger geben muss, die es heute schon immer massiver gibt. Auf diese Weise bringt die Politik die Beziehungsebene ins Spiel, autoritär von oben nach unten durchgereicht, ohne zu begreifen, was das ist, eine »Beziehung« und wie sie aufrechterhalten werden kann. Das gelingt nur, wenn es der Bürger schafft, sie – wie das Innenleben – »bewusst« zu gestalten. Das funktioniert dem Augenschein nach immer weniger autoritär; bzw. es wird dem Augenschein nach immer deutlicher, dass es für eine Beziehung mindestens zwei Menschen braucht, die dann aber aus den oben beschriebenen Gründen auf Augenhöhe kommunizieren müssen; wo eine Seite nicht ohne Weiteres die Deutungshoheit auf Kosten der anderen beanspruchen darf. In dem Maße, wie das dennoch geschieht, erodieren Beziehungen, nämlich genau dann, wenn sie sich nur instinktiv ausleben. Solche Beziehungen erodieren, weil Instinkte (Gefühle) – frei nach Luhmann – flüchtig sind (vgl. Kap. 1.1, S. 4) und deshalb nicht nachhaltig zufriedenstellend halten.

Zuweilen möchte man Instinkte oder Intensitäten durch mehr sexuelle Freizügigkeit wahren. Das geht meist, so gestört wie die Menschen nun mal mental disponiert sind, nicht gut. Dann nimmt der Leidensdruck – uneingestanden oder still – zu, den es ja möglichst auch vor sich selbst nach allen Regeln der Kunst zu verdrängen gilt, wie gesagt durch Infantilisierung und Frohsinn, und ergänzend, wenn das nicht so recht hilft, mental gestört: indem man im Gut-Böse-Schema den Leidensdruck ausdrücklich im Sündenbock entsorgt oder abreagiert; sodass Menschen sich in einer Beziehung vereint sehen über den Hass gegen Außenseiter oder Andersdenkende. Das geht nie und nimmer gut, wie die Nazi-Zeit es mit ihrem Hass auf Juden zeigte. Auf dieser Basis schlafwandeln Beziehungen – nur scheinbar intakt oder lebensfähig – in den Untergang.

Abreaktionssyndrome sehen wir ganz besonders deutlich in der Politik: die Merz-Regierung bügelt Konflikte im Gut-Böse-Schema glatt, ist aber von der konfliktträchtig kapitalverwertenden Realität jetzt schon eingeholt worden. Mit dem Ergebnis wachsender Rüstung und zahlreicher Krie­ge, um die Wirtschaft zu beleben; verbunden mit wachsenden Repressionen in dem Maße, wie der ökonomische Spielraum für immer mehr Menschen – allen Rüstungsanstrengen zum Trotz – immer enger werden wird. Und die Politik hat nichts anderes zu tun, als genau davon abzulenken, indem sie den Gefährder, der in den sozialen Medien Hass verbreitet, dafür verantwortlich macht, dass um uns herum alles zerbricht.

Und noch einmal: während das passiert, setzen sich Politiker wie Heidi Reichinnik (PDL) mit viel Frohsinn für die Verlierer dieser Gesellschaft ein, noch ohne zu ahnen, dass das ohne zureichende Analyse (herrschender Verhältnisse) mit oder ohne Frohsinn nichts bringt, außer dass sie sich mit ihrem Frohsinn  jetzt schon die Taschen füllt. Da passt doch in diesem unmenschlichen System buchstäblich alles zusammen.

Anmerkungen

[1] Den ich zusammen mit Wilfried Kahrs im Ersten Gespräch vor der Kamera als Einstieg in das Gespräch thematisiere.
[2] Zum Begriff des »abstrakten Subjekts« siehe Witsch 2013a, S. 14f. Dort heißt es: »In jedem Augenblick seiner Existenz schleppt [das Subjekt] im Schweiße seines Angesichts, wie das Alte Testament so schön sagt, den gesellschaftlichen Kontext in sich und mit sich herum« und bringt damit zum Ausdruck, dass es mit dem gesellschaftlichen Ganzen in Verbindung steht, gehalten, sie in sich zu generieren, ohne zu wissen, dass es das tut. Als gebe es die Verbindung auf natürliche Weise, als müsse diese nicht immer wieder ausdrücklich hergestellt werden – für gewöhnlich nur gefühlsgesteuert, sodass sich das gesellschaftliche Ganze auf Gefühle, sei es zum Führer oder im Hass auf einen Kindesentführer, reduziert sieht. In einer solchen Gesellschaft kann es nicht friedlich zugehen, bzw. keinen Respekt vor dem Andersdenkenden geben«.
[3] Wie unter andrem zentral diskutiert in Kap. 5, S. 84 – 99: »Die herrschende Sozialtheorie: nicht gesellschaftsfähig«; siehe insbesondere Kap. 5.2, S. 91: »Das gesellschaftliche Ganze als logische Entität«.
[4] Zum Begriff eines Fühlens, Denkens und Sprechens im »Modus psychischer Äquivalenz« vgl. Kap. 1.1, S. 2ff: »Störfall oder das Zeichen will nichts mehr bedeuten«.
[5] Nur dass Höcke sehr wahrscheinlich nicht das kapitalistische System meint. Was er meint, will er gar nicht genauer wissen, geschweige sagen. Davon abgesehen setzen sich in der AfD Kriegs- und Rüstungsfanatiker immer mehr durch. Dafür steht der verteidigungspolitische Sprecher der AfD, Rüdiger Lucassen. Er stellte »in seinem Positionspapier Eckpfeiler für [die] militärische Führungsrolle Deutschlands in NATO und Europa vor: vier zusätzliche Heeresdivisionen, Ausbau der Deep-Strike-Fähigkeiten und Abschreckung Russlands an der NATO-Nordostflanke, Ostsee und Nordatlantik« (RtDe 2026/02/12, ergänzend RtDe 2026/02/16: »AfD auf der Münchner SiKo: Rüdiger Lucassen läuft Amok gegen seine Partei«).
[6] Im Text heißt es: »Krieg ist dabei kein isoliertes Ereignis, sondern die einzige Art und Weise, wie das kapitalistische System in einer schweren Krise weiterbestehen kann«. Zu dieser Erkenntnis ist die italienische Gewerkschafterin Cinzia Della Porta gekommen. Bei den Deutschen ist diese Nachricht bislang noch unterwegs.
[7] In (RtDe 2025/12/23) ist von einem »militärischen Keynesianismus« die Rede; tatsächlich gehe es um »Industriepolitik, die sich als Verteidigungsnotwendigkeit tarnt«.
[8] In den Büchern zur »Politisierung des Bürgers« spreche ich durchgehend vom »Objektbezug des Gefühls«, bzw. von der »Verschiebung des Gefühls im Objektbezug« (vgl. Witsch 2009, S. 12).
[9] Der nächste Kongress der »Neuen Gesellschaft für Psychologie« (NGfP) steht unter der Überschrift »Rasende Zerstörung«. Die angekündigten Beiträge legen nicht gerade nahe, dass sie in ihren analytischen Bemühungen die Beziehungsebene und damit das Innenleben hinreichend einbeziehen. Dabei reicht es nicht, einfach nur festzustellen, dass die Politik die von ihr verursachten wachsenden Ängste – also das Innenleben – gegen fundamentale Interessen der Menschen instrumentalisiert.
[10] Politikus in einem Leserbrief vom 10.01.2026 14:22 zu einem Beitrag von (Erdinger 2026/01/08).
[11] Vgl. (Hohe Luft 2018/11/28) (Philosophie-Zeitschrift). Dort heißt es, wenn im Weiteren von Nachsichtigkeit die Rede ist, »ist nicht die Nachsicht des Klugen mit dem (noch) Dummen gemeint, sondern der bescheidene, demütige Umgang mit dem erreichten Stand des gegenseitigen Verstehens. Nachsichtig ist jeder dabei vor allem auch mit sich selbst. Nachsichtigkeit im Sinne von Agape bedeutet zudem, dass jeder den anderen als Spendenden versteht und am Gelingen des gemeinsamen Verstehens (wie eines gemeinsamen Mahls) mitwirken möchte«.
[12] Die mangelhafte Nachsicht im OV machte sich auf besonders zerstörerische Weise zum Jahreswechsel 2025/26 breit. Die Beiträge dazu sind gut für die OV-Mitglieder dokumentiert, nur nicht öffentlich im Internet zugänglich. Sie werden, ohne immer Namen zu nennen, in dieser »Einführung…« dennoch hin und wieder eine Rolle spielen.
[13] Vgl. Witsch 2016/10/06, S. 95: »Die NGfP – ein Verein wie jeder andere«. Man sollte sich diesen Aufsatz, in dem die abreaktive  Gehässigkeit von Voges mir gegenüber dokumentiert ist, einfach auf der Zunge zergehen lassen.
[14] Zum Mentalisierungs-Begriff vgl. Kap. 1.1, S. 2f: »Störfall oder das Zeichen will nichts mehr bedeuten«.
[15] Max Horkheimer (1947) ist überzeugt: Es gibt »eine Rechtsradikalisierung über Denkfiguren subjektiver Vernunft« (Kap. 10.9, S. 232).
[16] Die Länge einer Beziehung könnte als Maß für ihre Qualität gelten. Oder die Intensität der Gefühle, die Menschen füreinander hegen. Nur dass Gefühle, mit sich selbst nicht identisch, nicht bleiben, was sie sind, frei nach Luhmann »flüchtig« (Kap. 1.1, S. 4). Und gelten Beziehungen vielleicht weniger als gehaltvoll, wenn Menschen ein Leben lang nicht zusammenbleiben? Fragen über Fragen, die sich nicht ohne Weiteres beantworten lassen. Menschen müssen sich damit abfinden, dass sie immer nur zu wenig übereinander wissen. Oder sie bilden sich ein, dass sie exakt wissen, was sie vom anderen Menschen zu halten haben, so wie unsere beiden oben zitierten OV-Mitglieder genau wissen, was sie von mir zu halten haben: Vorsicht, ein »agent provocateur«. Zu Stalins Zeiten gehörten solche »verdächtige« Menschen an die Wand gestellt, während man sie heute gerichtlich belangt, wenn sie ihre »Schnauze nicht halten« gegen die etablierte veröffentlichte Meinung. Das unsere beiden OV-Mitglieder in diesen Kategorien mentalisieren, die (strafrechtliche) Verfolgungen gegen Andersdenkende begünstigen, ahnen sie nicht. Sodass man meinen könnte: sie sehen das Maß ihrer Beziehungs-, Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit ausschließlich in sich selbst begründet – zirkelschlüssig: ein Maß, das sich selbst misst, sozusagen sich selbst – den Menschen – als Maß aller Dinge (vgl. Witsch 2012, S. 158: »Maß und zu Messendes zugleich?«).
[17] Zum Begriff der Empathie in scharfer Abgrenzung zum Begriff des Mitfühlens vgl. Kap. 6.9, S. 121f: »Enttabuisierung des Innenlebens: Über den Film ’Capernaum‘«.
[18] Vgl. Kap. 13, S. 1 – 66: »Zur Institutionalisierung des menschlichen Gemüts«.
[19] In diesem Beitrag hält Wolfgang Detel ausgerechnet Drosten mit seinen Aussagen für eine seriöse Quelle. Es gibt allerdings durchaus gute Gründe, genau dies zu bestreiten, wie es Stefan Homburg in einem Video-Beitrag zur Corona-Enquete-Kommission im Bundestag auf überzeugende Weise macht (vgl. Homburg 2025/12/17).
[20] So wie ein Hartz-IV-Empfänger sich fühlen musste, als er in einer Talksendung mit Wolfgang Clement sprach (vgl. Witsch 2009, S. 135).
[22] Zum Begriff einer »Normalisierung der Störung« vgl. Witsch 2009, S. 18, 76f. Hannah Arendt spricht in diesem Zusammenhang von »Gedankenlosigkeit«, die »erschreckende Ausmaße annehmen« (S. 18).
[23] Grundrechte für alle, auch für Straftäter, kann so ein Geltungsanspruch sein, der absolut gilt und in jede soziale Struktur eingelassen sein muss, um beurteilen (messen) zu können, ob es in ihr sozialverträglich zugeht. Vgl. dazu Witsch 2012, Kap. 3.2, S. 158: »Maß und zu Messendes zugleich?«

Quellen

Baab, Patrick (2025/11/06). Baab warnt: Wenn Russland zuschlägt, ist es zu spät!
Bernd, Ben (2026/02/03). Ich impfte gegen COVID – dann starb mein Sohn.
Botterberg, Torben (2025/12/10). „Die 100“: Wie die ARD Volksverdummung zur Abend-Party macht.
BZtg (2026/01/30). Nato(d)erfahrung für Europa: Der Wertewesten vor dem Exitus.
BZtg (2026/02/01). Yanis Varoufakis: China bereitet sich wider Willen auf Ausstieg aus dem Dollar vor.
Erdinger (2026/01/08). Merz: Deutschland muss mit Russland endlich wieder einen Ausgleich finden.
Gfp (2026/02/06). »Waffen nieder, Löhne rauf!«.
Habermas, Jürgen (1981a). Theorie des kommunikativen Handelns, Band 1: Handlungsrationalität und gesellschaftliche Rationalisierung. Frankfurt/Main. Verlag Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft (zitiert nach der Ausgabe von 1995).
Habermas, Jürgen (1981b). Theorie des kommunikativen Handelns, Band 2: Zur Kritik der funktionalistischen Vernunft. Frankfurt/Main. Verlag Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft (zitiert nach der Ausgabe von 1995).
Hohe Luft (2018/11/28). Richtig streiten: Das Prinzip der Nachsichtigkeit.
Horkheimer, Max (1947). »Eclipse of Reason«, ins Deutsche übersetzt von Alfred Schmidt unter dem Titel »Zur Kritik der instrumentellen Vernunft«. Frankfurt/Main 2007.
KrNw (2026/02/03). Ich impfte gegen COVID – dann starb mein Sohn (ohne Werbeunterbrechung. Oder: mit Werbeunterbrechung.
Homburg, Stefan (2025/12/17). Spahn vor der Corona-Enquetekommission. Homburgshintergrund.
Philosophia Perennis (2026/01/21). UNO will jede Kritik am Klimawandel-Schwindel zensieren.
RtDe (2025/12/23). Lord Skidelsky entlarvt Kriegshetzer – Teil III: Doppelmoral der »Unverletzlichkeit der Grenzen«.
RtDe (2026/01/16). Merz: Deutschland muss mit Russland endlich wieder einen Ausgleich finden.
RtDe (2026/02/07). Björn Höcke im Gespräch mit RT: »Kriegswirtschaft ist der Zyklus eines untergehenden Systems«.
RtDe (2026/02/07a). »Schlechte Nachricht für Russland« – Frankreichs Stabschef stellt Schließung der Ostsee in Aussicht.
RtDe (2026/02/12). »Führungsnation in Europa«: AfD-Verteidigungspolitiker Lucassen verschärft Ton gegen Russland.
RtDe (2026/02/16). AfD auf der Münchner SiKo: Rüdiger Lucassen läuft Amok gegen seine Partei.
Sachs, Jeffrey (2026/02/16). Kein US-Krieg gegen den Iran: Ein offener Brief an den UN-Sicherheitsrat von Jeffrey D. Sachs.
Welt.de (2025/12/13). »Unterm Strich sehr in Ordnung« – Söder reagiert auf sein schlechtestes Ergebnis.
Witsch, Franz (2009). Die Politisierung des Bürgers. Beiträge zur Wahrnehmung und Produktion sozialer Strukturen. Erster Teil: Begriff der Teilhabe. Norderstedt. Verlag: BoD (zitiert nach der Ausgabe von 2015).
Witsch, Franz (2012). Die Politisierung des Bürgers. Beiträge zur Wahrnehmung und Produktion sozialer Strukturen. Zweiter Teil: Mehrwert und Moral. Norderstedt. Verlag: BoD (zitiert nach der Ausgabe von 2017).
Witsch, Franz (2013). Die Politisierung des Bürgers. Beiträge zur Wahrnehmung und Produktion sozialer Strukturen. Dritter Teil: Vom Gefühl zur Moral. Norderstedt. Verlag: BoD (zitiert nach der Ausgabe von 2017).
Witsch, Franz (2013a). Die Politisierung des Bürgers. Beiträge zur Wahrnehmung und Produktion sozialer Strukturen. Vierter Teil: Theorie der Gefühle. Norderstedt. Verlag: BoD (zitiert nach der Ausgabe von 2015).
Witsch, Franz (2025/07/13). E1 Leerbegriffs-Psychoanalyse ohne Realitätsbezug. Verlag: QPress.de.
Witsch, Franz (2025/07/29). E2 Zirkelschluss-Analyse oder wie es die Psychoanalyse (Freud) schafft, den Realitätsbezug aufzulösen. QPress.de.
Witsch, Franz (2025/08/10). E3 Realitätsphobien, eingelassen in die Psychoanalyse sowie Sozialtheorien (Detel, Habermas, Bruder, etc.) generell. Verlag: QPress.de.
Witsch, Franz (2025/08/24). E4 Konfliktpositionen regressiv (realitätsphobisch) verarbeiten. Verlag: QPress.de.
Witsch, Franz (2025/09/11). E5 Mit Abreaktionen Zugehörigkeitsbedürfnisse ausleben. Verlag: QPress.de.
Witsch, Franz (2025/09/27). E6 Zum Begriff der Empathie in scharfer Abgrenzung zum Begriff des Mitleidens. Verlag: QPress.de.
Witsch, Franz (2025/10/06). E7 »Skotomisation« (Freud 1926, S. 86) oder wie Menschen ihre Existenz dystopisch verdunkeln. Verlag: QPress.de.
Witsch, Franz (2025/10/20). E8 Sozialtheorien als Totengräber des Sozialen. Verlag: QPress.de.
Witsch, Franz (2025/11/07). E9 Neigung zum strukturellen Desinteresse im Kontext einer »Institutionalisierung des menschlichen Gemüts«. Verlag: QPress.de.
Witsch, Franz (2025/12/01). E10 Menschen erzeugen in sich eine Verbindung zur Gesellschaft, die gestört ist. Verlag: QPress.de.
Witsch, Franz (2026/01/22). E11 Bürger transportieren in sich einen Gesellschaftsbegriff, durch den hindurch sie ihr eigenes Grab schaufeln.
Witsch, Franz; Kahrs, Wilfried (2022/04/30). Erstes Gespräch vor der Kamera.

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Über Franz Witsch 48 Artikel
Franz Witsch, geb. 1952, lebt in Hamburg und ist Lehrer für Politik, Geografie und Philosophie. Zwischen 1984 bis 2003 arbeitete er in allen Bereichen der freien Wirtschaft als Informatiker und Unternehmensberater. Heute schreibt er sozialphilosophische Texte und Bücher.

11 Kommentare

  1. Mäuse sind sehr vernünftige Lebewesen – die würden nie auf die Idee kommen, Mausefallen zu bauen.
    Hätte der Mensch auch nur die Spur von Vernunft, so wäre er in seiner Höhle geblieben, aber so folgte er einem krankhaften Trieb und baute z.B. die Atombombe. Unvernunft pur !

  2. Die Klasse der Ausbeuter und ihre Sympathisanten/Trump/AfD fühlen sich zu Recht bedroht, weil sie rein zahlenmäßig eine Minderheit darstellen und deshalb am besten mit dem tierischen Verhalten: „Angriff ist der beste Weg der Verteidigung“ sich behaupten, die ganze Drohkulisse/Abschreckung/Einschüchterungen/Gewalttaten kommen aus einer tiefen Angst/Schuldgefühlen/Verlustängsten usw. die keinerlei Zugeständnisse erlauben, denn sobald die Regierungen Schwächeln werden sie gestürzt/abgewählt, siehe Biden/linksgrünen Demokraten, d.h. der rücksichtsvolle diskurs der SPD/Demokraten hat Ihnen die Macht gekostet, deshalb werden/können die rechten Patrioten diesen Fehler nicht begehen und werden bis zum bitteren Ende alles opfern, siehe Hitler—–schön dumme Selbstmörder/Patrioten

  3. Nachtrag: Es sind ja nicht nur die Obdachlosen/Prekären die unter der systemischen Weltwirtschaftskrise besonders leiden, auch die finanziell abgesicherten werden u.a. durch die social media/dating-apps zunehmend benachteiligt, weil man das Bedürfnis nach Zugehörigkeit/Gemeinschaftsgefühl überwiegend online versucht zu befriedigen und nicht mehr wie ursprünglich am fkk-Strand/Strand-Cafe/-bar, darunter leidet nicht nur das Gastgewerbe sondern jeder Erdenwurm, weil die virtuellen Beziehungen/social media usw. nur für den Moment wirksam sind aber nicht nachhaltig, insbesondere die junge Generation die sich schämt auf den fkk-Strand zu gehen, wird benachteiligt, weil virtuelle Kontakte kein Ersatz für direkte Berührungen/Gespräche usw. sind——soviel zu den gezielt verächtlich gemachten fkk-Stränden und den kostenlosen Vergnügungen/Freier-Verbot, um die Aufmerksamkeit/Zeit der Erdenwürmer online als Produkt zu verkaufen, d.h. die Hightech-Konzerne/Börsianer machen auf deine Kosten einen Reibach und dein Bedürfnis nach Liebe/Nähe/Gemeinschaftsgefühl usw. bleibt auf der Strecke——schön dumme Narzissen

  4. Nachtrag zum Nachtrag: Also, wenn sogar die social-media-industrie das „slot-machine-prinzip“ missbraucht, steckt dieses Prinzip vielleicht sogar überall drin, d.h. wenn der „freudige Erwartungs-Modus“=Dopamin-/Oxytocin-Ausschüttung das Ziel jeglicher Aktivität/Verhalten ist, dann besteht die Motivation der AfD-Wähler darin, dass die Hoffnung auf eine Änderung ihrer Situation, nach der Machtergreifung, erfolgt, d.h. wenn die AfD bereits in Verantwortung wäre so wie Trump und sich trotzdem nichts an ihrer Situation ändert, dann versiegt auch die Dopamin-/Oxytocin-Ausschütting=Motivation zur AfD-Wahl !—–soviel zum Scheitern von Trump, dann ist der Spuk vorbei!

  5. Ist das nicht Genial von der Wissenschaft das sie herausgefunden haben, dass der Spielsüchtige im SpielCasino garnicht Wegen dem Geld seine Zeit dort verbringt, sondern weil sein gehirneigenes Belohnungssystem, die Zeit im SpielCasino mit der Ausschüttung von Glückshormonen/Dopamin/Oxytocin belohnt, d.h. der Spielsüchtige ist garnicht süchtig nach dem Zufallsgewinn sondern nach dem tollen Gefühl/kick den er beim Spielen von seinem eigenen Gehirn bekommt und dieses „slot-machine-prinzip“ ist wahrscheinlich sogar in allen Bereichen, sogar an dem heiligen Glauben an Gott beteiligt, wenn sich das bewahrheitet kann die Kirche/Religionen einpacken!?

  6. Jetzt wurde das universelle „slot-machine-prinzip“/die social-media-industrie verklagt, siehe:

    https://www.breitbart.com/tech/2026/02/18/meta-boss-mark-zuckerberg-takes-the-stand-in-social-media-addiction-trial/

    Soviel zu dem immanenten Ausbeutungs-system, welches überall drin steckt: Film/TV/Literatur/Shopping usw., deshalb versucht ja Trump/AfD auch die Zwangs-Ehe/-Nachzucht einzuführen, weil dann garkeine Zeit mehr übrig bleibt für Shopping/TV/game datteln/social media/dating-apps/Erotik-apps/onlyfans usw., denn eine Mutter die vom gehirneigenen Belohnungssystem/Dopamin/Oxytocin immer in der vollen Dröhnung steckt, wird sich gern eine Großfamilie/12 Kinder+Enkelkinder zulegen, deshalb ist der fkk-strand die ultimative Lösung, weil dort keine Technik/Verantwortung/Ausbeutung erforderlich ist, sondern alles vom lieben Gott gratis zur Verfügung gestellt wird, we shall overcome, Internationale Solidarität

  7. Nachtrag zur vollen Dröhnung insbesondere der Mütter mit Dopamin/Oxytocin: diese Dröhnung führt ja bekanntlich auch zu der „rosaroten Brille“ der frisch Verliebten und setzt den Verstand außer Kraft, d.h. selbst wenn die Eltern nicht einmal in der Lage sind, für sich selbst zu versorgen, werden Kinder in die Welt gesetzt nur um die volle Dröhnung des gehirneigene Belohnungssystem aufrecht zu erhalten und wer zahlt die Rechnung der zwangsläufig suboptimal ausgewachsenen Kinder, natürlich die Kinder selber! mit dem erwünschten christlichen/biblischen Leiden der Gottesfürchtigen——soviel zur garantierten Generierung von verzweifelten Gläubigen, diabolismus 2.0, we shall overcome, Internationale Solidarität

  8. Nachtrag zum Nachtrag: Wer leidet noch unter der vollen Dröhnung mit Dopamin/Oxytocin:
    -Mutter Teresa/Helfersyndrom
    -Hundehalter mit sehr vielen Hunden
    -Großspender/Geld/Blut
    -Profikünstler/Politiker die jeden Tag auf der Bühne stehen müssen usw.usf——soviel zu den kontinuierlichen/zwanghaften Tätigkeiten/Verhaltensweisen im perversen Profitsystem/Kapitalismus, we shall overcome, Internationale Solidarität

  9. Das „slot-machine-prinzip“ steckt wirklich überall drin, überall wo ein Überraschungsei lauert wird Dopamin ausgeschüttet z.b.:
    – lotto spielen/Jackpot
    – beim dating/dating-apps
    – cruising/fkk-strand
    – Bars/Café/Disco usw.
    – Flaschen sammeln
    – Kriege anzetteln
    – Zölle erheben
    – Entführungen androhen/durchführen
    – Anklagen vor Gericht
    – false flag Attentate usw usf
    Soviel zur Dopamin-Sucht aller Erdenwürmer, insbesondere der weltweiten Machthaber, we shall overcome, Internationale Solidarität

  10. Die Erdenwürmer bleiben immer Schürzen-Jäger/Goldgräber siehe Epstein und Vetternwirtschaft, d.h. die genetische Programmierung des gehirneigenen Belohnungssystem mit Dopamin/Oxytocin bestimmt das Verhalten, lediglich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen/Incentivs geben vor, welche Variante der Jäger-/Sammler-Mentalität gerade erlaubt/erwünscht ist——soviel zur beliebigen Änderung der erwünschten Verhaltensweisen der Erdenwürmer,je nach dem Bedarf/Erforderniss zur Rettung des perversen weltweiten Profitsystems/Kapitalismus, und z.Z. eben nach willigen Sklaven/Soldaten/Großfamilien——–Stalinismus 2.0 lässt Grüßen, we shall overcome, Internationale Solidarität

  11. Darf man die Bibel über das Wohl der Erdenwürmer stellen, siehe:

    https://www.breitbart.com/politics/2026/03/04/michigan-democrat-state-lawmaker-not-seeking-reelection-because-christian-faith-cites-partys-stance-abortion-gender/

    Soviel zu dem Verbrechen der Christen u.a. an den Kriegswitwen, die ihr ganzes Leben in Einsamkeit verbringen mussten, weil es Sünde ist sich wieder erneut zu verehelichen, insbesondere die Kinder der Kriegswitwen litten unter der Verbitterung der einsamen Witwen und wurden selbst traumatisierte, weil sie die kirchlich verordnete Härte/Gegühlskälte verinnerlichten und glaubten, dass es normal und richtig ist, seinen Gefühlen/Bedürfnissen nach Liebe/Geborgenheit zu entsagen, dieses Verbrechen der Christenheit allein reicht aus um diese Religion als Teufelswerk für alle Zeit zu verdammen

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